News-Redaktion / 13.04.2021 / 09:20 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage: Ausschreitungen und Ausgangssperren

In Somalia gab es wieder einen islamistischen Anschlag, nach einem fatalen Polizei-Einsatz gab es wieder Ausschreitungen in den USA, Alexej Nawalny droht die Zwangsernährung, die Bestellung von Sputnik-Impfstoff könnte mit US-Sanktionen kollidieren, die Bundesländer verlängern den Lockdown bis in den Mai, Helge Braun dementiert Verlängerungspläne bis Juni und China feiert seine Export-Erfolge.

Al-Shabaab bekennt sich zu Anschlag in Somalia

Laut einem Polizeibeamten sind mindestens 4 Soldaten am Montag bei einem Bombenanschlag im Süden Somalias getötet worden, meldet aa.com. "Der Angriff war eine ferngesteuerte Landminenexplosion und zielte auf Sicherheitskräfte am Flughafen am Rande von Afmadow", habe der Polizeibeamte in der Region Lower Juba gegenüber der Agentur Anadolu gesagt. Die in Somalia ansässige al-Qaida-nahe Gruppe al-Shabaab habe sich zu dem Angriff bekannt. 

USA: Ausschreitungen nach fatalem Polizei-Einsatz

Von einem Fehlgriff mit verheerenden Folgen, berichtet focus.de. Ein junger Afroamerikaner sei per Haftbefehl gesucht worden und bei einer Verkehrskontrolle getötet worden. Bei dem tödlichen Schuss auf einen jungen Afroamerikaner nahe Minneapolis hätte eine US-Polizistin offenbar versehentlich ihre Pistole anstelle ihres Elektroschockers abgefeuert. Die Polizei der Stadt Brooklyn Center im Bundesstaat Minnesota habe am Montag Bodycam-Aufnahmen von der versuchten Festnahme des 20-jährigen Daunte Wright veröffentlicht. Dabei sei zu hören, wie die Polizistin mehrfach "Taser" rufe, dann aber mit ihrer Dienstwaffe schieße. Der Tatort liege nur 16 Kilometer von dem Ort entfernt, an dem George Floyd getötet wurde.

Der Vorfall knapp ein Jahr nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz im nahegelegenen Minneapolis habe umgehend neue auch gewalttätige Proteste und Ausschreitungen ausgelöst. In Brooklyn Center seien am Sonntag hunderte Demonstranten zur örtlichen Polizeistation gezogen. Nach Behördenangaben hätten Demonstranten Steine und andere Gegenstände auf die Polizeiwache geworfen und in der Gegend rund 20 Geschäfte geplündert. Die Polizei habe Gummigeschosse, Tränengas und Blendgranaten eingesetzt.

Bürgermeister Mike Elliott habe eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Außerdem seien wegen des Floyd-Prozesses im nahegelegenen Minneapolis mobilisierte Nationalgardisten angerückt.

Präsident Joe Biden habe am Montag zur Ruhe aufgerufen. Er haben den tödlichen Polizeischuss als "wirklich tragisch" bezeichnet, aber Geduld bei den Ermittlungen angemahnt. Zugleich habe Biden betont, es gäbe "absolut keine Rechtfertigung für Plünderungen". Friedliche Proteste dagegen wären "verständlich".

Nawalny soll Zwangsernährung im Gefängnis drohen

Dem im Hungerstreik befindlichen Kreml-Kritiker Alexej Nawalny droht seinem Team zufolge die Zwangsernährung, meldet orf.at. Dem inhaftierten Oppositionellen sei von Gefängnismitarbeitern damit gedroht worden , hätten Nawalnys Mitstreiter mitgeteilt. Dieser soll in den vergangenen Wochen 15 Kilogramm an Gewicht verloren haben.

Der 44-jährige Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin habe Ende März einen Hungerstreik angekündigt, um gegen die Weigerung der Gefängnisbehörden zu protestieren, ihn wegen akuter Rücken- und Beinschmerzen angemessen zu behandeln.

Probleme mit US-Sanktionen bei Bestellung von Sputnik-Impfstoff

Die geplante Bestellung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V durch die Bundesregierung verstößt offenbar gegen US-Sanktionen, meldet dernewsticker.de. Das habe die "Bild"- Zeitung unter Berufung auf deutsche und US-Quellen berichtet. Demnach seien entsprechende "Signale an die Bundesregierung" übermittelt worden. Zwei der wesentlich an der Entwicklung und Testung von Sputnik V beteiligten russische Institute stünden laut "Bild" auf der US-Sanktionsliste.

Die Sanktionen würden wegen des Anschlags auf den Kreml-Kritiker Alexei Nawalny am 20. August 2020 mit dem Kampfstoff Nowitschok gelten. Man sei in Washington irritiert darüber, dass sich die Bundesregierung und besonders die Kanzlerin massiv für Nawalny einsetzten, ihm in der Charité in Berlin im Jahr 2020 das Leben retteten, zugleich nun aber einen Impfstoff bestellen wollten, der von eben den Institutionen stamme, die den chemischen Kampfstoff geliefert hätten, habe es laut Zeitung aus deutschen Quellen geheißen. Die US-Sanktionen beträfen laut "Bild" das 48. Zentrale Forschungsinstitut des russischen Verteidigungsministeriums und das 33. Wissenschaftliche Forschungs- und Testinstitut.

Beide Institute sollen demnach zentral an der Entwicklung und Erprobung des Corona-Impfstoffs beteiligt gewesen sein und auch zentral an Entwicklung und Testung von biologischen und chemischen Kampfstoffen, darunter Nowitschok. Besonders das Zentrale Forschungsinstitut des Verteidigungsministeriums sei daneben auch zentral an der Entwicklung des Impfstoffes Sputnik V beteiligt gewesen, heiße es sowohl aus Russland als auch aus den USA.

Länder verlängern Lockdown-Regeln um drei Wochen

Die Länder werden die gegenwärtigen Lockdown-Regelungen offenbar um vorerst drei Wochen verlängern, meldet dernewsticker.de. Darauf hätten sich die Länder am Wochenende verständigt, habe das Portal "Business Insider" berichtet. Eigentlich würden die Restriktionen rechtlich am kommenden Montag enden. Die aktuellen Corona-Vorschriften in den Ländern sollten nach der Verlängerung zunächst bis voraussichtlich zum 9. Mai gelten.

Damit gelte in den allermeisten Kreisen: der Handel dürfe nur mit vorherigen negativen Tests und Terminen öffnen, Schulen und Kitas seien beschränkt offen und  persönliche Treffen blieben weitgehend verboten. Sportangebote, Kulturbetriebe, Hotels und Restaurants lieben ebenfalls weiter geschlossen, da mehr als zwei Drittel aller deutschen Landkreise die für Öffnungen in diesem Bereich vorgeschriebenen niedrigen Inzidenzwerte nicht erfüllen würden. Die Länder hätten mit ihrer Entscheidung auf die Planungen der Bundesregierung für eine Bundesregelung reagiert. Diese dürfte voraussichtlich erst nächste Woche in Kraft treten, da aktuell noch an einer entsprechenden Gesetzesänderung gearbeitet werde. Die Länder hätten deshalb eine Regelungslücke befürchtet.  

Kanzleramtsminister dementiert Bericht über Lockdown bis Juni

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat einen Bericht über einen möglicherweise bis Mitte Juni andauernden Corona-Lockdown zurückgewiesen, meldet t-online.de. Braun habe am Montag auf Twitter bestritten, bei einer Besprechung mit Vertretern der Länder davor gewarnt zu haben, dass der Lockdown bis Ende Mai oder Mitte Juni gelten müsse. Ziel des geplanten Bundesgesetzes zum Kampf gegen die Corona-Pandemie sei es vielmehr, das Infektionsgeschehen "zügig einzudämmen", habe Braun betont.

Der "Tagesspiegel" habe unter Berufung auf die Beratungen des Kanzleramtsministers mit den Ländern berichtet, dass die Bundesregierung von einer verschärften Infektionslage ausgehe, die noch sechs bis acht Wochen andauern werde. Daraus sei zu schließen, dass bei einer Aufrechterhaltung der per Bundesgesetz geplanten Maßnahmen, sobald innerhalb von einer Woche 0,1 Prozent der Bevölkerung neu positiv getestet worden ist, mit einem Lockdown bis Ende Mai oder Mitte Juni zu rechnen sei. Aus Länderkreisen heiße es, dass der Bund nicht bereit sei, von diesem Inzidenzwert als alleinigem Maßstab für die Lockdown-Verfügung abzurücken, habe der "Tagesspiegel" am Montag geschrieben. Braun habe den Bericht via Twitter kritisiert.

Bulgarien lockert Beschränkungen

In Bulgarien darf die Gastronomie seit heute Innenbereiche wieder öffnen, die zur Bekämpfung einer dritten Coronavirus-Welle vor drei Wochen geschlossen wurden, meldet orf.at. Allerdings dürfe in Restaurants und Cafes sicherheitshalber nur die Hälfte der Plätze besetzt werden. Wegen der sogenannten dritten Coronavirus-Welle war in Bulgarien am 22. März ein Teil-Lockdown verhängt worden. In dieser Woche sollten stufenweise mehrere Einschränkungen aufgehoben werden. Bulgarien registrierte am 8. April einen Wert von 0,635 Prozent der neuer positiver  Testergebnisse bezogen auf die Einwohnerzahl.

Corona-Mutation nicht tödlicher 

Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 ist aktuellen Studien zufolge ansteckender als die ursprüngliche Form, allerdings nicht tödlicher, schreibt kleinezeitung.at. Zu diesem Schluss seien Forscher in zwei separaten Studien gekommen, die am Dienstag in den Fachmagazinen "The Lancet Infectious Diseases" und "The Lancet Public Health" veröffentlicht wurden.

Zuvor habe es teilweise die Annahme gegeben, die Variante B.1.1.7 sei nicht nur leichter übertragbar als die in Wuhan entdeckte Wildform des Virus, sondern könne auch zu einer höheren Sterblichkeit unter den Patienten führen. In ihrer Studie hätten die Forscher des University College London mit PCR-Tests die Viruslast von Infizierten untersucht und die in diesem Zeitraum aufgetretenen schweren Verläufe und Todesfälle ausgewertet. Bei Infizierten mit der sogenannten britischen Variante hätten sie eine höhere Viruslast festgestellt. Der Anteil der Patienten, die an Covid-19 starben, sei jedoch bei der Variante nicht erhöht gewesen.

Da die Studien beide im vergangenen Winter in London und Südengland durchgeführt worden seien, wo sich die Variante B.1.1.7 zu dieser Zeit rapide ausbreitete, hätten die Forscher eine gute Vergleichbarkeit beider Varianten gehabt. Allerdings sei von den Wissenschaftlern eingeräumt worden, dass zusätzliche Studien nötig seien, um die Erkenntnisse weiter zu bestätigen.

Sehr starkes Export-Wachstum in China

Chinas Außenhandel erlebt ein robustes Wachstum, das die zweitgrößte Volkswirtschaft kräftig ankurbelt, berichtet die Zeit. Im März hätten die Exporte in US-Dollar berechnet um 30,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zugelegt, wie der Zoll am Dienstag in Peking berichtet habe. 

Die Importe seien unerwartet kräftig sogar um 38,1 Prozent gewachsen. Die verstärkte globale Nachfrage und die niedrige Vergleichsbasis im vergangenen Jahr nach dem scharfen Wirtschaftseinbruch zu Beginn der Corona-Krise in China hätten für die starken Wachstumsraten gesorgt.

Der Außenhandel insgesamt habe im März um 34,2 Prozent zugelegt. Es sei der neunte Monat in Folge mit einem Wachstum der chinesischen Ausfuhren gewesen. Die Importe hätten sechs Monate in Folge zugelegt. Für das gesamte erste Quartal habe sich damit ein Zuwachs der Exporte um 49 Prozent ergeben. Die Einfuhren seien um 28 Prozent gestiegen, wie der Zoll weiter berichtet habe. In den ersten zwei Monaten des Jahres hätten Chinas Exporte schon einen Sprung um 60,6 Prozent gemacht. Die Einfuhren seien im Januar und Februar um 22,2 Prozent gestiegen.

Fukushima: Japan will aufbereitetes Wasser ablassen 

Japan will über eine Million Tonnen aufbereitetes Wasser aus dem Unglücksreaktor von Fukushima ins Meer leiten, schreibt ntv.de. Regierungschef Yoshihide Suga hätte diese Entscheidung zur Entsorgung des Wassers bekannt gegeben. Die Pläne hätten bereits Proteste bei Umweltschützern, Fischern und Landwirten der Region ausgelöst sowie Besorgnis in Peking und Seoul. Das Ablassen des Wassers würde voraussichtlich Jahre dauern.

Die Entscheidung solle einen jahrelangen Streit um Hunderttausende Tonnen Wasser beenden, das unter anderem zur Kühlung der Atomanlage nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im Jahr 2011 verwendet worden sei. Das Wasser sei nach japanischen Angaben einem umfangreichen Filterungsprozess unterzogen worden, um die meisten radioaktiven Isotope zu entfernen. Das Isotop Tritium bliebe dabei jedoch zurück. Für Menschen sei es laut Experten nur in sehr hohen Dosen schädlich. Das Wasser solle außerdem noch verdünnt werden. 

Aktuell hätten sich rund 1,25 Millionen Tonnen Wasser in der Anlage von Fukushima angesammelt. Die Internationale Atomenergiebehörde habe den Vorschlag für das Ablassen des aufbereiteten Fukushima-Wassers bereits gebilligt. 

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