Volker Voegele, Gastautor / 01.11.2020 / 17:00 / Foto: USAF / 15 / Seite ausdrucken

Die Eröffnung des BER: Wie in Namibia

Der Deutschlandfunk Dlf hat Udo Haase, den früheren Bürgermeister von Schönefeld anlässlich der Eröffnung des neuen Haupstadtflughafens am 31.10. 2020 interviewt. Daraus die famosen Visionen des früheren Bürgermeisters:

„Ganz großer Impulsgeber für die gesamte Region...dass wir uns zu einer Flughafenstadt hin entwickeln.“ 

„Heute gibt es viele Gründe, sich zu freuen: zum einen, weil nun endlich dieser Flughafen an den Start geht. Zum anderen ist heute auch noch ein Feiertag in Brandenburg, wir haben ja den Reformationstag."

„Heute kommt dann noch Halloween, unser Lütke Daldrup (eigene Anmerkung: LD ist Stadtplaner) hat Geburtstag, und in Schönefeld wird heute in der Kirche noch eine neue Orgel eingeweiht. Also wir haben viele Gründe zu feiern und freuen uns über so vieles hier in Schönefeld, und wenn es nicht schon ein Feiertag wäre, wäre mein Vorschlag, daraus einen zu machen."

Es wird sich weiter gefreut:

„Wir haben hier Zuzüge, wo andere vielleicht von träumen, wir haben die Einwohnerzahl ja in Schönefeld verdreifacht und werden sie noch mal verdreifachen, und wir haben viele,  viele Arbeitsplätze geschaffen. Wir haben in Schönefeld Dinge möglich gemacht, die anderen so gar nicht möglich wären." 

„Aber die Geschichte muss man so erzählen: Wir waren in Namibia, stimmt, und erzählten die Geschichte, dass wir aus Schönefeld kommen, alles lachte, aber – und jetzt kommt’s –, da sagte der eine: Na, das macht euch sympathisch, ist ja wie bei uns."

„Ich hatte immer Optimismus und wusste, dass der Flughafen an den Start geht, und musste natürlich in der gesamten Zeit immer die Investoren trösten und bei Laune halten, dass die nicht abspringen."

„Und die Entwicklung auch im Flugzeugbau geht ja dahin, dass man jetzt Hybrid- oder elektrisch Fliegen nicht nur diskutiert, sondern die ersten Flieger mit zehn, zwölf Leuten an Bord können ja schon elektrisch fliegen." 

Zum Thema elektrisch Fliegen siehe hier. Den Schlusssatz hat der Dlf angefügt.

„Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen."

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Leserpost

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Bernd Neumann / 02.11.2020

Der Beitrag gibt die Äußerung des Schönefelder Bürgermeisters (der es inzwischen schon gar nicht mehr ist, nur bis 2019) nur etwas aus dem Zusammenhang gerissen wieder. Das volle Interview konnte man in einem Beitrag vom RBB zur Flughafeneröffnmung sehen, da kam übrigens auch Mehdorn zu Wort, der ex-Pirat und Neu-Linke Martin Delius, der von 2012 bis 2016 den Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses leitete (weiter unten dazu mehr), und frühere Äußerungen der beiden Hauptschuldigen Wowereit und Platzeck, die 2020 (wohl auf Anraten ihrer Anwälte) sich öffentlich nicht mehr zum Thema äußern, zumal es seit 2018 einen weiteren Untersuchungsausschuss gibt, der aber auch nur ein Hormberger schießen ist, weil die AfD mit dabei ist, und was ist gegen die schon ein BER?? Ich kann nur sagen: So lächerlich ist dieser Kleinstadtbürgermeister nicht, wie er hier im Beitrag gemacht wurde. Gut, er sitzt in einem Wohnzimmer beim Interview, das aussieht, als stamme es aus den 1920er Jahren (aber das findet man im Osten noch oft) er randberlinert ordertlich, wa, Alta, weil weder aus dem Schwabenland noch Niedersachsen zugezogen (so wie Annalena Baerbock). Und doch - er war der einzige der Befragten, dem man abnahm, was er sagte (Mehdorn in seiner Villa auf Teneriffa, oder wo das war, aber auch so ein bißchen diesen Berliner Schalk, aber sonst eher “ich habe keine Schuld”) Delius soll sich übrigens “Meriten” erworben haben als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses. Aber der Aalglattheit Wowereits hatte er nie etwas entgegenzusetzen und ansonsten fiel ihm bloß auf, daß es “fünf weiße alte Männer” beim ersten Spatenstuich gewesen waren - KEINE Frau, keine People of Color,! Wußten wir es doch, woran es lag!  Die Fachleute aus Syrien kamen eben erst 2015! Jetzt sind sie da, und siehe da - BER fertig! Was hatte Delius vorzuweisen, nach vier Jahren Aktensichten? Nichts, außer selbst keine Milliarden versenkt. Bleibt als Resumee: Det is Balin, wie ett leibt und lebt.

K. Schmidt / 01.11.2020

Einige Regionalflughäfen sind ja gerade erst pleitegegangen. Wahrscheinlich trifft es BER auch bald, Man stellt, dass der alleinige Betrieb von Tegel wirtschaftlicher ist. Und das war’s dann.

Karsten Dörre / 01.11.2020

Der Wikipedia-Eintrag “Elektroflugzeug” gibt einen historischen Überblick zu Elektroflugzeugen. Der Ausblick liest sich im ersten Moment vielversprechend, wenn man bedenkt, dass der normale Flugbetrieb die nächsten Corona-Jahre ausfällt bzw. verboten. Betrachtet man Elektroflugzeuge nüchtern ohne Flugverbot, sind weltweit zwei Projekte mehr als dürftig. Zudem werden diese E-Flugzeuge in den nächsten 100 Jahren nicht Schönefeld ansteuern. Immerhin versprüht Udo Haase, früherer Bürgermeister von Schönefeld, Optimismus in einer Zeit, wo tagtäglich finsterste Zukunftsvisionen von Politik und Medien Hochkonjunktur haben und die Weltbevölkerung in kollektive Depressionen führen.

Hans-Peter Dollhopf / 01.11.2020

Irgendwie rührend.

N.Lehmann / 01.11.2020

Hallo Leute, der Schwafler meint das und LD ist das Deutschland von heute. BER ist Deutschland! Die Welt lacht und glaubt bei uns uns ist Narrenzeit!

A. Muche / 01.11.2020

Es ist nur konsequent einen Geisterflughafen an Halloween zu eröffnen

R.Ahrens / 01.11.2020

Endlich mal ein Bürgermeister mit ehrlichem erfrischendem Humor. Also ich mag seinen Optimismus gerade in Zeiten wie diesen. Zumal wir ja von einer extremen Auslastung des BER ausgehen dürfen. UNFASSBAR!

Ridley Banks / 01.11.2020

Der Vorteil der Dummheit besteht darin, dass man sich klug stellen will .....usw…

S. v. Belino / 01.11.2020

Der Schlusssatz ist nachgerade geeignet, mir den Dlf wieder etwas sympathischer werden zu lassen. Häufig dienen derlei Bemerkungen dazu, sich höflich aber bestimmt von Reportage-Inhalten und Fremdaussagen zu distanzieren. In diesem Falle waren es wohl die peinlich-euphorischen Auslassungen eines Ex-BM, der offenbar nicht mal etwas Verdächtiges dabei erkennen konnte, dass der unfassbare, über viele Jahre praktizierte Dilettantismus rund um den Berliner BERen mit afrikanischen (namiblanischen) Gegebenheiten gleichgesetzt wurde. Nun denn. Dazu ist jedoch unbedingt zu bemerken, dass in Afrika meist sehr viel zügiger und effizienter gebaut wird als hierzulande. Erinnert sei hier nur an die rasante Erstellung sowie absolut pünktliche Fertigstellung sämtlicher südafrikanischer WM-Stadien. Respekt. - Übrigens, man sollte sich seitens des Senders ruhig öfter besagter Schlussbemerkung bedienen. Anlässe dafür gäbe es mehr als genug.

Alois Fuchs / 01.11.2020

Wo hat dieser Mann sein Gehirn versteckt?

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