Am vergangenen Montag berichtete die Tagesschau in ihrer 17:00-Uhr-Ausgabe über die Besetzung der kanadischen Hauptstadt Ottawa durch wütende Trucker. Die Situation sei „völlig außer Kontrolle" (hier ab 8:55), Laster und Traktoren blockierten die Straßen, der Bürgermeister von Ottawa habe den Notstand ausgerufen und die kanadische Regierung um Hilfe gebeten. Anfangs waren es nur die Trucker, inzwischen aber „haben sich auch andere Demonstranten" den Protesten angeschlossen. „Vereinzelt wurden auch Nazi-Symbole gesehen." Eine Behauptung, die durch nichts belegt wurde, keinen O-Ton, kein Bild, keinen Zeugen.
Das muss irgendjemand aufgefallen sein, möglicherweise war es Patrick Gensing, Leiter des online-Portals faktenfinder unter dem Dach der „Tagesschau", spezialisiert auf Desinformation, Fake News und Rechtsextremismus. Jedenfalls wurde der Ottawa-Beitrag für die 20:00-Uhr-Ausgabe der Tagesschau ein wenig nachbearbeitet. Der Satz „Vereinzelt wurden auch Nazi-Symbole gesehen" wurde mit zwei Fotos unterlegt. Auf dem einen sieht man Demonstranten, die ein Pappschild hochhalten, auf dem „Assassin Trudeau" steht (hier bei 10:12), auf dem anderen eine Gruppe von Menschen, die eine Hakenkreuz-Fahne halten, mit einem Hakenkreuz, das sich verkehrtherum dreht.
Es sind Standbilder, die möglicherweise während der Trucker-Proteste in Ottawa gemacht wurden. Oder bei irgendeinem anderen Event an einem anderen Ort. Sie dienen dazu, die Trucker-Aktion zu delegitimieren. So macht es auch die Tagesschau, wenn sie über Proteste gegen die Corona-Maßnahmen berichtet und dabei einen Trottel sichtet, der sich einen Gelben Stern auf die Outdoor-Jacke genäht hat. Nazis überall, jetzt auch in Ottawa.

Es ist wirklich unbeschreiblich, was da zusammen-ge-framed wird. Nazi-Symbole hin oder her; was mich viel mehr betroffen macht, ist diese ganz perifide, offenbar gut durchgeplante und ziemlich gut durchexerzierte Framing-Konzeption. Wer nur tagesschau sieht, kann dieser Manipulation kaum aus eigener Kraft entgehen. Der Zuschauer wird abgeholt, mitgenommen, aufgestachelt, und am Schluss wieder in seinem Sofa zurückgelassen mit der Vorstellung, informiert worden zu sein, und etwas gelernt zu haben.
@Heribert Glumener : Gute Idee, ich bin dabei. Als Name könnte ich mir auch „Rent-a-Nazi“ vorstellen. Falls die Nazi-SupplyChain mal austrocknen sollte, kann der Bundesverfassungsschutz sicher aushelfen. Ich vermute, die haben da verschiedene Modelle auf Lager.
Wenn man den Filmbeitrag rückwärts laufen lässt, erkennt man eindeutig, wie
zwanzig Reichsbürger, vier Reichskriegsflaggen und neunundachtzig Reichstagstreppen durchs Bild laufen und das Horst-Wessel-Lied erklingt.
Diese zwanghafte Obsession, allzeit und überall Nazisymbolik und Nazis zu sehen ..lässt tief gründen…Hier werden wohl sämtliche Ängste auf ein diffuses Feindbild projiziert …alle Trumpanhänger werden als potentielle ,waffenvernarrte Red Neck Nazis gebrandet…deutsche Spaziergänger als dumpfer ,wissentschaftsfeindlicher Bodensatz bezeichnet..
Trucker als Staatsfeinde gelabelt..
Passend auch zum allgegenwärtigen Woke und Gender Wahn…alles abweichende ist potentiell schlecht ,böse und gemein,rückständig,ein potentieller Mörder und Vergewaltiger ,ein ewig Gestriger ,ein Demokratiefeind..whatever..
Doch die Kritiker der Elche waren meist selber welche…
Vielleicht hilft ja der nächste Booster..oder der Übernächste…
Wenn der unselige Adolf wüsste, wie sehr er 77 Jahren nach seinem Ende in einem Granattrichter immer noch die deutsche Gegenwart beherrscht, wäre er sicher überwältigt von der eigenen Durabilität und Dummheit der Deutschen. Das ZDF und der ganze ör-Schrott hätte von ihm sein können. Nie hatte er bessere Propaganda.
Ja Herr Wolfgang Nirada, es ist wirklich lächerlich, wie inflationär und abgedroschen diese Bezeichnung (Nazi) inzwischen doch geworden ist. Dass des Herrn Broders Achse an dieser bedauerlichen Entwicklung ebenfalls munter beteiligt ist, sollte einem zu denken geben. Bedauerlich vor allen Dingen, wenn man bedenkt, dass es noch nicht so lange her ist, dass seinem mittlerweile verödeten Spürsinn für Kitsch und falsche Werte derart Unappetitliches nicht entgangen wäre. Ob nun von der „Lügenpresse“ gefaked oder nicht, diese lächerlichen SS-Runen auf einer Inokulations-Spritze gefallen seiner wirren Leserschaft außerordentlich.
@ T. Hechinger Die NationalSOZIALISTEN betrachteten sich als modern, als Avantgarde ihrer Zeit. Was richtig ist: Deutschland war wirtschaftlich und wissenschaftlich also Patente usw. den Nachbarländern deutlich voraus. Zum Gendern: Die NationalSOZIALISTEN hatten gerade Jugend und Frauen als Wählerpotential klar im Blick, als die am leichtesten zum manipulierende Volksgruppe. Genau wie….? PS.: Die erste empirische Großstudie Deutschlands (100.000 Teilnehmer), die vom eher linientreuen Prof. H. A. Münster gemacht wurde, hieß „Jugend und Zeitung“. Nach 45 war er dann als Professor verbrannt und mehr in der Werbewissenschaft tätig. „Mit Werbung beschäftige ich mich eher nicht. Hat mir zu viel vom Propaganda.“ (Paul Watzlawick)