Die echten Arbeitslosenzahlen für April: Immer noch mehr als 6 Millionen
Zum Ende jedes Monats veröffentlicht die Agentur für Arbeit die Arbeitslosenzahlen für Deutschland. Hierbei wendet die Behörde ziemlich simple Taschenspielertricks an, um die Statistik schönzurechnen. Was für eine Bundesbehörde eine ziemlich unbefriedigende Leistung darstellt, ist für jene Medien, die diese Zahlen als zuverlässig verbreitet, ein Armutszeugnis. Also habe ich mir auf die Fahnen geschrieben, jeden Monat die Höhe der echten Arbeitslosenzahlen abzubilden.
Die prominenteste Zahl in der Presseerklärung lautet 2.771.000. So viele Menschen seien, so der Monatsbericht, arbeitslos. Diese Aussage ist jedoch völlig falsch, wenn man sieht, wie die Beamten zu dieser Zahl kommen. In den rund 2,7 Millionen Menschen sind lediglich die Arbeitslosen abgebildet, die im Sinne SGB II („Hartz IV Empfänger“) und SGB III (Personen in Fördermaßnahmen, Behinderte etc.) nicht erwerbstätig sind. Arbeitslose, die über 58 Jahre alt sind, werden in der Arbeitslosenzahl gar nicht berücksichtigt. Diese liegen bei 168.166 Personen. Diese, so wie Teilnehmer an Programmen zur Integration in den Arbeitsmarkt, Arbeitsunfähige sind laut den Statistikern der Agentur für Arbeit unterbeschäftigt. Sie sind arbeitlos, werden aber anders genannt. Im engeren Sinne unterbeschäftigt 3.543.427 Menschen, also 800.000 Arbeitslose mehr, als in der Zahl, die Tagesschau und Co. stolz präsentieren. Das sind mehr als 20% und durchaus üblich. Nach meiner Erfahrung bewegt sich die Differenz der sogenannten Arbeitslosen und der Unterbeschäftigten zwischen 20 und 30 Prozent. Doch auch diese Zahl ist von der Realität weit entfernt.
Mir ist ein absolutes Rätsel, warum in den proklamierten Arbeitslosenzahlen niemals Personen genannt werden, die Arbeitslosengeld I beziehen. Diese sind genauso ohne Arbeit – beziehen jedoch keine Sozialleistung, sondern Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung, was aber am Umstand der Joblosigkeit nichts ändert. Laut Statista sind es 1,1 Millionen Personen, die unerwähnt bleiben. Sicher, es gibt unter diesen Beziehern auch Kandidaten, die das ALG I für ein Jahr „mitnehmen“, um dann erst eine neue Beschäftigung zu suchen. Arbeitslos sind sie jedoch trotzdem.
Mitnahmeeffekte von Kurzarbeit sind real
Ein großes Thema in den letzten Monaten ist der Bezug von Kurzarbeitergeld (KUG). Und immerhin: Im Monatsbericht werden diese unter Unterbeschäftigung aufgeführt. Da die Meldung immer um zwei Monate verzögert stattfindet, sind lediglich die Zahlen von Februar 2021 verfügbar. Damals erhielten 2.176.000 Personen KUG. Um eine echte Arbeitslosenzahl zu nennen, müssen auch diese Personen genannt werden. Hierbei ist jedoch eine Differenzierung wichtig: Aus meiner Erfahrung als Praktiker ist KUG für viele Unternehmen auch ein Anreiz, ihren Cashflow mit Hilfe des Staates zu optimieren. Ziel von Kurzarbeit ist es, den Beschäftigten in Arbeit zu halten. Und es stimmt, viele Beschäftigte, gerade in der Gastronomie oder Einzelhandel, hätten gekündigt werden müssen, gäbe es die Ausgleichzahlung vom Staat nicht.
Wahr ist aber auch: Die Mitnahmeeffekte sind nicht zu unterschätzen. Diese sind natürlich kaum messbar, dennoch wäre es ungerecht, die 2,17 Millionen Kurzarbeiter mit Arbeitslosen gleichzusetzen. Daher habe ich entschlossen, nur zwei von drei Leistungsempfängern zu berücksichtigen. Diese Berechnung ist ein stückweit willkürlich und sicherlich nicht korrekt. Es erscheint mir aber korrekter zu sein, die Zahl kleiner zu halten, als sie ist – denn nicht alle Kurzarbeiter wären ohne KUG tatsächlich arbeitslos. 66 Prozent von 2,17 Millionen sind grob gerundet 1,45 Millionen, die ich zur echten Arbeitslosenzahl hinzufüge.
13,7 Prozent Arbeitslosenquote – noch ohne Zombie-Unternehmen
Gar nicht bewertet werden Zombieunternehmen. Das ist auch nicht möglich und wäre tatsächlich zu spekulativ. Laut verschiedener Schätzungen geht man von 500.000 bis 800.000 deutschen Unternehmen aus. Wie viele davon tatsächlich in Deutschland sitzen und wie viele Mitarbeiter sie beschäftigen, ist unklar. Dennoch sollte man diese Beschäftigten im Hinterkopf haben. Aufgrund der lockeren Geldpolitik existieren viele Unternehmen, die de facto nicht mehr am Leben sind. Sie werden lediglich durch die Gelddruckpressen am Leben gehalten. Mitarbeiter von Zombieunternehmen werden schlechter bezahlt, genießen keine oder weniger Weiterbildungsmaßnahmen und verrichten oftmals keine sinnvollen Job.
Auf zwei Stellen nach dem Komma gerundet komme ich auf eine Arbeitslosenzahl von 6,09 Millionen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 13,7 Prozent, die mehr als doppelt so hoch ist, wie die in den großen Medien besprochene Quote von 6 Prozent für den April 2021. Und die echte Quote von 13,7 Prozent dürfte um einiges höher ausfallen, wenn man Zombieunternehmen und gar nicht registrierte Arbeitslose hinzurechnet. Es ist durchaus möglich, dass aktuell jeder Fünfte keiner Beschäftigung nachgeht. Währenddessen tut ein Arbeitsminister alles daran setzten, Arbeit zu verhindern.
Ergänzung: Ausländer sind häufiger arbeitslos
Besonders zu bedenken gibt die Tatsache, dass bis zu 30 Prozent der Arbeitslosen Ausländer sind. Nicht berücksichtigt sind hierbei Personen mit deutschem Pass und Migrationshintergrund. Wenn man von 11,4 Millionen Passausländern ausgeht, ergibt sich eine Ausländerquote von 13,7 Prozent. Oder anders: 30 von 100 Arbeitslosen sind Ausländer, während etwas mehr als 10 von 100 Personen in Deutschland überhaupt ausländisch sind. Bei diesen Zahlen gehen die Alarmglocken an. Und wenn man bedenkt, dass die rund 50 Prozent Menschen mit ausländischen Wurzeln gar nicht berücksicht werden, kann man sich denken, wohin die Reise geht: Mit zunehmender und ungenügend gesteuerter Einwanderung steigt auch die relative Zahl der echten Arbeitslosen.
Gleichzeitig zerstört der Arbeitsminister zum Beispiel durch das Arbeitsschutzkontrollgesetz, aber auch durch Mondvorstellungen von Mindestlöhnen Perspektiven von Arbeit – gerade für diese Klientel. Andererseits reizt das System an, gar nicht zu arbeiten, da die Arbeitslosengeld II Bezüge kaum sanktioniert werden.
Julian Marius Plutz arbeitet hauptberuflich im Personalbereich. Alle Zahlen, die nicht via Link belegt wurden, bezog der Autor aus dem Monatsbericht der Agentur für Arbeit April. Dieser Beitrag erschien zuerst auf seinem Blog "Neomarius".

Zitat:
„Mir ist ein absolutes Rätsel, warum in den proklamierten Arbeitslosenzahlen niemals Personen genannt werden, die Arbeitslosengeld I beziehen. Diese sind genauso ohne Arbeit – beziehen jedoch keine Sozialleistung, sondern Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung, was aber am Umstand der Joblosigkeit nichts ändert. Laut Statista sind es 1,1 Millionen Personen, die unerwähnt bleiben. Sicher, es gibt unter diesen Beziehern auch Kandidaten, die das ALG I für ein Jahr “mitnehmen„, um dann erst eine neue Beschäftigung zu suchen. Arbeitslos sind sie jedoch trotzdem.“ ALG I Arbeitslose werden N i c h t in der Statistik geführt? Das wusste ich definitiv nicht. Lieber Herr J.M. Plutz Sie machen mich sprachlos!! Also schöngerechnet von A-Z! das Ganze? Ist das juristisch – im Sinne der Informationspolitik – sauber oder strafbar.
Fazit: Glaube keiner behördlichen Statistik, die du nicht selbst erstellt/gefälscht hast.
MFG (von Einem, der den Glauben an „diese Republik“ schon sehr sehr lange verloren hat)
Danke für die Zahlenspiele. Ich hatte aus den Medien der letzten Jahre folgende Zahlen:
Um die 3 Millionen „offizielle“ Arbeitslose. Darunter 2 Millionen Bezieher von ALG II und eine Million, die ALG I erhalten. Dazu 4 Millionen weitere Bezieher von ALG II, die Aufstocker sind, in Maßnahmen stecken, krank sind, über 58 Jahre alt oder unvermittelbar sind. Macht zusammen 7 Millionen, die nicht von der eigenen Arbeit leben können.
Jetzt hieß es vor kurzem, dass wir durch Corona eine weitere Millionen Arbeitlose hätten (ob ALG I oder ALG II wurde nicht gesagt).
Macht also zusammen 8 Millionen.
Dazu kommen die Kurzarbeiter, von denen die meisten nach Ablauf der staatlichen Bezuschussung arbeitslos sein werden. Dazu werden neue Arbeitslose kommen, wenn die Insolvenzmeldepflicht wieder aktiviert wird, und reihenweise Unternehmen den Bankrott melden.
Ich schätze, 2022 haben wir 10 Millionen Arbeitslose, verstärkt auch noch durch Zuzug direkt in unser Sozialsystem.
Demgegenüber stehen weniger als 40 Millionen Erwerbstätige, von denen wiederum weniger als die Hälfte Nettosteuerzahler sind, die letztlich diejenigen sind, die alle anderen mitfinanzieren.
2.771.000. So viele Menschen seien, so der Monatsbericht, arbeitslos ? Wer das glaubt, glaubt auch Merkel sei Physikerin … Ende…..
Sie vergessen diejenigen, die im erwerbsfähigen Alter sind, aber dennoch kein Einkommen erzielen und auch nicht als arbeitssuchend gelten: ALG 2: 5 Millionen +. Bezogen auf die Personen im erwerbsfähigen Alter von 40-44 Millionen liegt der realistische Anteil der Arbeitslosen daher eher bei 25%+. Und von den restlichen 75%- gehört öknomisch gesehen ein nicht unerheblicher Teil nicht zur Entstehungsseite der zu verteilenden Mittel. Die Zahl der Arbeitslosen ist inzwischen wirklich Banane, da so gut wie niemand mehr davon ausgeht, dass sich damit ein Problem verbindet. Die aktuelle Reaktion auf die ökonomische Selbstverstümmelung der letzten 14 Monate zeigt das ganz gut.
Man muss aber auch beachten, dass mit jedem arbeitslosem Ausländer ein gewisser Betreuungsaufwand einher geht, der widerrum Arbeitsplätze schafft.
Der Ausländer kauft dann von Hartz 4 und eventuell Schwarzarbeit Lebensmittel und Konsumprodukte, was wiederum Arbeitsplätze schafft.
Somit kann man nicht pauschal sagen, dass ein Ausländer die Sozialkasse belastet, wenn er für Sozialarbeiter, Dolmetscher, Ärzte, Sachbearbeiter beim Jobcenter und Betreuer und andere steuerfinanzierte Leistungen die Arbeitsplatzberechtigung darstellt.
Problematisch wird es nur, wenn auf einmal der Deutsche kein Bock mehr hat zu arbeiten und lieber Hartz4 bekommt. Dann bricht das Kartenhaus zusammen.
Aber das glaube ich kaum. Es wird immer genug Deutsche Untertanen geben, die bereit sind zu für andere 60% des Jahres zu schuften.
Früher hieß diese Behörde mal Arbeitsamt. Der Begriff Agentur hat für mich schon allein einen anrüchigen Klang. Die dort Tätigen sind offensichtlich Agenten, sie agieren, wie das Wort schon nahelegt, und zwar im Sinne ihres Auftraggebers. Es ist seht verdienstvoll, wenn achgut diese Agentur überwacht.
Der Bevölkerung muß mal klar werden, daß sie einen reinrassigen Plünderungsstaat nährt………. So einfach ist das.