Die Gasvorräte schwinden jetzt schneller. Der aktuelle Füllstand der Gasspeicher in Deutschland beträgt 37,49 Prozent. In Energiewerten sind das 94 TWh. In den vergangenen Jahren war um diese Zeit immer mehr als das Doppelte an Energie in den Reserven. Aktuell leeren sich die Speicher mit 0,65 Prozent täglich. In der vergangenen Woche waren es auch schon mal 0,85 Prozent. Die aktuelle Kältewelle mit Schnee und Frost wird die Entleerung eher beschleunigen als verlangsamen. Es wird also langsam eng, denn bei einer Entleerung von 0,65 Prozent reicht der Vorrat rechnerisch 57 Tage. Das wäre der 23. März, und auch da kann es noch empfindlich kalt sein. Eine um 0,1 Prozent schnellere Entleerung bedeutet, dass die Speicher sich 9 Tage schneller leeren. Regional sind die Unterschiede in Deutschland recht hoch.
In Bayern ist die Lage etwas dramatischer als im Emsland. Am besten gefüllt ist bis dato der Speicher im hessischen Reckrod mit fast 75 Prozent. Regelrecht prekär ist der einst wichtigste Gasspeicher in Rehden, der derzeit nur noch einen Füllstand von 10 Prozent aufweist. Dieser Speicher ist der aussagekräftigste von allen. Einst von Gazprom aus Russland befüllt, im Krisenjahr 2022 ein Totalausfall, weil Russland den Speicher nicht befüllt hatte, konnte er auch im Jahr 2025 seinen Soll-Füllstand nicht erreichen. Trotzdem sah Bundeswirtschaftsministerin Reiche darin kein Problem, weil die LNG-Terminals die Versorgungssicherheit gewährleisten sollten. Das könnte sich als Falle entpuppen, denn in der vergangenen Woche sanken die Zuflüsse von LNG nach Deutschland. Dass Katar nun wohl definitiv kein Gas nach Deutschland liefern wird, lässt die Sorgen nicht kleiner werden. Robert Habeck hat sich über seinen „Katar-Deal“ deutlich zu früh gefreut. Die Gasimporte sind derzeit insgesamt mit 2,96 TWh/Tag sehr niedrig. Der Tagesverbrauch liegt derzeit bei 4,11 TWh.
Bei unseren Nachbarn ähnlich prekär
Bei unseren direkten Nachbarn sind Dänemark, Frankreich, die Niederlande und Belgien ähnlich prekär mit Speicherständen zwischen 31 Prozent (Niederlande) und 38 Prozent (Dänemark). Für Belgien und Dänemark spielen diese Werte eine wesentlich geringere Rolle, denn die Speicher leeren sich mit 0,21 Prozent täglich kaum. In Frankreich und den Niederlanden leeren sich die Speicher schneller als in Deutschland. Vergleichsweise gut aufgestellt sind Polen mit einem Füllstand von fast 70 Prozent und Österreich mit immerhin 49,5 Prozent. In beiden Ländern leeren sich die Speicher mit einem halben Prozent am Tag. Hier darf man recht entspannt sein. Österreich bezieht im Übrigen nach wie vor indirekt russisches Gas. Insgesamt kommen in der EU noch immer 12,9 Prozent der Gasimporte aus Russland.
Für die Gasversorgung in Gesamteuropa kann nach derzeitigem Stand noch keine Entwarnung gegeben werden. Meteorologen sagen für den Februar eine Kältewelle mit bis zu minus 20 Grad voraus. Erst in der zweiten Monatshälfte werden nach jetzigen Prognosen die Temperaturen wieder steigen. Der Januar hatte entgegen allen Modellrechnungen die niedrigsten Temperaturen seit 15 Jahren gezeigt. Und so geht es auch weiter. Polarwirbel und Ostwind sorgen für eine stabile Wetterlage mit kalten Temperaturen bei gelegentlichen Schneefällen. Was die Kinder freut, weil auch in tieferen Lagen die Schlitten zum Einsatz kommen können, wird den Gasversorgern bis weit in den Frühling hinein noch Sorgen bereiten. Der Polarwirbel bricht in der Regel irgendwann zwischen Mitte März und Mitte April. Erst dann ist sicher mit höheren Temperaturen zu rechnen.
Auch wenn die Modellierer schon wieder von überdurchschnittlichen Temperaturen im Februar sprechen, ist die Wirklichkeit eher auf Kälte gepolt. Es bleibt spannend, denn ein großflächiger Ausfall der Gasversorgung ist keine Kleinigkeit. Wir werden dann von Kältetoten reden. Das Postulat für das Jahr 2026 sollte klar sein: Rückkehr zu einer seriösen Energieversorgung durch ausreichende Befüllung der Gasspeicher. Allen berechtigten Sorgen zum Trotz wiegt die Bundesnetzagentur die Verbraucher in Sicherheit. „Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick als gering ein.“
Beitragsbild: Magnussen, Friedrich (1914-1987) - Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons
@ Jörg Themlitz: Man muss bedenken, dass bereits bei ca. 25 % schon Schicht im Schacht ist, nicht erst bei Null. Ich kaufe morgen jedenfalls mal ein Auto voll Briketts. Bevor es andere tun…
Was soll überhaupt die Panik? Uschi v.d.L. hat zwecks Beilegung des Zollstreits mit Donald vereinbart, LNG-Gas im Wert von 750 Milliarden Dollar aus den USA zu beziehen. _Eine_ SMS von Uschi, und die europäischen Gasspeicher sind wieder bis zum Bersten gefüllt.
Tolle Frau!
„Das Postulat für das Jahr 2026 sollte klar sein: Rückkehr zu einer seriösen Energieversorgung durch ausreichende Befüllung der Gasspeicher.“ —
Ja, unter Habeck waren die Speicher voll. Aber er ist halt nunmal leider Geschichte, ihm jetzt nachzutrauern, hilft auch nicht.
Dann gibts bald wieder Klimaalarm, nicht wahr? Denn Sozialismus ist Deindustrialisierung mal Elektrifizierung, oder so ähnlich, und die Partei(en) geben dem Arbeiter- und Transfergeldbeziehervolk bekanntlich das Tempo vor.
Quellenangaben zu den genannten Daten wären nicht nur hilfreich sondern notwendig. Inwieweit gilt die im heutigen Artikel nicht erwähnte Aussage von Peter Winnemöller vom 21.01.2026: „… kann man die Gasspeicher nicht bis auf Null entleeren. Bei einem Füllstand unter 25 Prozent drohen den unterirdischen Kavernen der Zusammenbruch.“
Bemerkenswert, dass die Ampelregierung immerhin in der Lage war, die Gasspeicher ausreichend zu füllen. Während wir die dieswintrigen Probleme der zumindest nominell von Merz und CDU-CSU geführten Regierung verdanken. Typisch für diese Partei und ihre Wählerschaft, die von den kritischen Realitäten noch weniger als RotGrün zu verstehen scheinen. RotGrün weiß, was es zerstört, und dass dabei kurzfristig noch gewisse Rücksichten zu nehmen sind, aber die wohlstandsverwahrlosten Schwarzen scheinen weder verstehen zu wollen noch zu können.
„Einst von Gazprom aus Russland befüllt, im Krisenjahr 2022 ein Totalausfall, weil Russland den Speicher nicht befüllt hatte, …“ Ja, was wäre der deutsche Journalismus schon ohne die halbe Wahrheit. Und warum hat Gazprom nicht befüllt ? Weil Deutschland auf Druck der USA seit Ende 2021 die Inbetriebnahme von NS 2 verzögert hat. Die ganze Wahrheit ist doch eine schöne Sache. Man sollte sie auch im deutschen Journalismus nach so vielen Jahren Kohl und Merkel wieder schätzen lernen.