Karl Pfeifer (Archiv) / 04.04.2010 / 17:04 / 0 / Seite ausdrucken

Die Blockflöten der Hamas

Der in Großbritannien lebende Musiker Gilad Atzmon, dessen Texte von „Semit“, „Steinberg“, dem „Palästina-Portal“, der faschistischen „Eisernen Krone“, den Holocaust-Leugnern von „Radio Islam“ und anderen „israelkritischen“ Seiten veröffentlicht werden, gehört zu den Lieblingsautoren linker und rechter Antisemiten. Auch einige palästinensische und pro-palästinensische Seiten benutzen ihn als „jüdischen“ Kronzeugen. Atzmon war einer der Erstunterzeichner einer Kampagne im Jahre 2009, mit der die Wiener „Antiimperialistischen Koordination (AIK)“ die EU-Parlamentarier dazu aufrief, die Hamas von der Liste der Terrororganisationen zu streichen.

Mit von der Partie waren außer Gilad Atzmon und Norman Finkelstein auch andere „gute Juden“ wie Peter Melvyn vom Wiener Grüppchen „Jüdischen Stimmen für einen gerechten Frieden“, Evelyn Hecht-Galinski, von Beruf Tochter und Leserbriefschreiberin,  und der unermüdliche Künder vom Ende des Judentums, Hajo Meyer - die üblichen Verdächtigen also, die gerne mit dem Blut gurgeln, das von der Hamas vergossen wird.

Nun hat sich Gilad Atzmon wieder in die Niederungen neonazistischer Argumentation begeben und auf seiner Website einen Artikel “Judea declares War on Obama” publiziert, der die unter alten und jungen Nazis beliebte Legende aufwärmt, wonach „die Juden“ Deutschland den Krieg erklärt hätten. Der „Beweis“ ist eine Schlagzeile der britischen Boulevard-Zeitung Daily Express vom 24. März 1933: „Judea declares war on Germany“. Und weil „die Juden“ dem deutschen Reich den Krieg erklärt haben, tragen sie die Verantwortung dafür, was die Deutschen ihnen – als Reaktion auf die Kriegserklärung - antun mussten.

O-Ton-Atzmon:
“Jüdische Lobbies halten sich nicht zurück, wenn es um die Erpressung von Staaten, Weltpolitikern und sogar von Supermächten geht. Das Verhalten von AIPAC letzte Woche erinnerte mich an die 1933 erfolgte jüdische Kriegserklärung an Deutschland.

Nicht vielen Menschen ist bekannt, dass im März 1933, lange bevor Hitler der unumstrittene Führer Deutschlands wurde und die Rechte deutscher Juden einzuschränken begann, der „American Jewish Congress“ auf einer Protestversammlung in Madison Square Garden zu einem amerikanischen Boykott deutscher Waren aufrief…

Es ist unmöglich, die Ähnlichkeit zwischen dem Verhalten von AIPAC letzte Woche und dem Verhalten des American Jewish Congress 1933 zu ignorieren…
Jüdische Autoren neigen dazu, die Tatsache zu übersehen, dass Hitlers Aufruf zum Boykott jüdischer Geschäfte eine Antwort auf die Kriegserklärung gegen Deutschland der weltweiten jüdischen Führung war. Tatsächlich gibt es nur einzige jüdische Gruppierung, die bereit ist, die historische Reihenfolge der Geschehnisse anzuerkennen, die zur Vernichtung des europäischen Judentums führten, es sind die antizionistischen… Thora-Juden.“

Soweit Atzmon, der zwar keine Ahnung hat, wann Hitler an die Macht gekommen ist, dafür aber genau weiß, dass die Endlösung der Judenfrage nur eine Reaktion der Nazis auf die „Kriegserklärung“ des American Jewish Congress war. Das ist lupenreine NS-Propaganda. Während die antisemitisch-antizionistische Linke gerne von einer „Kollaboration zwischen den Zionisten und den Nazis vor und während des Zweiten Weltkriegs“ fabuliert, die zur Vernichtung der Juden führte. So rum oder so rum – in jedem Fall waren die Juden selber schuld, dass sie über den Jordan gehen mussten.

Hier die Liste der Unterzeichner des Pro-Hamas-Aufrufs, ein Who-is-Who des modernen Antisemitismus, der linke wie rechte Judenhasser vereint. Als Musiker soll Gilad Atzmon ganz odentlich sein. Als jüdischer Antisemit ist er noch besser.

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