Die Firma Bahlsen hatte am Valentinstag ein Bild seiner Kekspackung AFRIKA gepostet. Umgehend sah sich der Konzern mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. Das Produkt AFRIKA mit dunkler Schokolade würde Assoziationen mit Rassismus hervorrufen.
Die Erläuterung der Firma: „Der Name Afrika wurde ausgewählt, weil Afrika der größte Produzent von Kakaobohnen auf der Welt ist und der Name damit perfekt zu unseren vollschokolierten Waffeln passt. Das Produkt Afrika bieten wir unter diesem Namen bereits seit über 60 Jahren an.“ half nichts.
Ich habe mit Afrikanern gesprochen. Sie meinten: „Rassistische, weiße „Aktivisten“ sprechen Afrikanern die Fähigkeit ab, für sich selbst sprechen zu können. Deshalb bestimmen sie selbstherrlich, wovor wir armen Schwarzen geschützt werden müssen.“ Auf die Idee, dass sich der Name auf die Hautfarbe beziehen könnte, wären – die von mir befragten – Afrikaner nie gekommen.
Jetzt will Bahlsen unter dem Druck einer Minderheit den Namen ändern. Es ist schlimm, wie Randgruppen Konzerne, Medien und Einzelpersonen mit solchem Unsinn in die Knie zwingen können.
Der Irrwitz mit der angeblichen PC wird immer grotesker.
Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er gehört zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Buches „Afrika wird armregiert“. Die aktualisierte und erweiterte Taschenbuchausgabe erschien im September 2018. Drei Nachauflagen folgten 2019 und 2020. Volker Seitz publiziert regelmäßig zum Thema Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika und hält Vorträge.
Beitragsbild: Friedrich Haag CC-BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Vielleicht bietet ja Bahlsen bald Produkte wie "Weißer Abschaum" oder "Alter Weißer Mann - Zum Fressen Gern" an? Oder "Almans - voll zum wegputze!"? Oder "Respekt!-Kekse" in der UN-Edition?
Lieber Herr Seitz, wäre "entwicklungsgeholfenes Leckerli" eine gute Option? Bei den Mohrenköpfen wurde mal vorgeschlagen, die in "Gebäck mit Migrationshintergrund" umzubenennen...oder wenigstens so ähnlich. Schön, daß endlich mal wieder an die Kreativkraft von uns Menschen appelliert wird.
Wie im Artikel schon angedeutet: wer käme jemals auf die Idee, bei braunen Keksen eine Assoziation mit einer Hautfarbe zu sehen? Nur Rassisten können auf eine solche Idee kommen. Daher ist die Umbenennung ein Einknicken vor den Rassisten. Ich glaube das werde ich Bahlsen mal mitteilen.
Habe gerade folgende E-Mail an Bahlsen gesendet: Sehr geehrte Damen und Herren, nachdem sie ihre Kekssorte Afrika wegen PC umbenennen, hätte ich auch eine Beschwerde, ihre Kekse "BAHLSEN ABC Russisch Brot Die Knusperbuchstaben" sind auch nicht PC-konform! Meine Kollegen Russland-Deutsche fühlen sich diskriminiert als "Russen dumm wie Brot", Wenn sie also neue Verpackungen für "Afrika" drucken lassen, können sie auch gleich "Russisch Brot" ändern. MfG
Das ist halt immer wieder am unerträglichsten, daß Firmen dann vor solch einem verwahrlosten, aggressiven Tastatur-Mob, einknicken. Das sagt viel über die Firmen, da hat keiner mehr Eier, geschweige denn einen Kompass in der Hose. Wenn der rote Hahn kräht, spült man Tradition & Erbe mit der Morgentoilette runter. Die Merkelitis ist nach einer Inkubationszeit von zwölf Jahren auch im Mittelstand ausgebrochen. Wie immer der Keks dann heißen wird: ich werd davon Abstand halten. Die sind doch alle nicht ganz knusper.
Der, welcher auf so etwas kommt, der also einen Zusammenhang herstellt zwischen der Farbe von Schokolade und von Hautfarbe, der ist der eigentliche Rassist.
Und was ist mit: Jenseits von Afrika?