Thomas Maul, Gastautor / 30.06.2019 / 11:30 / Foto: Parpan05 / 16 / Seite ausdrucken

Grünifizierte Gesellschaft (3): Die Welt als Wille und Heizkörper

Von Thomas Maul.

Der Vorschlag aus den Reihen der Grünen, Klima-Greta mit dem Friedensnobelpreis zu ehren, ist freilich nicht überraschend angesichts einer Gesellschaft, die sich mit hohen Zustimmungswerten so etwas wie Klimapolitik überhaupt leistet. Schließlich exekutiert diese nichts anderes als einen unschwer zu durchschauenden Wahn. Und doch wird die Klima-Hysterie bisweilen sogar dort, wo man sich aufs Erkennen von Wahnvorstellungen spezialisiert wähnt – in israelsolidarischen oder ideologiekritischen Kreisen also –, entweder geteilt oder in Äquidistanz zu einem Forscherstreit verharmlost, zu dem eindeutig Stellung zu beziehen man sich aus falscher Bescheidenheit die Fachkompetenz abspricht – zumal ja auch die von der „klimaskeptischen Szene“ herumgereichten „Wissenschaftler“ mit ihren alternativen Grafiken und Schaubildern mitunter tatsächlich nicht weniger verschroben anmuten als ihre den Ton angebenden Widersacher. Dabei genügte ein Blick in die „Sachstandsberichte“ und Politikempfehlungen des Weltklimarats (IPCC), die im Internet ebenso leicht aufzuspüren sind wie die „Abschlussberichte“ und sonstigen Dokumente der politischen Klimakonferenzen.

Einen schnellen Einstieg, sich mit der kruden Propaganda der Klimaretter vertraut zu machen, bietet auch Wikipedia unter den entsprechenden Schlagworten („Klimawandel“, „Klimaschutz“, „globale Erderwärmung“, „CO2“ etc.) samt Verlinkung aufs einschlägige Material, gerade weil das Online-Lexikon in dieser Frage auf Linie ist: Und schon würde deutlich, dass in der Internationalität der Klimapolitik so wenig Kosmopolitismus aufscheint wie in der Ideologie des Globalismus, hier also keineswegs die Idee eines Weltbürgertums praktisch angegangen wird, dem sich nur unverbesserliche und reaktionäre Souveränisten verweigern können.

Viel eher ist es so, dass auf internationalen Konferenzen zum Schutz des Planeten ein in Aktion getretenes Weltreichsbürgertum zusammenkommt, nach dessen klimapolitischer Vorstellung eine Weltregierung (die es nicht gibt – und deshalb auf Klimakonferenzen imitiert wird) auf Empfehlungen eines Weltorakels (das es mit dem IPCC durchaus gibt) mittels einer Maschine, die der Atmosphäre CO2 nach Belieben entnehmen und hinzufügen kann (die es ebenfalls nicht gibt), an der Durchschnittstemperatur der Erde so drehen kann wie der Normalbürger per Regler eines Heizkörpers an der empirischen Innenraumtemperatur – nur exakter als Letzterer, das heißt auf den Grad beziehungsweise sogar zwei Stellen hinter’m Komma genau.

Eine infantile Hybris

Die Arbeit des IPCC, die Klimakonferenzen und klimapolitischen Maßnahmen der ihnen „verpflichteten“ Regierungen, die inzwischen Milliarden verschlingen, zielen nämlich grenzenlos irrsinnig darauf ab, die Durchschnittstemperatur der Erde, die monokausal-proportional-linear vom CO2-Gehalt der Atmosphäre abhängen soll, nur noch um 1 Grad („2-Grad-Ziel“) bzw. 0,5 Grad („1,5-Grad-Ziel“) weiter als bisher (etwa 1 Grad „seit der Industrialisierung“) ansteigen zu lassen, weil andernfalls der Ofen endgültig aus sei.

Da die „dramatische“ Erderwärmung von rund einem Grad auf eine „dramatische“ Zunahme der CO2-Konzentration in der Atmosphäre von 0,028 Prozent auf 0,04 Prozent zurückzuführen sei und es der IPCC seit seinem 2013 erschienenen fünften Sachstandsbericht für „extrem wahrscheinlich“ hält, dass die Menschen per von ihnen verursachten CO2-Ausstoßes (Verbrennen fossiler Brennstoffe für Energie und Stahl, Entwaldung, Zement-, Land- und Viehwirtschaft) für mehr als 50 Prozent der beobachteten Erwärmung verantwortlich sind, soll eine radikale Einsparung der CO2-Emissionen den drohenden Weltuntergang verhindern.

Eine infantile Hybris also, der kein einziger seriöser wissenschaftlicher Beleg zugrunde liegt, sondern allein der Glaube daran, was jeder wenigstens ahnen könnte, wenn er denn nur die zentralen Behauptungen, Fakten und Schlussfolgerungen der „Klimaforscher“ an der mathematischen sowie naturwissenschaftlichen Allgemeinbildung und der eigenen Alltagserfahrung überprüfte.

Dann erweist es sich erstens als kategorisch unmöglich, die Temperaturentwicklung der Erde für die letzten beispielsweise 200 Jahre auf das Grad genau zu bestimmen. Zweitens existiert das Temperatur-CO2-Verhältnis (auf das der Begriff des Klimas reduziert wurde) in der Realität nicht so, wie es die Klimaschützer gerne hätten und es die klimapolitischen Maßnahmen logisch zwingend voraussetzen. Aber dies den Klimarettungsgläubigen zu erklären, ist so, als wollte man einem Hund das Sprechen beibringen, weshalb die folgenden Überlegungen ausschließlich allen anderen an die Hand gegeben seien.

Keine Klima-Messapparaturen im 19. Jahrhundert

Jede Messapparatur hat – man könnte es etwa von Kant oder der Heisenbergschen Unschärferelation wissen – neben der zur messenden Realität einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das angezeigte Messergebnis. Darauf nehmen Alltagsverstand und Alltagspraxis zum Beispiel beim Fiebermessen – wenn auch unbewusst – Bezug. Jeder, der herausfinden will, um welchen möglichst exakten Betrag Fieber in den letzten zwei Stunden gesunken oder gestiegen ist, legt ein- und dasselbe Fieberthermometer an derselben Stelle an.

Vergleicht man hingegen Daten miteinander, die von verschiedenen Instrumenten an verschiedenen Orten erhoben wurden, kann man unter Umständen zwar immer noch steigendes oder sinkendes Fieber feststellen; ein gesicherter Wert lässt sich mit dieser Methode aber nicht gewinnen. Ist die Entwicklung der Tagesdurchschnittstemperatur gefragt, sollte mehrmals täglich zu je identischen Uhrzeiten gemessen worden sein, um dann aus den erhobenen Daten den jeweiligen Durchschnitt errechnen und zwecks Tendenzermittlung die Durchschnittswerte mehrerer Tage aufeinander beziehen zu können.

Auch als Laie hätte man folglich an Wissenschaftler, die mit der Durchschnittstemperatur des Planeten (in Erdnähe, wie sie sagen, also nicht vom Erdboden bis zur Weltraumgrenze) hantieren, einige Anforderungen zu stellen. Überzeugend wäre es zum Beispiel, wenn, um konkrete Zahlen zu nennen, fünf- bis zwanzigtausend technisch identisch ausgestattete Wetterstationen – ihren Abstand betreffend gleichmäßig über die Erdfläche verteilt – dreimal täglich (morgens, mittags, abends) die Temperatur in fünf oder fünzehn Metern über dem Boden (was auch immer dies im Falle der Meere und Berge heißt) messen und aufzeichnen würden, so dass man aus (fünf- bis zwanzigtausend Wetterstationen x drei Uhrzeiten x 365 Tage =) 5,5 bis 22 Millionen Daten die Jahresdurchschnittstemperatur bilden könnte, wobei Computer bei der Datenverarbeitung recht hilfreich sein dürften.

Als Laie ließe man sich sicherlich auch – ohne skeptisch zu werden – erzählen, dass Satelliten die entsprechenden Temperaturdaten liefern und/oder dass die Daten aus einer Kombination von Wetterstationen und Satelliten gewonnen werden. Ebenso wäre Menschen, Computern und der Mathematik zuzutrauen, trotz damit eingehandelter Erhöhung der Datenmenge den Temperaturdurchschnitt für dreißig Jahre (= eine Klimaeinheit) ermitteln zu können.

Um aber – in einem nächsten Schritt – realistisch einzuschätzen, ob man sich gegenwärtig in einer drastischen und bedenklichen Klimaanomalie mit gefährlicher Tendenz befindet, wären fünf bis 10 vergangene Klimaeinheiten (also 150 bis 300 Jahre) als Referenzwerte doch wohl das Mindeste. Das wiederum verursachte zwar keine unlösbaren Rechenaufgaben, wirft zwingend aber die Frage auf, ob die heutige Messapparatur und Aufzeichnungsmethode bereits zum Beispiel im 19. Jahrhundert installiert war, ob also damals schon so flächendeckend wie – idealer-, nicht realerweise – heute dieselben Wetterstationen verteilt waren oder entsprechende Satelliten die Erde umkreisten.

Die omnipotente Anmaßung der Wetterfrösche

Dies zu verneinen, bedeutet, Experten- oder Laientum hin oder her, dass die Klimaforschung für die Gegenwart (wie zureichend auch immer) gemessene mit für die Vergangenheit geschätzten Werten vergleicht, die z.B. auf der Analyse von Baumringen, Pollen, Korallen, See- und Meeressedimenten, Eisbohrkernen, Stalagmiten sowie historischen Dokumenten, Berichten und/oder Gemälden beruhen. Das ist für sich nicht illegitim; Wissenschaft kann eben nicht alles und tut, was sie kann, und auch Schätzungen sind je nach Forschungsstand besser oder schlechter begründet.

Und natürlich reichen solche Schätzungen auch vollkommen hin, um für die Erdgeschichte etwa größere und kleinere Eiszeiten von größeren und kleineren Warmzeiten zu unterscheiden, wobei für die „jüngere“ Zeit Schwankungen der Durchschnittstemperatur in der Spannweite von immerhin rund 6 Grad angegeben werden. Nur wären eben darum Aussagen wie der folgenden des IPCC von 2007 – und von der Bauart sind nahezu sämtliche im Umfeld der Klimarettung getroffenen – doch wohl grundsätzlich zu misstrauen: „Der berechnete Erwärmungstrend über die letzten 50 Jahre (1956 bis 2005) in Höhe von 0,13 °C ± 0,03 °C pro Jahrzehnt ist fast zweimal so groß wie derjenige über die letzten 100 Jahre (1906 bis 2005) in Höhe von 0,07 °C ± 0,02 °C pro Jahrzehnt.“

Man arbeitet mit einer grobschlächtigen Lupe und attestiert den Ergebnissen eine Genauigkeit, für die ein hochentwickeltes Mikroskop hätte zur Anwendung kommen müssen. Die omnipotente Anmaßung der Wetterfrösche offenbart sich als solche auch an anderer Stelle: Im Internet, das reich ist an Einträgen zum populären Klimathema, finden sich nämlich – zunächst erstaunlicherweise – gar keine  Schaubilder, Balkendiagramme oder Kurven zur Entwicklung der Durchschnittstemperatur der Erde selbst, obwohl doch gerade von ihr permanent die Rede ist. Die Seiten des Deutschen Wetterdienstes enthalten immerhin einen Hinweis auf den Grund dieser Abwesenheit:

Nach den Ergebnissen der NASA beträgt die mittlere globale Durchschnittstemperatur im Referenzzeitraum (1951–1980) 14 °C. Die Angabe einer globalen Durchschnittstemperatur ist allerdings mit noch größeren Unsicherheiten behaftet als die Angabe von Abweichungen, da eigentlich kleinräumige Besonderheiten berücksichtigt werden müssten, während die Abweichungen räumlich einheitlicher sind. Daher werden bei den Zeitreihen meist nur die Abweichungen und nicht deren Absolutwerte angegeben.

Für Absolutwerte (für die Gegenwart wird eine Erd-Durchschnittstemperatur von um die 15°C – für Deutschland übrigens ca. 10°C – angenommen) sind die Angaben also „noch unsicherer“ als die Relativwerte, mit denen operiert wird, obwohl sie selbst noch mit großen Unsicherheiten behaftet sind – zumal auch für diese ja wenigstens ein Absolutwert zwingend bleibt, den der willkürlich gewählte Referenzzeitraum 1951–1980 in den offiziellen Zeitreihen stellt. Während die Temperatur- und CO2-Daten seit den späten 1950ern je einigermaßen „gleich“ erhoben werden, lässt sich dies von den Werten für die Zeiträume davor nicht behaupten. Insbesondere sehr weit zurückreichende Daten werden aber benötigt, um eine Entwicklung mehrerer Klima-Einheiten und vor allem den furchtbaren Einfluss „der Industrialisierung“ in einer Zeitreihe abzubilden.

Mit ähnlich großen Unsicherheiten ist auch die Datenbasis zur Konzentration von CO2 in der Atmosphäre behaftet. Seit 1958 wird der CO2-Gehalt der Luft von einer meteorologischen Forschungsstation auf dem Vulkan Mauna Loa auf Hawaii gemessen. Die hier – wie es auf Wikipedia heißt – „entstandene Messreihe, die nach dem maßgeblich beteiligten Forscher Charles David Keeling benannte Keeling-Kurve, ist die längste kontinuierliche Aufzeichnung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre.“ Jene Kurve zeigt nun den skandalisierten CO2-Anstieg von ca. 280 ppm (parts per million = 0,028 Prozent) auf ca. 400 ppm zwischen 1958 (damit das Schlüsseljahr einer für anthropogene CO2-Emissionen relevanten „Industrialisierung“) und 2015 an, Tendenz weiter steigend.

Eisbohr- und Hawaii-Daten

Geht man zugunsten der Klimaretter davon aus, dass dieser eine Ort auf der Erde die Entwicklung des durchschnittlichen CO2-Gehalts für die Gesamtatmosphäre repräsentieren kann, bleibt für einen Vergleich von Temperaturentwicklung und CO2-Konzentration über die Jahrhunderte die Frage, woher „die Wissenschaft“ so genau über den CO2-Anteil in der Atmosphäre etwa vor 3000 Jahren Bescheid weiß. Das sind wieder Schätzungen, die in dem Fall auf Daten beruhen, die durch Eisbohrungen zustandekommen, wobei man der Idee folgt, dass die Atmosphäre ihre Vergangenheit in identischen Kopien ihrer selbst in Eisschichten abgelegt hat. In einem Bereich, der sich erdgeschichtlich zwischen 0,01 und 0,04 Prozent abspielen soll, wo man also hunderte bestimmte Teilchen unter Millionen herauszählt, werden irgendwo per Eisbohrung rekonstruierte und geschätzte mit auf Hawaii gemessenen Daten verglichen.

Daher ist auch folgende Aussage, welche die Entwicklung der Jetztzeit dramatisieren soll, und die Wikipedia aus einschlägiger Quelle zitiert, schon für sich recht fragwürdig: „Eisbohrkerndaten ergaben, dass die atmosphärischen CO2-Werte in den vergangenen 420.000 Jahren bis zum Beginn der Industrialisierung Mitte des 18. Jahrhunderts zwischen 190 ppm während den Höhepunkten der Eiszeiten und 280 ppm während der Warmzeiten schwankten.“

Angenommen, eine globale Erderwärmung um einen Grad hätte „seit der Industrialisierung“ bis heute tatsächlich stattgefunden und mit dieser würde ein tatsächlicher Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre von 280 ppm auf 400 ppm positiv korrelieren, dann sprechen selbst die Zahlen der Klimaschützer dagegen, dass es sich bei der Korrelation um eine vom CO2 ausgehende linear-proportionale Kausalität handelt, der es logisch bedarf, damit die Panikmache aufgeht und eine erhebliche Reduktion des anthropogen verursachten CO2-Gehalts (der ja „extrem wahrscheinlich“, wie auch immer diese Schätzung zustande kommt, mindestens 50 Prozent neben den natürlichen Ursachen der Erderwärmung ausmacht) zum Gebot der Stunde wird:

Einerseits soll Weltuntergangsstimmung aufkommen, insofern der für die Erderwärmung verantwortliche CO2-Anteil seit der Industrialisierung stetig steigend um ein Vielfaches höher sei als in den 420.000 Jahren davor. Andererseits folgt aus denselben Zahlen, dass vor der Industrialisierung eine Differenz von nur 90 ppm CO2 für Temperaturunterschiede von 6 Grad gesorgt hat, während es seit der Industrialisierung 120 ppm CO2 gerade mal auf einen Grad Erwärmung bringen, was den entwarnenden Schluss nahelegt, immer mehr CO2 führe zu immer geringeren Temperaturzunahmen (und zwar gen Null tendierend), weshalb man die anthropogenen CO2-Emissionen recht bedenkenlos sogar vermehren könnte. Oder aber die globale Mitteltemperatur hängt schlicht und ergreifend nicht allein vom CO2-Gehalt, sondern vom Zusammenwirken vieler sich zudem wandelnder Faktoren ab, das noch gar nicht begriffen und in Hinblick auf menschliche Beeinflussbarkeit womöglich nicht begreifbar ist, wie es selbst der IPCC im dritten Report von 2007 konstatierte:

In der Klimaforschung und -modellierung sollten wir erkennen, dass es sich um ein gekoppeltes [!] nicht-lineares [!] chaotisches [!] System handelt. Deshalb sind längerfristige Vorhersagen über die Klimaentwicklung nicht [!] möglich.

Wenn sie recht hätten, genügte einer

Kein konsistentes Argument auf ihrer Seite und von nichts eine Ahnung sind die Klimaretter nicht nur damit beschäftigt, so zu tun, als sei das Unmögliche irgendwie doch möglich. Weil selbst Laien, die „den Wissenschaftlern“ der Politiker abnehmen, die Durchschnittstemperatur des Planeten zu kennen und dessen Erwärmung auf das Grad genau angeben zu können, von einer 1-Grad-Erhöhung des Temperaturdurchschnitts (seit 1958) allein nicht in Panik zu versetzen sind – schließlich lassen sich jedes Jahr an vielen Orten Unterschiede der empirischen Temperatur von 40–80 Grad erleben und überleben –, müssen mit willkürlichen Parametern bestückte Computersimulationen von Schreckensszenarien regelrecht zwanghaft um die Behauptung ergänzt werden, dass dieser oder jener gegenwärtige Tsunami oder Hurrikan oder Schneefall oder Regen oder eine sonstige Naturkatastrophe unmittelbare Folge der 1-Grad-Erwärmung der Erde sei.

Dem leisesten Zweifel an dieser Klima-Apokalyptik wird dann nur noch entgegen gehalten, dass eine ominöse „Mehrheit“ [!] der „Wissenschaftler weltweit“ diese Drohkulisse für „wahrscheinlich“ oder „sehr wahrscheinlich“ und eine Klimapolitik daher für richtig halte, die weder mit gesicherten Daten noch kohärenten Schlussfolgerungen operiert, sondern in sich widersprüchliches Material zur Bebilderung und Forcierung einer gewünschten Stimmung nutzt. Ob sich das mit der „Mehrheit der Wissenschaftler“ empirisch belegen lässt, ist dabei völlig unwichtig: Als Albert Einstein sich mit dem 1931 von den Nazis initiierten Buch Hundert Autoren gegen Einstein konfrontiert sah, soll er wie folgt reagiert haben: „Warum einhundert? Wenn sie recht hätten, würde ein Einziger genügen!“ Mit diesem traditionellen Selbstverständnis der Wissenschaft, wonach die Richtigkeit von Erkenntnissen eine Frage der Beweisführung und nicht einer Mehrheitsmeinung oder Empfindungslage sei, haben die Klimapropheten jedenfalls populistisch brechen müssen, um den Laden am Laufen zu halten.

Lesen Sie morgen in Teil 4: Die nötige Wende, von der niemand spricht

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Thomas Maul ist Autor mehrerer Bücher, unter anderem zum Islam und zu Kritischer Theorie, und publiziert regelmäßig in der Zeitschrift BAHAMAS, zuletzt zu „Metoo“. Einen Überblick über seine Publikationen verschafft seine Website, auf der weitere Texte abrufbar sind: www.thomasmaul.de.

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Arnold Balzer / 30.06.2019

Das Argument “wissenschaftliche Wahrheit nach Mehrheitsentscheid” belustigt mich auch immer wieder. Nicht nur, dass Einsteins Einwurf den Kern dieses Unsinns trifft, sondern auch die Tatsache, dass diesem “Argument” gemäß die Erde eine Scheibe ist, denn vor 500 Jahren waren nicht nur 99,9 % aller Wissenschaftler incl. des Papstes, sondern auch ein ebenso hoher Anteil der gemeinen Bevölkerung dieser festen Überzeugung: Man muss sich nur das Meer anschauen: Da, gaaanz hinten trifft das Himmelsgewölbe auf das flache Meer. Dieser Flacherde-Skeptiker kann doch nicht recht haben!

toni Keller / 30.06.2019

Es müsste eigentlich jedem denkenden Menschen klar sein, dass der Mensch ein ungemein anpassungsfähiges Wesen ist, das es geschafft hat von der Wüste Australiens bis zur Arktis, von tropischen Regenwäldern bis zur Tundra zu leben. Der Mensch kann in Hitze und Kälte, in Sumpf und Savanne, in einer Millionenstadt auf einer einsamen Almhütte, in gleichmäßigem subtropischen Klima und in extrem sich wandelnden Kontinentalklima leben, überleben und Zivilisation bauen. Und wir, mit technischen Möglichkeiten, die für unsere Vorfahren, die sich überall angepasst und Zivilisation gebaut haben, so unfasbar waren, dass sie noch nicht mal davon geträumt haben, fürchten uns vor dem Wetter, wie ein sich ein gerade zu Bewusstsein gelangter Vormensch vor einem zürnenden blitzeschleudernden Gott nicht gefürchtet hat. da reden die Leute geschwollen von der Evolution und der Anpassung die in der Natur angeblich das bestimmende Moment ist, und weigern sich gleichzeitig sich dem geänderten Klima anzupassen, nein, bilden sich ein das Klima nach Belieben ändern zu können. Ich weiß wirklich nicht, ob das einfach Dummheit, oder schon Wahnsinn ist, danke aber der Achse für ihr stetiges Bemühen gegen den Irrsinn anzuschreiben.

Peter Vettermann / 30.06.2019

Die sogenannte Klimaforschung ist eben keine Wissenschaft. Sie operiert mit einem rein theroretischen Konstrukt, dem sogenannte Treibhauseffekt, der sich weder beobachten, noch messen läßt. Eine naturwissenschaftliche Theorie muß aber nach Popper so gestaltetet sein, daß sie durch die Empirie falsifizierbar ist. Die zweite theoretische Grundannahme der sogenannten Klimaforschung, daß die Zunahme des CO2 Gehalts in der Atmosphäre den natürlichen Treibhauseffekt verstärkt und dadurch die Durchschnittstemperatur auf der Erde erhöht, ist empirisch falsifiziert. Die notwendige (aber nicht hinreichende) Voraussetzung, um die Theorie für richtig erachten zu können, wäre eine eindeutige Korrelation zwischen der Zunahme des CO2 Gehalts und der Erhöhung der Lufttempertur. Selbst die Schaubilder der glühendsten Klimaalarmisten zeigen aber, daß diese Korrelation nur für einen kurzen Zeitraum bestand. Zwischen 1998 und 2013 zeigen die offiziellen Daten keine Temperaturerhöhung an, wohl aber ist (nach Aussagen der Alarmisten) der CO2 Gehalt in diesem Zeitraum stark angestiegen. Damit ist die Theorie falsifiziert. Ein weiteres Beispiel für die Unseriösität der Pseudowissenschaft Klimaforschung besteht darin, daß die Referenztemperatur, also die Angabe über die angebliche Temperatur vor Beginn des industriellen Zeitalters, klammheimlich von 15 Grad auf 14 Grad geändert wurde. Wohl um eine derartige “Korrektur” nicht wiederholen zu müssen, wird seit Jahren gar keine Referenztemperatur mehr angegeben; in den Grafiken werden stattdessen nur Abweichungen an der Y-Achse angetragen. Nicht so helle Köpfe unter den Alarmisten, wie etwa der Märchenonkel Harald Lesch, haben diese “Anpassung” der Werte wohl verpennt; so bezieht sich Lesch in seinen Vorträgen immer wieder auf die 15 Grad und fantasiert eine gefährliche Erderwärmung herbei, wiewohl die von der NASA berechneten Werte der letzten Jahre alle unter 15 Grad liegen. Das nichtdenkende Publikum applaudiert ihm.

Hagen Müller / 30.06.2019

Vorerst eine Anmerkung zur Keeling- Kurve (Co2- Messungen am Mouna Loa): Sie beginnt nicht bei 280ppm, sondern 1958 bei ca. 310 ppm.  280ppm soll die Konzentration um 1880 gewesen sein (*beginn der Industrialisierung*). Abhandlungen über historische Co2- Daten bzw. deren Messunge, deren Unsicherheiten und Schwankungen, findet man in Beiträgen von Ernst- Georg Beck. (gestorb. 2010) Beck war Gymnasiallehrer (Biologie). Er hat zu diesem Thema wohl alles zusammengetragen, was es an historischen Aufzeichnungen gab. “Für Beck ist die .. Hypothese eines vom Menschen mit-beeinflussten Klimawandels ein “globales Finanzprojekt zum Abschöpfen von Steuergeldern”. (PSIRAM) Auf Grund seiner brisanten Aussagen wurde er mit schwersten Geschützen angegangen und findet heute in Bezug auf Co2 keinerlei Erwähnung mehr. Interessant sind die zusammengetragenen Daten dennoch, und sei es nur aus dem Grund, dass die historischen Forscher in der Lage waren, die Co2- Gehalte der Luft mit chemischen Methoden sehr genau zu bestimmen. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Keeling- Kurve selbst wenig angreifbar ist, unabhängig davon, ob man ihre (rück-)Extrapolation auf die ominösen 280ppm *vor der Industrialiserung* für gerechtfertigt hält oder nicht. Die Übertragung der Meßwerte von Hawai *auf die gesamte Erde* scheint mir nochmals eine andere Baustelle. Die Forderung im Artikel: “wären fünf bis 10 vergangene Klimaeinheiten (also 150 bis 300 Jahre) als Referenzwerte doch wohl das Mindeste. ” und die nachfolgende Fragestellung nach vergleichbaren Messgeräten, dem Meßmodus selbst und der Stationsabdeckung ist rethorischer Art. Einerseits resultiert aus den auch heute noch unzureichenden Stationsabdeckungen (z. B. jenseits 80° nord keine einzige) jede menge Unsicherheit, andererseits ist dies nutzbar für jede Menge *Adjustierung*, was auch fleissig genutzt wird. Nochviel schlechter als die Abdeckung an Land sind die Temp. Messungen auf See, auch im Hinblick auf die Meßmethode.

S. v. Belino / 30.06.2019

Potzblitz, erstaunlich, wie schnell - nach der tollen Bahn.de - nun auch die deutsche Hotellerie auf den CO2-Sparzug aufspringt. Bei meiner kürzlichen Recherche nach einem Zimmer für einen Berlinbesuch bot mir das Hotel SELECT am Gendarmenmarkt an, gegen Aufzahlung von lumpigen 7,71 Euro meinen viertägigen Aufenthalt klimaneutral zu gestalten. Eine Übernachtung also, bei der mein Haupt auf einem hoteleigenen Kopfkissen mit beigestopftem guten Gewissen ruhen könnte. Gute Nacht, schlafe süß. Aber - könnte der Schlaf auf einem gewissenlosen Kissen nicht hässliche Albträume verursachen? Träume, in denen man sich als Angeklagte vor dem jüngsten grünen Gericht wiederfinden könnte und für seine grobe Fahrlässigkeit, ja Verantwortungslosigkeit dem Klima gegenüber rechtfertigen müsste? Ein Horrorszenario, fürwahr. - Ich gestehe, dass ich eine Festbuchung fürs erste zurückgestellt habe. Nicht aus Gewissensgründen, sondern weil ich noch nicht weiß, ob ich überhaupt nach Berlin reisen werde. Immerhin versuchte man mir vor ein paar Jahren am helllichten Tag auf dem Ku’damm meine Handtasche zu entreißen. Das habe ich nicht nur dem etwas exotischen Versuchsdieb, sondern gleich der ganzen Stadt übel genommen - was vielleicht auch nicht ganz richtig war. Nun also vielleicht doch mal wieder Berlin. Allerdings könnte ich mir durchaus vorstellen, dass ich auf jedem x-beliebigen Hotelkissen genüsslich schlafen würde, selbst wenn es gänzlich ohne beigestopftes gutes Gewissen auf dem Bette läge. - Hier der Text, der im Angebot des Hotels erschien: “CO2 Ausgleich mit 7,71 Euro. Bei Ihrer Übernachtung entstehen CO2 Emissionen in Höhe von 288 kg, die wir durch ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt an anderer Stelle wieder einsparen. (Link:) Weitere Informationen…”. Tut mir leid, aber ich habe größte Vorbehalte sowohl bezüglich der Seriosität der Zahlen als auch bezüglich des wolkigen Verwendungszwecks der “Spende”. Dennoch, vielleicht ein Vorgeschmack auf Kommendes.

Dr. Gerhard Giesemann / 30.06.2019

Gehen wir doch einfach ganz heuristisch davon aus: Die haben alle recht, die Polkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt wie Sau, das CO2 heizt uns ein bis zur Trockene, wir verdursten, verhungern, verrecken elendiglich und: Der MENSCH ist schuld. Und dann fragen wir sie: Was tun mit Lenin? Wie können wir die Folgen des Unabwendbaren mildern? Wir lassen sie in Seminaren köcheln, sie sollen selber drauf kommen - das hilft.

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