Selbst die linke taz zeigte sich geschockt: „Im Bundestag sitzt eine Partei mit einem Landesverband, der das Existenzrecht Israels ablehnt“, schrieb ein sichtlich aufgewühlter Redakteur vergangene Woche. „Nein, es ist keine rechtsextreme, sondern eine linke Partei: Die Linke.“ Anlass für die Empörung war ein Beschluss des niedersächsischen Landesverbandes vom vorausgegangenen Wochenende. Dessen erster Satz lautete: „Die Linke Niedersachsen lehnt den heute real existierenden Zionismus ab.“ Damit stellte sich erstmals ein Parteitag der Linken offen gegen Israel. Denn Zionismus ist die Idee, einen jüdischen Nationalstaat zu schaffen – im Gebiet des heutigen Israel.
Der Beschluss wirft ein Schlaglicht auf die innere Entwicklung der Linkspartei. Während die Parteiführung unlängst erst stolz verkündete, dass sich ihre Mitgliederzahl im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt habe, zeigt sich inzwischen, welche Folgen dies hat: Die Partei wird zu einem Sammelbecken erklärter Israel-Feinde.
In gewisser Weise kehrt die Partei damit zu ihren Wurzeln zurück. Denn als sie noch SED hieß, war die Ablehnung des jüdischen Staates prägend für sie. Mit Vorliebe setzte sie dabei Israels Politik mit der der Nationalsozialisten gleich. „Die Hitlersche Räubermoral bleibt verwerflich, wer immer nach ihr handelt, gleichgültig, ob es sich um Deutsche, Amerikaner oder Israelis handelt“, verkündete beispielsweise ZK-Sekretär Albert Norden nach dem Sechstagekrieg im Juni 1967. Und im Dezember 1971 bezeichnete das SED-Zentralorgan den Zionismus als „eine Abart des Chauvinismus und Rassismus“. Beim Jom-Kippur-Krieg 1973 – der mit einem arabischen Überraschungsangriff auf Israel begann – organisierte die Partei sogar eine Großdemonstration gegen die „israelischen Aggressionstruppen“.
Schon 2003 wies Henryk M. Broder auf eine Täter-Opfer-Umkehr hin
Nach dem Ende der DDR versuchte die SED, die sich inzwischen PDS nannte, dieses Erbe abzustreifen. Parteichef Gregor Gysi, dessen Mutter aus einer jüdischen Familie stammte, reiste 1991 demonstrativ nach Israel, um sich dort mit Politikern zu treffen. Er bekannte sich dabei zur besonderen Verantwortung Deutschlands gegenüber dem jüdischen Staat.
Von dieser Einstellung ist nicht mehr viel geblieben. Durch den Beitritt zahlreicher WASG-Mitglieder im Jahr 2007 bekam Gysi zunehmend Gegenwind. Bei vielen Alt-Linken der Bundesrepublik gehörten bedingungslose Solidarität mit dem „Befreiungskampf“ der Palästinenser und Kritik am „israelischen Imperialismus“ zur politischen DNA.
Bereits 2003 hatte der jüdische Kolumnist Henryk M. Broder darauf hingewiesen, dass die linke Kritik an Israel oft antisemitische Züge trage. Die Kennzeichnung Israels als „Apartheidstaat“ und „Kolonialprojekt“, so schrieb er in seinem Buch „Der ewige Antisemit“, ziele darauf, dem jüdischen Staat seine Existenzberechtigung abzusprechen. Die Gleichsetzung der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern mit der der Nationalsozialisten sei der Versuch einer Täter-Opfer-Umkehr.
In dieser Zeit trat Fraktionschef Gysi solchen Tendenzen noch entschieden entgegen. „Der Antizionismus", so postulierte er 2008 in einer Rede zum 60. Gründungstag des Staates Israel, „kann für die Linke insgesamt, für die Partei ‚Die Linke‘ im Besonderen, keine vertretbare Position mehr sein.“ Auch den Begriff des Imperialismus wies er zurück. Stattdessen würdigte er die israelische Demokratie „als eine wirklich große Leistung, die Bewunderung und Anerkennung verdient.“
„Wir sind stolz auf Ihren Einsatz“
Schon damals war eine beträchtliche Anzahl von Funktionären anderer Meinung. Insbesondere die langjährige Bundestagsabgeordnete aus NRW, Inge Höger, sorgte wiederholt durch anti-israelische Äußerungen für Aufsehen. Wenige Monate nachdem Gysi seine Rede gehalten hatte, schwänzte sie, zusammen mit weiteren Genossen, eine Parlamentssitzung zum Jahrestag der Reichspogromnacht.
Als Grund dafür gab sie an, dass sie nicht an einer Abstimmung über eine Entschließung teilnehmen wollte, die zu mehr Engagement gegen den wachsenden Antisemitismus in Deutschland aufforderte. „Wer an Demonstrationen teilnimmt, bei denen Israelfahnen verbrannt und antisemitische Parolen gerufen werden, ist kein Partner im Kampf gegen den Antisemitismus“, hatte es darin unter anderem geheißen. Höger war der Meinung, dass Israel-Kritik und Antisemitismus damit gleichgesetzt würden.
2010 beteiligte sich die WASG-Mitbegründerin dann an einem Schiffskonvoi, der die israelische Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen sollte. In ihrer Begleitung befand sich die baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Annette Groth. Initiiert wurde die sogenannte Gaza-Flottille von einer türkischen Gruppe, die enge Verbindungen zu islamistischen Terrororganisationen unterhielt.
Mit der Blockade wollte Israel den Waffenschmuggel an die Hamas unterbinden. Da Inspektionen auf See schwer durchzuführen sind, sollten nur noch Landübergänge nach Gaza genutzt werden. Die israelische Marine forderte die Schiffe deshalb auf umzukehren, was diese jedoch nicht taten. Als schließlich drei Soldaten versuchten, sich auf das Boot abzuseilen, wurden sie von gewalttätigen Aktivisten gefangengenommen. Um sie zu befreien, setzten ihre Kameraden scharfe Munition ein und erschossen neun türkische Besatzungsmitglieder. Gleichwohl erklärte die Linken-Vorsitzende Gesine Lötzsch nach der Rückkehr der beiden Abgeordneten: „Wir sind stolz auf Ihren Einsatz.“
Das sogenannte Bremer Friedensforum
Im Frühjahr 2011 sorgte die Einstellung der Linkspartei zu Israel erneut für Schlagzeilen. Das sogenannte Bremer Friedensforum startete im März eine Kampagne „Boykottiert Israels Früchte – Rettet das palästinensische Volk“. Vor einem Supermarkt verteilten Aktivisten Flugblätter, die dazu aufforderten, keine Waren mit israelischen Ländercodes zu kaufen. Sie hängten sich dabei Plakate um mit einer blutverschmierten Orange und dem Aufruf: „Boykottiert Israels Früchte“.
Wegen der Analogie zum Boykott jüdischer Geschäfte durch die Nationalsozialisten sorgte die Aktion in Bremen für Entsetzen. SPD, CDU, Grünen und FDP veröffentlichten eine Erklärung unter dem Titel „Keine Boykottaufrufe gegen Israel in unserer Stadt“. Die Linke schloss sich der Erklärung nicht an. Im Gegenteil: Zu der Kampagne erschienen auf ihrer Website ein Bericht und diverse wohlwollende Kommentare. Landessprecher Christof Spehr räumte zwar ein, dass sich Juden dadurch verletzt fühlen könnten. Doch die „Position, dass Israel nie und unter keinen Umständen von wirtschaftlichem Druck betroffen sein darf“, sei unhaltbar.
Die uneindeutige Haltung des Bremer Landesverbandes stieß auch innerhalb der Linkspartei auf Kritik. In einem Aufruf von Mitgliedern und Sympathisanten hieß es, die Kampagne sei antisemitisch und erinnere an die NS-Parole „Kauft nicht bei Juden“. Auch Gysi distanzierte sich von Boykottaufrufen gegen Israel, allerdings nur aufgrund der besonderen deutschen Geschichte. „Für Linke außerhalb Deutschlands stellt sich das sicherlich anders dar“, erklärte er in einem Interview.
Im Mai 2011 bescheinigte eine Studie der Linken erstmals ein massives Antisemitismus-Problem. Die Parteiführung wies das zurück. Auf Drängen Gysis verabschiedete die Linksfraktion jedoch eine Entschließung, der zufolge sie „entschieden gegen antisemitisches Gedankengut und rechtsextremistische Handlungen“ auftrete. Am Ende hieß es dann, sie werde sich weder am Boykott israelischer Waren noch an Initiativen für eine „Ein-Staaten-Lösung“ beteiligen – wie die Auslöschung des Staates Israel euphemistisch genannt wurde. Höger und 14 weitere Abgeordnete blieben der Abstimmung fern, so dass sie einstimmig ausfiel.
2014 beschäftigte ein skurriler Eklat die Öffentlichkeit. Die Linken-Abgeordneten Höger, Groth und Heike Hänsel verfolgten Fraktionschef Gysi im Bundestag bis auf die Toilette, um ihn vor laufender Kameras zur Rede zu stellen. Zuvor hatte er ihnen untersagt, Räume der Fraktion für eine Veranstaltung mit anti-israelischen Aktivisten zu nutzen. Statt seine Entscheidung zu verteidigen, schloss sich Gysi in einer Toilette ein und schwieg. Die „Toilettenaffäre“ zählte laut Simon-Wiesenthal-Zentrum zu den gravierendsten antisemitischen Vorfällen des Jahres.
„DIE LINKE steht an der Seite der gemeinsamen Proteste gegen Gewalt und für Frieden“
Die Bundestagswahlen 2017 führten dazu, dass die Feinde Israels in der Linksfraktion noch stärker wurden. Als das Parlament im Mai 2019 über den fraktionsübergreifenden Antrag „BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen“ abstimmte, sprachen sich nahezu alle Abgeordneten der Linken dagegen aus oder enthielten sich der Stimme.
Zwei Jahre später kam es in Deutschland erstmals zu radikalen anti-israelischen Demonstrationen, an denen sich auch Mitglieder der Linken beteiligten. Pro-palästinensische Demonstranten schrien vor Synagogen antisemitische Parolen und Drohungen wie „Tod den Juden“. Auf den Straßen wurden israelische Fahnen verbrannt. Auslöser dafür waren israelische Luftangriffe auf Stellungen der Hamas, nachdem diese wiederholt israelische Siedlungen mit Raketen beschossen hatte.
Statt sich von den Demonstranten zu distanzieren, erklärte der Parteivorstand der Linkspartei: „DIE LINKE steht an der Seite der gemeinsamen Proteste gegen Gewalt und für Frieden von Israelis und Palästinensern in Israel.“ Er bekannte sich zwar zum Existenzrecht des jüdischen Staates und kritisierte das Verbrennen israelischer Fahnen. Doch für die militärische Eskalation machte er beide Seiten gleichermaßen verantwortlich.
Dieses Muster wiederholte sich nach dem Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023, dem größten Massenmord an Juden seit dem Holocaust. Schon wenige Wochen später schoss sich die Linke erneut auf Israel ein, dessen Regierung sich diesmal entschlossen zeigte, die Hamas zu zerschlagen. Auf ihrem Augsburger Parteitag im November verabschiedete die Linke eine Entschließung, die zu 95 Prozent aus Kritik an Israel bestand. Nur im ersten Absatz wurden die „Gräueltaten der Hamas“ kurz verurteilt.
Offener Eklat in Berlin
Vor allem junge Leute und Migranten machen in der Linkspartei inzwischen gegen Israel mobil. Von einer besonderen Verantwortung Deutschlands gegenüber dem jüdischen Staat ist keine Rede mehr. „Sehr starke Kräfte“, so berichtete der Musiker Andrej Hermlin im Oktober 2023 aus dem Innenleben der Partei, „stehen in der Tradition der deutschen Linken in Ost und West, die den Terrorismus der Araber verwechseln mit Freiheitskampf und Israel für ein imperialistisches Projekt halten.“ Nach mehr als drei Jahrzehnten erklärte er seinen Parteiaustritt.
Ein Jahr später kam es in Berlin zum offenen Eklat. Auf dem Landesparteitag im Oktober schwächten die Delegierten einen Antrag zum zunehmenden Antisemitismus in der Stadt massiv ab. Der Hinweis, dass Linke das Massaker der Hamas relativiert und mitunter gar gefeiert hätten, entfiel ebenso wie der Satz: „Niemals dürfen Linke die Rolle des eliminatorischen Antisemitismus ignorieren, der den Terror und die Strategien von Akteuren wie der Hamas und der Hisbollah sowie deren Unterstützung durch das iranische Mullah-Regime antreibt.“
Prominente Linken-Politiker, darunter die ehemaligen Senatoren Klaus Lederer und Elke Breitenbach, verließen daraufhin ebenfalls die Partei. Es sei ihnen immer weniger möglich, sich in ihrem Landesverband für ihre strategischen Orientierungen einzusetzen, erklärten sie. Für sie sei eine rote Linie überschritten, wenn „Anträge, die eine klare und unmissverständliche Positionierung gegen Antisemitismus in jeder Form und eine Benennung von Hamas und Hisbollah als reaktionäre, antisemitische Akteure enthalten, mit großer Mehrheit abgelehnt“ würden.
Die Austritte verstärkten einen Trend, der inzwischen auch in der Bundespartei sichtbar wird, zum Beispiel auf dem Chemnitzer Parteitag im Mai 2025. In einer Entschließung stellte sich die Linke dort mehrheitlich gegen die in Deutschland übliche Antisemitismusdefinition der Internationalen Holocaust-Erinnerungsallianz. Nach Meinung der Delegierten hat sich diese „zu einem repressiven Instrument entwickelt, um unliebsame Kritik und politischen Protest zu verhindern.“
„Die Linke zeigt, wo sie steht“
Stattdessen beruft sich die Linke nun auf die sogenannte Jerusalemer Erklärung. Pauschale Kritik an Israel wird darin nicht mehr als antisemitisch bewertet. Begriffe wie „Kolonialismus“ oder „Apartheid“ sowie Boykottaufrufe gegen den jüdischen Staat sind danach legitim. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, kommentierte den Beschluss mit den Worten: „Die Linke zeigt, wo sie steht – und das ist nicht an der Seite der Jüdinnen und Juden in Deutschland.“
Wie weit das Tor zu migrantischen und ultralinken Israel-Gegnern inzwischen offensteht, kann man unter anderem im Berliner Stadtbezirk Neukölln studieren. Als Kandidat für das Amt des Bezirksbürgermeisters, der im September gewählt wird, hat die Linke dort den pro-palästinensischen Aktivisten Ahmed Abed aufgestellt. Der Linken-Fraktionschef sorgte im Oktober 2025 für einen Eklat, als er den Bürgermeister von Neuköllns israelischer Partnerstadt im Parlament anpöbelte. „Sie sind hier nicht willkommen!“, rief er ihm während einer Sitzung zu, bei der er sprechen sollte. „Sie unterstützen den Völkermord“. Als der Israeli das Wort ergriff, verließ die Linksfraktion demonstrativ den Saal.
Auch viele junge Menschen, die der Partei in letzter Zeit beigetreten sind, vertreten höchst problematische Meinungen. So nahm der Bundeskongress der Linksjugend im November 2025 mit überwältigender Mehrheit einen Antrag aus Berlin an, der eindeutig antizionistische Züge trug. In dem Beschluss wurde ein „kolonialer und rassistischer Charakter des israelischen Staatsprojekts“ insgesamt behauptet, „der sich von seinen Anfängen bis heute in der Eroberung neuer Gebiete und in der Vertreibung ihrer Einwohner:innen ausdrückt.“ Der Text rief außerdem dazu auf, „die revolutionären Bewegungen in der Region“ zur „Befreiung Palästinas“ zu unterstützen. Beides läuft darauf hinaus, den jüdischen Staat zu beseitigen.
Mitte März hat erstmals ein gesamter Landesverband „den heute real existierenden Zionismus“ abgelehnt. Der niedersächsische Verband ist damit, wie ein Parteimitglied mit Palästinensertuch in einem Instagram-Video erklärte, als erster offiziell „antizionistisch“. Mit diesem Begriff hatte schon die DDR ihre Kampagnen gegen den jüdischen Staat versehen – und vor ihr der nationalsozialistische Ideologe Alfred Rosenberg, für den Zionismus nur „ein Mittel für ehrgeizige Spekulanten [war], sich ein neues Aufmarschgebiet für Weltbewucherung zu schaffen.“
Die Parteiführung zeigt keine Bemühungen, der Judenfeindschaft in der Partei entgegenzutreten
Der niedersächsische Beschluss veranlasste auch den brandenburgischen Antisemitismus-Beauftragten Andreas Büttner, aus der Linkspartei auszutreten. Er beklagte auch die mangelnde Solidarität der Partei, nachdem auf seinem Grundstück ein Brandanschlag verübt worden war. Der frühere Fraktionsgeschäftsführer Jan Korte kam zu dem Schluss: „In der Linken gibt es ein massives Antisemitismusproblem.“
Wie sehr sich das Klima in der Partei geändert hat, zeigt nicht zuletzt ein Offener Brief an Gysi, der unlängst bekannt wurde. Der langjährige Partei- und Fraktionschef hatte in einem Interview erwähnt, dass durch neue Mitglieder mit „spezifischem Migrationshintergrund“ auch problematische „Sichten auf Israel“ in die Partei gekommen seien. Mehr 200 Unterzeichner warfen dem 78-Jährigen deshalb Rassismus vor. „Solche Begriffe verstärken antimuslimische und antiarabische Ressentiments und dürfen in einer antirassistischen Partei keinen Platz haben.“
Die Parteiführung zeigt derweil keine Bemühungen, der Judenfeindschaft in der Partei entgegenzutreten. Statt der Israel-Kritik klare Grenzen zu setzen, erklärte Parteichef Jan von Aken, die niedersächsische Wortwahl „bewege sich im Korridor der Beschlüsse der Bundespartei“ – einschließlich der gleich mehrfach verwendeten Begriffe „Genozid“ und „Apartheid“. In der Geschichte der Judenverfolgung, so von Aken, sei vor allem das Christentum eine Gefahr für Juden gewesen. „Und der Holocaust wurde von blonden blauäugigen Deutschen begangen.“
Es ist deshalb zu erwarten, dass die Israel-Hasser in der Linkspartei weiter an Terrain gewinnen werden. Die Linke vollzieht damit das, was in Frankreich bereits politische Normalität ist: Linker Populismus und Anti-Zionismus verbinden sich zu einem anti-jüdischen „Islamo-gauchisme“. Wie es scheint, muss sich Deutschland darauf einstellen, dass in Zukunft eine Partei im Bundestag sitzt, die den jüdischen Staat offen ablehnt.

@Talman Rahmenschneider Natürlich gab es keine Jüngerinnen. Die Aussagen sind vollkommen absurd, ich dachte man bemerkt es. Es gibt Lesarten der Bibel, welche den kirchlichen Antisemitismus ermöglicht haben. Ein durchaus ernstes, mich beschäftigendes Thema. Die antisemitische Weltdeutung, der Sozialismus und Antisemitismus sind sehr alte Ideologien. Die Ursache des Problems liegt in der Bibel selbst und Dogmatik und Theologie verstellt den Blick dafür. Auch der Papst hat geschwiegen, ohne das man genau wüßte, warum. Wenn man es besser wüßte, gäbe es nicht so viele absurde Ungereimtheiten. Im Ernst
Der zweite und letzte Streich: Es geht nicht um Kolonialismus, auch wenn das immer behauptet wird, sondern dass Israel seine Wurzeln in der Nähe zum Manchester Kapitalismus hat. Die Preußen hatten mit dem Judenedikt von 1812 die Juden voll integriert und ihnen die Tür in den Arbeitsmarkt geöffnet. Sie hatten die feste Verbindung der Juden zum Bankwesen geknackt und sie damit aus dem Klischee vom schachernden „Geldjuden“ rausgeholt. Später kam der Sozialstaat dazu, der die unteren Schichten aus der Armut befreite. In Großbritannien ist damals gleichartiges nicht nur nicht passiert, sondern auch noch mit der Balfour Deklaration eine sichtbare Verbindung von britischer Industrie/Bank/Politik -> Zionismus hergestellt worden. Woraus man mutwillig schließen könnte, die Knechterei im Manchester Kapitalismus habe die Anschubfinanzierung für Israel erzeugt. Darum haben die Linken ein besonderes Problem mit Israel. Wäre Israels Anschubfinanzierung von woanders gekommen, das Problem der Linken mit Israel wäre 10 Nummern kleiner. Dass das in Deutschland dann 33-45 so eingeschlagen hatte, lag nicht an den Preußen, sondern an der Überschuldung Europas nach dem Ersten Weltkrieg, der Weltwirtschaftskrise/Börsencrash NY und dem damit wieder aufkeimenden Bild, die „Geldjuden“ wären Schuld und Israel wäre nicht Resultat der Judenverfolgung, sondern seine Ursache. Dabei war die Ursache das Verbot für die Juden, sich jenseits des Geldhandels zu betätigen, die absurde Kriegstreiberei im damaligen Europa und die Weltwirtschaftskrise als Folge der hier weggebrochenen Märkte, was die Amis dann mit in den Strudel hineinzog und damit zu deren Unterstützung des europäischen Faschismus um die Ordnung wieder herzustellen führte und dann zum Zweiten Weltkrieg, der im Patt zwischen Kapitalisten im Westen und den Kommunisten im Osten endete. Es ging und geht den Linken also letztlich um Geld und wer es hat und wer nicht. Klassischer Antisemitismus ist das nicht. Aber er ist indirekte Folge davon.
Der erste Streich: Ich hatte mich gerstern ja schon umfangreich zu den eher christlich-religiös fundierten Wurzeln des Antisemitismus bei den Rechten geäußert und die linke Seite nur kurz angeschnitten, werde das jetzt aber vertiefen. Während das auf der rechten Seite biblischen Ursprungs ist, hat es auf der linken Seite weltlichen. Und kurioserweise spielt der Jude Marx selbst dabei eine gewichtige Rolle. Es gibt einen sehr guten Artikel bei der Jüdischen Allgemeinen dazu. Findet man über Google mit den Suchworten „Jude, Antisemit und Hassobjekt“. Den Juden war lange Zeit in Europa nur der Geldverleih erlaubt, woraus dann das jüdische Bankenwesen (Stichwort: Rothschild) entstand. Die Linken haben ja ein Problem mit dem Manchester Kapitalismus, also genau das, wo Marx mit seiner Kritik angedockt hatte. Jetzt muss man nur die damaligen britischen Großindustriellen, das jüdische Bankenwesen und die Balfour Deklaration in einen Kontext setzen und versteht sofort, warum die harte Linke sich fortwährend gegen Israel positioniert. Da geht es gar nicht so sehr darum, dass Israel ein Projekt zur Kolonialisierung des Nahen Ostens wäre, was es ja nicht ist, denn sie haben sich ja nur ihr eigenes Haus zurückgeholt aus dem sie 2000 Jahre vorher vertrieben worden waren. Es geht um die direkte Verbindung Manchester Kapitalismus – Rothschild – Israel. Es geht also wie immer auf der linken Seite ums Geld, wer es hat und wer es nicht hat, und nicht(!) um Religion und auch nicht(!) um eine angebliche Kolonie Israel. Denn wenn letzteres so wäre, würde man auch am laufenden Meter Kanada, Australien, Neuseeland, die USA, Nordafrika, etc. kritisieren, weil das alles Kolonien von irgendwem anders auf der Welt sind. Es geht in der Tat darum, dass in die Anschubfinanzierung des jüdischen Staates genau die jüdische Bank involviert ist, die natürlich auch in einer gewissen Weise in den Manchester Kapitalismus verwickelt ist, denn das alles passierte ja in Großbritannien. Gleich weiter…
Man kann es nicht verstehen, weil es zum Teil aus Unterstellungen besteht. Es ist blood-libel, mittelalterlich, ein Fass ohne Boden. Palis sind nur Mittel zum Zweck.
Vor ein paar Jahren dachte ich, Ihr übertreibt manchmal. Inzwischen ist es nicht mehr zu ignorieren. Es ist in jedem Kommentarbereich, in manchen macht es zwei Drittel aus.
Der Anti-Amerikanismus geht damit Hand in Hand. Aber klar, Hawai’i 1941 war ein in-job, die Mondlandung ein fake, 9/11 ein in-job. Nur Unterstellungen. Man versteht es auch nicht.
Es ist so tief verwurzelt, dass man Angst bekommt, dass es von Mem zu Gen geworden ist, soll sagen, vererbt wird.
Es ist so unappetitlich wie eine Kloake, und sie merken es nicht. Sie sind schamlos geworden, weil sie so viele sind, und das ist vielleicht der key. Es kann ein Massenphänomen sein. Und Masse ist so: Ein Sektenoberer sagt, man begehe kollektiven Suizid und die Wiedergeburt sei auf dem Sirius, und 918 Verirrte machen mit ( Peoples Temple–related incidents, led by Jim Jones, in Jonestown and Georgetown in Guyana, en wiki).
Masse ist das, was Juden nie waren („zwei Juden, drei Meinungen“). Oder Oppenheimer: Macht das Manhattan-Projekt, und als er das Ergebnis in Japan sieht, steigt er aus und lehnt die Entwicklung der H-Bombe ab, individuelle Entscheidung, die ihn isoliert.
Und deswegen ist es eine tiefsitzende unheilbare Verirrung der Linken und ihrer Sympathisanten und ultrarechten, NPD-Nahen. Und die Kommunisten erzeugten genauso Massenereignisse mit Jubelnden wie die Nationalsozialisten.
Aber das war nur eine spontane Idee, weil ich es nicht kapiere. Niemand, der davon nichts hat, versteht es.
Man fasst es nicht, was manche Leute (gemeint ist Michael Anton) so absondern. Jesus von Nazareth war Galiläer. Palästinenser gab es nicht, der Ausdruck ist aus dem 20. Jh. Zionismus hat nichts mit seinem Ableben zu tun. Politiker (Sadduzäer und der Präfekt aus Rom) wollten ihn loswerden. Anm. aus wikip.: „Bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. lebten in Nazareth Juden.“ Man fasst es auch nicht, dass sowas – jetzt erst recht, oder – unter dem Artikel von Hubertus Knabe steht. Frech sind sie auch, die Antisemiten, deren es reichlich gibt. Frech und laut. Die Bu-Reg sind nur teilschuld. Es ist ein Hirnschaden, eine Art Hirntumor.
Sehen Sie hier:
„Ich verstehe es auch nicht. Einerseits habe ich aber genug nicht-jüdische Freunde, ganz normale Menschen, unbelastet von Geschichte, die die Situation auch nicht verstehen, die es genauso sehen wie Sie und ich. “ HM Broder
„Nichts provoziert mehr als der ängstliche, zur Vorsicht mahnende Jude“, audiatur minus online.ch
Ich verstehe es auch nicht. Es ist Fanatismus. Evtl kann man es mit PET diagnostizieren. Es ist chronisch wie Rheuma und geht nicht weg und ist leider ansteckend wie Pestbeulen.
Wem ist bekannt das Petra Pau und die A. Kahane eng zusammen arbeiten, gearbeitet haben?
Petra Paul, Vorsitzende vor ca. 16-20 Jahren von BAK Shalom.
Dort wurde folgendes definiert sinngemäß „Wer die Lebensart- und weise der USA kritisiert, ist ein Antisemit“. Bundesweit riesen Alarm. Zur gleichen Zeit kam von Bassam Tibi die Leitkultur.
Bisschen später sah ich auf einer Demo die Zusammenarbeit BAK Shalom mit den „Partei der bibeltreuen Christen“ PBC.
Die Armageddon Anhänger, sprich Kreationisten und Evangelikale (von Wulff und UvdL in Hannover installiert!) haben auch die Unis, Asta MINT tlw. übernommen. Das ist selbst den CCC aufgefallen. Da gibts einen langen, soweit ich erinnere dreiteiligen Beitrag in YT oder CCC nachsehbar, gehalten auf der CCC Veranstaltung in Berlin. Name habe ich nicht parat, irgendwas mit Kollektivismus und glaube Kay H… der Name. Der Bibelkreis hier im Forum weiß bestimmt mehr.
Der Stalin-Aken: „Und der Holocaust wurde von blonden blauäugigen Deutschen begangen.“
Wenn der heutige Holocaust („Juden ins Meer“ u. „From the river to the sea …“) von schwarzäugigen Musels begangen wird, ist das für diesen Verfassungsfeind ok.