Peter Grimm / 31.03.2022 / 12:00 / Foto: Pixabay / 17 / Seite ausdrucken

Die Heimkehr von Nadine, Fatiha, Gülseren und Emilie

Vor einigen Jahren brachen vier junge Frauen, die in Deutschland sozialisiert wurden, auf, um den Islamischen Staat und seine kämpfenden Männer zu stärken. Jetzt sind sie zurückgekehrt.

Vor einigen Jahren brachen vier junge Frauen auf – drei Deutsche mit und ohne sogenanntem Migrationshintergrund und eine Deutsch-Marokkanerin mit zwei Pässen, um den Islamischen Staat und seine kämpfenden Männer zu stärken. Die weltanschauliche Überzeugung, die sie freiwillig in diesen höllischen Gottesstaat trieb, hatten sie in Deutschland gewonnen.

Jetzt sind sie zurückgekehrt und wurden bei ihrer Heimkehr verhaftet. Die Geschichte dieser jungen Frauen, die in Deutschland sozialisiert wurden, wirft Schlaglichter auf die Entwicklungen, die viele Deutsche nur äußerst ungern wahrnehmen. Die Pressestelle des Generalbundesanwalts erzählt sie in der ihr eigenen Juristenprosa.

Allein die Anklage gegen die jungen Frauen klingt beeindruckend:

„Die Beschuldigten Nadine K. und Fatiha B. sind der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland (§ 129a Abs. 1 Nr. 1 StGB, § 129b Abs. 1 Sätze 1 und 2 StGB) dringend verdächtig. Nadine K. werden zudem Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit (§ 7 Abs. 1 VStGB, § 27 StGB), Kriegsverbrechen (§ 9 Abs. 1 VStGB), Menschenhandel (§ 232 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 2 Nr. 1 StGB) sowie Verstöße gegen das Waffenrecht (§ 22a Abs. 1 Nr. 6 KrWaffKontrG; § 52 Abs. 1 Nr. 1, Nr. 2 Buchst. b), § 2 Abs. 2 WaffG) vorgeworfen. Gegen die Beschuldigten Emilie R. und Gülseren T. besteht der dringende Verdacht, dass sie sich als Jugendliche und als Heranwachsende - Gülseren T. schließlich auch als Erwachsene - mitgliedschaftlich in einer terroristischen Vereinigung im Ausland betätigt haben (§ 129a Abs. 1 Nr. 1 StGB, § 129b Abs. 1 Sätze 1 und 2 StGB, §§ 1, 3, 105 JGG).“

Aber viel wichtiger sind die vier Geschichten dahinter:

„In den Haftbefehlen werden den Beschuldigten im Wesentlichen folgende Sachverhalte zur Last gelegt:

1. Nadine K. folgte im Dezember 2014 ihrem Ehemann nach islamischen Ritus in die Türkei, um sodann in den Irak zu der ausländischen terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat (IS)" auszureisen. Im Irak angekommen, schlossen die beiden sich der Organisation als Mitglieder an. Ab Frühjahr 2015 hielt sich das Paar in Mossul auf, wo die Beschuldigte den Haushalt führte und die gemeinsamen Kinder im Sinne der IS-Ideologie erzog. Die Familie lebte in einem Haus, dessen rechtmäßige Bewohner vor dem IS geflohen oder von diesem vertrieben worden waren. Dort lagerten Nadine K. und ihr Ehemann eine große Anzahl von Sprengstoff und Waffen, darunter Handgranaten, Sturmgewehre des Typs Kalaschnikow und eine Glock-Pistole. Zudem richteten sie in dem Haus mit Genehmigung und gegen Bezahlung durch den IS eine Aufnahmestelle für alleinstehende weibliche IS-Angehörige ein. Die Eheleute sorgten nicht nur für die Beherbergung und Verpflegung der Frauen, sondern unterstützten diese auch bei Heiraten oder Scheidungen vor dem Scharia-Gericht. Ab einem nicht näher bekannten Zeitpunkt zwischen Ende August 2015 und Frühjahr 2016 hielten sich Nadine K. und ihr Mann eine jesidische Frau als Sklavin. Der Mann verübte regelmäßig sexuelle Übergriffe gegen die Frau, was die Beschuldigte wusste. Zudem zwang das Paar die Sklavin täglich zur unentgeltlichen Hausarbeit und Kinderversorgung. Vermutlich im Herbst 2016 zog die Beschuldigte mit ihrer Familie nach Syrien und lebte bis Anfang März 2019 im IS-Herrschaftsgebiet. Erst zu diesem Zeitpunkt erlangte die jesidische Frau ihre Freiheit wieder.

2. Fatiha B. reiste gemeinsam mit ihrem Ehemann nach islamischen Ritus im September 2013 über die Türkei nach Syrien aus. Dort schlossen sie sich zunächst der ausländischen terroristischen Vereinigung "Jabhat al-Nusra (JaN)" und im November 2014 sodann dem IS als Mitglieder an. Die Beschuldigte führte für ihren Mann den Haushalt und betreute das gemeinsame Kind. Der IS vergütete dem Ehepaar deren Tätigkeiten für die Organisation mit einer monatlichen Alimentation.

3. Emilie R. ist seit 2013 Anhängerin des Salafismus. Dieser Ideologie folgend ging sie im Juni 2014 in Deutschland nach islamischem Ritus die Ehe mit einem gleichgesinnten Mann ein. Beide reisten im Juli 2014 über die Türkei nach Syrien aus und schlossen sich dem IS an. Während der Ehemann Dienste in verschiedenen Kampfeinheiten der Organisation versah, sorgte die Beschuldigte für den Haushalt und die gemeinsamen Kinder. Hierfür erhielt die Familie Alimentierungen vom IS. Ab November 2015 warb Emilie R. eigenständig im Internet für den IS. Insbesondere bemühte sie sich darum, Mädchen und Frauen in Deutschland zu einer Ausreise nach Syrien zu bewegen. Dazu erteilte die Beschuldigte Ratschläge, wie eine solche Ausreise sowie eine Heirat mit IS-Kämpfern zu bewerkstelligen sei.

4. Gülseren T. reiste im Dezember 2014 über die Türkei nach Syrien aus, um sich dem IS anzuschließen. Kurz nach ihrer Ankunft heiratete sie nach islamischem Ritus einen IS-Kämpfer. Das Paar lebte bis März 2019 in verschiedenen syrischen Ortschaften unter der Herrschaft des IS. Die Beschuldigte ermöglichte ihrem Ehemann dessen Betätigung für die Vereinigung, indem sie den Haushalt führte und die gemeinsamen Kinder betreute. Im Gegenzug erhielt die Familie vom IS eine Alimentation, einschließlich durch Zuweisung einer Wohnung.

Die Beschuldigten wurden zu unterschiedlichen Gelegenheiten im Frühjahr 2019 festgenommen und befanden sich bis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland in kurdischen Lagern. Sie werden im Laufe des heutigen Tages (31. März 2022) dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt, der ihnen die Haftbefehle eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird.“

Foto: Pixabay

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Delion Delos / 31.03.2022

Offen gesagt kann ich nicht erkennen, was diese Frauen (eine Ausnahme ist Nadine K. die durch die Versklavung eines Menschen selbst zur Verbrecherin wurde ) nun Anderes getan haben als jene Frauen, die mit anderen Völkerrechtsverbrechern verheiratet sind, deren Kinder versorgen und so deren Tätigkeit als Verbrecher auch erst ermöglichen. Da müsste man ja die Ehefrauen bzw. Ehemänner von… na, Sie wissen schon, wen ich meine… auch alle verhaften und vor Gericht stellen. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte - ganz im Gegenteil! Ich suche nur nach einem Haftgrund für die 4 IS-Frauen, der weniger kompromittierend wäre für all die “bürgerlichen” Ehepartner von Politikern, Lobbyisten, Impf-Ärzten, einigen Beschäftigten und vielen Führungskräften aus der Pharmabranche, der sog. “Elite” aus Davos und aus der WHO sowie allen anderen “Entscheidern” in der behaupteten Pandemie. Aber vielleicht setzen sich die Staatsanwälte ja durch mit ihrem Haftgrund und es gibt tatsächlich ein Urteil. Das wäre mal was. Ich verstünde das als Türöffner für den (noch) ausstehenden, internationalen Gerichtshof für die Covid19-Verbrecher UND deren Ehepartner, (...“die die Tätigkeit ihrer Partner erst ermöglichten”).

Gerhard Schmidt / 31.03.2022

Nadine und Emilie? Klingt nach Zahnarzttöchterchen, die durchtickten, weil sie kein Pony zum Geburtstag bekamen…

Zdenek Wagner / 31.03.2022

Gnadenlos lange Gefängnisstrafen, am besten lebenslang wegsperren! Kein Mitleid, keine Psychotherapie, keine Lichterketten! Und obendrauf für jede noch fünf Extrajahre, für die exorbitante DUMMHEIT! Wie man sich als Frau freiwillig dieser Hölle anschließen kann, wird mir auf ewig unbegreiflich bleiben.

hans kloss / 31.03.2022

Wäre es besser wenn die Damen zB “moderaten” Islamisten geheiratet haben? Warum sind sie dann zurück?

Richard Loewe / 31.03.2022

total rassistisch die Generalstaatsanwalt, denn jeder weiß, daß die Mitglieder islamischen Rasse alle edel hilfreich und gut von allah geschaffen wurden. Die Russen dagegen…

Arthur Sonnenschein / 31.03.2022

Vorbildlich. Junge Frauen unterstützen ihre Männer und lassen die Familie nicht zu kurz kommen. Recht so.

Joerg Machan / 31.03.2022

Es wird denen dann doch wohl das gleiche Schicksal ereilen wie Beate Zschäpe, oder etwa nicht? Ich frage für einen Freund.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Peter Grimm / 03.10.2022 / 06:25 / 123

Das Ende einer langen Westreise

3. Oktober 2022. Für so manchen in der ehemaligen DDR Aufgewachsenen mutet das Leben an wie eine jahrzehntelange kollektive Westreise, die sich nun ihrem Ende zuneigt.…/ mehr

Peter Grimm / 26.09.2022 / 16:00 / 122

Kein Erwachen der Verlierer

Giorgia Meloni, ihre „Brüder Italiens“ und zwei inzwischen vergleichsweise kleine Parteien im Gefolge haben nun bekanntlich die Wahlen in Italien gewonnen. In der EU gibt…/ mehr

Peter Grimm / 22.09.2022 / 06:25 / 91

Genossen der Zukunft

Die Schlagzeile, wonach ein Berliner SPD-Kreisverband erreichen will, dass schon Siebenjährige ihr Geschlecht selbst bestimmen, hat sicher jeder schon gelesen. Aber der Antragstext hat noch…/ mehr

Peter Grimm / 11.09.2022 / 11:00 / 32

RKI empfiehlt Masken und warnt davor

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt das Tragen von Masken und warnt gleichzeitig vor ihnen. Der Bundestag hat jüngst bekanntlich ein weiteres vormundschaftliches Infektionsschutzgesetz beschlossen. Sichtbarstes Zeichen sind…/ mehr

Peter Grimm / 30.08.2022 / 06:15 / 77

Lieber Gaspreis-Prophet als Wirtschaftsminister?

In Nachrichtenmeldungen vom Montag heißt es, dass Robert Habeck bald mit sinkenden Gaspreisen rechnet. Ein Hoffnungsschimmer? Für einen Gaspreis-Propheten vielleicht. Ein Wirtschaftsminister sollte wohl besser alarmiert…/ mehr

Peter Grimm / 29.08.2022 / 13:00 / 21

Der Kanzlerflug mit Masken

Statt die Bürger endlich wieder in die Normalität eines freien Landes zu entlassen, verzichtet der Bundeskanzler lieber auf das Privileg, die alte Normalität exklusiv leben…/ mehr

Peter Grimm / 10.08.2022 / 12:00 / 82

Woher kommen die Straftäter?

Eigentlich soll man diese Frage nicht stellen, denn einige Antworten könnten irritierende Informationen enthalten. Die böse Partei fragt nach bösen Zahlen und die Bundesregierung muss…/ mehr

Peter Grimm / 09.08.2022 / 06:25 / 56

Ein Gas-Ringtausch mit dem Kriegsgewinnler?

Ein autokratischer Herrscher ist bereits Sieger im Ukraine-Krieg: Recep Tayyip Erdogan. Könnte er mit einem Gas-Ringtausch sogar die deutschen Energie-Geisterfahrer vor dem Zusammenbruch retten? Er…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com