Orit Arfa, Gastautorin / 16.05.2021 / 16:00 / Foto: Orit Arfa / 20 / Seite ausdrucken

Die Gaza Girls sind wieder da!

Mittlerweile verstehe ich, warum die Hamas immer wieder ihre verrückten, aus Judenhass motivierten Raketen-Angriffe gegen Israel startet. Vergessen wir mal, dass der amerikanische Präsident Joe Biden Geld in die Palästinensische Autonomiebehörde und auch in den größten Sponsor des Terrorismus, den Iran, fließen lässt. Und nicht nur er. Nein, das Ganze hat mit einem 2 Minuten und 46 Sekunden dauernden Video zu tun, das von der Dschihad-Bonbon-Pop-Girlband „Gaza Girls“ erstellt wurde. (Hier können Sie es anschauen.) Ich habe das Satire-Video vor sieben Jahren gedreht, um den ganzen Irssin als das zu zeigen, was er ist: Irrsinn.

Angeführt von einer jungen, hübschen religiösen amerikanischen Kovertitin namens Tina Shahida, debütierte mein Trio im Jahr 2014 während des Gaza-Krieges mit großem Erfolg mit seiner ersten Hit-Single „K#1L All the J3w5“. Es war ein Aufruf an ihre Dschihadisten-Brüder und -Schwestern in Gaza und erreichte insgesamt fast 500.000 Aufrufe auf YouTube, Facebook, Twitter und Vimeo. Dann wurde es komplett aus dem Cyberspace verbannt, der Satire-Coup überforderte ganz offenbar die Denkfähigkeit vieler Protagonisten. Die Leute ließen dennoch nichts unversucht, es sich anzuschauen. Allerdings nicht ganz risikofrei, ein Mann in Spanien wurde wegen „Anstiftung zur Gewalt“ verhaftet, nachdem er es geteilt hatte.

Der Bubble-Gum-Judenhass der drei Jungfrauen vom Dienst ist jedenfalls so sexy, dass hunderttausende Männer in Gaza sich herausgefordert fühlten, den Schrei nach Vergeltung zu beherzigen. Aus aktuellem Anlass hat mein Satire-Trio erneut einen Weg gefunden, die Zensur zu umgehen und das Video hochzuladen, da offenbar ein großer Bedarf an derartiger Truppenbetreung besteht. Sie haben sich für die Plattform „Rumble“ entschieden, die für Video-Produzenten geschaffen wurde, deren Inhalte bei der Konkurrenz wegen „Verletzung der Gemeinschaftsstandards“ verboten werden. Ich fordere Rumble hiermit auf, dieses Video umgehend zu entfernen. Das ist so oder so Teil der Performance (und tatsächlich wurde das Video dort mittlerweile gelöscht, Sie finden es jetzt bei Dailymotion, Anm.d.Red.).

Aktueller Nachtrag:

Nachdem YouTube das Satire-Video 2014 verboten hatte, behielt Vimeo es tapfer auf seiner Plattform, wobei ein Vertreter den Zuschauern, die sich beschwerten, mitteilte:

„Unsere Moderatoren haben dieses Video überprüft und festgestellt, dass es nicht gegen unsere Community-Richtlinien verstößt. Obwohl es oberflächlich betrachtet sicherlich einige Probleme aufwirft, ist der Kontext wichtig und die Absicht hier ist Satire. Es soll viele der Aspekte parodieren, die es auf den ersten Blick so anstößig erscheinen lassen, und nach Gesprächen mit der Journalistin, die das Video erstellt hat, sind wir überzeugt, dass der Kontext dies klarstellt. Sie ist eine israelische Journalistin, die das Video erstellt hat, um antisemitische Propaganda zu kritisieren und sich darüber lustig zu machen.“

Nachdem ich mich als die erwähnte „israelische Journalistin“ bei ihm bedankt hatte, schrieb mir der Repräsentant dann privat und erklärte kurz und bündig, dass er die Absicht des Videos verstanden hatte.

„Meistens entgeht den Leute die Satire völlig (wir haben denselben Fehler gemacht, als wir das Video zum ersten Mal angeschaut haben). Es ist ziemlich traurig, wenn etwas, das so überspitzt ist, als ernstzunehmendes Beispiel für das wahrgenommen wird, was es karikieren will. In jedem Fall geht uns Austausch über alles und wir freuen uns, dass Sie wieder dabei sind!“ (Es ist unklar, warum und wann Vimeo das Video schließlich doch entfernt hat.)

Ergänzung:

Die Plattform Rumble hat das Video leider wenige Stunden nachdem dieser Beitrag online ging gelöscht. Sie finden es außerdem bei Dailymotion.

Hier geht es zum Video.

Weitere Ergänzung:

Mittlerweile wurde das Video leider auch bei Dailymotion gelöscht. Sie finden es nun bei Roxytube.

Hier geht es zum Video.

Foto: Orit Arfa

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netiquette:

Wolfgang Pfeiffer / 16.05.2021

@Orit Arfa: Sie haben es wahrscheinlich schon bemerkt: Video ist weg: “404 - Video is not found” + + +  @lutzgerke: Sie schreiben “Israel im Orient wird anders wahrgenommen ... nämlich unter anderem “als dauerhafter Stützpunkt des Westens” Muss niemanden, der noch bei Trost ist, jucken, wie Israel “wahrgenommen” wird. Was allerdings von Interesse ist: das heutige Israel wurde nach dem Ende des 1. Weltkriegs ebenso wie Jordanien, Syrien, Libanon, Irak etc. im Rahmen des Sykes-Picot Abkommen gegründet. Einige Leute - auch Sie anscheinend, lutzgerke - haben kein Problem mit den neu gegründeten arabischen Staaten, aber - wie es ausschaut -  eines mit dem weltweit einzigen jüdischen Staat unter - je nach Zählweise - 25 bis 50 islamischen Staaten?  Wäre nett, wenn Sie in Zukunft die Probleme, die Sie anscheinend mit Israel haben, nicht als die Probleme von anderen Leuten ausgeben. Oder wie oder was ... ?

Werner Liebisch / 16.05.2021

Falls sie noch einen Tour Manager suchen, stelle mich zur Verfügung… Es wird wahrscheinlich schwierig werden Veranstaltungsorte zu finden, ausser in Berlin Neukölln natürlich…

Andreas Lange / 16.05.2021

Ich bin dem Link gefolgt und bekomme auf der Seite von Rumble die Meldung “404 - Video is not found”... Hat da etwa der nächste Cancel-Culture-Beauftragte zugeschlagen?

J.Pomer / 16.05.2021

@lutzgerke Wann haben Sie sich zuletzt über die Verteilung der Religionen in Afrika informiert, vor 20 Jahren etwa? Tun Sie es jetzt, mal wieder und Sie werden es erstaunlich finden, wie “christlich” Afrika jetzt noch ist. Und ja, die Iraner wollten den Schah nicht mehr, Israel und die USA, als seine Freunde, ebenfalls nicht und noch weniger die Briten. Jetzt würden sie liebend gerne, die Mullahs durch einen Schah ersetzen und die Yad Vashem - Seiten in Farsi war umgehend die am häufigsten aufgerufenen. Vor vielen Jahren bereits, als in Frankfurt Israel-Unterstützer gegen Hamas/Gaza, demonstriert haben, war auch eine größere iranische Gruppe dabei. Mit iranischer Fahne.

Werner Müller / 16.05.2021

Hmm, wenn ich dem Link resp beiden Links zu Rumble folgen will kommt “Video mit found”. Da versteht wohl doch wieder jemand keine Satire?

Thomas Schmied / 16.05.2021

“Hier geht es zum Video.” Leider nun auch nicht mehr. Wenn man “Gaza Girls” googelt, bekommt man Porno und Pali-Propaganda. Das ist ok, politisch gerade nicht korrekter Humor und Satire sind nicht erlaubt. Sowas gibt es wahrscheinlich bald nur noch im Darknet.

Ralf Leistner / 16.05.2021

16.05. 19.48 Uhr Video Aufruf ergibt Error 404. Mei sind die schnell.

S. Marek / 16.05.2021

@ lutzgerke, selten habe ich soviel Blödsinn auf einmal gelesen.  Aber vielleicht liest die Achgut Redaktion es noch paarmal durch um den Stuß zu verstehen zu versuchen. Sie sind nicht unbedingt für breite Öffentlichkeit gefährlich aber ein Platz im Irrenhaus haben sie sicher.

Hans-Peter Dollhopf / 16.05.2021

19:30 und das Video ist nicht mehr auf Rumble: “404 - Video is not found”, schade. Vermutlich hat lutzgerke es mit seinem Gequatsche verschreckt.

Paul Aner / 16.05.2021

Offenbar hat rumble es auch gelöscht - die Links funktionieren nicht! Schade, hätte angesichts der schrecklichen Nachrichten gern etwas zu schmunzeln gehabt.

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