Peter Grimm / 28.02.2017 / 20:00 / Foto: Tânia Rêgo / 0 / Seite ausdrucken

Die Republik-Flucht der Millionäre

Viele Menschen wollen bekanntlich nach Deutschland einwandern. Der größte Teil tut dies heutzutage mittels Asylantrag. Unter denen kommt wiederum der größte Teil nicht wegen der Verfolgung daheim, sondern weil es der einfachste Weg ist, in Deutschland Fuß zu fassen. Zudem verspricht der Asylantrag sofort den Anspruch auf freie Kost und Logis, etwas Geld, medizinische Versorgung und nach 15 Monaten Ansprüche auf weitere Sozialleistungen. Das finden hierzulande zuerst vor allem diejenigen bedrohlich, die als Einheimische ebenfalls auf soziale Zuwendungen aus Steuer- und Abgabenmitteln angewiesen sind. Ihre einfache Logik: Wächst die Zahl der Kostgänger zu stark, werden die Leistungen irgendwann begrenzt werden müssen.

Das klingt zunächst nach einer sicheren Beherrschung der Grundrechenarten. Manchmal allerdings kann auch Rechnen populistisch sein, denn wer so denkt, kann ja solch fürsorglichen Menschen, wie dem SPD-Vize Ralf Stegner gar nicht mehr glauben, wenn der sagt, durch die Zuwanderung werde niemandem etwas weggenommen. Dabei ist es doch in der linken Mathematik ganz einfach: Wenn die Zahl der Kostgänger steigt, dann müssen einfach die Reichen mehr zahlen.

Flüchten vor der Rechnung …

Darauf, die Reichen zur Kasse zu bitten, können sich natürlich alle hervorragend einigen, nicht nur, weil ein wenig Sozialneid sehr vielen Menschen eigen ist. Der größte Teil der eigenen Klientel ist ja selbst bei Beamten-Spitzenbesoldung hoffentlich noch nicht von einer Reichen-Steuer betroffen. Man müsse einfach die Millionäre zur Kasse bitten, heißt es doch schon seit Jahrzehnten von der Linken, Teilen der SPD und der Grünen und schon ließe sich die soziale Welt reparieren.

Dumm nur, dass die Millionäre nun aber aus dem Lande flüchten. Das „manager magazin“ nennt es eine alarmierende Zahl, dass sich die Zahl der Vermögenden, die Deutschland verließen, im letzten Jahr vervierfacht hat. Waren es 2015 noch 1000, so sind 2016 schon 4000 Millionäre abgewandert. Und schon die 1000 waren eine vergleichsweise hohe Millionärsauswandererzahl. Früher habe diese im niedrigen dreistelligen Bereich gelegen, sagt eine Studie, die von der südafrikanischen Beratungsgesellschaft New World Wealth vorgelegt wurde und auf die sich das „manager magazin“ beruft. In der Arbeit von New World Wealth geht es um die weltweiten Migrationsbewegungen von Menschen, die über ein Vermögen von jeweils mehr als einer Million Dollar verfügen. Für die Studie wurden sowohl Reiche und Superreiche interviewt, als auch Migrationsexperten, Vermögensberater und Immobilienmakler. Visa-Statistiken, Immobilienregister und Medienberichte haben die Analysten ebenfalls ausgewertet. Danach flüchteten die Millionäre aus Deutschland vor allem nach Australien und Kanada.

… oder Flucht vor den Spannungen?

Und warum flüchten die Millionäre plötzlich? Doch sicher nicht vor Reichensteuer-Plänen, oder? Das „manager magazin“ zitiert die Analysten von New World Wealth, dass die Abwanderung vor allem mit den zunehmenden Spannungen in der Gesellschaft zusammenhänge, wie sie auch in anderen europäischen Ländern zu beobachten seien. Frankreich beispielsweise ist mit 12000 Reichen, die im letzten Jahr gegangen sind, Spitzenreiter bei der Millionärsflucht. Hier verweist die Studie bei der Frage nach den Gründen auch auf „religiöse Spannungen“. Eine nette Umschreibung, denn alle wissen ja, dass es derzeit eigentlich nur eine Religion oder besser religiöse Ideologie ist, die für diese Spannungen sorgt.

Solche Spannungen werden naturgemäß durch Masseneinwanderung vorrangig junger muslimischer Männer nicht gerade abgebaut. Auch soziale Spannungen werden nicht geringer, wenn die Zahl der Kostgänger steigt, aber der zu verteilende Kuchen nicht größer wird. Da ist es wirklich dumm, dass gerade jetzt die Millionäre gehen, von denen man doch die nötigen Zusatzsteuern kassieren wollte. Was nun? Zahlen jetzt dann doch alle? Oder muss deshalb nun jemandem etwas weggenommen werden? Oder wird eine Mauer für Millionäre gebaut?

Quelle: hier

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Peter Grimms Blog Sichtplatz hier

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