Einige aus der NS-Zeit bekannte Methoden im Umgang mit Juden erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei deutschen Linken, besonders bei grünen Funktionsträgern.
Betroffen sind israelische Staatsbürger, die sich nicht in Wort und Tat an die Regeln der political correctness der deutschen Linken halten. Eingeladen und gefördert werden nur noch Juden, die sich im Sinne linker deutscher Politiker botmäßig verhalten, unliebsame werden selektiert und fortan aus dem deutschen Kultur- und Medienbetrieb ausgeschlossen.
Besonders beliebt ist der Boykott, vor allem die „Ausladung“ von bereits zugesagten Veranstaltungen. Israelische Medien berichteten etwa über Ausladungen von Yonathan Shay, einem Vertreter der bei der deutschen Linken unbeliebten israelischen Organisation Im Tirtzu, veranlasst durch den höchst zwielichtigen Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Volker Beck, einen langjährigen, aus verschiedenen Skandalen bekannten Bundestagsabgeordneten der Grünen. Schon im vergangenen Jahr berichtete die amerikanische Wochenzeitung The Jewish Press (23.1.2023): „Volker Beck und Mitglieder des Bundesvorstands der DIG intervenierten, um Yonathan Shay, dem Leiter der Abteilung Im Tirtzu Hasbara (Israel Advocacy), ein Redeverbot in Deutschland zu erteilen. Mehrere DIG-Ortsverbände hatten Shay, der fließend Deutsch spricht, eingeladen, Vorträge zu halten.“
Gegenüber der Jewish Press ließ Beck (in seltsamer Redseligkeit, vermutlich in einem Telefonat) durchblicken: „Wir wollen noch einmal erklären, warum wir uns entschieden haben, den Antrag nicht zu bewilligen… Ich will es nicht verschweigen, es gab auch ein bisschen Bedenken vom Auswärtigen Amt, dass wir uns von Yonatan Shay Vorträge anhörten.“ Ihm entschlüpfte sogar die Bemerkung: „Wir stehen gerade unter Beobachtung des Auswärtigen Amtes.“ Die Jewish Press sandte daraufhin eine Anfrage an das deutsche Auswärtige Amt, auf die sie den Bescheid erhielt: „Die Deutsch-Israelische Gesellschaft wird seit 2012 institutionell vom Auswärtigen Amt gefördert. Projekte (...) werden im Einzelfall beantragt und bewilligt (...) Selbstverständlich übt das Auswärtige Amt keinen Druck auf seine Partner aus und führt auch keine Listen wie die von Ihnen genannten.“
Eine Ehre, von Leuten wie Volker Beck ausgeladen zu werden
Die Realität ist etwas anders, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Denn auch ich stehe bei der vom Auswärtigen Amt finanzierten Deutsch-Israelischen Gesellschaft seit Jahren auf der Schwarzen Liste. Die meisten DIG-Ortsverbände wissen das und laden mich erst gar nicht mehr ein (sparen sich also die bürokratischen Mühen eines „Antrags auf Förderung der Veranstaltung“, den die Ortsverbände beim Bundesvorstand in Berlin einreichen müssen). Wenn es versehentlich doch geschieht, wie kürzlich bei der DIG Wiesbaden, deren Vorsitzender mich für diesen Mai zu einer Lesung einladen wollte, wird die Initiative vom Bundesvorstand abgewürgt.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich nehme dadurch keinen Schaden und rechne es mir inzwischen zur Ehre an, von Leuten wie Volker Beck ausgeladen zu werden. Den Schaden haben die deutschen Israel-Freunde, die sich ahnungslos den Ortsverbänden der DIG anschließen und vermutlich nicht wissen, dass ihre Gesellschaft einer politischen Zensur unterliegt, einer Selektion der Einzuladenden, so dass sie dort nur gefilterte, einseitige Information über Israel und den Nahen Osten erhalten. Von einer kleinen Clique grüner Funktionäre wird hier die Gutwilligkeit von interessierten, Beitrag zahlenden Deutschen missbraucht, die annehmen, in der Deutsch-Israelischen Gesellschaft hätten sie es mit Freunden Israels zu tun und könnten dem bedrängten Land Hilfe leisten – beides ist längst nicht mehr der Fall.
Neuestes Opfer der Selektion wurde der international bekannte israelische Schriftsteller Iddo Netanyahu, ein Bruder des derzeitigen israelischen Premierministers. Die Verwandtschaft erwähne ich nur, weil sie vermutlich einer der Gründe ist, warum Iddos geplante Veranstaltung in der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg „gecancelt“ wurde. Deren Vorsitzender, der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Jochen Feilcke, hatte Iddo Netanyahu eingeladen, aus seinem kürzlich in deutscher Übersetzung erschienenen Roman Itamar K. zu lesen, einer fein geschriebenen Satire, die sich mit dem israelischen Kulturbetrieb auseinandersetzt. Bezug zur gegenwärtigen politischen Situation besteht nicht, auch nicht zur Rolle seines in Deutschland umstrittenen Bruders. Dennoch wurde die für den 20. März 2024 geplante Veranstaltung im letzten Augenblick abgesagt.
Aus ein paar tausend Meilen Entfernung wirkt das alles nur lächerlich
Feilcke schämte sich nicht, für die Ausladung folgende Begründung anzugeben: „Der Grund dafür ist die Tatsache, dass der israelische Autor in Deutschland von politisch weit rechts stehenden Gruppen vereinnahmt wird und sich auch vereinnahmen lässt. Seine Vortragsreise findet außer bei uns ausschließlich in politisch weit rechts stehenden Organisationen und Institutionen statt. Dazu zählen wir nicht und dazu wollen wir nicht gehören.“ Einem Kleingeist wie Feilcke ist offenbar nie der Gedanke gekommen, dass sich ein ausländischer, in diesem Fall israelischer Autor womöglich gar nicht für die in Deutschland verbindlichen Zuweisungen und Denunziationen interessieren könnte. Denn aus ein paar tausend Meilen Entfernung wirkt das alles nur lächerlich.
Unter den von Feilcke denunzierten „Organisationen und Institutionen“ ist auch die Israelitische Kultusgemeinde Bamberg, die offizielle Jüdische Gemeinde dieser Stadt, in deren Synagoge Iddo Netanyahu am 23. März eine Lesung gab – auch diese Jüdische Gemeinde wird somit von Beck und Feilcke als „weit rechts stehend“ eingestuft und zur Abstrafung freigegeben – ein weiterer Fall von Juden-Selektion. Vor zehn Jahren hatte sich Feilcke noch gegen die Übernahme und Gleichschaltung seines Ortsverbands gewehrt und der DIG Berlin-Brandenburg eine gewisse Autonomie bewahren können, inzwischen ist er offenbar zu schwach, sich gegen die Zensur des DIG-Bundesvorstands zu behaupten. Er wurde auf irgendeine verstohlene Weise, über die alle Beteiligten schweigen werden, von Volker Beck und dem Auswärtigen Amt der grünen Ministerin Baerbock unter Druck gesetzt. Wo deutsche Linke regieren, herrscht Zucht und Ordnung.
Chaim Noll wurde 1954 unter dem Namen Hans Noll in Ostberlin geboren. Sein Vater war der Schriftsteller Dieter Noll. Er studierte Kunst und Kunstgeschichte in Ostberlin, bevor er Anfang der 1980er Jahre den Wehrdienst in der DDR verweigerte und 1983 nach Westberlin ausreiste, wo er vor allem als Journalist arbeitete. 1991 verließ er mit seiner Familie Deutschland und lebte in Rom. Seit 1995 lebt er in Israel, in der Wüste Negev. 1998 erhielt er die israelische Staatsbürgerschaft. Chaim Noll unterrichtet neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit an der Universität Be’er Sheva und reist regelmäßig zu Lesungen und Vorträgen nach Deutschland. In der Achgut-Edition ist von ihm zuletzt erschienen: Der Rufer aus der Wüste – Wie 16 Merkel-Jahre Deutschland ramponiert haben. Eine Ansage aus dem Exil in Israel.
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Als es in den letzten Jahren in gleicher Weise um die AfD ging, die im Prinzip nichts anderes will, als unser früheres geordnetes, friedliches und gut funktionierendes Deutschland zu erhalten bzw. wieder herzustellen, als diese AfD ausgegrenzt wurde, von der Demokratie ausgeschlossen und von brutalen linken Schlägerbanden verfolgt, hatten die Juden damit ein Problem? Man hat wieder einmal den Anfängen nicht gewehrt. Dabei war lange schon klar, dass die extreme Linke in Deutschland so totalitär wie menschenfeindlich ist und dass sie in großer Zahl Politik, Medien und Kulturbetrieb infiltriert. Durch die Entmenschlichung des Gegners, die Demokratiefeindlichkeit und den offensichtlichen Willen, sich notfalls auch mit Existenzvernichtung und extremer Gewalt durchzusetzen ähnelt diese Linke längst Maos Horden. Der Staat verbindet sich hier mit der Gewalt der Straße und dem Mobbing linksgerichteter Bürger gegen Andersdenkende, eine in der BRD bislang einzigartige und brandgefährliche Situation. Deshalb hatte die Demokratie bei uns Prinzipien, die von keinem durchbrochen werden durften, dessen war sich ein jeder bewusst. Nicht nur die Juden, jede Gruppe und jeder Einzelne kann heute in Deutschland Opfer werden und das ist von ganz oben gewollt. Wer noch immer die Altparteien wählt, die als Kollektiv die Verantwortung für diese Zustände in Deutschland tragen, der trägt auch mit die Verantwortung dafür!
Danke für diese unsäglichen Einsichten und erhellenden Orginaltexte. Bleibt zu hoffen, dass die DIG nicht vom israelischen Staat mitfinanziert wird.
NS-Zeit? Ich würde eher sagen DDR-Zeit, da kommt diese Form der ideologischen Ausgrenzung ja auch her. Honeckers Rache. Margot Honecker wohlgemerkt. Und nicht zu vergessen Hilde Benjamin (= DDR Justizministerin), das ist die nächste Stufe.
Das Auswärtige Amt übt natürlich keinen Druck auf seine Partner aus. Kürzlich wurde bei Danisch berichtet, dass es allein für A. Baerbock ein 40-köpfiges Social Media Team gibt, dessen Aufgabe darin besteht, alle „Angriffe“ auf die Außenministerin sofort abzuwehren. Womöglich sollte sich der Autor besser als ehemals für Deutschland tätiger Afghane ausgeben, seine geschlechtliche Vielfalt darlegen oder den Bacon der Hoffnung gefrühstückt haben …
Teil 2 meiner Schelte: Würde sich das Judentum in Deutschland mit dem Kinderkriegen beschäftigen und das im Sinne der Tora reichlich mehr als die Sterne am Himmel, so wäre die Chance fähige Leute zu haben aus der Gemeinschaft heraus größer. Die kinderreichen jüdischen Familien in den USA bringen immer wieder gute Schauspieler und verzogene Frätzchen hervor, die es zu ganz erstaunlichen Positionen bringen und in diesen aussähen, was man im meinetwegen verhassten rabbinischen Unterricht erlernen mußte. Aber dieses Judentum ist da, auch wenn es neurotisch erscheint und bisweilen verkorkst, aber es ist vorhanden und viel wichtiger: Es wirkt auf die Gesellschaft aus sich heraus, nicht aus einer Verlegenheit vor einer Horde Raubmörder und ihrer Hinterlassenschaft. Wenn das Judentum in Berlin nicht schwächer dasteht als In New York, so muß man solche Zoten wie den Volker gar nicht diskutieren. Dann heißt ein Vorsitzender eben Izchak Goldstein oder Walter Matthau. Das Judentum hat in Deutschland eine Entkernung zu bejammern und das heißt, daß es bis heute als Fragment besteht und das aufgrund judenhassender Hausfrauen, die sich bei Zwangsversteigerungen ihre arische Küche aufstockten und den Mord an den vormaligen Besitzern mit dem Geifer der Moral benetzten. Und es ist völlig sinn – und hilflos Deutschen „das Judentum“ vermitteln zu wollen. Diejenigen, die es an sich heranlassen sind vielleicht 1 Promille derer, die sich wenn überhaupt mit dem Judentum näher beschäftigen als für den Zweck über die NS – Familiengeschichte den Schnellzement zu putzen. Wenn in jeder deutschen Landeshauptstadt ein Chabad – Zentrum steht, besteht Hoffnung, wenn zu jedem Chabad – Zentrum zwanzig Gemeinden in den Kreisstädten kommen, die sich alternativ dazu aufstellen ist es geschafft. Will heißen, das jüdische Leben hängt an der Zahl derer, die es tragen, in allen Formen, Farben und Facetten des Volkes vom Berg.
political correctness: Es ist nicht korrekt schöne Worte für schlechte Dinge zu verwenden. Das ist political faknes, political lienes, political deception, political newspeak und eben nicht korrekt.
Hallo Herr Noll, stelle fest, daß ich doch sehr naiv bin. Habe Herrn Beck immer für einen besonderen Freund Israels und der Juden gehalten. Danke für diese Aufklärung.
Und Sie wissen doch „NIE WIEDER“ ist nur ein hohler Ausdruck.