Amos Zweig, Gastautor / 13.09.2019 / 06:00 / Foto: Pixabay / 12 / Seite ausdrucken

Die Auferstehung sozialistischer Mythen (2): Die Macht der Korruption

Von Amos Zweig.

Dies ist der zweite Teil einer Reihe, die nach dem Eindruck einer Unterhaltung entstand, die ich mit einem Bekannten über den Kapitalismus und den Sozialismus führte. Mein Gesprächspartner hatte unter anderem die These aufgestellt, dass durch Ressourcenkriege, die Ausbeutung von Drittweltländern sowie Korruption in der Pharmaindustrie ähnlich viele Menschen bereits umgekommen seien wie im Sozialismus. Dies versuche ich mit dieser Beitragsreihe zu widerlegen.

Leider stimmt die Aussage meines Gesprächspartners, dass es auch im westlichen Medizinalwesen mehr als genügend Korruption gibt. Ich muss hier allerdings anmerken, dass das Medizinalwesen in vielen westlichen Ländern im Vergleich zu anderen Teilmärkten sehr stark staatlich kontrolliert ist. Ich würde daher argumentieren, dass es nicht primär der Kapitalismus, sondern eher die staatliche Einmischung in den Markt ist, die einen Großteil der vorhandenen Probleme verursacht.

Des Weiteren muss man auch sagen, dass es so etwas wie optimale Medizin oder ein korruptionsfreies System nicht gibt. Medizin ist ein empirisches und ungenaues Handwerk, und es gibt tausende körperliche Gebrechen, bei denen wir weder die Ursache noch die Heilung genügend gut verstehen. Und Korruption gibt es überall, wo Menschen involviert sind. Die interessante Frage ist also: Unter welchem System ist die medizinische Versorgung besser und weniger korrupt? Um einen groben Überblick in dieser Frage zu erlangen, habe ich die medizinische Versorgung in der UdSSR mit der medizinischen Versorgung in den USA zur gleichen Zeit verglichen. Wie Sie an diversen Stellen in diesem Abschnitt sehen werden, hat das katastrophale Wirtschaftssystem der UdSSR stark zur schlechten medizinischen Versorgung beigetragen.

Vor der 1917er Revolution gab es in Russland mit Ausnahme ein paar großer Städte gar keine medizinische Versorgung. Die UdSSR wollte eine universelle medizinische Grundversorgung errichten und fokussierte ihre Ressourcen dabei auf maximale Effizienz, auf die sogenannten low hanging fruits. Diese sind einfache und häufige Beschwerden wie zum Beispiel Knochenbrüche oder Blinddarmentzündungen, sanitäre und Hygieneprobleme sowie weit verbreitete ansteckende Krankheiten wie Typhus, Cholera und Tuberkulose. So erreichten sie anfangs gute Verbesserungen in der Kindersterblichkeit und der Lebenserwartung. Um 1960 war die Lebenserwartung in der UdSSR ähnlich hoch wie im Westen. Dies heißt allerdings nicht, dass der Komfort ähnlich war. Schmerzmittel wurden zum Beispiel von der Regierung für viele medizinische Prozeduren als nicht notwendig erachtet. Im Lichte des letzten Abschnitts dieses Artikels vermute ich allerdings, dass dies nur die medizinische Lebenserwartung ist, und dass Exekutionen, Hungersnöte und Arbeitslager in dieser Lebenserwartungsstatistik nicht abgebildet sind.

Schlechte Wirtschaft bedingt ein schlechtes Gesundheitssystem

Nicht zuletzt aufgrund des wirtschaftlichen Zerfalls der Sowjetunion ging auch die medizinische Versorgung von 1960 an den Bach runter. Während in westlichen Ländern die Lebenserwartung weiterhin stieg und die Kindersterblichkeit zurück ging, war der umgekehrte Trend in der UdSSR zu beobachten. Pro Kopf hatte die UdSSR zwar mehr Spitäler und mehr Pflegepersonal und Ärzte als die USA, allerdings war die Ausrüstung der Spitäler und die Ausbildung des Personals durchwegs schlechter bis viel schlechter. Ressourcen waren dermaßen knapp, dass Wegwerfartikel wie Spritzen, Latexhandschuhe, und Urinkatheter wiederverwendet werden mussten.

Im ganzen Land gab es nicht mehr als 50 CT-Scanner. In ländlichen Regionen hatten 27 Prozent der Spitäler kein Abwassersystem und 17 Prozent kein fließendes Wasser. Auch hatte die UdSSR kaum eine eigene Pharma-Produktion und musste daher die meisten Pharmaprodukte aus dem Westen importieren. Dies konnte sie jedoch kaum, da sie kaum etwas exportierte und daher kaum westliche Währungen hatte. 1986 war die Lebenserwartung in der UdSSR fünf Jahre niedriger und die Kindersterblichkeit 2,5-mal höher. Die Müttersterblichkeit bei einer Geburt war 6-mal (!) so hoch wie in den USA. Bei vielen Krankheiten lag die Sterblichkeitsrate in der UdSSR höher als in den USA.

Ärzte waren sehr schlecht bezahlt und hatten auch kein hohes Ansehen in der Gesellschaft. Ihr Durchschnittseinkommen lag bei circa 76 Prozent des landesweiten Durchschnittseinkommens. Ein Arzt verdiente circa halb so viel wie ein Ingenieur und musste dabei noch mehr Stunden arbeiten. Wie so viele, hatten auch Ärzte in der UdSSR keinen wirtschaftlichen Anreiz, schneller oder besser zu arbeiten. Korruption grassierte weit und breit. Es war normal, seinem Arzt ein "Geschenk" zu machen, und die Qualität der erhaltenen Pflege basierte oft auf der Qualität des Geschenks. Es gab sehr viel Schwarzarbeit, wo gute Ärzte viel Geld verdienen konnten, allerdings war dies hochgradig illegal. Offiziell gab es medizinische Versorgung gratis für alle, de facto gab es aber bald eine 2-Klassen-Medizin, wobei die Reichen auf dem Schwarzmarkt eine gute medizinische Versorgung kriegen konnten. In einer Befragung gaben viele Sowjetbürger an, dass sie der Medizin nicht wirklich vertrauten. Der Hauptgrund für einen Arztbesuch war, eine Krankschreibung zu erhalten, um nicht arbeiten gehen zu müssen.

Hindernisse durch Korruption überwinden

Wie das Beispiel der Gesundheitsversorgung gerade gezeigt hat, wird Korruption und Schwarzarbeit umso häufiger, je mehr der Staat in die Wirtschaft eingreift. Menschen sind so veranlagt, dass sie versuchen, das zu kriegen, was sie sich wünschen. In einem freien Markt versuchen sie dies durch Produktion und Tauschhandel zu erreichen. Die Option, Gewalt anzuwenden, um das zu kriegen, was man will, wird durch den Staat sanktioniert.

In einem freien Markt ist es also nicht Korruption, jemandem mehr zu zahlen, um weniger lange auf eine medizinische Behandlung warten zu müssen. Es ist einfach der Preis für einen besseren Service. Die Transaktion Geld-gegen-Dienstleistung ist erst dann Korruption, wenn die Dienstleistung unter anderem darin besteht, dass ein Staatsangestellter illegalerweise eine Ausnahme von einem geltenden Gesetz macht, einen Verstoß gegen ein geltendes Gesetz nicht meldet, oder sich noch extra dafür bezahlen lässt, seine offizielle Aufgabe überhaupt zu erfüllen. Logischerweise gibt es umso mehr Gelegenheit für Korruption, je mehr der Staat sich in die Wirtschaft einmischt. Je öfter ein Mensch durch ein Gesetz von seinem Ziel abgehalten wird, umso öfter wird er versucht sein, dieses Hindernis durch Korruption zu überwinden. Vor allem, wenn er das Gesetz als ungerecht und tyrannisch wahrnimmt, gibt es keine moralische Hemmung mehr, es zu umgehen. Alles, was ihn dann noch daran hindern könnte, ist die Angst vor der Strafe.

Ähnlich verhält es sich mit Schwarzarbeit. Schwarzarbeit ist oftmals eine ganz normale Arbeit, die aber durch ein Gesetz verboten ist. Wiederum je mehr Gesetze es gibt, umso mehr Schwarzarbeit wird es geben, und je weniger die Menschen die Gesetze respektieren, umso eher werden sie diesen Weg wählen, um ihr Ziel zu erreichen. Der Schwarzmarkt besteht somit zu einem großen Teil einfach aus dem Teil des freien Marktes, der per Gesetz verboten wurde. Der andere Teil des Schwarzmarktes besteht aus dem Anbieten von Produkten, die mit Gewalt oder Betrug zu tun haben. Diese Aktivitäten zu unterdrücken, ist eine legitime Aufgabe des Staates.

Kapitalismus nicht gleich Gier

Gemäß einem schönen Sprichwort gibt es zwei Arten etwas zu kriegen: Entweder man produziert es selber, oder man nimmt es jemandem weg. Wir kommen jetzt zur Diskussion der zweiten Alternative, zu Gewalt und Zerstörung. Dabei ist Zerstörung einfach eine besonders unproduktive Form der Gewalt, aber alle Gewalt ist unproduktiv. Der Gewalttäter muss immer eine Arbeitsleistung verrichten, um dem Opfer etwas wegzunehmen, und diese Arbeitsleistung zerstört etwas, da sie entgegen der Anstrengung des Opfers verrichtet wird. Das heißt, sogar wenn der Täter durch seine Tat reicher wird – was nur selten wirklich der Fall ist – werden Täter und Opfer zusammen im Durchschnitt ärmer. In diesem Abschnitt werde ich kapitalistische und sozialistische Gesellschaften bezüglich Kriegen sowie bezüglich der Unterdrückung der eigenen Bevölkerung vergleichen.

Zuerst müssen wir kurz klarstellen, dass Kapitalismus nicht mit Gier gleichzusetzen ist. Eine Handlung, die darauf abzielt sich selbst zu bereichern, hat nur im Kontext des freien Marktes etwas mit Kapitalismus zu tun. Nur weil ein Krieg um Ressourcen geführt wird, ist es nicht ein kapitalistischer Krieg. Es gibt allerdings durchaus das Problem, dass Rüstungs-, Bau-, und andere Firmen in kapitalistischen Ländern von Kriegen profitieren können. Somit können sie auch ein Interesse daran haben, Kriege zu schüren. Auch gibt es diverse Firmen, die ein Interesse an militärischen Interventionen haben könnten, sofern diese den Preis von Öl oder anderen Rohstoffen verringern. Falls der Einfluss auf die Preise im ganzen Land spürbar ist, und es vielleicht sogar einen Haufen Land und Unternehmer- und Verwalterpositionen im neu eroberten Gebiet zu besetzen gibt, kann es sogar gut sein, dass die gesamte Bevölkerung eines kapitalistischen Landes ein Interesse an einem solchen Krieg hat. Dies sind absolut verwerfliche Praktiken und reale Probleme, für die der Kapitalismus keinen intrinsischen Korrekturmechanismus hat.

Es muss allerdings auch klar gesagt werden, dass der Sozialismus so einen Korrekturmechanismus ebenfalls nicht hat. Je mehr der Staat beim Feind stiehlt, umso mehr kann er zu Hause den Bürgern verteilen. Und auch im Sozialismus gibt es Industriezweige, die vom Krieg profitieren. Zwar nicht dadurch, dass sie höhere Löhne zahlen, aber dadurch, dass mehr Ressourcen bei ihnen durchfließen und sie somit mehr für sich selbst abzweigen können. Der Staat hat ja keine Ahnung, wie viel es tatsächlich kostet, 1.000 Tonnen Munition herzustellen. Also gibt man einfach eine schön großzügige Schätzung an und behält die Differenz dann für sich. Die Regierung selbst profitiert in beiden Systemen von Krieg. Politiker sind in Friedenszeiten nie so mächtig und werden nie so ernst genommen wie im Krieg. Und die Unüberschaubarkeit und Geheimhaltung der Ereignisse und die Größe der verwendeten Geldbeträge erlaubt viel mehr Korruption und Vetternwirtschaft.

Zu viele Kriege, zu viele Überlappungen

Um aber die beiden Systeme quantitativ miteinander zu vergleichen, wollte ich die größten Kriege weltweit von 1917 bis 1991 vergleichen, bei denen mindestens eine Partei klar kapitalistisch oder sozialistisch war. Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Aufgabe viel zu groß war. Es gab schlicht zu viele Kriege, zu viele Mischungen von Gesellschaftssystemen, und zu viel Facetten. Es gab Freischärler und Milizen, Terrororganisationen und Diktaturen, König- und Kaiserreiche, Kolonialmächte und Unabhängigkeitskämpfer, Kapitalisten, Faschisten, Sozialisten, Kommunisten sowie religiös, ethnisch und materiell motivierte Gruppen. Oft haben mehrere Konfliktparteien aus diversen direkt oder indirekt betroffenen Staaten ihre unterschiedlichen Interessen mit Gewalt vertreten.

Inwiefern hat der Kapitalismus in der dritten Französischen Republik zu den Kriegsopfern beigetragen, als Frankreich dem feudalistischen Spanien dabei half, Unabhängigkeitsbestrebungen in seiner Kolonie in Marokko brutal niederzuschlagen? Inwiefern war der Sozialismus schuld an den Kriegsopfern des Algerienkriegs, als die marxistisch-nationalistische Befreiungsfront um Unabhängigkeit von der französischen Kolonialmacht kämpfte?

Aber vielleicht kann man ja im Koreakrieg sagen, dass Nord-Korea ganz klar die Offensive gestartet hat. Andererseits haben die USA beim Zurückdrängen der Kommunisten ebenfalls das UN-Mandat verletzt und versuchten, gleich ganz Nord-Korea einzunehmen. Dies brachte erst die Volksrepublik China dazu, mit mehreren hunderttausend Mann in den Krieg einzugreifen. Wer weiß, wie viele Tote es sonst weniger gegeben hätte? Musste die USA wirklich 450.000 Tonnen Bomben über Nord-Korea abwerfen? Und was ist mit den Menschenrechtsverletzungen auf beiden Seiten? Wie viele der 4,5 Millionen Toten aus diesem Krieg kann man also zulasten des Sozialismus zählen?

Beide Systeme kriegstechnisch schlecht

Es scheint, dass Kapitalismus und Sozialismus circa gleich schlimm sind, was den Punkt Krieg angeht. Einen quantitativen Vergleich der Kriegsopfer konnte ich also nicht erstellen. Falls Sie so einen Vergleich kennen, lassen Sie mir bitte einen Link zukommen. Die Kriegsmotive waren, wie mir scheint, unabhängig vom Gesellschaftssystem, stets ähnlich. Die Motive, die ich regelmäßig sah, waren Stolz, ethnische Zugehörigkeit, Gier nach Geld und Macht, Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung, sowie ideologisch/religiös motivierte Konflikte. So haben zum Beispiel die kommunistisch-nationalistischen Viet-Minh gegen die französische Kolonialmacht und später im Vietnamkrieg gegen die USA für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung gekämpft.

Andererseits hat die sowjetische Besatzungsmacht den bürgerlich-demokratischen Volksaufstand in der Ukraine 1956 brutal niedergeschlagen. Die USA unterstützte Südvietnam aufgrund ihrer Containment-Politik, um die Ausbreitung des Sozialismus einzudämmen – die Volksrepublik China unterstützte Nord-Korea, um die Ausbreitung des Kapitalismus in ganz Korea zu verhindern. Viele Kriege während des Kalten Krieges wurden von Kapitalisten auf der einen Seite und von Sozialisten auf der anderen Seite unterstützt, da beide Blöcke befürchteten, die anderen könnten ihren Einflussbereich ausdehnen. Viele Kriege wurden dadurch unnötig verlängert und intensiviert.

Und leider führten alle möglichen Staaten immer wieder Kriege aufgrund von territorialen, wirtschaftlichen, und lokalpolitischen Interessen oder aufgrund ihrer Bündnislage. Dabei ist anzumerken, dass kapitalistische Staaten auch gegen kapitalistische Staaten kämpften und sozialistische auch gegen sozialistische. Siehe zum Beispiel Griechenland gegen die Türkei 1921, Bolivien gegen Paraguay 1932, oder die CIA-Einmischung im Guatemaltekischen Bürgerkrieg 1960 – aber auch UdSSR gegen China 1969, Vietnam gegen Kambodscha 1979 und China gegen Vietnam 1979.

In vielen Bürger- und Unabhängigkeitskriegen formten sich die Kriegsparteien anhand der ethnischen Zugehörigkeit, wie zum Beispiel im lettischen Unabhängigkeitskrieg oder in den Bürgerkriegen in Myanmar und in Äthiopien. Viele der Gräueltaten und Genozide, die während oder nach Kriegen verübt wurden, waren zum Teil ethnisch motiviert. Ich kann also keine Aussage machen, ob Kapitalismus oder Sozialismus zu mehr Leid durch Krieg führt. Es scheint mir, dass beide Systeme in dieser Hinsicht etwa gleich schlecht sind.

Lesen Sie morgen: Die Macht der Unterdrückung.

Den ersten Teil dieses Beitrages lesen Sie hier.

Amos Zweig hat an der ETH Zürich Ingenieurswissenschaften mit einem Schwerpunkt auf Robotics und Artificial Intelligence studiert und beschäftigt sich auf einem eigenen Blog mit philosophischen und ethischen Fragen.

Quellen

https://www.heritage.org/index/book/chapter-4

www.econlib.org/library/Enc/EconomicFreedom

https://www.globalhungerindex.org/de/results/

https://www.heritage.org/index/heatmap

SOVIET HEALTH CARE FROM TWO PERSPECTIVES by Diane Rowland and Alexandre V. Telyukov

Soviet Health Care System - DAVID S. FRIEDENBERG

https://www.reddit.com/r/AskHistorians/comments/73aiiu/what_was_healthcare_like_in_the_soviet_union/

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kriegen_und_Schlachten_im_20._Jahrhundert

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Milit%C3%A4roperationen_Russlands_und_der_Sowjetunion

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_concentration_and_internment_camps#United_States_of_America

https://en.wikipedia.org/wiki/Internment_of_Japanese_Americans

https://en.wikipedia.org/wiki/Internment_of_German_Americans

https://en.wikipedia.org/wiki/Internment_of_Italian_Americans

https://de.wikipedia.org/wiki/Gulag

https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Terror_(Sowjetunion)

https://de.wikipedia.org/wiki/Hungersnot_in_Sowjetrussland_1921%E2%80%931922

https://de.wikipedia.org/wiki/Holodomor

https://de.wikipedia.org/wiki/Entkulakisierung

A. Solschenizyn – Der Archipel Gulag – 1973

https://youtu.be/oo1WouI38rQ

https://en.wikipedia.org/wiki/Mao_Zedong

https://en.wikipedia.org/wiki/Khmer_Rouge

https://en.wikipedia.org/wiki/Pol_Pot

https://pixabay.com/de/photos/leistung-bar-gesch%C3%A4ft-diagramm-18134/

https://pixabay.com/de/photos/kommunismus-kommunist-hammer-moskau-17071/

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

E. Thielsch / 13.09.2019

Versuchen Sie mal die generellen Kriegsziele zu vergleichen. Der Sozialismus ist gegen den Handel, er teilt zu und sieht sein Ziel im Besitz der Produktionsanlagen. Der Kapitalismus in seiner reinen Form will tauschen und handeln, das Produkt wird nur aufgrund seines Tauschwerts bzw Handels-Mehrwerts gesehen, wer es produziert ist im Grunde gleichgültig. Ich sehe da ganz grob drei Kriegsformen: 1. Den alten Feudalkrieg, bei dem Land die Beute ist. Land kann Lebensmittel erzeugen oder Rohstoffe. Die Menschen sind ‘Masse’ und austauschbar. 2. Den sozialistischen Krieg, der viel mit dem Feudalkrieg gemein hat. Man will ‘Produktionsmittel’ in Besitz nehmen. Zwangsläufig ist auch das ein Krieg zur Landgewinnung. 3. Den kapitalistischen Krieg zur Beseitigung von Handelshemmnissen. Man will kein Land, man will keine Menschen erbeuten. Man will, dass andere Menschen ihr Land und ihre Arbeit zur Herstellung von Tauschwaren einsetzen. Das ist ein viel ‘modernerer’ Krieg. Man kann Menschen nämlich heute nicht zu hochqualifizierter und effizienter Arbeit zwingen wie früher einen Landarbeiter-Sklaven. Man kann den Menschen auch nicht die Produktionsbasis vorenthalten, denn diese Basis ist deren eigener Kopf, ihre eigenen Fähigkeiten und die sind sowohl mobil wie auch exklusiver Besitz der Menschen. Was wären also beispielhafte klassische kapitalistische Kriege? Die Öffnung Japans durch die US-Flotte im Jahre 1853. Die Opiumkriege zur Öffnung Chinas. Aber auch der ‘Kalte Krieg’, weil er nicht das Ziel der Landgewinnung, sondern letztendlich das der Handelsöffnung hatte. Hitlers Kriege waren dagegen keineswegs ‘kapitalistisch’, er war ein Feudalist!

Andreas Rühl / 13.09.2019

2 Anmerkungen. Das Gesundheitswesen ist kein gutes Beispiel fuer einen Vergleich der Systeme. Dies deshalb, weil der Verbraucher auch im kapitalistischen System vor dem Problem steht, dass beispielsweise die Auswahl des fuer ihn besten Arztes mangels Information und Urteilskraft nicht moeglich ist. Einen fehlkauf kann man korrigieren, eine fehlbehandlung mit schlimmen folgen nicht. Folge ist, dass der Staat eingreifen muss, um die medizinische Versorgung möglichst so zu gewährleisten, dass alle aerzte ein hohes Niveau haben. Die Kosten dafür sind gewaltig. Die müssen sozialisiert werden, weil die kranken allein das System nicht finanzieren koennen. 2. Warum sind Kriege schlimm? Es gab eine Zeit, da waren Kriege etwas ganz normales und haben dazu geführt, dass Schwäche, ineffiziente Staaten von starken, besser aufgestellten geschluckt worden sind. Reiner Wettbewerb zum wohle aller. Erst mit der Ausweitung des Krieges als ein Kampf ganzer bevoelkerungen hat sich dieses Bild gewandelt.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Amos Zweig, Gastautor / 17.05.2020 / 18:00 / 12

Wie kann man die Welt verändern?

Am vergangenen Wochenende hatte ich ein eindrückliches Erlebnis. Ich habe realisiert, dass ich die Welt fundamental anders sehe als viele meiner Mitmenschen. Nun wusste ich…/ mehr

Amos Zweig, Gastautor / 21.03.2020 / 12:00 / 16

Ist es ethisch vertretbar, für den Staat zu arbeiten?

Ich fühle seit langem, dass es mich auf eine Art in die akademische Welt zieht. Aber ist es ethisch vertretbar, als ausgesprochener Befürworter des freien…/ mehr

Amos Zweig, Gastautor / 19.03.2020 / 16:30 / 35

Die Diktatur ist immer gleich um die Ecke

Die momentan stattfindende Corona-Panik hat aus meiner Sicht ein paar sehr lehrreiche Lektionen für uns auf Lager. Erstens finde ich es absolut skurril, so direkt…/ mehr

Amos Zweig, Gastautor / 17.12.2019 / 16:00 / 7

Die Bevorzugten

Von Amos Zweig. Kürzlich hat mir ein Kollege in einem interessanten Gespräch erklärt, wieso er sich entschieden hat, ein Elektroauto zu kaufen. Er hat eine…/ mehr

Amos Zweig, Gastautor / 15.11.2019 / 15:30 / 12

Klimaschutz: Katastrophenabwehr oder Totalitarismus?

Von Amos Zweig. Die Diskussion über den Klimawandel wird alles andere als sachlich geführt. Die Gemüter sind sehr erhitzt, denn schließlich geht es ja um…/ mehr

Amos Zweig, Gastautor / 25.10.2019 / 12:30 / 18

Die Ressource “Köpfchen” ist unendlich

Von Amos Zweig. In letzter Zeit höre ich oft das Argument, dass unendliches Wachstum auf einer endlichen Welt nicht möglich ist und dass darum der Kapitalismus…/ mehr

Amos Zweig, Gastautor / 12.10.2019 / 14:00 / 16

Wohnungsmangel: Die Gier nach Regulierung

Von Amos Zweig. Stell dir vor, Menschen müssen manchmal umziehen, wenn die Miete hochgeht. Und wenn das Budget knapp ist, muss man manchmal auch Kartoffeln…/ mehr

Amos Zweig, Gastautor / 10.10.2019 / 16:00 / 14

Vom Irrtum, im Kapitalismus zu leben

Von Amos Zweig. Viele Leute im Westen schreiben dem Kapitalismus alle möglichen Probleme zu. Banken, Pharmaindustrie, Tech-Giganten, Fabriken und Energiekonzerne zerstören den Planeten, beuten die…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com