Henryk M. Broder / 23.12.2016 / 11:17 / Foto: Ruslan Krivobok / 9 / Seite ausdrucken

Die Antifa erobert den Breitscheidplatz zurück

48 Stunden nach dem Vorfall am Breitscheidplatz, der leider doch nicht, wie viele gehofft hatten, ein Unfall war, demonstrieren einige Hundert Gemütsberliner an der Stelle, wo 12 Menschen von einem Laster umgenietet wurden. Wofür oder wogegen demonstrieren sie? Özcan Mutlu, Bundestagsabgeordneter der Grünen, sagt es, nein, er brüllt es in Mikrofon: "Wir wollen hier ein Zeichen setzen, wir wollen zeigen, dass wir Berlin, den Hardenbergplatz, den Breitscheidplatz und unser Land nicht den Nazis überlassen werden!" Hier ab 15:55.

Und was ist mit dem Heidelberger Platz, dem Olivaer Platz, dem Savigny Platz und dem Theodor Heus Platz? Haben Mutlu und seine Antifas diese Plätze schon aufgegeben? Oder bereiten sie sich noch auf das letzte Gefecht vor? Jedenfalls sind die Nazis schwer im Kommen, und da muss Mutlu dringend was gegen unternehmen. Eine Kundgebung gegen "die rechte Instrumentalisierung und rassistische Hetze in unmttelbarer Nähe des Tatortes", sagt die Reporterin. 

Es geht nicht um die Opfer des Anschlags, die noch identifiziert werden müssen, es geht nicht um den mutmaßlichen Täter, nach dem noch gefahndet wird, es geht um etwas Wichtigeres: Berlin darf den Nazis nicht überlassen werden! Widerstand jetzt!

Für diese Aufgabe hat Mutlu in diesem Sommer schon ein wenig geübt. Er sagte seinen Türkei-Urlaub ab, weil ihn der OB von Ankara "zur Fahndung" ausgeschrieben hatte, und er deaktivierte seinen Facebook-Account, um für Drohungen und Beleidigungen nicht erreichbar zu sein. Aber es waren nicht Nazis, die es auf ihn abgesehen hatten, sondern seine eigene Verwandtschaft.

Und um die nicht noch mehr zu provozieren, hat Mutlu schweren Herzens darauf verzichtet, bei der Armenien-Resolution des Bundestages dabei zu sein. Aber wenn er da gewesen wäre, hätte er "selbstverständlich für die Resolution gestimmt". Leider musste er einen wichtigen Termin für seine Fraktion wahrnehmen, "auf dem MINT-Gipfel, bei dem es um die Fächer Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ging". So was ist natürlich wichtiger als ein alter Völkermord.

Und nun steht Mutlu auf dem Breitscheidplatz und schreit ins Mikrofon: "Wir wollen hier ein Zeichen setzen, wir wollen zeigen, dass wir Berlin, den Hardenbergplatz, den Breitscheidplatz und unser Land nicht den Nazis überlassen werden!" Großartig, der Mann. Mutig und mit einem klaren Sinn für Prioritäten. Wehret den Anfängen! Straße frei für die Antifa!

Foto: Ruslan Krivobok/RIA Novosti CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

JF Lupus / 23.12.2016

Linke, Grüne, Gutmenschen aller Art - man fasst sich angesichts so enormer bornierter Blödheit an den Kopf. Einstein lag richtig mit seiner Unendlichkeitsmutmaßung.

Martin Laib / 23.12.2016

Nach den Attentaten in Paris gedachten wir Deutsche in einer Schweigeminute den Terrorofern. Nach dem Anschlag in Berlin mit 12 Toten und vielen Schwerverletzten hält das die Merkel-Regierung und Konsorten für nicht angebracht. Links-Grüne Politbündnisse sind der Untergang unserer freien Gesellschaft, unserer Werte und unseres Heimatlandes. Alle Bürger, die sich gegen den Multi-Kulit-Gender-Wahn wehren und eine andere Meinung vertreten, werden stigmatisiert. Wer Mahnwachen vor dem Palast von Merkel hält und still der Opfer gedenkt, ist noch lange kein Nazi. Es kommen unglaubliche Zeiten auf uns zu. Armes Deutschland.

Jochen Brühl / 23.12.2016

Danke Herr Broder, dass sie mich über diesen mutigen und zivilcouragierten Einsatz des Herrn Mutlu informiert haben. Da kann ich viel beruhigter in die Weihnachtsfeiertage gehen, wenn ich weiß, dass der Kampf gegen Rechts in dieser Zeit nicht ruht.

robert renk / 23.12.2016

Falls es für solche heroischen Taten noch keinen Orden geben sollte, schlage ich den goldenen Halbmond vor. Muss aber links getragen werden !

Beatrice Hamberger / 23.12.2016

So ist das im Land der Lichterkettenindustrie. Die Demo ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Henryk M. Broder / 22.02.2019 / 17:01 / 43

Steinmeier und die Hohe Schule der Diplomatie

Es ist noch nicht lange her, dass unser geliebter Bundespräsident, der Friede sei mit ihm, am Grab von Yassir Arafat einen Kranz niedergelegt und sich…/ mehr

Henryk M. Broder / 20.02.2019 / 13:30 / 37

Julia und die Banane

Es gibt einiges im Programm der Öffentlich-Rechtlichen (der Privaten sowieso), das Brechreiz erzeugt. Die debilen Rateshows mit Kindern und Promis, "Brisant" (ARD) und "Leute heute"…/ mehr

Henryk M. Broder / 19.02.2019 / 15:45 / 23

War die Gründung Israels nicht auch ein Kreuzzug?

Wenn es etwas gibt, worauf man sich immer und überall verlassen kann, dann ist es die Kompetenz gebildeter Zeitgenossen in Sachen Israel, Judentum und Ressentiments. Die…/ mehr

Henryk M. Broder / 17.02.2019 / 14:00 / 23

Annegret lässt die Hosen runter

Die beiden einst großen deutschen Volksparteien haben beschlossen, ihrem Niedergang zu trotzen. Die CDU pendelt um die 30% herum, die SPD kommt auf 15%. Würden…/ mehr

Henryk M. Broder / 15.02.2019 / 11:00 / 56

Ausgeladen!

Ein Leben ohne Hummus bei Sawsan Chebli ist möglich, aber sinnlos. Die Berliner Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales lässt sich…/ mehr

Henryk M. Broder / 13.02.2019 / 14:00 / 25

Foto-shooting mit dem Vize

Falls Sie heute Abend noch nichts vorhaben, dann kommen Sie doch zu einer Podiumsdiskussin über "islamischen Antisemitismus" im Wiener „Kursalon im Stadtpark", mit u.a. Heinz-Christian…/ mehr

Henryk M. Broder / 12.02.2019 / 12:00 / 47

Nackte Frauen, wohin man schaut

Kennen Sie den? Kommt ein Mann zu seinem Arzt und sagt: „Herr Doktor, Sie müssen mir helfen. Meine Phantasie geht mit mir durch.“ – „Was…/ mehr

Henryk M. Broder / 08.02.2019 / 08:43 / 55

Shalom everyone!

Henryk Broder’s talk at the AfD fraction of the Bundestag  onJan 29, 2019, as documented [in a shortened version] by Die Welt and Achgut.com on 31.01.2019 Translated by bea…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com