Stefan Frank / 18.03.2021 / 17:00 / 6 / Seite ausdrucken

Die größte Gefahr für die Bewohner von Gaza ist die Hamas

Drei Fischer aus dem Gazastreifen sind am Sonntag, den 7. März, mutmaßlich durch eine Rakete der Hamas getötet worden. Ihr Boot sei vor dem Gazastreifen „explodiert“, berichten die israelische Tageszeitung Haaretz und die Nachrichtenagentur Reuters. Beide berufen sich auf eine Organisation namens Palästinensisches Zentrum für Menschenrechte. Dieses sprach in einem noch am selben Tag veröffentlichten Bericht von einer „fehlgeleiteten Rakete“, die beim „Widerstandstraining“ abgefeuert worden sei – ein Raketentest der Hamas also.

Nach Angaben des Palästinensischen Zentrums für Menschenrechte war das Boot rund drei Kilometer von der Küste entfernt gewesen und sei „vollständig zerstört“ worden. In einer Erklärung des Zentrums heiße es:

„Das Zentrum verurteilt den Vorfall, bei dem Hinweise darauf deuten, dass er höchstwahrscheinlich auf Widerstandstraining zurückzuführen ist.“

Nizar Ayash, der Vorsitzende von Gazas Fischerverband, sagte laut Reuters, die drei Fischer seien von einem Projektil in der Nähe von Khan Younis getroffen worden; was die Explosion verursacht habe, wisse er nicht. Er identifizierte die Fischer als Yahya Mustafa al-Laham und die Brüder Hamdi und Zakaria Higazi al-Laham.

Hamas spricht von „israelischer Sprengstoffdrohne“

Das israelische Militär teilte am Sonntag mit, dass „die israelische Marine nicht auf den Streifen geschossen hat“, und fügte hinzu, „Unsere Informationen zeigen, dass ihr Tod durch eine Explosion im Gazastreifen verursacht wurde.“

Das „Innenministerium“ der Hamas kündigte „eine Untersuchung des schmerzhaften Vorfalls“ an. Vier Tage später, am Donnerstag, behauptete die Hamas, eine „israelische Sprengstoffdrohne“ habe das Fischerboot zerstört. Die mit der Hamas verbündete Terrororganisation Islamischer Dschihad kündigte daraufhin „Vergeltung“ an.

Doch Bewohner des Gazastreifens sagten laut Haaretz, die Hamas wolle mit der Behauptung nur die „Aufmerksamkeit von sich weglenken“, nachdem die Nachricht, dass sie bei einem Raketentest ein Fischerboot versenkt habe, zu „breiter Kritik“ geführt habe.

Interessant ist, dass das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte und Haaretz von einer „fehlgeleiteten“ Rakete sprachen. Dabei wollte die Hamas doch offenbar eine Rakete in Richtung Meer feuern und diese flog tatsächlich Richtung Meer. War sie „fehlgeleitet“, weil die Opfer keine Israelis waren?

Tote schon bei einer einzigen Testrakete

Der Fall erinnert an das Al-Shati-Massaker von Juli 2014. Während des damals stattfindenden Krieges zwischen der Hamas und Israel gingen zahlreiche im Gazastreifen abgefeuerte Raketen dort auch nieder, richteten Zerstörungen an und töteten Menschen.

Am 28. Juli, während einer zwischen den Kriegsparteien vereinbarten Waffenpause zu Eid al-Fitr, dem hohen muslimischen Fest, das das Ende des Fastenmonats Ramadan markiert, traf eine Rakete spielende Kinder im Flüchtlingslager Al-Shati (Strand). Das amerikanische Wochenmagazin The Nation berichtete:

„Fast alle Augenzeugen sagen das Gleiche: Kinder spielten auf der Straße im Flüchtlingslager Al-Shati nördlich von Gaza Stadt. Sie liefen zwischen einer Schaukel auf dem Bürgersteig und einem kleinen Lebensmittelgeschäft, in dem Süßigkeiten und Pommes verkauft wurden, hin und her. Gegen 16.30 Uhr gab es eine laute Explosion. Dann lagen viele der Kinder reglos auf dem Boden, einige in Stücke gerissen.

‚Ich habe ein Massaker gesehen’, sagt Khaled al-Sirhi. Der 22-Jährige saß mit Freunden auf der Straße, als der Angriff passierte. ‚Köpfe von Körpern abgerissen, Schultern halb zerrissen, Hände weg, Brustkörbe geöffnet.’ Auf al-Sirhis Hemd und Händen ist Blut. Al-Sirhi brachte zwei der Verwundeten zu Krankenwagen, seine Nichte und einen Jungen, der starb, als er im Krankenhaus ankam. ‚Es gab keine Militanten dort, keine Widerstandsmitglieder, nur Kinder’, sagt er.“

Wie viele Menschen im Gazastreifen mag sie wohl getötet haben, als sie im Juli 2014 dreitausend Raketen abschoss?

Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri sagte, Israel sei verantwortlich und schwor Rache. „Das Massaker an den Kindern im Shati-Flüchtlingslager ist ein Kriegsverbrechen und das Ergebnis internationalen Schweigens. Unser Wille wird nicht brechen und die Besatzung wird den Preis zahlen.“

Auch ein AFP-Korrespondent sprach zunächst von einem israelischen Angriff. Die israelische Armee gab umgehend bekannt, dass nicht sie, sondern Mitglieder der Terrororganisation Islamischer Dschihad für den Angriff verantwortlich sei: Deren Raketen seien im Gazastreifen niedergegangen, eine im Flüchtlingslager al-Shati, eine andere habe das Al-Shifa-Krankenhaus getroffen.

Der italienische Journalist Gabriele Barbati berichtete nach seiner Rückkehr nach Italien, dass die Rakete, die das Flüchtlingslager traf, von der Hamas stammte. Auf Twitter schrieb er einen Tag später:

„Außerhalb von #Gaza, weit weg von Vergeltung der #Hamas: eine fehlgeleitete Rakete war es, die gestern Kinder in Shati tötete. Zeuge: Militante eilten herbei und brachten die Trümmer weg.“

Acht Monate gab auch Amnesty International in einem Bericht der Hamas die Verantwortung für das Massaker:

„Bei dem tödlichsten Vorfall, der mutmaßlich durch einen palästinensischen Angriff verursacht wurde, wurden 13 palästinensische Zivilisten, unter ihnen elf Kinder, getötet, als ein aus dem Gazastreifen abgefeuertes Projektil im al-Shati-Flüchtlingslager landete.“

Der Fall der getöteten Fischer führt einmal mehr vor Augen, dass die größte Gefahr für Leib und Leben der Bewohner des Gazastreifens von der Hamas ausgeht. Sie hat diesmal nur einige wenige, vielleicht sogar nur eine einzige Rakete „testweise“ abgeschossen und dabei schon Zivilisten des Gazastreifens getötet. Wie viele Menschen im Gazastreifen mag sie wohl getötet haben, als sie im Juli 2014 dreitausend Raketen abschoss?

„Arte“ gibt noch immer Israel die Schuld

Auf einer Website des Fernsehsenders Arte ist Israel auch sieben Jahre später noch nicht von der Verantwortung für das Al-Shati-Massaker und den Raketen auf das Al-Shifa-Krankenhaus freigesprochen. Dort heißt es:

„Sie spielten auf einem Spielplatz am Strand des Al-Shati-Flüchlingscamps, als eine Explosion sie in den Tod riss. Aus dem Al-Shifa Krankenhaus, auf das ebenfalls Raketen gefeuert wurden, heißt es, dass insgesamt acht Kinder durch die israelischen Luftangriffe ums Leben gekommen seien. Israel weist die Vorwürfe zurück und schiebt die Schuld auf die Hamas, die angeblich Raketen fehlgezündet habe [sic!].“

Immer, wenn eine Rakete Bewohner des Gazastreifens trifft, wird erst einmal Israel bezichtigt. Nur selten gibt es, wie beim Al-Shati-Massaker 2014 oder im jüngsten Fall, Zeugen, die bestätigen können, dass die Rakete in Wahrheit von Terroristen der Hamas oder des Islamischen Dschihad abgefeuert wurde.

Gabriele Barbati konnte damals seine Erkenntnisse erst twittern, als er wieder in Italien war. Denn er wusste: Der Hamas die Schuld an Opfern eines Raketenangriffs zu geben, ist riskant. Sicherlich wird diese auch im Fall der Berichte über die durch den Raketentest getöteten Fischer Ermittlungen durchführen, um herauszufinden, wer sie verpfiffen hat.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Mena-Watch.

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Leserpost

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Uwe Schäfer / 18.03.2021

Das die feinen, moslemischen, von unserem Geld wie die Made im Speck lebenden Herrschaften die Schuld an allem, woran sie selbst schuld sind Israel in die Schuhe schieben, geschenkt. Die können nicht anders. Das hätte für sie genauso negative Folgen als wenn Frau Merkel und Konsorten zugäben, Deutschland zu ruinieren. Aber das arte nach so langer Zeit immer noch das Gegenteil der Wahrheit behauptet, ist äußerst kläglich und Antisemitismus vom Feinsten.

Kay R. Ströhmer / 18.03.2021

Die Menschen im Gaza-Streifen müssen einsehen, dass sie für die Strategie der Hamas nur insofern Bedeutung haben, als dass sie den internationalen Medien als Opfer angeblicher israelischer Angriffe verkauft werden können. Mehr nicht.

Uwe Schäfer / 18.03.2021

Das die feinen, moslemischen, von unserem Geld wie die Made im Speck lebenden Herrschaften die Schuld an allem, woran sie selbst schuld sind Israel in die Schuhe schieben, geschenkt. Die können nicht anders. Das hätte für sie genauso negative Folgen als wenn Frau Merkel und Konsorten zugäben, Deutschland zu ruinieren. Aber das arte nach so langer Zeit immer noch das Gegenteil der Wahrheit behauptet, ist äußerst kläglich und Antisemitismus vom Feinsten.

giesemann gerhard / 18.03.2021

Richtig, und der größte Feind der Moslems ist der Islam.

Wilfried Cremer / 18.03.2021

Lieber Herr Frank, es tut einem in der Seele weh, wenn man vom Schicksal dieser Kinder hört. / Arte hängt am Unrechtsstaat im Staate, dem Staatsfunk, mitsamt Antisemitismus.

Fritz Gessler / 18.03.2021

Gaza könnte mittlerweile ein kleines Dubai am Mittelmeer sein: Freihafen, High-Tech-Zentrum, auch Anlaufstelle für echte Asylsuchende aus dem ganzen Nahen Osten… Hamas hat die Bevölkerung von Gaza in ein selbstgewähltes Ghetto gesperrt. Der permanente Kriegszustand mit Israel - Raketen-, Brandbomben/Drachenterror gegen Israel mangels Möglichkeiten zu Selbstmordattentaten sprechen hier eine deutliche Sprache. Dabei ist Gaza doch völkerrechtlich und historisch keineswegs palästinensisch(jordanisches) Gebiet: Gaza gehörte zu Ägypten (mit der Hauptstadt Kairo, nicht Jerusalem:)) Es wäre ein Leichtes gewesen, ganz Gaza hinter den Suezkanal umzusiedeln, dort neu aufzubauen und der Bevölkerung eine neue Heimat zu geben: Ägypten baut gerade eine neue Hauptstadt, ebenso Saudi-Arabien eine komplette neue Stadt in der Wüste - an Geld mangelte in der ganzen arabisch-islsmischen Welt, die den Hamasterror immer so eifrig unterstützt (u.a, mit Raketenlieferungen) dafür nicht.

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