Gunter Weißgerber / 17.09.2018 / 12:00 / Foto: Alice Wiegand / 38 / Seite ausdrucken

Die fatale Zerstörung der Mitte

Von Ernst Eichengrün, Ulrich Schödlbauer und Gunter Weißgerber.

Chemnitz wird uns in allen seinen Dimensionen noch lange beschäftigen. Ob die Vorkommnisse nun wirklich die Bezeichnungen, die ihnen zugedacht worden sind, verdienen, ob also die Ausschreitungen so groß waren wie berichtet, spielt dabei keine Rolle. Zwar gab es schlimmere Krawalle, die mit weniger Medienaufmerksamkeit bedacht wurden, doch man sollte Chemnitz nicht kleinreden oder relativieren. Oft genügen ja selbst kleinere Anlässe, um Schrecken zu verbreiten und wie eine Lawine loszutreten.

Für eine politische Bewertung ist das skandalöse Benehmen der Rechtsextremen nicht das Wichtigste, sondern vor allem das überraschend hohe Mobilisierungs-Potenzial. Die hohe Zahl der Mitläufer, deren Auftreten oft nicht klar erkennen ließ, in welchem Ausmaß sie mit den in der rechten Szene virulenten Gesinnungen sympathisierten oder ob sie nur den Anlass nutzten, um ihren Unmut zu zeigen.

Für die echten Rechtsextremisten reichen die Instrumente eines konsequent wehrhaften demokratischen Staates. Aber entscheidend ist es doch, den wachsenden Anteil der stark verunsicherten Bevölkerung wieder ins Boot zu holen, jene Menschen, die einfach nicht mehr ungefragt mit sich machen lassen wollen, was ihnen die aktuelle Bundespolitik verordnet. Seit dem Herbst 2015 geht kontinuierlich Grundvertrauen verloren – Grundvertrauen vor allem in die Regierungsparteien CDU, CSU und SPD, darüber hinaus aber auch in die öffentlich-rechtlichen Medien. Viele Bürger dieser Republik haben den Adressaten ihrer politischen Vorstellungen verloren. Von vielen Medien sehen sie sich regelrecht falsch informiert. Die Folgen der ungesteuerten Massenzuwanderung waren nur für eine Partei Hauptgegenstand von Wahlkämpfen. Wer bei der letzten Bundestagswahl ein Votum gegen eine „Willkommenskultur“, die neben den Verfolgten auch noch deren Verfolgern die Türen weit öffnet, stimmen wollte, dem bot sich nur Rechtsaußen an und keine der klassischen demokratischen Parteien. Jeder Kritiker von Merkels-Migrationspolitik, für den die AfD unwählbar ist, konnte dies im letzten Herbst nicht, wie es in Demokratien üblich sein sollte, mit seiner Stimmabgabe ausdrücken.

Das Überspielen der Auslöser des Bürgerzorns

Die Bundesrepublik Deutschland ist der Staat ihrer Staatsbürger. Wird dieser Zusammenhang willentlich nicht beachtet, gehen die Staatsbürger auf die Straße. Wie sich in Chemnitz gezeigt hat, wächst die Gefahr gefährlicher Allianzen, wenn in der Bürgerschaft die Hoffnung darauf schwindet, dass die große Politik den Dialog ernst meint und nicht nur zu Beruhigungszwecken inszeniert. Wer den Glauben an die Lernfähigkeit der Regierenden verliert, und auch von großen Teilen der parlamentarischen Opposition immer wieder enttäuscht wird, zeigt sich bei der Wahl neuer Partner irgendwann nicht mehr zimperlich.

In Chemnitz wurde deutlich, dass die Rechtsextremen in ihrem Bemühen, die Herrschaft auf der Straße zu erobern, Fortschritte gemacht haben. Der Staat soll blamiert und die Republik ins Chaos gestürzt werden. Dabei gilt: Weder ist die Republik in Gefahr, noch gibt es nennenswerte Parallelen zu den letzten Jahren der Weimarer Republik. Wie immer man das Verhalten der AfD bewerten mag: Die Rolle, die jene Politiker spielen, die beispielsweise die Gewalttaten, an denen sich der Bürgerzorn entzündet, gern überspielen wollen, sich aber an den Folgeereignissen dafür umso gründlicher abarbeiten, ist fatal.

Die Einsicht, dass die Mitläufer nicht mit Rechtsextremen oder AfD in einen Topf geworfen und diese fatale Zuordnung schon gar nicht auf ganz Sachsen oder gar den gesamten Osten ausgedehnt werden sollte, kam wieder einmal sehr spät. Vielleicht schon zu spät; der Schaden ist da. Wenn normale Bürger sich dazu entschließen, einem Aufruf der AfD zu einer Trauer-Kundgebung zu folgen, dann sind sie deshalb noch keine Anhänger dieser Partei. Aber wer bot denn den Verunsicherten zuerst eine Gelegenheit, ihrer Trauer Ausdruck zu geben und zugleich auch ihrem wachsenden Unmut angesichts einer verfehlten Migrationspolitik, von der sich eine Linie zu der Mordtat zieht?

Diesen Bürgern geht es darum, die Politik und ihre unzulänglichen Manöver in der Flüchtlingsfrage zu kritisieren. Der Mord von Chemnitz war Anlass, nicht Ursache des Protests. Wenn immer noch behauptet wird, weder habe es eine illegale Masseneinwanderung gegeben noch bestehe eine unverhältnismäßige Kriminalität, und der Bevölkerung seien ganz andere Probleme wichtig, dann kann das die Unruhe nur verstärken.

Viele Gewählte halten sich für die Therapeuten ihrer Wähler

Dass die jährliche Zuwanderungszahl seit dem Rekordhoch der Jahre 2015 und 2016 abgenommen hat, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die anderthalb Millionen Ankömmlinge dieser Zeit und die damit entstandenen Probleme fast alle immer noch da sind. Die „Obergrenze“ von 200.000 Asylbewerbern bedeutet immer noch, falls sie ausgeschöpft wird, dass in fünf Jahren eine Million hinzukommt. Nach wie vor gilt, dass, wer Kritik wagt, rasch als hinterwäldlerisch, rassistisch oder gar nazistisch verunglimpft wird. Vor allem letzteres weckt Besorgnis: Der Vorwurf verflacht dadurch, er büßt seine Wirkung ein und greift nicht mehr, wenn er tatsächlich angebracht ist.

Die Bürger wollen gehört werden. Das ist ihr gutes Recht. Die Politiker beteuern das immer wieder. Doch reicht das? Bleibt es damit nicht nur bei folgenlosen Leerformeln? Die Wähler wollen von den Gewählten nicht nur mit Therapiegesprächen bedacht werden, sondern sie erwarten Entscheidungen und politisches Handeln, idealerweise in Erfüllung ihrer Wahlversprechen.

Sicher ist in den letzten Jahren einiges geschehen. Doch die Wähler wissen auch, dass die Zahl der Migranten nur nachgelassen hat, weil die Balkanroute geschlossen wurde und Erdogan für seine „Wacht an der Ägäis“ entlohnt wurde. Was im Lande selbst getan wurde, überzeugt viele Bürger nicht. Und der kleinliche Streit um Detailfragen stärkt die ohnehin steigende Angst vor einem Staatsversagen weiter.

Ein Signal der Hoffnung wäre dringend nötig, zumal das Berliner Dauer-Theater in den letzten acht Monaten viel Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik verspielt hat. Ohnehin wissen die Bürger, dass der Politik der Massenzuwanderung nach wie vor das demokratische Mandat fehlt und dass sie im Bundestag nie zur Abstimmung stand.

Zunehmende Gefährdung früherer Integrationsleistungen

Seit den Wahlen 2017 steht das Menetekel an der Wand. Jeder konnte seither wissen, dass das Potenzial der AfD weitaus größer ist als die damals von ihr erzielten 13 Prozent. Politik in der Demokratie lebt vom Vertrauen; ist es einmal verspielt, traut man den Regierenden nicht mehr zu, mit den Problemen der Zukunft fertig zu werden. Der Faktor Zukunftsangst steigt somit. Wer Xenophobie und Fremdenhass, wo sie bereits grassieren, als Ausfluss von Zukunftsangst erklärt, sollte auch erklären, woher diese kommen und wie die Politik sie verstärkt.

Eine der übelsten Folgen der aktuellen Zuwanderungspolitik ist es, dass sie zunehmend die bereits erreichte Integration der „alten“ Migranten gefährdet. Auf allen Seiten wächst das Misstrauen und beraubt die verstärkten Bemühungen um Integration ihrer dringend benötigten Glaubwürdigkeit. Das wird unabsehbare Folgen haben.

Soll die Gesellschaft nicht weiter auseinander treiben, ist deutliches und massives Handeln mit Signalwirkung gefragt.

Es genügt nicht, wenn Politiker bei Problemen mit Abschiebungen und Kriminalitäts-Bekämpfung darauf verweisen, die Gesetze seien nun einmal so. Jeder weiß: Gesetze, auch europäische, kann man ändern, im Ernstfall sogar internationale Abmachungen, die in anderen Zeiten für andere Probleme getroffen wurden.

Die AfD ist nicht die Ursache der Probleme, sie ist, siehe Chemnitz, nur noch ein Bote unter anderen.

Ein letztes Wort zu Chemnitz

Klar ist: hier wurde der Rechtsstaat herausgefordert. Ebenso klar ist, dass das bisher – man denke z.B. an G20 in Hamburg und an dauerhaft rechtsfreie Räume in Berlin – auch und gerade von linksradikalen/chaotischen Gruppierungen so praktiziert wurde, oft verbunden mit Verharmlosung oder kaum verhohlener Sympathie für die Randalierer auf Seiten von Grünen und Linkspartei. Regelmäßig wird dann der Polizei der Schwarze Peter zugespielt: Sie deeskaliere nicht, oft sei schon ihre bloße Anwesenheit eine Provokation, sie handle unverhältnismäßig. Verstörend auch, dass mit den Migranten ein starker Antisemitismus importiert wurde. Wenn Zigtausende am Al-Quds-Tag gegen Israel und die Juden hetzen, wird das zwar bedauert, aber niemand ist da, es zu verhindern.

All das soll jetzt keine Rolle mehr spielen. Gefordert wird ein großes Bündnis gegen Rechtsaußen und Rassismus. Dass auch die linken Radikalen dabei sind, stört die Bundesjustizministerin nicht. Kommunisten und Anarchisten (die ohne den „Schwarzen Block“ nicht zu haben sind) sind willkommen, wenn es um den weit interpretierten „Faschismus“ geht, zu dem dann gerne auch die Mitläufer gerechnet werden. Die ohnehin bestehende Spaltung der Gesellschaft wird so noch weiter gefördert. Die Mitläufer wird das nicht zur Einkehr bewegen. Und auch die zu mobilisierende Mitte wird durch eine solche Polarisierung verschreckt; weiß sie doch, dass auf Demonstrationen mit Radikalen Krawalle nicht ausbleiben.

Die Mitte der Gesellschaft samt den maßvollen, mit Argumenten erreichbaren Kritikern der Migrationspolitik wird es nicht goutieren, wenn sich auf Seiten der Befürworter auch solche finden, die eine unbegrenzte Zuwanderung fordern, insbesondere wenn diese sich davon versprechen, dass so das Land und seine Menschen von Grund auf verändert werden. Von jenen ganz zu schweigen, die darauf setzen, dass massenhafte Zuwanderung ein neues Proletariat schafft, von dem endlich die lang ersehnte Revolution ausgeht.

Es wird behauptet, die politische und mediale Konzentration auf das Migrations-Problem schaffe dieses Problem erst. Und: Wer Probleme anspreche, nütze nur der AfD. Schon wird gefordert, die negativen Berichte einzudämmen. Wird künftig jegliche Kritik an der Migrationspolitik, ja selbst ein Hinweis auf Skandale, dann auch amtlich als Rassismus verunglimpft?

Die Tendenz zur weiteren Polarisierung ist deutlich: hier die einen, die „Alle Ausländer raus!“, da die anderen, die „Alle Ausländer rein!“ rufen. Zwischenpositionen werden gnadenlos mit einer an Teufelsaustreibung erinnernden Inbrunst ausgegrenzt. Die vernünftige, abwägende Mitte soll so zerrieben werden.

Last but not least die Frage der Moral

So wichtig die Hilfsverpflichtung des Staates, so begrüßenswert die Hilfsbereitschaft Vieler ist, so sehr viele Einzelschicksale auch dort nach Verständnis und Hilfe schreien, wo Skeptiker sich hin- und hergerissen fühlen, so kann das allein doch nicht Richtschnur allen Handelns sein. Hier sei an Max Webers Unterscheidung zwischen der Gesinnungsethik, die sich allein auf die reine Moral stützt und der Verantwortungsethik, die die Folgen ihres Handelns mit bedenkt, erinnert. Die Folgen einer gesinnungsethisch gerechtfertigten Politik sind für jeden absehbar: verstärkte Zuwanderung, gepaart mit amtlicher Rücksicht auf rückständige Werte und Regeln, und der fortdauernden Überforderung unserer Institutionen und Ressourcen ruft einen wachsenden Unmut in der Bevölkerung hervor. 

Die gewollte Polarisierung zwischen absoluten Gegnern und Befürwortern einer unlimitierten Zuwanderung führt automatisch dazu, dass sich auf jeder Seite diejenigen durchsetzen, die am lautesten und am entschiedensten auftreten – vor allem dann, wenn die Kampagnen ideologisch aufgeladen werden. Beim „Kampf gegen Rechts“ werden Antifa & Konsorten so bald die verbale Hegemonie über das gesamte Lager gewinnen.  Wer will schon zurückstehen, wenn es gegen die Faschisten geht?

Fazit: Wer gewinnt, wenn Realisten als unmoralisch und verwerflich abgestempelt werden? Mit Sicherheit nicht das Gemeinwesen. Die Weltgesellschaft, in deren Interesse hierzulande gern geredet und gehandelt wird, ist eine tausendköpfige Hydra: urteilslos und wenig nachsichtig mit Gesellschaften, die sich selbst nicht zu bewahren wissen.

 

Foto: Alice Wiegand CC BY-SA 3.0 via Wikimedia

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Leserpost

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Tobias Meier / 17.09.2018

Das Verhältnis Politik vs Bürger ist so dermaßen verkorkst, dass nur eine umfangreiche Besinnung auf alte Werte der ehemals konservativen Parteien inklusive eines nachhaltigen Personalwechsels dazu führen könnte, dass Vertrauen der Bürger zurück zu gewinnen. Gleiches gilt für die Medien und sollte im linken Spektrum zumindest für die Reste der SPD, die sich schleunigst auf ihre Stammklientel besinnen sollte, ebenfalls gelten. Und das Misstrauen entstand ja nicht nur aufgrund der Migrationspolitik. Die total verkorkste Energiewende, deren Hauptlast der kleine Mann tragen darf, die vollkommen realitätsferne und überflüssige Genderisierung, die ungesunde Blockbildung von der Linken bis zur CDU im Bundestag und die ungleiche Be- und Verurteilung extremistisch motivierter Verbrechen, all das trägt dazu bei, dass der Wähler sich von den klassischen Parteien mit Grausen abwendet. Und über all dem liegt dann die komplett fehlende Selbstkritik, trotz aller Hiobsbotschaften, die auf die Berliner Riege hereinprasseln. Es ist zum Fürchten. Ich hoffe nur, dass ich das Land rechtzeitig verlassen kann, bevor es richtig knallt.

Dr. Ralf Möller / 17.09.2018

Sorry - aber ich konnte den Artikel nicht zu Ende lesen. Wenn die AFD als Alternative zum Parteieinheitsbrei als Rechtsaußen bezeichnet wird, erkenne ich, daß auch bei diesem kritischeren Autor die Gehirnwäsche funktioniert hat. Meine Güte - wenn selbst Sie sich noch zu fein sind mit den Schmuddelkindern zu spielen - na dann Gute Nacht Deutschland. Gott ist der Größte und Mekka liegt im Osten (für die Ausrichtung des Gebetsteppichs).

Bernd Naumann / 17.09.2018

Angeblich bedauern Sie die Spaltung der Gesellschaft und tragen doch zu dieser bei. Wer das geifernde Moralisieren aller Parteien gegen die AfD im Bundestag erlebte, Schulz und Kahrs zuvorderst, die Ovationen, an Sportpalast erinnernd, wendet sich von dieser pervertierten Demokratie mit Abscheu. Voraussetzung für deren Gesundung wäre die Akzeptanz der AfD als nationalkonservative demokratische Partei, der Auseindersetzung mit Argumenten statt mit billiger Polemik. Davon sind Sie, der Sie AfD mit rechtsextremen Parteien gleichsetzen, weit entfernt. Mit besten Grüßen, Ein Mitläufer, unfähig zu selbständigem Denken, der Belehrung durch Bessermenschen bedürfen. (Einer der ersten Mitglieder der SDP in der NochDDR, viele Jahre SPD, heute mit tiefen Abscheu auf die Partei und deren Personal blickend)

Gabriele Kremmel / 17.09.2018

Wenn die Kritik an einer hirnlosen und kritikwürdigen Einwanderungspolitik, die unter dem Deckmäntelchen der Flüchtlingshilfe durchgepeitscht wird, Xenophobie und Fremdenhass genannt wird, dann werden tatsächlich genau diese Geister geweckt. Sie wissen schon: jene, die man erst weckte indem man laut und lange genug ihren Namen in die Welt hinaus schrie. Es ist noch kein Fremdenhass und kein Rassimus, wenn Politik kritisiert und auf ihre Folgen hingewiesen wird. Dass die AfD als einzige Partei diese Thematik überhaupt anspricht macht sie vielleicht nicht zum Heilsbringer und zur Löserin aller Probleme, aber für viele Ungehörte zum letzten Strohhalm, um die Politik zu zwingen, sich endlich ehrlich damit auseinander zu setzen. Die ganze RRR-Rhetorik (Rechte, Rechtsradikale, Rassisten) zielt so offensichtlich vor allem auf die Diskreditierung aller Kritiker und all derer hin, die nicht geräuschlos hinnehmen, was nicht hinnehmbar ist, dass es schon weh tut. Der immense Widerspruch, einerseits das Herbeireden und Verhindernwollen eines angeblich gesichteten Neofaschismus und anderseits die gleichzeitig unlauteren und faschistoid anmutenden Methoden, um “nicht hilfreiche” Äußerungen, Kritik und Kritiker mundtot zu machen ist für mich das eigentlich Erschreckende. Dazu die Ignoranz gegenüber den tatsächlichen Missständen. Unfassbar.

Frank Stricker / 17.09.2018

Gerade wieder aktuelle “fake News” bei den Mainzelmännchen vom Lerchenberg in “Heute”. Eine große Mehrheit würde die Zuwanderung angeblich positiv sehen. Wo hat man denn die Erhebung durchgeführt ?  Vielleicht in der ZDF-Kantine, wo Thomas Bellut mit gezogenem Revolver nach Abweichlern gefahndet hat ?  Gott sei Dank gibt es mittlerweile andere Medien und man muß sich die Märchen aus Mainz nicht länger antun.

Rolf Lindner / 17.09.2018

“Seit dem Herbst 2015 geht kontinuierlich Grundvertrauen verloren – Grundvertrauen vor allem in die Regierungsparteien CDU, CSU und SPD, darüber hinaus aber auch in die öffentlich-rechtlichen Medien.” Bei mir ist ein gewisses Restvertrauen schlagartig verloren gegangen. Warum das nicht bei breiteren Teilen der Deutschen passiert ist, bleibt mir ein Rätsel. Es gehört wahrlich nicht viel Intelligenz dazu, trotz gesinnungsmedialerTäuschungsmanöver oder gerade wegen dieser, zu erfassen, wohin die Entwicklung geht. Wer meint, dass die AfD eine rechtspopulistische Partei ist, der möge sich zum Beispiel die Reden von Gauland und Weidel jünst zur Generaldebatte im Bundestag anhören und mir erklären, was daran rechtspopulistisch ist. Es war nur eine Abrechnung mit der fatalen Regierungspolitik, wie sie früher vor diesem Gremium üblich war. Die Kanzlerin saß dabei wie eine schlechte Schülerin, die von ihrem Lehrer abgekanzelt wird. Die Diffamierung der AfD als rechtsaußen o.ä. ist genauso widerlich wie das sonstige Gehetze gegen Menschen, die Tatsachen offenlegen.

Norbert Rahm / 17.09.2018

Irgendwie erinnert mich der Artikel sehr an meinen Vater. Mit Kanzlerin und Groko ist er mehr als nur unzufrieden. Aber er will es irgendwie aussitzen. Ungültig wählen, um ein Zeichen zu setzen. Wenn das genug machen, meint er, ändert sich was. Dank unserer lieben Medien hält er die AfD für unwählbare Nazis, die noch dümmer sind als Merkel und Söder zusammen. Das Beharrungsvermögen des dt. “Michels” ist am Ende nur eine erbärmliche Angst vor Veränderung, auch wenn sich bereits alles zum Schlechten hin verändert. Meiner Ansicht nach zumindest kann man diese Politik nicht aussitzen, es wird nicht besser. Das wollen viele nicht wahrhaben.

Sabine Schönfelder / 17.09.2018

In Wahrheit möchte man kein Bündnis gegen ‘Rechte ’ und ’ Rechtsaußen ‘, das ist nur ein anderes Etikett für Kritiker und Andersdenkende,  bewußt überlegt und werbestrategisch geplant für die linke Ideologisierung des Landes. Wirkliche Nazis, im Sinne unserer unrühmlichen Vergangenheit gibt es nur noch wenige. Die rechten Nachfolgefaschos sind überschaubar und alles andere als eine Gefahr für den Staat. Die linke Antifa, finanziell und politisch unterstützt von den Linken und durch Merkels alternativlose Anerkennung ihrer zurechtgeschnittenen Videos in die Seriösität aufgestiegen, sind die wirklich gewalttätig agierenden Linksfaschisten. Es wurden viele Veranstaltungen der AFD, Lesungen von Sarrazin gestört und im Vorfeld attackiert. Niedergebrannte Autos, zusammengeschlagene Polizisten und AFD-Politiker nebst beliebiger menschlicher Kollateralschäden sind zu verzeichnen, wenn es gilt , für den Weltfrieden und die linke Sache alles in Trümmer zu hauen. Haben Sie schon von linken Politikern gehört, die von sogenannten’ Rechtsradikalen’ vertrimmt wurden? Wir Bürger müssen nicht aufs Boot geholt werden. Wir wollen in dieses Boot nicht hinein ,und dieses Boot wurde nicht demokratisch gewählt im Sinne der demokratischen Prinzipien von Regierung und Opposition als Ausgewogenheit staatlichen Handelns! Wir haben faktisch nur eine Partei unter Merkel und eine Alternative Opposition, und diese wird undemokratisch mit Anifa-Methoden desavouiert! Die Altparteien lassen keine Meinung in der Mitte zu. Entweder man ist für Migration im Sinne der UN, weitere Millionen, oder man ist ein ‘Rechter’. So sieht es aus!      

Helmut Driesel / 17.09.2018

Wirklich ein nach allen Seiten sorgfältig ausgewogener Text. Opportun dem Durchschnitt bis ins Mark. Wie man es von einem Mitten-Parlamentarier erwartet. Aber sollte die Mitte wirklich vernünftiger sein als irgendwer abseits davon? Haben die in der Mitte uns das nicht so schwer verdaulich eingebrockt? Ob eine Politik falsch war, sieht man unvermeidlich in den Statistiken. Egal, worum es im Detail geht.  Und das föderale System ist deshalb vorteilhaft, weil es immer auch Wege abseits der Mitte oder dem Mainstream zulässt. So wie jetzt gerade in Thüringen. Oder demnächst in Sachsen. So macht das Gemeinwesen insgesamt Erfahrungen, ohne das ganze Land ins Risiko extremer Entscheidungen zu ziehen. Wer das unterdrücken will, der kann auch gleich den Einheitsstaat fordern. Abschaffung aller Länderparlamente und Ersatz des Bundesrates durch eine Rechenklausel im Bundestag. Ich wäre auf das Ergebnis einer Volksbefragung zu diesem Thema gespannt. Auf jeden Fall besser als überall die berühmt bemühte und zuletzt schulterzuckende Mitte. Ich würde hier gerne schließen mit Wolf Biermann: “Die haben wir satt!” Gut, aber so anmaßend wollte ich nun auch nicht sein.

Jürgen Schnerr / 17.09.2018

Nun ja, was soll man zu diesem Artikel sagen? Die Achse, wie noch manch andere Blogs, ist kein Fanprojekt der AfD. Aber zum Glück wird hier wie anderswo noch meist sachlich berichtet und per Kommentar diskutiert. Das ist gut so und deshalb lese ich da ab und zu mit und kommentiere auch. Man muss aber auch klar erkennen, dass etliche der Autoren immer wieder zu einfach unterwegs sind und relativieren, manchmal auch verharmlosen. Sie heißen nicht nur Weißgerber! Letztlich spielen diese damit auch das Spiel der Merkel und ihrer Helfer mit, indem sie die Leute verunsichern ihr Wahlkreuz so zu machen wie es nötig ist, um eine Änderung herbeizuführen. Es kann eben niemand aus seiner Haut, welche er 20 Jahre oder mehr getragen hat. Ich sehe es positiv, dass auch solche Autoren hier mitmachen, weil sie erkannt haben, dass es so nicht weitergehen kann. Das hält mich aber auch nicht ab ihre Ansichten, wo ich das anders sehe, entsprechend kritisch zu bewerten. Und wer im machiavellischen Sinne die Machtfrage klären will, der muss viele mit ins Boot holen und nicht schon beim Einsteigen abprüfen nach dem Motto die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Solch ein Boot legt nie ab! Das kann man hinterher machen. So ist es 89 in der DDR gelaufen; das müsste Herr Weißgerber eigentlich wissen.

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