Wahrscheinlich ist es Ihnen auch aufgefallen: In fast allen Nachrufen auf Ralph Giordano war davon die Rede, er sei “trotzdem” in Deutschland geblieben. Ferner wurde ihm zugute gehalten, er habe sich gegen rechtsradikale Ewiggestrige, alte und neue Nazis engagiert, mit ihm habe Deutschland einen Mahner verloren. Ja, so müssen Juden sein, moralische Subunternehmer, die den indigenen Deutschen die Drecksarbeit abnehmen.
Dass sich Giordano in den letzten Jahren vor allem über die schleichende Islamisierung der Bundesrepublik aufgeregt hat, wurde in den Nachrufen verschwiegen, denn die findet erstens nicht statt und zweitens wäre eine solche Information mit dem Bild des guten und gütigen Juden mit Holocaustbonus nicht vereinbar gewesen. Dankenswerterweise hat Vera Lengsfeld an dieser Stelle an den Offenen Brief erinnert, den Giordano an Christian Wulff geschrieben hat, dessen politisches Vermächtnis auf einen Bierdeckel passt.
Den mit Abstand schäbigsten Nachruf auf Giordano gab es in der “kulturzeit” auf 3sat, Ein paar Clips aus der Filmfassung der Bertinis, durchmoderiert von unserer Lieblingsmoderatorin Tina Mendelsohn, geb. Bausmann, mit weichem B. Knallhart dagegen war der Übergang von Giordano zu Generali, an dem Frau M. stundenlang gefeilt haben muss. Schauen Sie selbst.