Als Galileo Galilei den Vorschlag machte, dass sich die Erde um die Sonne drehe, war er damit ziemlich allein auf weiter Flur. Natürlich, vor ihm hatte schon Giordano Bruno sogar behauptet, das Weltall sei unendlich. Und noch davor hatte im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation der Ketzer Nikolaus Kopernikus nicht nur die Erde auf einer Laufbahn um die Sonne gesehen, sondern auch die Ansicht vertreten, die Erde drehe sich um sich selbst. Alle drei forderten als Einzelkämpfer den christlichen Zeitgeist heraus und zahlten auf unterschiedliche Weise den Preis.
Galilei widerrief einfach alles, als sich die Inquisition zu dicht an seine Fersen heftete. Damit rettete er seine Karriere und sein Leben. Dass er im Sterben noch „und sie bewegt sich doch“ in seinen Bart murmelte, kann als Beleg dafür gelten, dass er mit seinem Widerruf nur in die innere Emigration gegangen war und sich nicht etwa den Reihen der Bekehrten angeschlossen hat. Er wollte halt nicht das Schicksal des Giordano Bruno erleiden.
Bruno, ein Pionier der faktenbasierten Himmelsbetrachtung, konnte sich zu keinem Widerruf aufraffen und endete auf dem Scheiterhaufen. Das war im Jahr 1600. Immerhin: 400 Jahre danach räumte Papst Johannes Paul II ein, dass Brunos Feuertod wohl nicht ganz rechtens war.
Nikolaus Kopernikus wählte einen Mittelweg zwischen Giordano Bruno und Galileo Galilei: Er wartete mit der Veröffentlichung seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Bewegung der Sterne, bis er im Sterben lag. Auf diese Weise musste er nicht widerrufen und flutschte der Inquisition doch durch die Finger.
Starke Hundertschaft vor dem politischen Feuertod
So, jetzt wird es höchste Zeit, dass wir zurück in die Gegenwart eilen: Die gut hundert Lungen-Fachärzte, die jetzt der modernen Feinstaub- und Stickoxid-Religion mit wissenschaftlichen Erkenntnissen entgegentraten, versuchen es nicht als Einzelkämpfer, sondern mit der Wucht der großen Zahl. Und sie haben – anders als Kopernikus – darauf verzichtet, mit ihren Erkenntnissen so lange zu warten, bis sie sich durch ihr Ableben in Sicherheit gebracht haben. Stattdessen hoffen sie, als starke Hundertschaft vor dem politischen Feuertod sicher zu sein.
Das ist ein gewagtes Spiel. Denn was sind hundert Sachkundige gegen ein Millionenheer von Gläubigen! Ich fürchte, den Wissenschaftlern wird früher oder später nichts anderes übrig bleiben als zu widerrufen, um ihre Karrieren und ihr gesellschaftliches Leben zu retten.
Es bleibt ihnen allerdings unbenommen, gegen Ende ihres irdischen Dasein vor sich hin zu murmeln: Und die Grenzwerte sind doch bloßer Voodoo-Zauber. Sie können dies in der Hoffnung tun, dass 400 Jahre später die Umwelt- und Gesundheitskirche vielleicht einräumt, die hundert Ketzer seien damals möglicherweise zu Unrecht verdammt worden.
Beitragsbild: IchCC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ach Gott im Ausland werden solche Fachkräfte oder Fachärzte händeringend gesucht. Während wir unsere Fachärzten mit Afrikanischen Syrern wieder aufstocke. Die meckern nicht.
@Tom Schwab /25.01.2019 Gottseidank sind die Lungenfachärzte "keine Wissenschaftler" in Ihrem (großgeschrieben) Sinn! Keiner von ihnen (klein) glaubt daran, dass Abgase gesund sind, sie kennen aber die (in der Praxis nicht vorhandene) Auswirkung von Konzentrationen derselben unterhalb gewisser Messwerte. Mit "Wissenschaftler" scheinen Sie die statistischen Mietmäuler der Politik zu meinen, nun gut. Wenn ich krankheitsbedingt eine Lungenarztpraxis aufsuchen muss, bin ich froh, es nur mit Fachärzten und keinen solchen anerkannten "Wissenschaftlern" zu tun zu haben. Und den gesunden Menschenverstand mit Ihrem Gefühl für Dieselabgase gleichzusetzen, diesen aber Fachleuten abzusprechen, die tagtäglich mit realen Menschen, deren Lungen und Bronchien sowie den damit in Verbindung stehenden Krankheiten zu tun haben, finde ich doch etwas dreist. Selbst wenn das nicht jedem klar ist.
Herr K. Lauterbach -sPD- angeblich approbierter(?) omnisavanter Mediziner, vormals gleichzeitig(!) iD der kranken Kassen und Gesundheitskonzerne, und damit erwiesenermaßen "Gesundheitsexperte" ohne praktische Erfahrungen mit Patienten, hat schon iS der NOx-Paniker in WOnline gelautert, nämlich daß die Grenzwerte sogar noch zu hoch seien, und es neue Studiuen gäbe??? Hat er schon seine Absonderungen mit eingerechnet? Schade, warum ist er nicht mit der ach so süßen kleinen bezopften Greta in Davos? Die sieht ja ganz niedlich aus, wie Pipi 2.0, aber doch irgendwie völkisch gemäß dem antifaschistischem Weltbild von Kahane/Giffey et al?
"Glaubt nicht, daß ich fasele, daß ich dichte. Seht hin und findet mir andre Gestalt! Es ist die ganze Kirchengeschichte Mischmasch von Irrtum und Gewalt." Soweit Herr Goethe zur Historia des Christentums. Dessen Beginn können wir uns heute in etwa vorstellen, wenn wir die Stiftung der neuen Religion namens "Umwelt" betrachten, deren Zeugen zu werden wir soeben die zweifelhafte Ehre genießen.
Im Grunde eine nette Zusammenstellung, aber in den Details eher irreführend: Kopernikus und Galilei waren fromme Männer, die keineswegs im Widerspruch zum christlichen Glauben standen. Giordano Bruno wurde auch nicht wegen seiner Thesen zur Kosmologie verbrannt, sondern wegen übler Ränkespiele und seines querulantischen Wesens. Er ist auch mehrfach zu Wieder Wikipedia schreibt: 'Giordano Bruno wurde wegen Ketzerei und Magie aus dem Orden der Dominikaner und aus der Kirche ausgestoßen und dem weltlichen Gericht des Gouverneurs in Rom überstellt, mit der herkömmlichen Bitte, dieser möge die Strenge des Gesetzes mildern und keine Strafen gegen Leib oder Leben verhängen. ... Von dem weltlichen Gericht des römischen Gouverneurs wurde Bruno anschließend zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.'
Man könnte sagen,,wir sind wieder so weit,beide christlichen Kirchen unterstützen den faulen Zauber der grünen Politik! Wer nicht mitspielt,wird ab den Pranger gestellt,verurteilt durch links-grüne Medien! Sie werden als Verirrte dargestellt,als fortschrittsfeindlich, als unbelehrbar, ja auch als Rechte diffamiert! Wer kann da standhaft bleiben,leider nur wenige! Der Mainstream siegt,die Zukunft wird nicht lustig!
Es wäre sicher leicht möglich, die Schädlichkeit der Autoabgase zu erforschen. Das werden unsere Umweltideologen aber zu verhindern wissen. Die Schadstoffbelastung durch den Verkehr nimmt seit Jahrzehnten ab. In einigen Jahren werden alte Fahrzeuge weitestgehend durch moderne ersetzt sein. Was soll also die Hysterie? Meine Antwort auf diese Frage ist, dass es nur vordergründig um Schadstoffe geht. Eigentliches Ziel ist der Individualverkehr. Die hundert Wissenschaftler kommen den Umweltaktivisten dabei im die Quere. Das geht natürlich nicht!