Gastautor / 21.04.2016 / 06:30 / 0 / Seite ausdrucken

Die andere Wange hinhalten? Ja, aber bitte die eigene (Serie-Nächstenliebe Teil 6)

Von Marei Bestek.

Ich denke auch, dass nirgendwo in der Bibel steht, dass wir unsere Feinde mehr lieben sollen als uns selbst und uns gegebenenfalls von ihnen abschlachten lassen müssen. Nichts anderes tun muslimische Terrorverbände. Wenn sich Gut und Böse gegenüberstehen, soll das Gute dann niederknien, damit das Böse die Welt beherrschen kann? Wo ist da die moralische Pflicht, das Gute zu verteidigen („Ausschwitz wurde von Soldaten befreit, nicht von Pazifisten.“)? Selbst in der Bibel wird unterschieden zwischen dem christlichen Pazifismus und der Verteidigung des eigenen Staates mit dem Schwert (Trennung von Staat und Religion). Ein Staatsdiener kann trotz christlichen Glaubens also sehr wohl eine Waffe tragen, solange sie der Verteidigung dient und nicht dem Angriff. Ansonsten dürften selbst Politzisten keine Waffen mehr mit sich führen.

Wer dennoch in der Liebe zum Feind die einzig wahre Form der Nächstenliebe erkennt, der soll auch danach handeln. Das ist eine persönliche Entscheidung, die keinen anderen betreffen sollte. So ein Akt verdient große Ehrfurcht und Demut. Was derjenige jedoch nicht machen darf: für andere oder eine Gesamtheit sprechen und von ihnen diese Haltung fordern. Wer die andere Wange auch noch hinhalten möchte, der sollte das tun, doch sollte es die eigene sein. In diesem Sinne: Frau Käßmann, gehen Sie voran! Und wenn Sie es nicht tun: hören Sie auf die die Ehre der Soldaten zu beschmutzen, die unsere Werte, unsere Menschenrechte - letztendlich unser aller Leben verteidigen, während Sie in Ihrer Komfortzone sitzen und große Töne spucken!

Tagtäglich sterben Christen und Juden, weil sie unsere westlichen Werte leben wollen. Wie dekadent muss dieses westliche Leben geworden sein, wenn wir diesen Menschen aus ausreichend Sicherheitsabstand zurufen: „Ihr müsst einfach ein bisschen offener und toleranter werden!“. Mein Wunsch wäre sowieso, dass alle mutigen Abrüstungsbefürworter, Islamverteidiger und Lichterkettenbilder selbst an die Front nach Syrien reisen, um dort die geschundenen Frauen und kämpfenden Männer abzulösen. Dann können sie dem IS ganz viel Nächstenliebe schenken, ihnen erklären, dass der Islam doch eigentlich eine friedliche Religion ist und man das Ganze auch mit Gesprächen und durch moralisches Verhalten lösen kann. Mensch, dann wäre der Krieg endlich beendet!

Morgen in Teil 7: Diktierte Moral vergiftet alles

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Teil 5 finden Sie hier

Marei Bestek (25) wohnt in Köln und hat Medienkommunikation & Journalismus studiert.

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