Gastautor / 31.03.2011 / 23:08 / 0 / Seite ausdrucken

Die deutsche Islam(isierungs)konferenz

Cahit Kaya

Nach seiner Aussage, der Islam sei historisch gesehen kein Teil Deutschlands, die Muslime jedoch schon, löste der neue Innenminister Friedrich heftige Kritik von Islamverbänden (vor allem des Zentralrats der Muslime, ZDM) und anderen Vertretern der Islam-Lobby aus.

Sie wollen nicht die Akzeptanz der Muslime, sondern alleine des Islams, ist den Aussagen zu entnehmen. Und immer wieder die Einführung der Scharia. Genau hier sollte bereits ein jeder aufgeklärte Mensch stutzig werden, dessen Überzeugung daraus besteht, der Mensch stünde im Mittelpunkt, nicht aber eine Ideologie, welcher sich die Menschen unterzuordnen habe.

Islamverbände sind die verwöhnten Sorgenkinder Deutschlands

Als neuer Vorsitzender der Deutschen Islamkonferenz unterbreitete Friedrich den Vorschlag, Muslime seien dazu aufgerufen, extremistische Strömungen innerhalb ihrer Moscheevereine zu beobachten und auch dagegen anzukämpfen. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime Mazyek behauptet, dies wirke sich integrationsfeindlich aus und sei förderlich das Denunziantentum unter Muslimen zu erhöhen. Aber im Mittelpunkt seiner Kritik stand der Vorwurf Deutschland einen zutiefst rassistischen Charakter zu attestieren, dem dadurch nachgegeben würde, wenn hier kooperiert würde. Der Zentralrat der Muslime ist übrigens seit einem Jahr nicht mehr Teil der Deutschen Islamkonferenz.

Scharia-Befürworter müssen diskriminiert werden

Obwohl jeder Mensch in Deutschland dem selben Gesetz unterworfen ist, war die Begründung Mazyeks für den Boykott der Islamkonferenz, die Muslime seien rechtlich nicht gleichgestellt und würden laufend diskriminiert werden. Wenn er damit meint, dass die Gesellschaft sich dem islamischen Recht beugen müsse, welches in vielen Bereichen dem deutschen Grundgesetz widerspricht, so hat er natürlich Recht. Wenn er nun für eine Handvoll erzkonservativer Muslime die Einführung eines eigenen Gesetzes, nämlich der Scharia fordert, so wäre aus seiner Sicht die Diskriminierung aufgehoben.

Weil die Scharia diskriminiert

Dass die Scharia selbst alle nicht-orthodoxen Muslime und die Deutschen pauschal denunziert und benachteiligt, spielt für ihn keine Rolle. Beleidigt wie ein verwöhntes Kind, das nicht bekam,was es wollte, schmollt er, bis er es bekommt. So wie auch jeder Naziverband gezielt diskriminiert werden muss, um die Demokratie zu schützen, gilt dies aus meiner Sicht natürlich auch für jeden Scharia-Befürworter.

Sie müssen diskriminiert werden, um die Gesellschaft zu schützen. Wobei Diskriminierung nichts anderes bedeutet, als die Forderung der Akzeptanz des Deutschen Grundgesetzes und natürlich der universellen Menschenrechte. Ohne die Scharia zu akzeptieren. Nichts anderes wird von den Islamverbänden als Diskriminierung wahrgenommen.

Schalke-Lied verärgerte Mazyek

Eine Strophe eines Vereinslieds des Fußballclubs Schalke, aus dem Jahr 2009 verärgerte den Zentralrat der Muslime und Mazyek. In einer Strophe des Lieds hieß es: „Mohammed war ein Prophet, der vom Fußballspielen nichts versteht. Doch aus all der schönen Farbenpracht hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht.“ Historisch gesehen würde dies sogar teilweise stimmen, wurde Fußball erst Ende des 19. Jahrhunderts erfunden. Mohammed konnte von Fußball also wirklich nichts verstanden haben.

Was die Farben angeht, ist in der islamischen Mystik Weiß die Farbe der Intelligenz und Spiritualität. Zumindest Türkis-Blau gilt als Schutzfarbe gegen den bösen Blick. Mohammeds Lieblingsfarbe war aber Grün. Ein intelligentes Spiel und versteckt vom Bösen Blick der gegnerischen Spieler oder des Schiedsrichters auf dem grünen Rasen. Abenteuerlich interpretiert, wie auch ein Mazyek es gerne tut, um jede Schandtat seiner Schützlinge zu rechtfertigen, oder den schwarzen Peter anderen zuzuschieben. Vielleicht sollte Schalke auch einfach nur beleidigt sein. Das funktioniert auch bei Muslimen sehr gut.

Humor verletzt religiöse Gefühle

Mazyek meinte, dieses Lied könne dem einen oder anderen Muslim die Zornesröte ins Gesicht treiben, wenn ihr Prophet so beleidigt werde. Dass jeder Vorwand genutzt wird der Kultur des Beleidigt Seins zu fröhnen und daraus politisches Kapital zu schlagen, ist uns nicht neu. So blieb auch der Mord an der damals 31-jährigen ägyptischen Handballspielerin Marwa al Sherbini nicht unerwähnt. Als Zeugin war sie zu einer Gerichtsverhandlung geladen worden und wurde im Gericht vom Angeklagten erstochen. Dass diese Tat zu verurteilen ist, sollte nicht betont werden müssen. Doch machte dies die Denkweisen vieler Muslime sehr deutlich. Die Wahrnehmung der Menschen nicht als Individuen, sondern als Kollektiv.

Der einzelne Mensch gilt nur dann als wichtig, wenn er sich dem Kollektiv als nützlich erweist. So drohten islamistische Gruppen Deutschland mit Vergeltung und der Mord wurde zum Politikum, dass sich Bundeskanzlerin Merkel persönlich einschalten musste, um sich zu entschuldigen. So war auch der Mörder nützlich für den politischen Islam: deswegen sollte jede Gewalttat gegenüber Muslimen unterlassen und schärfsten angeprangert werden. Weil es nur den Islamisten nützt.

Der Mord an zwei US-Soldaten bestätigt Mazyek

Mazyek argumentierte mit dem Mord an der Ägypterin als Beweis für die Diskriminierung der Muslime in Deutschland. Es war ihm Recht, einen einzelnen Rassisten als Spiegelbild der Gesellschaft zu missbrauchen, um ihr faschistoide Tendenzen zu attestieren. Um die Angst der Muslime zu begründen. Doch dass der Mord und die immer unverblümter agierender Prediger des Islams ihre Hassbotschaften über das Internet verbreiten und so immer mehr junge Muslime erreichen, das macht ihm weniger Sorgen.

Er sieht auch hier nicht die islamistische Hassprediger als das Problem an, sondern die Gesellschaft an sich, die dies erst möglich macht. Ob dabei Menschen sterben, wie zuletzt die beiden US-Soldaten, die von einem aufgehetzten Jugendlichen ermordet wurden, wird außer Acht gelassen.

Mazyek hat Recht – die Gesellschaft und Politik ist schuld

Wie Recht er doch hat. Anstatt diese Leute aus dem Verkehr zu ziehen, sieht die Politik nur zu, oder streitet jeden islamischen Bezug ab, obwohl sämtliche Stellen des Korans im Stil von Hitlers “Mein Kampf” zu Hass und Gewalt gegen Ungläubige aufrufen und rechtfertigen. Es wäre die Aufgabe der Politik, diese Tendenzen zu bekämpfen, es wäre die Aufgabe der Islamverbände, dabei zu helfen.

Doch genau diesen Vorschlag lehnen Islamverbände, wie der Zentralrat der Muslime, scharf ab. Wissend, wie viele ihrer Mitglieder denken, geht er nicht darauf ein, sondern behauptet, diese Forderung sei das Produkt des Deutschen Rassismus.

Seine Verweigerung extremistische innerislamische Strömungen zu bekämpfen, macht ihn selbst zum Feind der Integration der Muslime. Die Absage an Kooperation um die Mehrheitsgesellschaft zu beruhigen und deutlich zu machen, Extremismus wird nicht geduldet, weicht einer offen zur Schau gestellten Akzeptanz des islamistischen Extremismus mit gleichzeitiger Verurteilung der zurecht verängstigten Deutschen.

Islamverbände schüren den Rassismus: weil sie ihn brauchen

Was wird also passieren, wenn er keinerlei Interesse zeigt, Extremisten zu bekämpfen? Richtig. Der Rassismus wird ansteigen. Nur wer ein Interesse an Parallelgesellschaften jenseits des Deutschen Rechts hat, wird so agieren wie diese Islamverbände. So ist die Islamkonferenz, egal ob die Islamverbände daran teilnehmen oder nicht, zum Medium der Islamisierung und Etablierung weiterer islamischer Staaten im Staate und fördert die Einführung der Scharia. Wenn die Islamkonferenz zur Farce und Islamisierungskonferenz wird, so empfehle ich die kritische Islamkonferenz.

Cahit Kaya, 1979 in der Türkei geboren, lebt in Wien.

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