Gestern machte DIE WELT mit einigen Bemerkungen des ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, unter der Überschrift auf: „Das Vertrauen in unsere Rechtsordnung wird erschüttert“. Papier führt Migration, Dieselskandal und Clan-Kriminalität an und wirft dem Staat vor, sich nicht an die eigenen Gesetze zu halten.
Im besten Deutschland aller Zeiten dürften aber auch die Aussagen eines ehemaligen Bundesverfassungsgerichtspräsidenten keinen liberalen Geist hinterm warmen Ofen hervorholen. So ist er halt, der Rechtsstaat. Mal wird ihm vertraut, mal eben nicht. Da wird lieber mit den Schultern gezuckt, denn Deutschland ist ja reich, und uns geht es gut.
Staatsversagen? Ach, i wo! Krise des Justizwesens? Wo denn bloß! Dieses Justizwesen kann doch auch richtig harte Kante zeigen, wenn es darum geht, einen islamistischen Gefährder aus dem Land zu schaffen. Weil nämlich ein schmutziger Trick bei seiner Abschiebung angewandt wurde, wird von Richterbünden, Anwaltskammern und Oberverwaltungsgerichten gleich mal das Ende des Rechtsstaats ausgerufen, und dieser islamistische Gefährder, der zudem noch im Verdacht steht, einer der Leibwächter Osama bin Ladens gewesen zu sein, wird kurzerhand von diesem deutschesten aller Justizwesen zum "Einreisepflichtigen" erklärt und muss nach Deutschland zurückgeholt werden. Und? Wo soll da eine Krise des Rechtsstaats sein, bittschön!?
Um weiter fröhlich wie der Michel und blind wie Justizia durch die Welt zu wandeln, bedarf es nur eines Grundsatzes: Nicht so genau hinschauen! Man hätte doch nicht so genau hinschauen müssen, als eine 18-Jährige von einer ganzen Horde junger Männer des Nachts im Gebüsch vor einem Freiburger Club vergewaltigt wurde. Dann wäre auch nicht ans Tageslicht gekommen, dass gegen den Hauptverdächtigen, einen 22-jährigen Syrer, bereits seit dem 10. Oktober ein Haftbefehl vorlag, dessen Vollstreckung nur versäumt wurde. Man habe ihn nicht angetroffen, man habe ihn nicht finden können, die Polizei sei überlastet, überhaupt: Der Rechtsstaat funktioniert doch ganz einwandfrei, denn zumindest galt der Herr schon mal als Intensivtäter. Wenn das nichts ist!
Offenherzig, verständig, mitfühlend und weich
Nur eines darf man bitte nicht, sonst gilt man schnell als abgehängt: die simple Frage stellen, wer denn jetzt die Verantwortung für diese Serie an Pleiten, Pech und Pannen mit lebenslangen Folgeschäden übernimmt.
Wie gut geölt und wunderbar geschmiert unser Rechtsstaat in Wahrheit funktioniert, darauf machte vor wenigen Tagen bereits Henryk Broder auf der Achse aufmerksam. Er schrieb: "Ein rechtskräftig verurteilter Polizistenmörder, der nach Verbüßung seiner Strafe in seine alte Heimat, den Libanon, abgeschoben wurde, darf nach Deutschland zurückkehren, weil seine Frau und seine Kinder hier leben. Denen sei die Trennung vom Vater nicht länger als ein Jahr zuzumuten, entschied das Gericht. Die Tochter des ermordeten Polizisten wuchs ohne ihren Vater auf, die Mutter bekam keine Versorgung, weil sie mit dem Vater nicht verheiratet war. Ein dreifaches Hoch auf das Recht und die Gerechtigkeit!"
Nun kann man hier entgegenhalten, dass seit der Abdankung des weißen alten Mannes die Welt doch eine bessere geworden ist, und auch ein Rechtsstaat darf durchaus mal seine weiblichen Seiten hervorkehren, die da wären: offenherzig, verständig, mitfühlend und weich.
Nur: Diesen in der Tat wunderschönen Seiten des Rechtsstaats fiel kürzlich wieder jemand zum Opfer. Diesmal war es ein 54-jähriger Berliner und fünffacher Vater, der am Abend des 27. September 2018 mit mehreren Messerstichen vom Leben zum Tode befördert wurde. Der Täter: ebenfalls ein polizeibekannter Intensivtäter, den bereits eine weitere Anklage wegen einer Gewalttat (Straferwartung 4 Jahre Haft) erwartete. Die B.Z. schreibt: "Ende vergangenen Jahres bekam der Libanese, der in Deutschland nur geduldet ist, trotzdem Haftverschonung. Der Grund: Einsprüche und Berufungen gegen seine Verurteilungen!"
Ein anderes Problem als eine Kanzlerin im Hosenanzug
Ach, wieder einer dieser Einzelfälle, könnte man meinen. Aber den ganzen Abgrund eines vollständig durchorganisierten – sorry for my bad french! – Shithole-Countrys ermisst man erst, wenn man dieser Nachricht eine weitere Tatsache hinzufügt: "B.Z. erfuhr auch: Der mehrfach wegen Raub, Diebstahl mit Waffen und Drogendelikten Vorbestrafte ist der Bruder von Polizisten-Mörder Yassin Ali-Khan (48)! Der hatte 2003 den SEK-Beamten Roland Krüger († 37) erschossen."
Ja, Sie lesen richtig! Der Messer-Mann ist der Bruder desjenigen libanesischen Polizistenmörders, der nun wieder nach Deutschland einreisen darf, weil es ihm nicht zuzumuten sei, solange von seiner Familie getrennt zu sein. Wer jetzt ausruft: "Merkel muss weg!", den kann man nur sanft darauf hinweisen, dass die Verachtung der Opfer ja nicht erst mit Angela Merkel ihre volle Blüte erfuhr. Diese Kollateralschäden der guten Gesinnung hat unser Justizwesen bereits eingepreist. Täter um jeden Preis schützen zu wollen, während die Opfer schlicht scheißegal sind – ein Rechtswesen mit einer derartigen Schlagseite hat ein ganz anderes Problem als eine Kanzlerin im Hosenanzug.
Ach, und bevor ich's zu fragen vergesse: Wer eigentlich übernimmt jetzt die Verantwortung für diesen Mord?
Das und noch viel mehr behandelt Markus Vahlefeld in seinem neuen Buch: Macht Hoch die Tür – Das System Merkel und die Spaltung Deutschlands, Oktober 2018, erhältlich hier: www.markus-vahlefeld.de
Beitragsbild: Jonathunder GFDL 1.2 via Wikimedia

Ein Land in dem man gut und gerne sterben kann! Wohin wird das führen? Zur Bewaffnung und - in Folge - zur Selbstjustiz!
Wenn Sie es wirklich ernst meinen würden, Herr Vahlefeld, würden Sie in einem anderen Ton schreiben. Die "Achse" muss sich insgesamt ein bisschen neu justieren, meine ich.
Sehr geehrter Herr Vahlefeld ! Sie haben wohl einen Schuss im Sender , und sind nicht mehr ganz richtig im Kopf ? " Verantwortung übernehmen " ! Geht's noch ? Wozu denn ? Wo kämen wir denn dahin ? Der Inhalt dieses Begriffes ist doch schon längst entsorgt worden ! Wieso soll dann all das Gesindel in Politik und Behörden Verantwortung spüren ? Übernehmen schon gleich gar nicht ! Das ist nur etwas für Volltrottel ! Also sowas !
Ich kann das hier bei achgut alles gar nicht mehr lesen. Man zweifelt an seinem Verstand. Was für ein Land! Quo usque tandem ... wie lange wird unsere Geduld noch strapaziert, bevor Änderung eintritt?
Juckt? Merkel & linksgrüne Salivaphagen etwa? Recht = Gerechtigkeit? Nicht mit diesen Laiendarstellern.
Da mögen Sie wohl recht haben mit dem Problem, das das Justizwesen hat. Das Problem wird seinen Ausdruck finden in der nach einem vermutlich baldigen Regierungswechsel kommenden neuen Verfassung. In der wird nämlich das Richteramt ebenso wie das Geschworenenamt (sic!) von jedem (sic!) Bürger ausgeübt werden können, der vom Volk (sic!) auf Zeit (sic!) gewählt (sic!) wird. Urteile, die "im Namen des Volkes" zu ergehen beanspruchen, sollten schließlich und zumindest auch vom Volk legitimiert sein. Urteile, die dann übrigens, Täterschutz ist nämlich völlig nachrangig, ausnahmslos alle im Wortlaut veröffentlicht werden, damit sich das Volk vor der nächsten Richter- und Geschworenenwahl ein Bild machen kann. Urteile, die dann vermutlich auch mal nicht bloß Bewährungsstrafen austeilen, sondern zu harter, ehrlicher körperlicher Arbeit erziehen, die aus Intensivtätern im Lauf vieler Jahre ganz andere Menschen macht. Wer weiß, vielleicht wird dann ja auch der deutsche Steinkohlebergbau wieder konkurrenzfähig. (Info für Gutmenschen: Zum hierfür erforderlichen Komplettabriss des dringend renovierungsbedürftigen Grundgesetzes bedarf es bei fehlender Kooperationsbereitschaft der Opposition nur einer simplen Abstimmung über den Verfassungsentwurf mit 50,0001 % Ja-Stimmen der Teilnehmer.)
Leider ist das mit der Justiz schon immer so gewesen. Ausrede der Justiz: "Das Strafmaß diene nur zum Teil der Sühne. Man müsse den Täter wieder in die Gesellschaft eingliedern, ...." Der Täter bekommt immer jede Menge Rabatt und professionelle Unterstützung. Das oder die Opfer haben häufig genug lebenslang. Ich kann mich an einen Gerichtsprozess erinnern, indem das Auto bewußt eingesetzt wurde um einen anderen zu schädigen. Das letztinstanzliche Urteil lautet, das Auto sei nicht mit einer Waffe vergleichbar. Aha! Hätte derjenige eine Waffe (Pistole/Gewehr) eingesetzt, wäre es keine Verurteilung nach Verletzung mit Todesfolge gewesen, sondern Mord. Wir erleben heute nur die Fortsetzung dieser Art der Rechtsprechung, leider nur zu schlechterem mit noch größerem Rabatt für Täter, insbesondere neu hinzugekommene Täter