Mit dem Problem einer aufkommenden Klima-RAF, also Terror im Namen des sog. Klimaschutzes, haben sich mehrere Achgut-Autoren bereits vor geraumer Zeit auseinandergesetzt. Aber weder die politischen Vertreter UnsererDemokratie noch die linientreuen Medien noch die Ermittlungsbehörden wollten bis vor wenigen Tagen von diesem Thema irgendetwas wissen. Nun wurden sie durch den terroristischen Anschlag auf ein – aus Terroristensicht – kenntnisreich und klug ausgewähltes Stromkabel im Südwesten Berlins jäh eines Besseren belehrt, so möchte man jedenfalls hoffen.
Wenn das Ganze nicht so traurig wäre und, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, nicht einer erheblichen Zahl von Berlinern das Leben gekostet hätte oder in den nächsten Tagen noch kosten wird, könnte man dieses Attentat auf den ersten Blick vielleicht mit dem Kampf von Don Quijote gegen die Windmühlen vergleichen: Die Terroristen haben völlig den Bezug zur Realität verloren und glauben ernsthaft, die Welt oder zumindest Deutschland von dem fossilen Monster befreien zu müssen. Im Gegensatz zu Don Quijote – und das macht diesen Vergleich letztlich obsolet – steht ihnen allerdings kein treuer Knappe zur Seite, der versucht, den Verblendeten die Realität wieder näherzubringen. Stattdessen bewegen sie sich in einem Biotop, in dem der Kern ihrer Botschaft – Tod den fossilen Energien und der damit verbundenen Lebensweise – zu einem erheblichen Teil bloß die Regierungsdoktrin widerspiegelt.
Die Tat der Terroristen war – lässt man ihre Propaganda außen vor – zuvorderst ein Anschlag auf die finanziell und gesundheitlich Schwachen. Also auf diejenigen, die sich nicht den sofortigen Umzug in ein mehr oder weniger gediegenes Hotel leisten konnten oder dies auf Grund körperlicher oder geistiger Gebrechen oder auch aus Fürsorgepflicht für einen Angehörigen nicht vermochten. Es war außerdem ein direkter Angriff auf die Gesundheit der betroffenen Bevölkerung, denn der Stromausfall führte für die Allermeisten auch zu einem Heizungsausfall. Die Folge war, logischerweise, ein Auskühlen von Wohnung oder Haus, verbunden mit dem nicht unerheblichen Risiko, zumindest einen indirekten Kältetod zu sterben. Also nicht unbedingt zu erfrieren, wohl aber sich durch die Kälte eine letztlich tödliche Krankheit zuzuziehen. Nun gehört es zum Wesenskern solcher Terroristen, dass sie für die Umsetzung ihrer großartigen Ideen – „Der Angriff auf das Gaskraftwerk ist ein Akt der Notwehr und der internationalen Solidarität mit allen, die die Erde und das Leben schützen“ – notfalls eben auch über Leichen gehen. Das kennen wir ja aus der Geschichte zur Genüge.
Sollten die Klimaterroristen überhaupt jemals gefasst und vor Gericht gestellt werden, könnten deren Anwälte doch wohl auf mildernde Umstände in Folge von Unwissenheit ihrer Mandanten plädieren: Wie hätten die Täter denn wissen können, dass die Kälte der ärgste Feind menschlicher Gesundheit ist? Das sei doch weder in der Schule noch an der Universität noch in den öffentlich-rechtlichen oder Mainstream-Medien jemals thematisiert worden – das Thema der Hitzetoten dagegen schon. Aber darum soll es im Folgenden ausnahmsweise einmal nicht gehen, zumindest nicht in erster Linie.
Was sind „Kältetote“?
Erfolgreiche Anschläge auf die Stromversorgung sind – aus medizinischer Sicht – vor allem in der kühleren Jahreszeit bzw. in unseren Breiten untrennbar verbunden mit einem deutlichen Anstieg der sogenannten Kältetoten. Typisches Beispiel dafür ist eine Erkältung, die bei Hochbetagten oder auch bei Säuglingen und jüngeren Kleinkindern angesichts widriger Umgebungstemperaturen gehäuft in eine schlussendlich tödliche Lungenentzündung übergeht. Ein kältebedingt erhöhtes Sterberisiko wird also nicht in erster Linie durch Erfrieren verursacht. Das kommt eigentlich nur bei Obdachlosen oder sehr tiefen Temperaturen häufiger vor. Vielmehr erhöhen kalte Wetterlagen bzw. kalte Räumlichkeiten das Risiko von Atemwegserkrankungen und können vorbestehende Lungen-, aber auch Herz-Kreislauferkrankungen verschlimmern und so Lungenentzündungen, Blutdruckkrisen, Herzinfarkte und Schlaganfälle auslösen. Ältere Menschen sind also besonders gefährdet, auch weil zusätzlich deren Anpassungsfähigkeit an Kälte herabgesetzt ist.
Um einen Eindruck von der zahlenmäßigen Bedeutung temperaturabhängiger Todesfälle zu bekommen, sei zunächst eine sehr umfassende aktuelle Studie gewürdigt, die allerdings in einer ausgesprochen klimaaktivistischen Zeitschrift publiziert wurde, worüber wir hier einmal großzügig hinwegsehen. Demnach sind zu warme oder zu kalte Außentemperaturen weltweit für etwa 5 Millionen Todesfälle verantwortlich, was 9,4 Prozent aller jährlichen Todesfälle entspricht. Durch Kälte verstorben sind davon 8,5%, durch Wärme lediglich 0,9 Prozent. Kalte Temperaturen führen also weltweit 9,4-mal häufiger zum Tod als zu warme bzw. zu „heiße“. Die entsprechenden Zahlen für Westeuropa lauten: 7,9 Prozent Kältetote und 1,8 Prozent Wärmetote, also 4,4-mal mehr Kältetote. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Betroffenen nur in Ausnahmefällen direkt den zu kalten oder zu warmen Temperaturen zum Opfer fallen, also erfrieren oder einem Hitzschlag erliegen. Sie wären aber bei optimalen Temperaturen nicht verstorben.
Die Kälte ist der eigentliche Bösewicht
Dass kalte bzw. nicht ausreichend warme Temperaturen der eigentliche Bösewicht sind, macht nicht nur die eben erwähnte Studie deutlich, sondern zeigen weltweit alle Untersuchungen, egal in welcher Region sie durchgeführt wurden. Wobei es nach meinem Kenntnisstand keine aussagefähigen Daten speziell zu Deutschland gibt, da das Robert Koch-Institut sich recht einseitig auf die „Hitzetoten“ kapriziert. Eine sehr umfangreiche und sorgfältige, im vergangenen Jahr hochrangig publizierte Studie aus den USA kommt, bezogen auf den Zeitraum von 2000 bis 2020, zu dem für Klima-Apokalyptiker ernüchternden Ergebnis eines – über alle Altersgruppen – 13,5fach häufigeren kälteassoziierten Todes. Lediglich bei einem Alter von unter 45 Jahren – ganz besonders bei den 5- bis 24-Jährigen – dominieren die wärmeassoziierten Todesfälle. Nicht verschweigen werden soll hier, dass diese über die 21 Jahre insgesamt mäßig zugelegt haben, die kälteassoziierten dagegen nur leicht.
Besonders eine Studie, die sich durch eine ungewöhnlich ausgefeilte Methodik auszeichnet, weckt Zweifel an der o.g. Zahl von weltweit lediglich 9,4-mal häufigeren Kältetoten. Denn für den Zeitraum von 2000 bis 2019 zeigte sich für England und Wales ein immerhin 78-mal höheres Risiko für einen kälte- gegenüber einem wärmeassoziierten Tod. Die höchsten kälteassoziierten Risiken (140,5!) fanden sich dabei im sozioökonomisch vergleichsweise schlecht aufgestellten Nordosten Englands, wahrscheinlich auch bedingt durch schlecht isolierte und wegen Geldmangels auch unzureichend beheizte Wohnungen, resultierend in vergleichsweise niedrigen Raumtemperaturen.
Eine kaum untersuchte Frage
Damit sind wir bei einer bisher kaum untersuchten Frage, mit der ich mich hier bereits vor knapp vier Jahren beschäftigte: Was sind die gesundheitlichen Konsequenzen von (zu) niedrigen Raumtemperaturen. Eine natürlich schwierig zu untersuchende Frage, denn es ist sehr aufwändig, an die Raumtemperaturen einer notwendigerweise recht großen Bevölkerungsstichprobe zu gelangen. Die Forschungslage war damals mau und ist es heute immer noch. Egal, ob man nach Quellen bei der WHO, EU, beim Umweltbundesamt oder bei Google Scholar sucht. Aber immerhin hat sich vor knapp 20 Jahren tatsächlich die WHO vorübergehend auch mal mit diesen Problemen beschäftigt. Eine in ihrem Auftrag erfolgte Analyse schätzte seinerzeit die Zahl der kältebedingten Übersterblichkeit im Winter für Deutschland. Allein durch ungenügende Raumtemperaturen verstarben seinerzeit jährlich im Mittel mehr Menschen als temperaturbedingt im Hitzesommer 2018.
Es wäre also an der Zeit, dieses Thema in Deutschland wieder aufzunehmen. Zumal angenommen werden muss, dass sich die in Deutschland ja besonders hohen Energiepreise – auch angesichts des wirtschaftlichen Niedergangs – zunehmend restriktiv auf das Heizverhalten größerer Teile der Bevölkerung und damit auch ungünstig auf die Raumtemperaturen auswirken. Warum beforscht also niemand diesen Zusammenhang und die Konsequenzen? Die Antwort dürfte doch wohl in etwa so lauten: Weil dann herauskommt, dass die teure Energiewende Menschenleben fordert, und das wahrscheinlich nicht zu knapp: gefallen an der Klimafront im heldenhaften Fröstelkampf gegen das heimtückische CO2!
Wie viele Todesopfer haben die Terroristen auf dem Gewissen?
Die Terroristen hatten ja behauptet, bei ihrer Aktion eine Gefährdung von Menschenleben ausgeschlossen zu haben. Das ist angesichts der oben diskutierten einschlägigen medizinischen Erkenntnisse ein ausgesprochen schlechter Witz. Es muss vielmehr begründet angenommen werden, dass die Auskühlung von Wohnungen und Häusern, die mit dem Transport und Aufenthalt in verschiedenen Notunterkünften verbundenen Strapazen und Kälteexpositionen, die teils unzureichende Ernährung und ungenügende ärztliche und medikamentöse Versorgung zu einer Übersterblichkeit geführt haben, v.a. bei den Hochbetagten und den an Herz und Kreislauf Vorerkrankten.
Das genaue Ausmaß dieser Übersterblichkeit wäre vom Robert Koch-Institut recht problemlos zu berechnen. Grundlage wäre etwa die Ermittlung der Sterberate für die Blackout-Tage plus etwa drei Wochen in den vom Blackout betroffenen Stadtgebieten, gefolgt von einem Abgleich mit den Sterbedaten einer geeigneten Vergleichsgruppe aus den angrenzenden Stadtteilen oder auch von Gesamt-Berlin. Die Ergebnisse wären dann ein stichhaltiger Beweis dafür, dass die Terroristen nicht nur Sachen beschädigt und zerstört haben, sondern sich auch – zumindest im moralischen Sinne – der schweren Körperverletzung mit Todesfolge in zahlreichen Fällen schuldig gemacht haben.

Eine Gelegenheit für „Citizen Science“. So wie einst bei der Auszählung der Wahlergebnisse in der DDR.
In der Kältebetrachtung fehlt noch ein wichtiger Punkt. Durch die Abkühlung der Raumtemperatur verschiebt sich der Taupunkt, die Wohnung wird zur Tropfsteinhöhle. Feuchtigkeit, der Mensch tägl. ca. 1 Liter, kondensiert auf allen Flächen. Das begünstigt nicht nur Bauschäden, auch massiv die Bildung von Schwarzschimmel.
KI „Schwarzer Schimmel (wie andere Schimmelarten) bildet sich bei typischen Wohnraumtemperaturen von ca. 15 bis 30 °C, bevorzugt bei hoher Luftfeuchtigkeit (über 70-80 %), oft durch Kondenswasser an kalten Wandoberflächen, die unter den Taupunkt abkühlen (z. B. < 12,6 °C), was durch schlechtes Heizen oder Lüften begünstigt wird.“
Man konnte Corona-Tote nicht richtig zählen, weil eine hohe Sterberate gesellschaftlich erwünscht. Wieso sollte man nebulöse Kältetote oder nebulöse Hitzetote zählen? Die meisten Menschen sterben beim häuslichen Unfall – ist ebenso pseudostatistischer Unfug.
Rot-Grünes Politbüro gewählt und unmittelbar im Klimaparadies erwacht. Det is der schlaue Berliner.
Th. Gebert, ich gebe Ihnen Recht, die eigenen Bürger können verrecken für das große globale Ziel einer der Eliten zu sein. Problemlösungen gibt es nicht, nur globale moralische Utopie. Ausgegrenzt aus dem eigenen Land.
Hitzetote = gute Tote!
Kältetote = schlechte Tote !
In seinem prophetischen Roman ‚State of fear‘ (Welt in Angst) hat der früh verstorbene Michael Crichton (Jurassic Park) den Klimaterror bereits 2004 exakt so beschrieben.