Sicher glauben noch immer viele, die Not würde sie nicht betreffen, wenn sie ihr Schicksal weiter in die Hände von Berufspolitikern legen. Deren Vertröstungen jedoch ziehen umso weniger, je mehr die Furcht um sich greift, zitternd über den Winter kommen zu müssen.
Wie allen Dingen und allem Geschehen auf Erden, so kann man auch den Krisen etwas Positives abgewinnen. So bedrohlich sie sein mögen, jetzt und für die nächste Zukunft, so erhellend und reinigend können sie bei weiterer Vorausschau wirken. Offenbaren sie doch den ewig Gutgläubigen, was sie bislang nicht sehen wollten, was sie nicht irritieren sollte. Bei dem hilflosen, bisweilen panischen Herumirren der Regierung mag es nun noch den Letzten wie Schuppen von den Augen fallen, dass die medial aufgetakelten Politiker in Wahrheit nackt sind wie der Kaiser im Märchen.
Sie haben nichts im Kopf, geschweige denn in der Tasche, auf das sie in der Not zurückgreifen könnten, keine Ideen, keine Pläne. Was die Bürger geboten bekommen, ist das vertraute unverbindliche Geschwafel, Ankündigungen, die Taten rhetorisch ersetzen. Wir werden, wir sollen, wir müssen. In diesem Takt dreht sich die Gebetsmühle immerfort. Die „Führer“, von denen unterdessen wieder die Rede ist, sind Knalltüten. Wenn sie platzen, entweicht kaum mehr als laue Luft.
Nun ist es aber auch keineswegs so, dass frühere Regierungen – abgesehen von den Kanzlerepochen unter Helmut Schmidt, der half, den Osten mit Ronald Reagans Nachrüstung in die Knie zu zwingen, oder Helmut Kohl, ohne den es keine Wiedervereinigung gegeben hätte – dass der deutsche Staatsapparat früher durchweg mit ausgewiesenen Experten besetzt gewesen wäre. In seinen Amtstuben haben sich seit jeher überwiegend jene versammelt, die sonst Mühe hatten, beruflich Unterschlupf zu finden. Die Mehrheit bedurfte der ABM-Maßnahme als Staatsdiener, wollten sie nicht im kalten Regen draußen vor der Tür stehen. Es gehört zum Wesen der politischen Kaste, dass sie, wie man in den Zwanziger Jahre sagte, die „Bonzen“ versammelt, Dilettanten, die beschränkt genug sind, sich zuzutrauen, was sie gern beherrschen würden. Einbildung ist auch eine Bildung, sagt der Volksmund.
Allerdings wollte dieser intellektuelle Notstand im Regierungsbezirk bisher bloß wenigen auffallen. Die Kritiker waren als Miesmacher verschrien. Die Mehrheit wollte es so genau gar nicht wissen. Ruhe war die erste Bürgerpflicht in der Wohlstandsgesellschaft. Warum auch sollte man sich über die Obrigkeit aufregen. Irgend jemand muss doch schließlich die Sessel im Kanzleramt und in den Ministerien wärmen. Solange die Wirtschaft wie geschmiert lief, die Bürger genug verdienten, um den Staat mit Steuern zu füttern, wurden die regierenden Truppen mehr oder weniger klaglos durchgeschleppt. Selbst die Krisen ließen sich aussitzen, solange sie vereinzelt kamen und Zeit genug blieb, dass Gras über das politische Versagen wachsen konnte, bevor das nächste Malheur ins Haus stand.
Nun aber geht es Schlag auf Schlag: Klimakrise, Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Energiekrise, Euro-Desaster. Eines befeuert das andere. Ein Flächenbrand, der den Bürgern Angst macht. Es kursieren bereits Untergangsvisionen, die wiederum eine weitere, eine gesellschaftliche Krise nach sich ziehen. Weil sie unentwegt mit Phrasen abgefertigt werden, erodiert das Vertrauen der Bürger in den Staat. „In der Krise müssen und werden wir als Gesellschaft weiter zusammenstehen“, tönte der Bundeskanzler vergangenen Sonntag. Von „unterhaken“ war die Rede. Wer um alles in der Welt mag das noch glauben?
Sicher braucht die Politik den Beistand der Bürger, aber brauchen die Bürger eine ratlos unentschlossen lavierende Politik, Kanzler und Minister, die sich scheuen, uns reinen Wein einzuschenken? Ehrlichkeit ist schließlich die erste Voraussetzung beim vertrauensvollen Zusammenstehen. Mit der Verunglimpfung ihrer Kritiker als „Extremisten“ säen die Herrschenden dagegen unverdrossen Wind, bis sie Sturm ernten, einen Orkan, der selbst die Kommunisten im Ostblock von der Bühne fegte. Das Menetekel steht an der Wand. Nur noch 30 Prozent, so ein Ergebnis der neuesten Sonntagsumfrage, glauben, die Bundesregierung könne überhaupt etwas bewirken. Ein Land aber, in dem die Bürger und der Staat getrennte Wege gehen, gerät ins Trudeln. Angst macht der Hoffnung den Garaus.
Müssen doch Grüne, Rote und Schwarze inzwischen die Hosen herunterlassen, wenn sie klammheimlich zurücknehmen, was sie uns einst als unumgänglich für das Überleben auf Erden auferlegten – damals, als sie par ordre du mufti und gegen alle wirtschaftliche Vernunft den Ausstieg aus der Kohle und die Abschaltung aller funktionierenden Kernkraftwerke verfügten.
Nun pfeift der Wind aus einem anderen Loch. Die ideologisch verblendeten Rosstäuscher stehen mit dem Rücken zur Wand. Zwar versuchen sie weiter, den „Menschen“ Sand in die Augen zu streuen, indem sie ein Hilfspaket nach dem anderen auf den Weg bringen, eben wieder eine „Energiepreispauschale“ von 300 Euro für Rentner und 200 für Studenten; alles auf Pump versteht sich. Allein die Begeisterung der Beschenkten hält sich in Grenzen. Langsam spricht sich die Wahrheit herum. Jedermann beginnt zu begreifen, dass ihm aus der linken Tasche genommen wird, was man ihm nachher mit großem Tamtam in die rechte steckt. Ist doch der Staat kein Goldesel, der Euro ausscheidet. Er kann nur verteilen, was ihm die Bürger als Steuern überweisen.
Früher geschah das, ohne dass es sich der Einzelne bewusst machen musste. Die Wirtschaft, der kapitalistische Unternehmergeist, sorgte dafür, dass es nach jedem Absturz wieder bergauf ging, nirgendwo schneller als in den USA und in Deutschland, soweit es Europa betraf. Nun aber haben uns die Krisen umzingelt, angeheizt durch die Hilflosigkeit einer Politikerkaste, in der jene versammelt sind, die selten mehr gelernt haben, als sich in den jeweiligen Parteien nach oben zu intrigieren. Damit ist es nicht mehr getan.
Sicher glauben noch immer viele, die Not würde sie nicht betreffen, wenn sie ihr Schicksal weiter in die Hände von Berufspolitikern legen. Deren Vertröstungen jedoch ziehen umso weniger, je mehr die Furcht um sich greift, demnächst in der kalten Wohnung zitternd über den Winter kommen zu müssen.
Schon der deutsche Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel und nach ihm Marx und Engels entdeckten das Grundgesetz der Dialektik vom Umschlag der Quantität in eine neue Qualität. Ist das Maß voll, läuft der Krug über. Das Volk wendet sich ab von denen, die es lenken wollen. Man ist es leid, die Dilettanten weiter durchzufüttern. Ihre Kaste wird zunehmend als überflüssig erkannt. Bei guter Konjunktur konnten sie in der „splendid Isolation“ ihrer Ämter locker vor sich hin regieren; im Sturm geballter Krisen schwanken sie jetzt wie die Halme im Wind. Auf sie ist nicht länger zu zählen.
Soll die Demokratie fortbestehen, muss sie sich von unten her erneuern. Sie braucht Mandatsträger, die nicht über den Verhältnissen der Menschen schweben, sondern noch fest in ihnen verhaftet sind. Frauen und Männer, die sich der Wahrheit verpflichtet fühlen, offen sagen, was uns bevorsteht, anstatt beschwichtigend zu erklären, so schlimm wird es schon nicht werden, da die Gaspeicher nahezu randvoll sind. An Winston Churchill sollten sie sich ein Beispiel nehmen. Nachdem sich seine Vorgänger im Abwiegeln drohender Gefahr geübt hatten, war er als neugewählter Premierminister 1940 Manns genug, seine Landsleute als neugewählter Premierminister in der berühmt gewordenen „Blut, Schweiß und Tränen-Rede“ auf die Entbehrungen des Krieges gegen Hitler einzustimmen.
Fortan zogen die Briten mit ihrer Regierung an einem Strang, bis zum Sieg.
Und was erleben wir jetzt in Deutschland? Zustände wie auf der Titanic. Obwohl der Regierungsdampfer längst leck geschlagen ist, wird versucht, das Volk weiterhin mit Vertröstungen für dumm zu verkaufen. Andererseits – sollte dies Erkenntnis um sich greifen und das Täuschungsmanöver auffliegen, wären die momentanen Krisen am Ende vielleicht doch noch als ein historischer Gewinn zu verbuchen.
It’s time to say goodbye.

Ach, die Grünen. Alles Propaganda-Gift. Ja, Paul Siemons, ich stecke voller religiösen Propaganda-Gift. Aber mir ist das Evangelium von Jesus Christus noch alle mal lieber und teurer, als diese grüne Demagogie.
@S.Wietzke:
Man kann es wohl kaum besser sagen.
Was will uns der Autor sagen?
Früher hörten die ebenfalls nichtsahnenden Minister auf „Experten“? Experten so wie Virologen und Pharmalobbyisten, die sich für Epidemiologen halten?
@ Wolf Hagen ; ich kann mich an eine politische Diskussion vor gut 20 Jahren erinnern , in der man in Kenntnis der problematischen Demographie Familien fördern wollte , Kosten in Höhe von 14 Millionen DM wären angefallen. Abgelehnt , da zu teuer. Diese Summe wird aktuell zwischen Werbung und Tagesschau für religiös beseelte Messerstecher ausgegeben . Um das Niveau zu steigern, sollen demnächst Messerwerfer importiert werden ( bei 3,5 Millionen Arbeitslosen mit kurzfristiger Verdoppelungstendenz). Das Handeln der Verantwortlichen ist mit der Bezeichnung Hochverrat völlig unzureichend definiert. Vielleicht sollte man ein Preisausschreiben zur Ermittlung eines adäquten Begriffes für das politische Handeln der „Deutschland verrecke“ -Widerlinge organisieren. Irgendein Terminus muß ja auf den kleinen Tafeln für die Nürnberger Abschiedsbilder stehen.
Zitat:„Soll die Demokratie fortbestehen, muss sie sich von unten her erneuern. Sie braucht Mandatsträger, die nicht über den Verhältnissen der Menschen schweben, sondern noch fest in ihnen verhaftet sind. Frauen und Männer, die sich der Wahrheit verpflichtet fühlen, offen sagen, was uns bevorsteht, anstatt beschwichtigend zu erklären, so schlimm wird es schon nicht werden, da die Gaspeicher nahezu randvoll sind. An Winston Churchill sollten sie sich ein Beispiel nehmen.“ Ein absoluter Volltreffer. Allerdings braucht es dafür auch ein Volk, was die Wahrheit wirklich hören will. Bisher ist das nicht der Fall. Bisher. Aber Churchill wurde auch erst dann ins Amt gehoben und seine Vorgänger in Rente geschickt, als die Krise als solche nicht mehr zu leugnen war. Wollen wir mal schauen, wer sich in dem gerade heraufziehenden Sturm als Krisenmanager beweist. Nur unter hohem Druck entsteht ein echter Diamant. Den Druck werden wir liefern.
Was soll denn der Begriff ‚Volk‘ im Zusammenhang mit dem Gebilde BRD noch bedeuten? Hiezuland leben, von unserer Nomenklatura eingeladen und ständig vermehrt, inzwischen mehrere Millionen Menschen, deren einzige Beziehung zu diesem Gebilde das Abgreifen von Sozialleistungen, d. h. ein Leben auf Kosten der hier Arbeitenden und Steuern zahlenden ohne eigene Anstrengung, ist. Sollte das in absehbarer Zeit nicht mehr im gewohnten Umfang funktionieren, werden viele derselben sich holen, weswegen sie hier sind. Was die Größenordnung angeht, ein kurzer Überschlag. Gemäß Zahlen von vor ca. drei Jahren gab es ca acht Millionen Hartz 4 Empfänder, knapp die Hälfte hatte keinen deutschen Paß. Ein Hartz 4 Empfänger kostete damals im Schnitt 15000€ pro Jahr. Allein die Nichtdeutschen kosteten also pro Jahr damals ca. sechzig Milliarden €, heute sind es sicher noch einige mehr. Es ist schwer vorsellbar, wie das bei nachlassender Konjunktur gehandhabt werden soll. Was die Industrie angeht: seit Jahren sind hiezlande die Investitionen deutlich geringer als die Abschreibungen, d. h. das Land wird auf Verschleiß gefahren, der Letzte macht das Licht aus. Wie wußte Frau Thatcher schon vor Jahren: wenn Deutschland pleite ist, ist das projekt EU am Ende.
„Sicher braucht die Politik den Beistand der Bürger…“-Die eigentliche Frage ist aber doch, brauchen wir diese Politiker? Ich meine, wer finanziert denn das Ganze? Und wer zahlt, schafft doch normalerweise an! Und ob es sich hier um biblische Plagen handelt, gegen die wir alle vereint mit der Regierung bestehen müssen, wie man es uns unablässig einzubleuen versucht oder ob nicht die Regierung selbst die biblische Plage ist, derer sich zu entledigen an sich ein Leichtes wäre, das sind doch die Fragen? Wir wählen doch nicht eine Obrigkeit, die uns dann für mindestens 4 Jahre zu willenlosen Untertanen und Almosenempfängern machen kann, wir wählen Abgeordnete, die unseren Willen widerspiegeln sollen als unsere Repräsentanten! Dieses ganz Harmoniegedöns von „Unterhaken“, „Zusammenstehen“,„Wir“, „You`ll never walk alone!“, ist doch einfach nur dümmlichste Propaganda. Wer sind denn diese „Wir“, die nicht mehr genug Geld haben, um im Winter heizen zu können? Das sind wir und nicht Die! – Das Grundgesetz sieht in Situationen wie dieser statt Revolution zunächst das konstruktive Mißtrauensvotum vor. Warum versucht es die CDU nicht einfach? Auch wenn es scheiterte, wäre es doch interessant zu sehen, wieviele FDP -und vielleicht sogar auch SPD Abgeordnete sich enthalten oder für März stimmen würden. Und wenn er auch die Stimmen der AFD bekäme, so what?! Manchmal geht es auch darum, Grenzen aufzuzeigen, eine vor den Bug zu setzen, zu zeigen, daß man nicht bereit ist, alles mitzumachen.