Die britischen Reports zur Effektivität der Corona-Impfungen

Britische Studien untersuchen die Effektivität von Corona-Impfungen. Bei allen methodischen Vorbehalten sagen sie immerhin mehr aus als die bei uns üblichen Schummeleien, wo Neusprech aus Impfversagen „Impfdurchbruch" macht. 

In der alten Normalität könnten sie einem leidtun: jene Propagandisten der Corona-Massen-Impfungen, die den Sinn des Ganzen mit Zahlen untermauern sollen. Denn welchen messbaren Effekt soll das Impfen aller gegen eine Erkrankung, die „bei den allermeisten mild verläuft“ (Drosten) schon haben? Nach den Kriterien evidenzbasierter Medizin ist es seit Jahrzehnten nicht gelungen, den Nutzen von Grippeimpfungen – wenn schon nicht für die Bevölkerung, so doch – wenigstens für Risikogruppen zweifelsfrei nachzuweisen (vgl. eine Stellungnahme des Netzwerks Evidenzbasierte Medizin vom 02.05.2019). Das mag auch an Schwierigkeiten liegen, den Impfstoff auf die saisonal stark variierenden Erreger vorausahnend abzustimmen.

Entscheidender ist aber ein grundsätzliches Dilemma beim künstlichen Immunisieren gegen Erkältungserreger: Die Idee setzt intakte Immunsysteme voraus, die allerdings auch ohne Impfung mit dem Erreger fertig würden, weshalb die Praxis weitgehend versagt bei geschwächten Immunsystemen, die vom Erreger überfordert werden könnten, und daher ein Aufpäppeln nötig hätten. Zweitens ließe sich eine etwaige – wenn auch mikroskopische – Impfwirkung schon rein logisch besser nachweisen, wenn der Erreger einigermaßen virulent ist, also mitten in der Saison, als wenn (im Sommer) ohnehin wenig vonstatten geht und man „Fälle“ mit der Lupe suchen muss.

Für die Corona-Vakzine bedeutet dies, dass die meisten Menschen den sogenannten vollständigen Impfschutz erst erreichten, als die Saison 2020/21 längst am Abklingen bzw. vorbei war. Einigermaßen aussagekräftig in Hinblick auf eine Effektivität der Impfung wären (vernünftig) erhobene Daten über Krankheitsverläufe bei (einfach, doppelt oder dreifach) Geimpften hier und Ungeimpften da also für den kommenden Zeitraum Dezember 2021 bis Februar 2022. Nichtsdestotrotz wird seit Monaten in der Öffentlichkeit über die Impfeffektivität sinniert.

Die Corona-Vakzine seien einerseits sehr wirksam, andererseits lasse ihre Wirkung mit der Zeit nach, weshalb sogenannte Auffrischungsimpfungen (Booster) im Halbjahrestakt erforderlich werden könnten. Zwar gäbe es einerseits durchaus sogenannte Impfdurchbrüche, diese seien jedoch andererseits entweder zahlenmäßig nicht relevant oder bezögen sich nur auf „Infektionen“, die dann mild verlaufen würden, soll heißen: Geimpfte können sich anstecken und das Virus weitergeben, dies komme aber seltener vor und führe seltener zu schweren Verläufen als bei Ungeimpften. Diese Beteuerungen sollen dann irgendwelche Studien oder Zahlen belegen, soweit überhaupt noch der Versuch unternommen wird, den politischen Impfdruck samt 3-G- oder 2-G-Regeln empirisch und logisch zu rechtfertigen.

Deutsche Schummeleien

In Deutschland wird hier gerne ein bisschen geschummelt. Das beginnt schon damit, dass – wie bereits vielfach kritisiert – von Politik und Medien nur noch „Impfdurchbruch“ genannt wird, was dem epidemiologischen Lexikon des RKI nach einst eher „Impfversagen“ hieß. Zu „Impfdurchbruch“ (S. 59) steht nur der Verweis „Impfversagen“, bei „Impfversagen“ (S. 66) dann: „(engl.: vaccine failure) Impfdurchbruch, Erkrankung trotz Schutzimpfung“. Im Neusprech versagt also nicht die Corona-Impfung, wenn ein Geimpfter erkrankt und Geimpfte ansteckt, nein, dem Virus ist es in dem Fall gelungen, die eigentlich sehr wirksame und stabile Schutzmauer der Impfung zu durchbrechen, was es besonders heimtückisch und gefährlich mache. Das geht damit weiter, dass Ungeimpfte häufiger getestet werden als Geimpfte und ein Ungeimpfter allein durch positiven PCR-Test (also auch ohne Symptome) zum „Fall“ wird, während ein „Impfdurchbruch“ erst dann als solcher zählt, wenn bei einem doppelt Geimpften mindestens 14 Tage nach der zweiten Dosis positiver PCR-Test und Symptome zusammenkommen.

Wenn dann am Ende trotz dieser Beschönigungen der Daten zugunsten der Impfung in absoluten Zahlen mehr Geimpfte als Ungeimpfte mit oder wegen Corona im Krankenhaus oder auf den Intensivstationen liegen, heißt es, das wäre ja zu erwarten gewesen, da inzwischen viel mehr Menschen geimpft als ungeimpft seien. Und der Einwand ist sogar insofern zutreffend, als man die im Corona-Zusammenhang infizierten, hospitalisierten und gestorbenen Geimpften wie Ungeimpften tatsächlich jeweils auf die Population der Geimpften wie der Ungeimpften beziehen müsste, um die Anteile zu vergleichen und damit wenigstens mal erste Indizien für die Wirksamkeit der Impfung zu erhalten. Nur: Genau diese Raten werden von deutschen Behörden gerade nicht ermittelt oder zurückgehalten, jedenfalls nicht publiziert. Dagegen sind die Veröffentlichungen der britischen Behörden ein wahrer Lichtblick; gemeint sind die wöchentlichen „COVID-19 vaccine surveillance reports“ der UK Health Security Agency (UKHSA).

Britische Offenbarungen

Grundsätzlich gelten für die britischen Daten aus der Perspektive evidenzbasierter Medizin dieselben Vorbehalte wie immer und allerorten bei der Covid-Wissenschaft. Das betrifft zum einen die Definitionen: Als „Infektion“ sollte nicht nur ein positiver PCR-Test gelten, zudem sollte es entsprechende Symptome geben und, da diese nicht spezifisch sind, einen differentialdiagnostischen Ausschluss anderer Erreger. In diesem Sinne sollten „hospitalisierte“ Covid-Patienten wegen schwerer Corona-Verläufe behandelt werden, also nicht bloß mit einem positiven PCR-Test wegen anderer Erkrankungen. In diesem Sinne macht allein 28 Tage oder 60 Tage nach einem positiven Corona-Test zu sterben, keinen „Corona-Tod“. So oder so sollten für Geimpfte wie Ungeimpfte wenigstens dieselben Definitionen von Infektion, Hospitalisierung und Tod im Coronazusammenhang gelten. Der zweite Vorbehalt betrifft die Unvollständigkeit der Daten. Es fehlen zum Beispiel Angaben zum Geschlecht, zum Vorhandensein etwaiger Vorerkrankungen und ihrer Anzahl, zu Medikamentierungen (wegen möglicher Unverträglichkeiten) und vieles andere, das unabdingbar wäre, um sich ein halbwegs genaues Bild vom Nutzen oder Versagen einer Impfung zu machen.

Immerhin aber publizieren die Briten für acht Altersgruppen (Unter 18, 18–29, 30–39, 40–49, 50–59, 60–69, 70–79, über 80), unterschieden nach Nichtgeimpften und Doppelt-Geimpften, die Raten der „Infektion“, der „Hospitalisierung“ und des „Todes“ (für 28 und 60 Tage nach positivem Test). Die beiden jüngsten Berichte aus KW 42 und 43 bilden den Zeitraum von der 38. bis zur 42. Kalenderwoche ab, also vom 20.09. bis 24.10.2021.

Impfeffektivität gegen Infektion

Im Bereich der „Infektion“ sind die Ergebnisse für die Impfbefürworter denkbar schlecht. Nur bei den unter 18-Jährigen, die vergleichsweise frisch und in bisher geringer Zahl geimpft sind, lässt sich noch ein deutlicher Vorteil der Geimpften gegenüber Ungeimpften feststellen. Bei den 18–29-Jährigen gleichen sich die Infektionsraten von Geimpften und Ungeimpften einander an. Für alle anderen Altersgruppen ab 30 sind die Infektionsraten der Geimpften höher als die der Ungeimpften, abgesehen von den über 80-Jährigen sogar doppelt so hoch. Von einem Selbstschutz oder gar Fremdschutz vor „Infektion“ (oder positivem Test) durch Massenimpfung kann auf dieser Indizienebene also nicht die Rede sein. Die Daten sprechen (auch in der Tendenz) eher fürs Gegenteil. Die Werte für die Relative Risiko-Reduktion (RRR) sind ebenso wie die für die entscheidendere Absolute Risiko-Reduktion (ARR) nicht nur schwach, sondern negativ.

Im Bereich von „Hospitalisierung“ und „Tod“ lässt sich mit den britischen Daten – im Unterschied zu den Zahlen deutscher Behörden – immerhin einmal nachvollziehen, dass und inwiefern in absoluten Zahlen zwar viel mehr Geimpfte als Ungeimpfte betroffen sind, den relevanteren Raten nach aber deutliche Vorteile für die Geimpften zu verzeichnen sind. Für die mit Abstand am häufigsten mit „Hospitalisierung“ und „Tod“ konfrontierten über 80-Jährigen stehen nämlich für Geimpfte Werte wie 56,8 (Hospitalisierung) und 44,9 (Tod, 28 Tagen nach Test) den nahezu doppelten Werten von Ungeimpften, nämlich 120,8 (Hospitalisierung) und 110 (Tod) gegenüber. Diese beeindruckende, allerdings bloß relative Risikoreduktion relativiert sich jedoch als absolute Risikoreduktion erheblich, wenn man die Bezugsgröße der Ratenangabe in Rechnung stellt, nämlich 100.000. Wenn damit im Corona-Zusammenhang also 120,8 von 100.000 Ungeimpften hospitalisiert wurden und 110 von 100.000 Ungeimpften gestorben sind, dann betrug das Risiko nichtgeimpfter über 80-Jähriger für eine Hospitalisierung 0,12 Prozent (für zweifach Geimpfte: 0,06 Prozent) und für den Tod 0,11 Prozent (für zweifach Geimpfte: 0,04 Prozent). Der Vorteil der Geimpften ist für die jüngeren Jahrgänge zwar noch größer, sie sind von Hospitalisierung oder Tod diesen Daten zufolge sogar drei- bis fünfmal seltener betroffen als Ungeimpfte, gleichzeitig sinkt aber die Relevanzebene, auf der sich diese Unterschiede abspielen, noch weiter ab. So betrug das Risiko für eine Hospitalisierung bei den 30 bis 39-Jährigen auch ohne Impfung (mit 15,4 zu 100.000) lediglich 0,02 Prozent (lag damit nebenbei also unter dem Risiko schwerer Impfkomplikationen).

Impfeffektivität im Mikroskopischen

Das eine ist nun, dass sich eine derart nachgewiesene Impfeffektivität allein im Mikroskopischen abzuspielen scheint, was den Impfenthusiasmus, geschweige denn den aufgebauten Impfdruck, schwerlich zu rechtfertigen vermag. Das andere ist, dass selbst diese Ergebnisse methodisch fragwürdig sind. Man kann nicht einerseits mit grobschlächtigen Mitteln hantieren (halbgaren Definitionen und unvollständigen Datensätzen) und dann andererseits beanspruchen, signifikante Ergebnisse ganz präzise im Nachkommabereich (gar hinter einer Null) festzustellen.

Zumal ein sehr eng gefasstes Verständnis von „Impfeffektivität“ nichts über den Gesamtnutzen oder -schaden der Impfung verrät. Unmittelbar wären in Datensätze zum sogenannten Schutz vor Hospitalisierung und Tod selbstverständlich die aufgrund von Impfnebenwirkungen im Krankenhaus behandelten und infolge der Impfung gestorbenen Fälle aufzunehmen. Die tauchen auch in der Rechnung der Briten gar nicht auf, nicht einmal als geschätzte Werte, über die man streiten könnte. (Zur Toxizität der Corona-Vakzine siehe z.B. die zahlreichen Artikel von Jochen Ziegler auf Achgut.com.) Mittelbar wäre auch zu untersuchen, wie es sich mit den all-cause Hospitalisierungs- und Sterberaten unter Geimpften und Nicht-Geimpften verhält – die entscheidende Public-Health-Frage, die dort, wo ihr nachgegangen wird (z.B. hier), ebenfalls nichts Gutes verheißt.

Aber all das gilt natürlich nur für die alte Normalität. Sie scheint manchem Befürworter der Massenimpfung noch ein wenig im Nacken zu sitzen: Ähnlich wie der Oberbürgermeister von Weimar, Peter Kleine, der Angaben zu „Personen, die mit Impfung im Klinikum behandelt werden“, zurückhalten wollte (dies inzwischen aber korrigiert hat, siehe unten), weil das die Realität „verzerrt“ und „damit Corona-Leugnern und Impfgegnern in die Hände“ spiele (hier), heißt es auch in der Times, die britische Regierung würde mit den grafischen Darstellungen in den Impf-Reports der UKHSA das Material für Verschwörungstheorien liefern. Dabei ist doch vielen Impflingen völlig Bratwurst, ob die Impfung medizinischen Nutzen hat. Sie lassen sich freiwillig pieksen, weil die Regierung es verlangt oder weil‘s dann Freiheiten zurückgibt. Die Frage ist nur, wie oft noch…

Nachtrag 1:

Am 4. November, nach Einreichung dieses Artikels, ist der aktuelle UKHSA-Report erschienen, der die hier beschriebenen Tendenzen bestätigt.

Nachtrag 2:

Inzwischen veröffentlicht Weimar zwar wieder die Daten zum Impfstatus von behandlunsgbedürftig Erkrankten, die sind aber aus vielen Gründen nicht sehr aussagekräftig. Und: Nach wie vor enthalten sie im Unterschied zu den britischen Reports keine Angaben zu den Raten, beziehen die erkrankten Nichtgeimften und erkrankten Zweifachgeimpften also nicht auf die Gesamtpopulation der Nichtgeimpften bzw. Zweifachgeimpften.

 

Foto: Ministry of Information/ UK Imperial War Museums via Wikimedia Commons

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Ludwig Luhmann / 11.11.2021

@Fred Burig / 11.11.2021 - “Ludwig Luhmann :” ..  Er selbst ist das Experiment!” Man sollte es immer mal wieder deutlich sagen! Danke! MfG”—- Cheers!

Andy Malinski / 11.11.2021

Zu Nachtrag 2: Da ist man jetzt so transparent und veröffentlicht auf Wunsch einzelner Querulanten jene Daten, die vorher nicht erscheinen durften, um nicht Wasser auf die falschen Mühlen zu leiten (äh ... woher kenne ich diese Argumentation nur?) und dann maulen die gleichen Querulanten wieder, weil diesmal angeblich wichtige Kriterien ungenannt bleiben. Dieses undankbare Pack soll froh sein, dass überhaupt etwas veröffentlicht wird und nicht auch noch Informationen verlangen, die unsere Position schwächen könnte ...

Jim Pansen / 11.11.2021

@Michael Peter: Das ist natürlich richtig. Provokant fomuliert: Wer an der Impfung krepiert, der kann hinterher nicht an Covid sterben. Statistisch gesehen ein 100%iger Impfschutz. Aber offiziell gibt es ja keine (oder fast keine) Impftoten. Deshalb ist es “egal”.

Doris Schmidt / 11.11.2021

Jedem, der klar denken kann, muß doch klar sein, daß es von Anfang an nie um die Gesundheit und den Schutz der Bevölkerung gegangen ist, sondern darum, durch repressive Maßnahmen die Bevölkerung für weitreichende Grundrechtsentzüge gefügig zu machen. Da es immer noch Widerstand in Teilen der Bevölkerung gibt, werden jetzt die Daumenschrauben noch mehr angezogen und die Nichtgeimpften völlig aus dem sozialen Leben ausgegrenzt. Was wird passieren, wenn das den Widerstand nicht bricht? Gibt es dann eine KZ-Auflage? Umerziehungslager? Ich mag mir gar nicht ausmalen, zu was die Typen in der “Regierung”, die m.E. nur noch die Bezeichnung Regime verdient, noch so alles fähig sind.

Erwin Engelbogen / 11.11.2021

Die Coronaimpfung wirkt. Jede Spritze macht die Eliten, auch jene die das Virus als Biowaffe herstellen ließen, reicher und reicher. Man sagt ja, das etwa 10000 Menschen die Welt beherrschen und Politik, Medien und Milliarden Menschen mit Operetten dirigieren. Was wäre wenn Keiner diese Operette besucht und Maske und Impfung ablehnt? Ich denke dann werden unsere eigenen Eliten wie Heuschrecken mit allen Mitteln der Diktatur über uns herfallen. Und dann werden wir hoffentlich erkennen, das Alles nur eine billige Trueman Show ist.

Dr. Albert Müller / 11.11.2021

Die absolute Risikoreduktion als Beleg für die Unwirksamkeit der Impfung zu nehmen, ist vollkommen irreführend. Gleiches gilt für die naive Vorstellung, das “intakte” Immunsystem würde prinzipiell mit jedem Erreger schon fertig werden.

Erwin Engelbogen / 11.11.2021

Impfen für den Reichtum der Eliten. Mein Papa würde dazu sagen:“sch… der Hund drauf”. Und damit hat er recht, denn warum sollen wir gerade jene Kabale fördern, die uns das angetan hat? Ich hingegen sehe mehr die Politik gefordert die Biowaffenlabors zu schließen und deren superreiche Förderer als Verbrecher gegen die Menschheit zu enteignen. Denn wer weiß, der nächste Biovirus von ein paar abgehobenen Spinnern bringt vielleicht die halbe Menschheit um.

Chris Kuhn / 11.11.2021

Schon bevor es Coronaimpfstoffe gab, die das RKI schon vor einem Jahr geradezu prophetisch kommen sah, habe ich als medizinischer Laie mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Hintergrund erwartet, daß deren Wirkung wie bei den Grippeimpfstoffen bei der Chance eines Münzwurfs liegt. Ebenso klar war schon im auslaufenden Winter 2019/20, daß die Sterberisiken an allem anderen für unter 70-Jährige gegenüber demjenigen an Covid um ein Vielfaches höher waren. Eine wirkliche Pandemie würde anders gegangen sein. Trotzdem spricht nichts dagegen, wenn sich Hochbetagte und Morbide impfen lassen, und sei es für einen angstmindernden, placeboartigen Effekt, solange die Nebenwirkungen nicht wesentlich höher zu sein versprachen. Für Jüngere und Gesunde greift aber keine dieser Begründungen mehr. Erst recht gab und gibt es keinen Anlaß für eine direkte oder indirekte Impfpflicht. In den Daten über schwere Fälle sollte im übrigen noch nach verborgenen Einflußgößen gesucht werden. Viele tendenziell “staatstreuen” Geimpften etwa dürften wohlhabender und mit körperlich weniger anstrengende Berufen ausgestattet sein und deshalb wohnungshygienisch und im Zugang zum Gesundheitssystem besser aufgestellt. Davon könnte dann ein durchaus großer Teil der relativen Unterschiede determiniert sein.

Volker Voegele / 11.11.2021

(korr.) Wie im Artikel gut ausgeführt wird, sind/scheinen die britischen Reports, also die „COVID-19 vaccine surveillance reports“, aktuell (- wie im Nachtrag 1 genannt) schon bei Woche 44, trotz der genannten Einschränkungen methodisch erst einmal fundierter als die deutschen. Kurz zusammengefasst zeigt auch der jüngste Report in der Tabelle 5, Seiten 20 und 21 folgendes Bild: a) Seltsamerweise sind die nicht-justierten Raten der bloßen „Fälle“ („infection cases“) bei den Über-30-Jährigen höher bei den Geimpften als bei den Ungeimpften. b) Die nicht-justierten Raten der „Notfalle“ („emergency cases“ bzw. „hospitalisation“) sind bei den Ungeimpften höher als bei den Geimpften, allerdings sind die Raten bei den Geimpften vergleichsweise doch recht hoch. b) Die nicht-justierten Raten der „Todesfälle“ („death cases“) sind bei den Ungeimpften höher als bei den Geimpften, allerdings sind die Raten bei den Geimpften vergleichsweise doch recht hoch. Der Autor des Artikels analysiert die britischen Daten im folgenden sehr detailliert und kenntnisreich, seinen auch allgemeinen Schlussfolgerungen dürfte nichts wesentliches hinzuzufügen sein. Man wundert sich immer wieder über die doch recht unprofessionelle Arbeitsweise der Gesundheitsbehörden – hier leider auch der UK Health Security Agency.

G. Böhm / 11.11.2021

Zur Impfeffektivität: Gestern abend wurde in der Sendung mit dem Stiefeletten-Träger eine Graphik gezeigt, laut dieser in der Alterskategorie 60+ 91 % aller Fälle mit Sars-Cov-2 (“Infektionen: 60 %, dito mit Hospitalisierung 45 %, intensivmedizinische Behandlung 34 %, bis Todesfälle 43 %) vollständig Geimpfte betreffen.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Thomas Maul, Gastautor / 25.11.2021 / 16:00 / 82

Corona: Protokollieren und Fakten sichern

Man muss immer wieder an den Ausgangspunkt zurück. Nicht, um noch irgendwen zu überzeugen, sondern um für eine etwaige Nachwelt zu protokollieren, was geschehen ist.…/ mehr

Thomas Maul, Gastautor / 23.10.2021 / 06:00 / 96

Gesundheitsregime auf Speed

Im Kern legitimiert der Staat die Corona-Maßnahmen mit dem Schutz des Gesundheitssystems vor „Überlastung“. Die war nie vorhanden, aber selbst eine Überlastung hätte die Maßnahmen…/ mehr

Thomas Maul, Gastautor / 12.10.2021 / 06:05 / 64

Ein bisschen Myokarditis. Die Medien klären auf.

2018 heißt es bei Netzdoktor noch: „Die Herzmuskelentzündung (Myokarditis) ist eine ernste Erkrankung." Inzwischen werden impfbedingte Myokarditiden bagatellisiert. Die konkreten Raten der betroffenen Geimpften werden…/ mehr

Thomas Maul, Gastautor / 28.08.2021 / 16:00 / 64

Die Vertuschungs-Spirale

Die Regierung steht unter dem Zwang, ständig neue Rechtsverstöße begehen zu müssen, um die Aufdeckung der vorangegangenen zu hintertreiben.  Kürzlich hat Jochen Ziegler für Achgut die neueste Covid-Impfstoff-Studie…/ mehr

Thomas Maul, Gastautor / 06.07.2021 / 06:25 / 146

Glücklich das Land, das nicht ausreichend getestet wurde

Kaum einer weiß besser als RKI-Chef Wieler oder Professor Drosten, wie man auf eine durch erhöhte diagnostische Aktivitäten geschaffene Epidemie hereinfallen könnte. Und doch tappten…/ mehr

Thomas Maul, Gastautor / 23.06.2021 / 11:30 / 14

Corona-Aufarbeitung: Florida gewinnt gegen CDC

In meinem Artikel „Es wird sie kalt erwischen“ hatte ich für die kommende Corona-Aufarbeitung drei Akte unterschieden – Beendigung der Maßnahmen (Akt 1), Vorkehrungen gegen einen…/ mehr

Thomas Maul, Gastautor / 22.05.2021 / 06:20 / 87

Intensivbetten-Schwindel: Faktenchecker außer sich

Für Kritiker des totalitären Pandemieregimes ist der große Intensivbettenschwindel zum Zwecke der Panik wie der Rechtfertigung grundgesetzwidriger Maßnahmen ein alter Hut. Ich selbst hatte bereits…/ mehr

Thomas Maul, Gastautor / 15.05.2021 / 06:10 / 103

BMG-Publikation bestätigt rosa Elefanten

Gesetzt den Fall, es wäre der herrschenden Corona-Politik jemals um Gesundheit gegangen, die ausgewogene Abwehr einer Gefahr, das heißt einer für die Bevölkerung oder auch…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com