Markus Vahlefeld / 10.01.2019 / 06:04 / Foto: R.Letsch / 73 / Seite ausdrucken

Die herrschende Klasse

In meinem letzten Beitrag des alten Jahres habe ich den Begriff der "herrschenden Klasse" benutzt. Das führte zu einigen Anmerkungen und Nachfragen bei den Leserzuschriften. Ich möchte den Begriff kurz erläutern.

Um sich der herrschenden Klasse anzunähern, kann man den Umweg über einen Karl Marx zugeschriebenen Satz nehmen (den er aber so nie gesagt hat): „Die herrschende Meinung ist immer die Meinung der Herrschenden." Der Satz wirft zumindest ein Licht auf die Bedeutung einer unabhängigen Presse, die im Idealfall eben nicht die Meinung der Herrschenden perpetuieren sollte. Gleichzeitig deutet der Satz an, dass man auf eine unabhängige Presse nicht unbedingt hoffen sollte.

Definieren wir also die Vertreter der herrschenden Meinung als die herrschende Klasse, dann gehört zwangsläufig die Gegenseite dazu, nämlich die Klasse der Beherrschten. In der Theorie der Demokratie ist die Vertreterin der beherrschten Klasse die Opposition. Da sie nicht über die geeigneten Macht- und Meinungsmittel verfügt, ist ihr schärfstes Schwert die Moral. Die beherrschte Klasse kann die herrschende Klasse nur mit dem Instrument des moralischen Vorwurfs vor sich hertreiben und in die gewünschte Richtung lenken. Deswegen ist die vierte Säule der Demokratie, die freie Presse, so eminent wichtig. 

Die Aufgabe der Presse ist es, der beherrschten Klasse eine Stimme zu geben. Sie ist, wenn man es pathetisch formulieren will, die Stimme der Moral. Ohne den moralischen Resonanzboden würde Presse nur das Verlautbarungsorgan des Bestehenden sein können. Die Schere zwischen der realen Beschaffenheit und der idealen Bestimmung ist der journalistische Raum, aus dem die Herrschenden kritisiert werden und die Beherrschten eine Stimme erhalten. 

Die Grünen können sich als Partei der Hochmoral gerieren

In den westlichen Demokratien haben wir uns angewöhnt, die hehre Moral links zu verorten und den schmutzigen Pragmatismus rechts. Solange dieses Koordinatensystem galt, konnte die Presse ihrer Aufgabe nur gerecht werden, indem sie sich als links begriff. Deswegen wurden, wenn man auf Deutschland blickt, linke Regierungen, die bei Bundestagswahlen die Mehrheit erringen konnten, sehr schnell pragmatisch rechts und von der Presse gejagt. Ob Helmut Schmidt oder Gerhard Schröder: Die pragmatischen Linien ihrer Politik haben vor allem die Linken auf die Barrikaden gebracht. Sie waren es, die ihre Moral verraten fühlten.

Der Niedergang der Volkspartei SPD mit inzwischen Wahlergebnissen um 20 Prozent ist das Ergebnis davon, dass man ihnen ihre eigene Moral des "sozialen Ausgleichs" nicht mehr glaubt. Das Mysterium, dem wir alle in Deutschland seit 2005 jedoch beiwohnen, ist ein anderes: Jene Partei, die ebenso wie die SPD für den ersten Krieg von deutschem Boden nach 1945 und wichtiger noch: die ebenso wie die SPD für die Agenda 2010 verantwortlich zeichnet, ist unbeschadet aus dem moralischen Gewitter der Presse hervorgegangen. Noch immer können sich die Grünen als Partei der Hochmoral gerieren, und das, obwohl es keine andere Partei in Deutschland gibt, die mehr für soziale Arroganz und elitäres Akademikertum steht als eben diese Grünen. Ihr faszinierendes Erfolgsrezept war und ist es, sich gleichzeitig als oppositionelle Moral wie auch als herrschende Partei zu etablieren.

Das System Merkel seit 2005 zeichnet sich durch die Vereinnahmung scheinbar linker Positionen aus. Das ist aber nur die Außenseite. In Wahrheit hat die CDU unter Angela Merkel das Erfolgsrezept der Grünen kopiert: die moralische Aufgeladenheit einer Oppositionspartei mit einem autoritären Herrschaftsapparat zu vermählen. Die Mechanismen, dies zu erreichen, waren vielfältig, zwei Parameter jedoch waren entscheidend: zum einen das zeitgeistige Vorurteil, eine Frau an der Spitze des Landes wäre bereits per Geschlecht die Repräsentantin einer höheren Moral; und zum anderen die Spaltung in "Wir", die guten Demokraten, und "Sie", die bösen Rechten. Die Überhöhung und Dramatisierung dieser Spaltung verwandelt die Regierungsparteien in die letzten moralischen Bollwerke gegen eine drohende Machtergreifung und verleiht ihnen einen quasi-oppositionellen Heiligenschein.

Regierende gleichzeitig als Herrschende und Opposition

Dadurch, dass sich die Regierenden gleichzeitig als Herrschende und als Opposition aufführen, hat sich die herrschende Meinung verdoppelt. Kritik an den Herrschenden kann derart entweder als inhuman und unmoralisch oder als defätistisch und demokratieschädlich zurückgewiesen werden. Die Kongruenz von Moral und Regierungshandeln war immer schon ein signifikanter Hinweis auf totalitäre Strukturen. Die Beherrschten haben keine Möglichkeit der Kritik mehr und sind ihrer Stimme beraubt. 

Man kann fast jedes beliebige Großvorhaben der Politik seit 2010 vor diesem Hintergrund der Vermählung von Macht und Hochmoral als Beispiel anführen. Am deutlichsten wird es jedoch, wenn man sich an die politischen und journalistischen Reaktionen auf das Auftreten der sogenannten Rechtspopulisten um 2014 erinnert. Mit einer atemberaubend elitär-asozialen Sprache wurde dieser unbekannte Protesttypus, der vornehmlich im Osten auftrat, ausgegrenzt: Pack, Abgehängte, Verlierer, Zurückgebliebene, Zukurzgekommene. Egal, ob all diese Zuschreibungen einen wahren Kern haben, entscheidend ist, mit welcher verbalen Eiseskälte die politisch-journalistische Klasse den sogenannten Bodensatz der Gesellschaft beleidigt, erniedrigt und bekämpft hat. 

Selbst wenn jeder Pegida-Mitläufer und jeder AfD-Wähler ein Abgehängter und Verlierer wäre, die politisch-journalistische Klasse, die ständig Einigkeit, Solidarität und sozialen Ausgleich im Mund führt, hat mit den von ihr gewählten Zuschreibungen ihre zutiefst asoziale Fratze gezeigt. Und keinen hat's gekratzt. Man sollte sich einfach im Umkehrschluss vorstellen, die FDP würde jeden Demonstranten auf einer DGB-Kundgebung als Pack und Verlierer bezeichnen. Was wäre dann los in Deutschland! Der Neoliberalismus des 21. Jahrhunderts wird schon lange nicht mehr von der FDP repräsentiert, sondern von den Grünen. Moralische Selbstermächtigung und asoziale Arroganz sind noch nie so geschlossen marschiert wie in den letzten Jahren. 

Die Linke ist nur noch grün

Die Linke in Deutschland ist schon lange nicht mehr links, sondern nur noch grün. Sie hasst mit einem Furor diejenigen, die vor wenigen Jahrzehnten noch als Proletariat galten und unter ihrem Schutz standen: die Abgehängten. Ihnen ist es inzwischen schnurzpiepe, wie hoch die Heizkosten steigen, wie weit man mit seinem Diesel noch fahren kann, wie teuer der Tabak wird und ob man sich die Pauschalreise nach Spanien noch wird leisten können. All das verachten sie so tief und vollumfänglich, weil ihre eigenen Lebensentwürfe damit überhaupt nichts mehr zu tun haben. Sie verstehen sich in Selbstoptimierung, in Akademisierung, Opfersprech und Genderequality. Die Pfründen, die sie verteidigen, sind die Pfründen einer neuen Elite, die ihren Adelsstand aus ihrer moralischen Hochbildung ableitet.

Zurück zur herrschenden Klasse! Deren herrschende Meinung ist weder links noch rechts. Sie ist schlicht: grün. Wir haben uns versündigt, wir müssen Buße tun, wir müssen uns entschuldigen, wir müssen alle aufnehmen und dabei das Klima und die Welt retten. So tönt es von der CDU über FDP und die SPD bis zu den Grünen und weiten Teilen der LINKE. Mit dieser Selbstanklage-Moral werden die politischen Großprojekte unterfüttert und werden die Rechtsbrüche, die diese Großprojekte notwendigerweise begleiten, abgesegnet. Ob Atomausstieg, Euro-Rettung oder Schutz der Landesgrenzen: Das herrschende Prinzip der Politik lautet Entgrenzung bis zur Gesetzlosigkeit. Das ist das Projekt, an dem ein George Soros genauso arbeitet wie eine Annalena Baerbock. Und wer hätte noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten, dass globalistische Börsenspekulanten und die Dummchen der Grünen Jugend mal gemeinsame Sache machen würden?

Die herrschende Meinung versteht sich nicht mehr als politisch, sondern als universell. Sie ist moralisch wie auch pragmatisch. Wer das Brettspiel Mühle kennt, wird um einen Spielverlauf wissen, bei dem einer der beiden Spieler eine Zwickmühle errichtet hat. Mit dem Öffnen der einen Mühle kann er gleichzeitig eine andere Mühle schließen und dem Gegenspieler einen Stein wegnehmen. In diesem Zustand der Zwickmühle befindet sich die politische Kultur in Deutschland. Wenn die FAZ schreibt, dass wir Flüchtlinge brauchen, damit die Wirtschaft brummt, schreibt die taz, dass wir Flüchtlinge brauchen, um eine moralisch bessere Gesellschaft zu werden. Wenn die CDU den Atomausstieg und die galoppierenden Strompreise als Rettung der Welt vor dem Untergang verkauft, verlangen die Grünen im gleichen Atemzug, dass die CO2-Werte, die aufgrund des Atomausstiegs nicht gesenkt werden konnten, zu Fahrverboten führen müssen. Und jedes Mal wird der beherrschten Klasse dabei ein Stein weggenommen.

Die Verdoppelung der herrschenden Meinung hat zuerst zu einem immer kleiner werdenden Korridor der Kritikmöglichkeit geführt. Inzwischen ist dieser Korridor so gut wie verschwunden. Übt man Kritik an der herrschenden Meinung, hat man nur noch die Wahl des Vorwurfs. Entweder ist man dann nationalistisch oder man ist fremdenfeindlich, entweder ist man islamophob oder undemokratisch, entweder ist man wirtschaftsfeindlich oder inhuman, entweder ist man ein Klimasünder oder ein Klimaleugner, entweder "geht's uns doch so gut" oder "dafür müssen wir uns aber schämen".

Wenn Sie bis hierher mit dem Lesen durchgehalten haben, gehören Sie ganz sicher nicht: zur herrschenden Klasse.

Das und noch viel mehr behandelt Markus Vahlefeld in seinem neuen Buch: Macht Hoch die Tür – Das System Merkel und die Spaltung Deutschlands, Oktober 2018, erhältlich hier: www.markus-vahlefeld.de

Foto: R.Letsch

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Gerd Gotzmann / 10.01.2019

Die Frage von Hartmut Laun ” Warum hat sich die Presse gleichschalten lassen ?” glaube ich beantworten zu können. Die Auflagen der Zeitungen gehen zurück, auf den Arbeitsmarkt für Journalisten drängen jedes Jahr Tausende von Absolventen. Also muss man sich im Sinne der Obrigkeit nützlich machen. Erinnere mich an einen Beitrag im DLF nach der sog. Wende . Ein Schweißer äußerte sich sinngemäß so: Wenn man in der DDR keine Ansprüche stellt, zB. einen gehobenen Beruf auszuüben, war man völlig frei. Stellte man höhere Ansprüche, dann musste man sich anpassen.—- Bei dem heutigen Überangebot von Hochschulabsolventen ist es vergleichbar.  Übrigens kann man , wenn man auf Google eingibt ” Angela Merkel, Friede Springer” ein Bild finden ( ich glaube es kommt von BASEL Express), das mehr erklärt als viele Worte.

Andreas Günther / 10.01.2019

“Egal, ob all diese Zuschreibungen einen wahren Kern haben….” Ich glaube schon. Mein Freundeskreis ist klein, mein Bekanntenkreis hingegen groß, und ich habe folgende Beobachtungen gemacht: Auf der einen Seite stehen diejenigen, die einen gehobenen Lebensstandard pflegen und viel reisen. Das sind häufig wohlhabende Pensionäre, die in Australien, Kanada, USA usw. Kinder und Enkel haben und zweimal jährlich zu Hochzeiten, Taufen, Konfirmationen oder 50. Geburtstagen um die Welt reisen und ab und zu die Gegenbesuche empfangen. In der restlichen Zeit, die sie daheim verbringen, haben sie genügend Geld für Konsum und Zerstreuung. Politik interessiert sie weniger, sie hören täglich einmal Fernsehnachrichten. Trotz ihrer Uninformiertheit treten sie recht bestimmt auf, wenn über Politik geredet wird. Geld macht selbstbewußt. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die bescheidener leben müssen. Die nehmen sich mehr Zeit, um sich politisch zu informieren, wissen meist auch besser Bescheid, treten aber nicht so selbstbewußt auf, weil sie z.B. rhetorisch unterlegen sind. Das ist jetzt recht holzschnittartig geschildert, ich weiß, auch unter meinen Bekannten und Verwandten gibt es Gegenbeispiele.

Paul J. Meier / 10.01.2019

Nur mal zur Erinnerung: Bei der letzten Bundestagswahl, die gerade einmal 15 Monate her ist, lag diese Grüne Partei noch bei 8,9% der Wählerstimmen. Ehrliches Wahlergebnis, Nichtwähler mitgezählt, bei 7,2%! Als nächste Erinnerung möchte ich den Auf- und Abstieg des SPD-Kandidaten Schulz benennen. So schnell wie ein Hype kommt, kann er auch wieder vergehen. Das ist nichts gewachsenes, auch nichts bewährtes, nur ein Stimmungsbarometer. Wir werden die nächsten Jahre, empirisch beeinflusst, noch so manchen Stimmungswandel erleben. Der politische Status Quo ist der der Neuorientierung, des Suchens. Und dieser orientiert sich immer an den Bedingungen.

M.Roll / 10.01.2019

@A.Dairie. Sorry-aber Muttis Kopp ruht auf dem Rumpf von Marc Aurel (Rom, Kapitol), der im Gegesatz zu der mächtigsten Frau der Welt bemüht war,  die Außengrenzen Roms zu schützen.

K.Auer / 10.01.2019

Laut unserer Verfassung, die eigentlich nur die einfachen Bürger beachten müssen, können wir nur durch die Wahl etwas an diesem Staat ändern. Das ewige Geschwafel der politischen Elite, man müsse sich selbst politisch engagieren, lasse ich mal außen vor, da unmöglich. Solange es noch eine Mehrheit für die Politik der Frau Merkel gibt, müssen sich die anders Denkenden wohl gedulden. Warum nicht Weimar II. Das Problem ist der Anteil der Deutschen Bevölkerung die die Faust noch in der Tasche haben!

Elke Siegmund / 10.01.2019

@Anders Dairie: Bei uns in Meck-Pomm finden Sie keine Herzogs-resp. Baron-Standbilder mehr. Hier wird Marx wieder aufgestellt, unter dem Beifall der Massen und Meuten und des rötlichen Regionalkurier. Da könnte man aber den “Deetz” vielleicht auswechseln. Bloß ob das noch einer merkt? Zumindest sind die Mecks und Pomms gläubige Untertanen, da hat keine herrschende Klasse was zu befürchten.

Isabel Kocsis / 10.01.2019

Grüne und Akademiker? AFD die Partei der Abgehängten? Das stimmt so nicht. Die Spitze der Grünen besteht aus dilletantischen Studienabbrechern oder zumindest von Naturwissenschaften fernen Geschwätzwissenschaftlern. Die Anhänger und Wähler stammen in der Regel aus Lehrer- Psychologen- und Künstlerkreisen u.ä.  Doppelverdiener ohne Kinder im Eigenwolkenkuckucksheim-Viertel. In der AFD sammeln sich Leute mit Studienabschlüssen, angesehenen Berufen oder fleißige Kleinunternehmer und Inhaber von Handwerks-Betrieben und Geschäften. Das Erstaunliche ist aber, dass sich trotzdem ein großer Teil auch der noch tüchtigen, berufstätigen deutschen Steuerzahler von einer Ansammlung von frechen Scharlatanen und politisch ahnungslosen Frauen beherrschen lässt, ohne wahrzunehmen, dass man kurz vor einem perspektivereichen Abgrund steht.

Peter Müller / 10.01.2019

So ganz kann ich der Argumentation nicht folgen. Das wir seit längerem eine Allianz von politischer Macht, Journalismus und Teilen der besitzenden Klasse haben, ist offenkundig. Das Merkel nicht wirklich von Empathie, Leidenschaft oder Fürsorge getrieben wird, sondern eine Technokratin der (eigenen) Macht ist, scheint auch klar. Die “Grünen” sind in ihrer deutschen Ausprägung ein Sonderfall, der messianische Erwartungen (alles wird gut, wenn…) erfolgreich in politisches Gewicht umzumünzen vermag. Die Rolle des Reparaturbetriebes, der sich um die Abgehängten all der “Wenden” der Grünen kümmert, fällt gleichzeitig CDU und SPD zu in Form immer neuer Gelder für alles und jeden. Es zeigt sich aber doch auch, daß die derzeitige Politik sowohl nationalen Unternehmen wie auch dem Bürgertum oder dem Land als solchen eher schaden als Nutzen. Mit Hochmoral bezahlt man keine Miete, mit der konstanten Versorgung von immer mehr Migranten werden die Sozialkassen eher leerer und die verbliebenen Arbeitsplätze sind entweder vom technischen Fortschritt, der globalen Konkurrenz oder von der moralinsauren grünen Moral bedroht. Wem soll das letztlich nützen? Oder verstehe ich da etwas nicht?

gabriele bondzio / 10.01.2019

Da sie nicht über die geeigneten Macht- und Meinungsmittel verfügt, ist ihr schärfstes Schwert die Moral. “... das Erlanden der Deutungshoheit in den Medien ist das “scharfe Schwert”, ob man das als Moral bezeichnen kann sei dahingestellt. “Für manche Moralapostel beginnt die Gürtellinie bereits am Hals.” (Ferstel/Gedankenwege) bzw. “Moral bedarf eines Korrektivs, um der Unbarmherzigkeit, die auf ihrem Boden gedeiht, wehren zu können. Ihr wohnt die Tendenz inne, die grausamen Züge der Einfalt anzunehmen.” (Berger/deutscher Theologe) In diesen Ansätzen kann man die Grüne-Strategie sehen, welche von der BR ausgeht- “Wir haben uns versündigt, wir müssen Buße tun, ...”...wo bei ich das “wir” schon näher eingegrenzt sehen mag.  Ich sehe in meiner Lebensweise keinen Anlass zur Buße, im genannten Sinne. Und wenn ich dann bei ET lese…“Ehemaliger Grünen-Politiker ( Matthias Berninger) wird Cheflobbyist der Bayer AG, dann haben “wir” erneut einen aktuellen einen Wink mit dem Zaunpfahl erhalten. Wo sich das “wir” versteckt. Dampfplauderer Habeck, hat ja auch zwei mal geäußert, das nur grün-sein, wirkliche Demokratie verspricht. Ganz in der Richtung, dass unser Spitzenpersonal unzureichend qualifiziert, lebensfern und hoch ideologisiert, ist.

toni Keller / 10.01.2019

Das Bild sagt alles, aber auch wirklich alles aus. Nur man lese Heinrich Heine “zur Beruhigung” auch das leider sehr, sehr zutreffend. Ich versteh allerdings nicht wie es hat geschehen können, dass sämtliche Kontrollmechanismen so eklatant versagen und es gar nicht bemerkt wird. Ich lese nur noch: Merkel reist nach da… Merkel reist nach dort…..Merkel will….. Merkel sagt zu ...(an andere)........ habe das Gefühl in einer Art unerklärten absolutistischen Monarchie gelandet zu sein. Weiter haben wir diverse innenpolitische Probleme die jeder sieht, der nicht gerade blind ist. sobald er auf die Straße geht, aber unsere Regierung und fast alle Parteien scheinen blind, auch das erinnert an die Adeligen in ihren Gärten die sich in selbigen ja sehr naturverbunden vorkamen, und über die Rechte und die Gleichheit sowie die Brüderlichkeit aller Menschen gepflegt und gebildet schwadronierten, aber das wegen Hunger schreiende Volk, dem man den Lohn nicht ausgezahlt hatte als “Kanallie” bezeichnete und gar nicht begriff um was es dem Volk ging. (nein das war nicht Marie Antoinette, das war die gebildete, aufgeklärte Lieselotte von der Pfalz) . Dazu kommt erschwerend dass die sehenden, verstehenden Kräfte hierzulande noch auf die Selbstheilungskräfte des Systems hoffen und deshalb genau den Kräften zuarbeiten, die an der Misere schuld sind, und die gar nicht sehen wollen! Die Frage ist und bleibt: Was tun?

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