Vor allem aber wird nun deutlich, welche Dämonen die arabischen Gesellschaften in sich tragen, die von der früheren Diktatur einerseits kontrolliert und in den Untergrund gedrängt, die aber andererseits auch mit gezielter Desinformation geschürt wurden. Der Sturm auf die israelische Botschaft in Kairo vor einigen Wochen zeigt, dass eine Bewegung, die anfangs begrüßenswert frei vom alten Hass auf Israel und Amerika war, in Teilen wieder zu den altbewährten Feindbildern zurückkehrt, die nun zudem von der Türkei neu angefacht werden. Wie tief die antisemitische Konditionierung arabischer Gesellschaften geht, zeigt sich gerade in Libyen. Dort hatte der alte Diktator Muammar al-Gaddafi jüdische Libyer 1967 aus dem Land gejagt. Im Frühjahr hat sich dann einer dieser libyschen Juden, der nach Rom exilierte David Gerbi, den Rebellen angeschlossen und geholfen, das Land zu befreien. Als er nun versuchte, in der seit 1967 geschlossenen Synagoge von Tripolis Schutt wegzuräumen und zu beten, rief das wütende Demonstranten auf den Plan, die ihn erneut aus dem Land treiben wollten und sogar auf Hebräisch geschriebene Plakate hochhielten, wonach es für Juden keinen Platz in Libyen gäbe. Gerbi ist inzwischen abgereist, um die Lage zu entspannen. http://flatworld.welt.de/2011/10/10/gewalt-in-kairo-und-die-damonen-arabiens/#more-531