Henryk M. Broder / 25.03.2017 / 10:00 / 8 / Seite ausdrucken

Die Antifa bedroht eine Weinbar

Düsseldorf ist auch nicht mehr das, was es einmal war oder zu sein vorgab: Eine vornehme Metropole, die kleine Schwester von Paris. Jenseits der Königsallee kann man die Folgen des wirtschaftlichen Niedergangs des einst reichsten Bundeslandes besichtigen. Das “Maghreb-Viertel“ in Oberbilk hinter dem Hauptbahnhof ist ein „sozialer Brennpunkt“, dort leben viele Zuwanderer aus Nordafrika. In Unterbilk dagegen ist die Welt noch in Ordnung. Hier residiert die Landesregierung, umgeben von Modeboutiquen und Feinkostläden.

Dazu gehört auch die Weinbar „FeinStil“, sie hat sich auf badische Weine spezialisiert; dazu gibt es täglich Flammkuchen, Schinken und Käseplatten und alle paar Wochen ein Konzert oder eine Lesung. Am 3. Mai wird die ehemalige Justizministerin, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, aus ihrem Buch „Haltung ist Stärke“ vorlesen, am 18. Mai Thilo Sarrazin sein neuestes Werk „Wunschdenken“ vorstellen.

Nun hat eine Bürgerinitiative, die unter dem Namen „Nachbarschaft ohne Rassismus“ auftritt, einen Offenen Brief an die "FeinStil"-Bar verfasst und auf Facebook veröffentlicht. Darin heißt es u.a.: „Wir möchten Ihnen mitteilen, dass wir Herrn Sarrazin nicht kritik- und widerstandslos dieses Podium einräumen werden. Wir fordern, dass die Veranstaltung abgesagt wird.“ Sarrazin trage „entschieden zur Stärkung und Verbreitung rechter Gedanken in der Mitte der Gesellschaft bei“, er diffamiere „Menschen und Menschengruppen als minderwertig“; solchen Ansichten, „die unsachlich und falsch sind“, dürfe man „keinen neuen Raum geben“, Sarrazins „Nationalismus“ sei eine Antwort „ auf die Abstiegsängste der bedrohten weiß-deutschen Mittelschichten“.

Der Offene Brief endet so, wie er begann, mit einer offenen Drohung: „Wir werden einen Auftritt von Thilo Sarrazin nicht ohne Widerspruch hinnehmen.“

Wie dieser „Widerspruch“ aussehen könnte, ist leicht zu erraten. Die deutsche Antifa kämpft gegen alles, das ihrem Verständnis nach „falsch und unsachlich“ ist, wobei sie auch vor Gewalt nicht zurückscheut. Die Geschäftsführerin der Weinbar reagiert auf diese Ankündigung mit feinem Stil. „Die Lesung wird stattfinden, wenn nicht sogar eine zweite, denn der Zuspruch nicht linksdenkender Menschen ist höher als der Widerstand.“

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Leserpost

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Susanne Sondergeld / 25.03.2017

Chapeau, die Dame hat Mut und Haltung - oder kurz: Charakter. Eine immer seltener werdende Tugend. Ich hätte allerdings nicht auf “linksdenkende Menschen” Bezug genommen, denn faktisch haben sich auf Facebook keine politisch motivierten Bürger mit demokratischer Grundhaltung zu Wort gemeldet, sondern mal wieder waschechte, gewaltbereite Ideologen, die sich nur deshalb “links” einordnen, weil dort die vermeintlich Guten anzutreffen sind und sie natürlich auf der Seite der Gewinner kämpfen wollen. Aber egal, Hauptsache Randale und Bambule - natürlich mit dem Prädikat “wertvoll”. Kann man nur hoffen, daß die linksdrehenden besorgten Bürger, die ihr Viertel vor der Verderbtheit Dunkeldeutschlands schützen wollen, dies nicht, wie immer und wie in diesen Kreisen üblich, mit Gewalt und Terror versuchen. Mich erinnern die Aktionen der Antifa immer an diejenigen der SA-Schlägertrupps, die Ende der Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zunächst München und Berlin unsicher gemacht haben. Die Methoden ähneln sich verblüffend. Fällt das den linken Weltverbesserern eigentlich nicht auf oder glauben sie, der Zweck heilige die Mittel? Oder sind die Damen und Herren der Antifa entgegen ihrer eigenen Einschätzung dann doch so ungebildet?

Marina Blach / 25.03.2017

Da muss man wirklich seine persoenlichen Emotionen in Zaum halten. Sehr klar und analytisch auf den Punkt gebracht. Schon als junger Mensch (das war vor 40 Jahren in Berlin) hatte ich meine persoenlichen sozialistischen Traeume mit der Wirklichkeit abgeglichen und festgestellt, dass die Intoleranz und der alleinige Wahrheitsanspruch gewisser linker Kreise eine Gefahr fuer die freiheitliche Gesellschaft darstellt.

Gabriele Klein / 25.03.2017

Was wir momentan erleben ist der Versuch jüdisch-christliche Werte abzuschaffen und   eine neue “Gewissensbasis” herzustellen.  Dabei wird bereits geächtet wer jenen zitiert, verteidigt oder ihm auch nur ähnelt, der von den selbsterkorenen Hohen Priestern der Medien bereits ins gesellschaftliche “Aus”  auf Grund, dieser neuen teils unausgesprochenen Gewissensbasis verfrachtet wurde:  vielleichtl weil es ihm schwer fällt wie gewohnt am Kaffeetisch Platz zu nehmen,  während nebenan die Köpfe rollen….....wie z.B.  Herr Trump und seine konservativen evangelikalen Unterstützer (um nur ein Beispiel zu nennen) ..... ... Wer etwas auf sich hält, sieht die rollenden Köpfe eher gelassen und fürchten viel viel mehr die Diskrimination ....... als Folge solcher Barbarei…... Daher lautet die neue Todsünde bald nicht mehr Du sollst nicht töten sondern Du sollst nicht Diskriminieren, (rollende Köpfe hin oder her…..) ..Und, je mehr die Köpfe rollen um so lauter die Stimmen und radikaler der Kreuzzug gegen Diskriminierung die es gilt im Keime zu ersticken .... Man scheint dabei nur zu vergessen, dass die Diskriminierung ein wesentlicher Bestandteil jener Demokratie ist, die zum Beispiel so etwas wie die Versammlungsfreiheit erlaubt.  Letztere ist ohne Diskriminierung leider rein logisch nicht möglich. Eine Versammlung die sich nicht abgrenzen darf ist halt keine mehr. Was bleibt ist dann nur noch der öffentliche Raum ohne jene Gruppen und einstigen Pfeiler der Gesellschaft, die sich leider abgrenzen mussten,, um was Besseres anstreben zu können, vom Kloster bis zum gemeinnützigen Verein….. Die letzten wichtigsten Institutionen der Diskriminierung die es abzuschaffen gilt, sind jedoch Monogamie und Familie Denn, logisch liberal zu Ende gedacht ist die Monogamie der Gipfel der Diskriminierung.  Man stelle sich vor, nur einer oder eine erhält die Zusage und der ganze Rest, der Erdbevölkerung wird diskriminiert? !!! Ausgeprägter kann Diskriminierung nicht sein. Vor diesem Hintergrund sieht es mir ganz danach aus, dass für die gesellschaftliche Avantgarde zukünftig der Ehebruch oberste Tugend und die Ehe größtes Tabu sein wird…. .Klarer kann aber wiederum die Absage an eben jene menschliche Beziehung,  die doch der Anti-Diskriminierung so sehr am Herzen liegt nicht mehr sein ............. D.h. wir haben hier ein Paradoxon Unter dem Vorwand sie gegen Diskriminierung zu schützen und allseits zu ERMÖGLICHEN (nicht zu verwechseln mit ZULASSEN, das wäre bereits Diskriminierung)  wird die menschliche Beziehung zwischen wem auch immer kurzerhand tabuisiert und somit abgeschafft. .......

Gerdlin Friedrich / 25.03.2017

Diese Antifa ist längst schon, psychodynamisch, ein Erbe des Fa. Dass sie sich auf der Seite des Guten wähnt und damit ihre Drohungen begründet,  ist derselbe geradezu psychiatrische Irrsinn, den allerdings alle totalitären Strukturen aufweisen. Das angebliche, antifaschistiche Ideal dient hier allein dem Zweck Herrschaft und Gesinnungsdiktatur zu bewerkstelligen, durch eine Drohkulisse einzuschüchtern, Andere niederwerfen, Angst und Schrecken erzeugen zu wollen und sich dadurch groß und mächtig zu fühlen. Es ist eine billige, primitive Machtlust, um die es geht, nicht anders als die Horden der Fa. Es ist eine billige Nummer wohlstandsverwöhnter Jüngelchen und girlies, die keine Ahnung haben von Antifaschismus. Es geht dabei nicht um die objektive Bedeutung der Ideale, um welches es geht, ist dabei fast völlig egal, alles und Jedes kann zum Ideal erhoben werden. Auch die Fa hatte ihre “Ideale”, auch wenn sie keine waren. Das “Ideal” war das Etikett hinter dem sich niedere Triebe, primitive Impulse befriedigen, Machtlust, Grausamkeit und Sadismus austoben konnten. Das “Ideal” diente dazu dies zu legitimieren und zu erhöhen. Dies ist das psychodynamische Erbe, das diese “Antifa” antritt.  

Karl Renz / 25.03.2017

Erstaunlich dass diese SA-Schläger zugeben: “bedrohte weiß-deutsche Mittelschichten”. Dass die bedroht sind, ganz zu schweigen von den Unterschichten – was das Hirn der Links-Faschisten aber schon nicht mehr hergibt, scheint die aber nicht zu stören. Sonst hätte sie es kaum so geschrieben, sondern zumindest ein “angeblich” davor gesetzt. Was eindeutig fehlt im Land sind junge sportliche Männer, die ganz ohne Fanatismus aber entschlossen, diesem Dreckspack seine physischen Grenzen aufzeigen und die Versammlungen von Demokraten als Ordner schützen. Was nebenbei beweist dass es weder rechts noch mitte-rechts irgendwelche nennenswerten Gewaltpotentiale mehr gibt, obwohl von Maas abwärts alle diesbezüglich Panik verbreiten.

Georg Dobler / 25.03.2017

Verehrte Leser, Verehrter Herr Broder, merkt eigentlich die Öffentlichkeit nicht, dass wir auf Zustände hinsteuern die an die SA-Methoden im dritten Reich ähneln? Kauft nicht beim Volksfeind, Niedermachen der politischen Gegner, Bücherverbrennungen. Der Mob gegen freie Rede. Eine Demokratie die die Ansichten einen Herrn Sarazzin, SPD-Mitglied und früherer Bundesbank-Vorstand, nicht aushält ist eine schwache Demokratie. Ich dachte die Menschen wollen Vielfalt und Buntheit ....wohl doch nur innerhalb ihres begrenzten Horizontes.

Dieter Franke / 25.03.2017

Hoffentlich hält die Chefin des Lokals dem Druck stand. Und wird eigentlich seitens der Polizei oder des Verfassungsschutzes ermittelt? Es werden ja in diesem Drohschreiben mehrere Straftaten angedroht und gegen Verfassungsgrundsätze wird ebenfalls verstoßen. Oder hat man Angst, daß die Spuren bis in Schwesigs oder Maas’ Ministerien führen könnte?

R.Richter / 25.03.2017

Der Schulz, diese miese antidemokrtische Figur, könnte sich ja auch mal sich für seinen Genossen Sarrazin einsetzen. Aber nein, er hat zu viel zu tun, seine prall gefüllten Konten zu kontrollieren.

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