Ulrike Stockmann / 09.11.2020 / 11:00 / 19 / Seite ausdrucken

Die Diskriminierung von Kultur und Gastronomie

Nun haben wir also den zweiten Lockdown. Gastronomie und Kultureinrichtungen bleiben im November geschlossen. Oftmals wird von den betroffenen Branchen argumentiert, dass vehement auf Sicherheitsfragen wie Maskentragen, Abstandsregeln und andere Vorkehrungen geachtet wurde. Gerade die Gastronomie hat hier investiert. Sei es in durchsichtige Trennwände zwischen verschiedenen Tischen oder den Ausbau des Außenbereiches, um über die Wintermonate zu kommen.

All das gilt jetzt nicht mehr. Die Regierung hat den zweiten Lockdown beschlossen, und auch wenn Merkel betont, die Mühen der Kultur- und Gastronomiebranche seien nicht umsonst gewesen – für die Betroffenen fühlt es sich oft so an. Denn wozu soll man sich an Regeln und Abmachungen halten, wenn das, was der Staat einem im Gegenzug dafür in Aussicht gestellt hat, nämlich die Möglichkeit, weiterhin geöffnet zu bleiben, nicht eingehalten wird?

Foto: Ulrike Stockmann

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Karsten Dörre / 09.11.2020

Eine Woche haben wir schon rum. Die “Infiziertenzahlen” sinken noch nicht.  Hoffen wir mal, beten, befragen die Sterne oder legen Karten, ob es zum 30.11. was wird. Sonst war dieser November-Lockdown der schönste Schuss in den Ofen und Weihnachten und Silvester wird vom Volk auf den Straßen “gefeiert”.

Thomas Taterka / 09.11.2020

@Hannes Krautner - Herr Krautner ! Meine Wenigkeit hat mehrere Jahre an der Rezeption eines damals recht renommierten Hotels in Berlin - Grunewald gearbeitet ( Edler Zwirn, Feiern des Berliner Senats, Filmkulisse ), aber das war zu Beginn der 80er, da war ich ganz jung und es war eine entspanntere Zeit im Westen. Heute bedeutet Arbeitslosigkeit eine existentielle Bedrohung, für Männer ganz besonders. -Selbstständig war ich im Buchhandel in Berlin - Kreuzberg. Das kann auch sehr heikel werden, wenn die Gewerbemiete ständig steigt, aber der Umsatz nicht mehr berechenbar bleibt durch ” Veränderungen der Laufkundschaft ” auf einer Hauptverkehrsstrasse. Irgendwann wissen sie nicht mehr, womit sie sicher rechnen können : mit Mietschulden oder dem klammen harten Kern der nicht mehr ausreichenden Stammkundschaft? Ich bin abgesprungen, als es begann, mich krank zu machen vor Sorgen. So bin ich mit einem blauen Auge davongekommen und darf noch leben, auch wenn mir die Allüren langer Unabhängigkeit selten noch verziehen werden. Erfahrung ist nichts mehr gegen dumme Zicken, die mir früher die Bude eingerannt haben, weil ich zuhören konnte und gut nach ” Mann ” roch und zu lachen gab’s noch gratis dazu. C’ est la vie, c’ est la guerre ! Immerhin war ich der letzte, der in der Strasse das Licht ausgemacht hat, die heute Türkei heißt. Obwohl ich prinzipiell nichts gegen Türken habe, wenn sie aufgeklärt sind.

Jürgen Fischer / 09.11.2020

Ich frage mich, wie das nächstes Jahr gehen soll, wenn die offiziellen Zahlen zu den Steuereinnahmen, oder besser Nichteinnahmen, kommen - woher wollen sie dann das Geld nehmen, das zur Zeit noch mit der Gießkanne (oder soll ich sagen, mit dem Wasserwerfer?) über die “Bedürftigen” ausgeschüttet wird?

Hannes Krautner / 09.11.2020

@Thomas Taterka. -  Gastronomen und Hotelerie schützen ihrer Arbeitnehmer nicht vor Arbeitslosigkeit. In dieser Branche ist es üblich, dass man Mitarbeiter in umsatzschwachen Perioden ganz schnell zum Stempeln aufs Arbeitsamt.

Frank Rotschedl / 09.11.2020

Tja, Frau Stockmann, wie war das mit der Atomenergie? Hat unsere Kanzlerin in den letzten Jahren bei Ihnen irgendwann den Eindruck erweckt, sie würde sich für geltendes Recht oder geschlossene Verträge interessieren? Aus meiner Sicht handelt die Regierung Merkel durchaus konsequent… Konsequent zum Nachteil des produktiven Teils des deutschen Volkes… und bevor jetzt Rasse-Quark gekocht wird: Ich verstehe unter dem deutschen Volk alle Menschen, die sich rechtmäßig in Deutschland aufhalten… und mit “produktiv” meine ich die Menschen, die versuchen, ihren Lebensunterhalt ehrlich mit produktiver Arbeit zu bestreiten, denn diese sind der Motor - der einzige Motor - unserer Volkswirtschaft. Die Betonung ist wichtig, denn durch “Beauftragte” kommt kein Brot ins Regal, kein Ziegel auf’s Dach und keine Ware von A nach B… Und zum “Corona-Thema” nochmal konkret - wenn die Regierung Merkel an rationaler Politik und Bürgerrechten Interesse hätte, würde man wacklig-positive PCR-Ergebnisse nicht als “Infizierte” verkaufen - schon gar nicht ohne die Zahl der Tests zu nennen und man würde auch nicht in bester Hütchenspieler-Manier versuchen möglichst viele Tote und Intensivpatienten auf das Corona-Konto zu buchen… M.E. ist es auszuschließen, dass die Beteiligten so dämlich sind, dass keine Absicht hinter dieser Schlechtleistung stecken muss… Diese Politik wird sich erst ändern, wenn genug Bürger dagegen aufstehen.

Gudrun Meyer / 09.11.2020

Die 75% des Verdienstes, die ein Restaurant- oder Hotelinhaber erhält und die er sich, außer in winzigen Eckkneipen, mit ein paar Mitarbeitern teilen muss, könnten seine oder ihre Existenz wahrscheinlich retten, wenn es nicht schon einen früheren Lockdown im selben Jahr gegeben hätte; so aber wird die Rettung zweifelhaft. Und außer den Gastronomen, die vielleicht, aber nur vielleicht, an der Pleite vorbeischrammen, werden hier auch die Steuerzahler mutwillig geschädigt. Das Geld, das wir alle früher für Kaffee, Bier oder Wein, Essen und Übernachtungen ausgegeben haben, müssen wir jetzt ohne jede Gegenleistung an eine Branche zahlen, die der Willkür der Obrigkeit genauso ausgeliefert ist wie die einzelnen Bürger. Sollten wir nächstes Jahr in andere Länder oder jedenfalls Bundesländer fahren dürfen, um dort Urlaub zu machen, geht das am sichersten, wenn wir zelten und Reis oder Nudeln mit Tomatensoße auf einem Campingkocher heiß machen. Als Getränke dazu sind lauwarme Cola und lauwarmes Bier am wahrscheinlichsten. Ich wünsche guten Appetit! Und hoffentlich sind wir alle zäh genug, um es im Zelt auch bei einer Außentemperatur von 40 Grad im Schatten cool zu finden. Oder glaubt irgendjemand noch, im Sommer 2021 gäbe es kein Virus, das weitere kleine Lockdowns in der Light-Version erforderlich machen wird? Ob es dann noch Covid-19 oder Influenza oder sonst wie heißt, ist egal. Und bis 2022 haben die meisten von uns andere Sorgen als die, ans Meer zu verreisen. Dafür sorgt eine verantwortungsbewusste, jeder Panikmache entgegentretende Regierung, die mal die Warner, mal die “Leugner” zu “Verschwörungstheoretikern” erklärt und dabei selten das Beiwort “rechtsextrem” vergisst.

Karl Hans Bauer / 09.11.2020

@Heinz Gerhard Schäfer, es geht wirklich nicht um die Gastronomie. Sehen Sie nach München, dort hat die Betriebskantine der Allianz SE ganz normal geöffnet, die Landtagskantine natürlich auch, wo sollte Herr Söder sonst seinen Ranzen füllen? Und in Berlin hat die Bundestagskantine auch geöffnet, damit der feiste Peter mit der adipösen Angela Würstchen und Filet auf Steuerzahlerkosten reinwürgen kann.

Thomas Taterka / 09.11.2020

Herr Krautner!  75% sind noch nicht mal als Witz gut. Mittelständische Unternehmen arbeiten, um PROFIT zu erwirtschaften, ohne staatliche Förderung. Ausserdem brauchen sie Rücklagen, Lohnanreize für Angestellte und ” Spielgeld ” zur Abfederung eigener Fehlentscheidungen. Sie arbeiten nicht für die blosse Existenzsicherung , sondern kreativ. Das ist ihr eigentlicher Sinn. Und sie konkurrieren mit großer Risikobereitschaft mit Konzernen, die bereits bei lächerlichen Prozentpunkten der Umsatzrückgänge Tausende entlassen. Mittelständler retten ihre Mitarbeiter vor der Arbeitslosigkeit, manchmal Jahre, unter finanziellen Opfern. Ich spreche aus Erfahrung, guter wie schlechter, als Arbeitgeber und Arbeitnehmer .

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