Am 10. Juli wird am Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam ein Buch der "Nahostwissenschaftlerin und Israel-Expertin" Dr. Angelika Timm vorgestellt. Sie habe, so steht es in der Ankündigung, "an der Humboldt- Universität Berlin, an der Freien Universität Berlin und an verschiedenen israelischen Universitäten" gelehrt. Das ist nicht falsch, aber es ist so richtig wie die Feststellung, dass bei Krupp in Essen schon immer Stahlwaren hergestellt wurden.
Frau Timm hat an der Humboldt-Universität in Berlin, Haupstadt der DDR, ein Fach unterrichtet, das es sonst nirgendwo in der Welt gab: "Israelwissenschaft". Das Fach war so wissenschaftlich wie die "Arierkunde" im Dritten Reich. Und sie würde es vielleicht noch heute tun, wenn die Wende nicht dazwischengekommen wäre, die Frau Timm wörtlich nahm: Sie wandelte sich von einer Anti-Israel-Propagandistin zu einer Israel-Versteherin. So schnell, dass sogar Dr. Jekyll beeindruckt gewesen wäre. Und weil das menschliche Gedächtnis so weit reicht wie die Schleimspur einer Schnecke, schaffte sie es sogar in die Spalten der Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung.
Und nun also: Bühne frei für die Wetterfahne aus der DDR am Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam. Falls Sie an der Seance teilnehmen wollen, sollten Sie das hier vorher lesen.

Ja wieder mal der typische Wendehals. Aber was solls, so ist das schon immer im Lauf der Geschichte gewesen. Meiner Meinung nach war diese friedliche Revolution in der DDR eine durchgeplante False Flag Aktion der Stasi. Vielleicht bin ich jetzt Verschwörungstheoretiker ,denn wenn man sich so umschaut erinnert sehr viel an diesen Überwachungsstaat in dem es nur Meinungsfreiheit im Privaten gab. (DDR 2.0) Ich weiß von was ich spreche der 1.Eintrag in meiner Stasiakte datiert im Alter von 17 Jahren.Während meines DDR-Lebens wurden 6 IMs aktiv,wobei bis jetzt erst 4 Klarnamen ermittelt wurden. Und diese Leute haben alle wieder Karriere gemacht ,weil schnell die Fähnchen der neuen Windrichtung angepasst wurden. P.S. 1.Und mir braucht keiner zu erzählen ,das jemand der in Moskau studierte, dies ohne Zustimmung der Parteibonzen erreicht hat.
Wenn vielleicht nicht für glänzende Leistungen in «Israelwissenschaft», so verdient Frau Timm ihren Titel doch für exzellente Camouflage ihrer Vorgeschichte!
Prinzipiell sollte jeder Mensch durch Einsicht lernen und seine Meinungen ändern können. Nur wenn Frau Timm ein U-Boot wäre, würde ich von einem Problem ausgehen. Das Buch scheint ja Dokumente einfach aneinanderzureihen, mal sehen, ob Frau Timm uns neutral mit Informationen versorgen oder indoktrinieren will.
Es ist zwar wichtig, den Blick nicht vor dunklen Flecken in der Vita von Personen des öffentlichen Lebens zu verschliessen, aber man muss Menschen auch das Recht auf Einsicht zugestehen. Gewiss ist es vernünftig, den einen oder anderen Sinneswandel kritisch oder skeptisch zu betrachten, vor allem wenn er mit gewissen Begleitumständen einher geht, die den Verdacht des Opportunismus wecken. Und dennoch sollte man nicht leichtfertig den Stab über einen Menschen brechen.