Wie 29 Millionen Ehrenamtliche ein Land am Leben halten – und gleichzeitig beim Sterben helfen.
Deutschland lebt von einer Illusion: dass der Laden schon läuft, weil es irgendwie immer läuft. Dass die Überalterung zwar da ist, aber die Leute ja länger leben, und deshalb noch der Eindruck bleibt, wir seien genug, die sich „Deutsch“ fühlen oder sich zu Deutschland bekennen. Schön wär’s.
Die traurige Wahrheit lautet: Ohne Ehrenamt kippt dieses Land. Fast 40 Prozent der Bevölkerungab 14 Jahren engagieren sich freiwillig – rund 29 Millionen Menschen. Sie halten die Feuerwehr am Laufen, das Vereinsleben, die Tafeln, die Nachbarschaftshilfe, kurz: alles, was Staat und Verwaltung längst nicht mehr schaffen. Hut ab! Vor diesen Deutschen, die ihre Zeit und ihre Kraft verschenken. Und auch vor jenen Migranten, die vor 2015 kamen und sich hier einbrachten.
Aber dann kam „Wir schaffen das“. Seitdem ist klar: Warum sollte man auch freiwillig für nichts arbeiten, wenn man gelernt hat, dass man sich für alles bedienen lassen kann? Da hebt keiner den Finger, außer vielleicht zum Kassieren.
Ich erinnere mich an meinen Bekannten, der als Hausmeister in einem Asylantenheim arbeitet. Wenn er die Bewohner bat, den Müll nicht einfach liegenzulassen, bekam er die immer gleiche Antwort: „Deutschland macht sauber!“ Da kann man sich den Rest sparen. Ehrenamt? No way!
Parallelgesellschaft in der „Ehre“ etwas völlig anderes bedeutet
Das ist mehr als eine Anekdote, es ist Symbol. Während Millionen Deutsche den Laden zusammenhalten, wächst eine Parallelgesellschaft heran, in der „Ehre“ etwas völlig anderes bedeutet. Und die Politik schaut nicht nur zu, sie lädt noch mehr Gäste ein, verteilt Räume, Rechte, Gelder – und ergibt sich Stück für Stück.
So stehen wir da: Mit leeren Kassen, alternder Bevölkerung und Millionen Ehrenamtlichen, die irgendwann merken werden, dass sie nur noch die Statisten im großen Schauspiel der Selbstaufgabe sind.
Und wer jetzt denkt, das sei übertrieben – der sollte genauer hinschauen. Schon heute sind rund 30 Prozent der Bevölkerung unzufrieden, jene, die sich von der Politik verraten fühlen, die sich an die AfD klammern oder einfach nur die Nase voll haben. Es sind dieselben, die damals das Unmögliche möglich machten und eine Mauer verschwinden ließen, die uns allen unzerstörbar schien. Diese Kraft ist da – aber sie richtet sich nicht mehr nur gegen Beton, sondern gegen ein ganzes System.
Hinzu kommen Freund und Feind, die wir importiert haben. Heute rufen sie gemeinsam „Free Palestine“, morgen könnte es „jeder gegen jeden“ heißen. Denn wer den Islam kennt, weiß: Einigkeit herrscht nur im Kampf gegen den äußeren Gegner. Untereinander sind die Fronten längst klar, nur eben noch nicht ausgetragen. In einer chaotischen Situation hierzulande könnten die importierten Verfolger ihre Gräueltaten von gestern fortsetzen – diesmal mitten in Deutschland, geschützt durch das allgemeine Durcheinander.
Die gute Tat als Brandbeschleuniger
Und dann? Die Polizei – schon heute mit einem hohen Anteil an Beamten mit Migrationshintergrund – könnte ins Grübeln geraten, auf welcher Seite sie steht. Ordnungskräfte, die zögern, Bürger, die verzweifeln, Gruppierungen, die ihre Chance wittern: Das Szenario eines Bürgerkriegs wirkt plötzlich gar nicht mehr so absurd.
Dabei war es einst die SPD, die das Ehrenamt förderte. Ein nobles Projekt – das sich heute als Bumerang erweist. Denn viele Ehrenamtliche tragen noch immer diesen sozialdemokratischen Helfer-Reflex in sich. Helfen, helfen, helfen – auch wenn es den eigenen Untergang beschleunigt. Brandstifter mit Wasserkanne – nur dass im Tank längst Benzin ist.
So wird aus der guten Tat ein Brandbeschleuniger. Und während 29 Millionen Deutsche weiter schuften, um das Land irgendwie am Laufen zu halten, wächst die Zahl derer, die zuschauen, abkassieren und in den entscheidenden Momenten nicht die Hand reichen, sondern die Faust ballen.
Deutschland lebt vom Ehrenamt. Aber was passiert, wenn Ehrenmord mehr zählt als Ehrenamt? Dann wird’s düster. Und zwar schneller, als wir glauben.
Ahmet Refii Dener ist Türkei-Kenner, Unternehmensberater, Jugend-Coach aus Unterfranken, der gegen betreutes Denken ist und deshalb bei Achgut.com schreibt. Mehr von ihm finden Sie auf seiner Facebookseite und bei Instagram.
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