Nach dem Sturm auf das Gelände der US-Botschaft in Bagdad schickt die US-Regierung mehr Soldaten in die Region, die Arabische Liga will kein türkisches Eingreifen in Libyen, Kim Jong un droht zu Neujahr mit neuen Waffen, Lübecks Verwaltung benutzt jetzt „gendersensible Sprache“ und die Deutschen trinken weniger Bier.
Nach Sturm auf Bagdader US-Botschaft schickt Trump mehr Soldaten
Nachdem offenbar der Hisbollah nahestehende Demonstranten das Gelände der US-Botschaft in Bagdad gestürmt haben, hat US-Präsident Donald Trump dem Iran mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht. Die US-Regierung verlegt wegen der jüngsten Spannungen im Irak mit sofortiger Wirkung 750 zusätzliche Soldaten in die Region, meldet welt.de. Darüber hinaus stünden weitere Soldaten bereit, um in den nächsten Tagen auszurücken, habe Verteidigungsminister Mark Esper am Dienstagabend (Ortszeit) erklärt. Die Verlegung der Soldaten der 82. Luftlandedivision aus dem US-Bundesstaat North Carolina sei eine Vorsichtsmaßnahme angesichts der erhöhten Bedrohungslage im Irak.
„Die Vereinigten Staaten werden unsere Bürger und Interessen überall auf der Welt schützen“, wird Esper zitiert. US-Medienberichten zufolge sollten die Soldaten zunächst im benachbarten Kuwait stationiert werden. Nur Stunden zuvor habe das US-Militär zum Schutz der Botschaft in Bagdad die Verlegung von rund 100 Marineinfanteristen aus Kuwait eingeleitet, nachdem Hunderte Demonstranten gewaltsam versucht hatten, die diplomatische Vertretung zu stürmen. Trump habe Teheran im Vorfeld via Twitter gedroht: „Sie werden einen sehr hohen Preis zahlen! Dies ist keine Warnung, es ist eine Drohung.“ „Frohes Neues Jahr!“ fügte der US-Präsident hinzu. Bereits zuvor hatte Trump dem Iran vorgeworfen, den Angriff auf die US-Botschaft zu „steuern“. Aus Protest gegen einen US-Luftangriff auf pro-iranische Milizen im Irak hätten sich tausende Demonstranten zunächst am Botschaftsgelände versammelt. Sie riefen „Tod Amerika“, forderten den Abzug der US-Truppen im Irak, warfen Steine, verbrannten US-Flaggen und rissen Überwachungskameras aus den Wänden.
Als die Demonstranten weiter gewaltsam vorgerückt seien, hätten irakische Sicherheitskräfte das Gebäude umstellt. Dann sollen hunderte Kämpfer und Anhänger der pro-iranischen Hasched-al-Schaabi-Miliz das Tor in der Außenwand des Botschaftsgeländes durchbrochen haben. US-Sicherheitskräfte auf dem Gelände feuerten Schüsse, Tränengas und Blendgranaten ab, um die Demonstranten zu vertreiben. Nach Angaben der Hasched-al-Schaabi-Miliz seien 62 Menschen verletzt worden.
Arabische Liga gegen türkische Intervention in Libyen
Vor dem Hintergrund türkischer Pläne für eine Truppenentsendung nach Libyen hat die Arabische Liga vor ausländischen Interventionen in dem nordafrikanischen Land gewarnt, meldet tah.de. Bei einer Dringlichkeitssitzung in Kairo habe die Organisation dazu aufgefordert, „ausländische Einmischung“ in Libyen zu verhindern. Solche Interventionen könnten „ausländischen Extremisten“ den Weg in das Land bahnen, habe es in einer Resolution geheißen. Der Zusammenschluss arabischer Staaten hätte „ernsthafte Besorgnis“ über die „militärische Eskalation“ des Konflikts in Libyen zum Ausdruck gebracht. Dadurch würden „die Sicherheit und Stabilität der Nachbarländer und der gesamten Region bedroht“. Die Dringlichkeitssitzung war von Ägypten beantragt worden.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will bekanntlich die noch international anerkannte Regierung in Tripolis in ihrem Kampf gegen den abtrünnigen General Chalifa Haftar unterstützen. Am Donnerstag solle das Parlament in Ankara über seinen Antrag auf Entsendung von Kampftruppen beraten.
Kim Jong-un droht mit neuer strategischer Waffe
Nordkorea will sich nicht mehr an das Moratorium für Atomversuche und Tests von Interkontinentalraketen halten, meldet kleinezeitung.at. Es gebe keinen Grund, sich länger einseitig an die Verpflichtungen gebunden zu fühlen, habe Machthaber Kim Jong-un am Mittwoch laut staatlicher Nachrichtenagentur KCNA gesagt. „Die Welt wird eine neue strategische Waffe erleben“, die „in naher Zukunft“ im Besitz seines Landes sein werde. Kim habe den USA vorgeworfen, „gangsterartige“ Forderungen aufzustellen. Der Grad der nuklearen Abschreckung seines Landes werde von der künftigen Haltung der USA abhängen, habe Kim erklärt.
US-China-Handelsabkommen vor Unterzeichnung
Der erste Teil eines umfassenden Handelsabkommens mit China soll am 15. Januar im Weißen Haus unterzeichnet werden, meldet orf.at. Peking werde für die Unterzeichnung einen ranghohen Vertreter schicken, habe US-Präsident Donald Trump gestern per Twitter mitgeteilt. Er werde zu einem späteren Zeitpunkt nach Peking reisen, um ein zweites Folgeabkommen auszuhandeln, habe Trump weiter geschrieben. Es sei das erste Mal, dass eine der Streitparteien einen konkreten Termin für die Unterzeichnung der Vereinbarung angekündigt habe.
Zwischenfälle bei Silvesterfeiern in Hongkong
Bei den Silvesterfeiern in Hongkong ist es in der Nacht zu Zwischenfällen gekommen, meldet welt.de. Radikale Aktivisten hätten nach Agenturmeldungen Brandsätze geworfen und Straßen blockiert. Die Polizei sei mit Wasserwerfern, Tränengas und Pfefferspray vorgegangen. Im Vergleich zu den Weihnachtstagen seien allerdings weniger Menschen auf die Straßen gegangen. Am heutigen Neujahrstag werde allerdings eine große Demonstration erwartet, die von der Polizei auch erlaubt worden sei. Seit einem halben Jahr demonstrieren die Hongkonger gegen die Regierung, den wachsenden Einfluss Pekings und Polizeibrutalität bei den anhaltenden Protesten.
Angriffe auf indische Christen
Im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh sind vier Christen festgenommen worden, weil sie in der Nähe eines Hindu-Tempels in der Bibel gelesen und Fotos davon gemacht haben sollen, meldet deutschlandfunk.de. Nach Angaben der Polizei seien die Festnahmen aufgrund eines Gesetzes erfolgt, das die „Verbreitung von Religion“ in unmittelbarer Nähe von Gotteshäusern anderer Religion verbiete. Kurz vor Silvester hätten Hinduextremisten in Westbengalen einen Gottesdienst mit Molotowcocktails angegriffen, „Heil Lord Rama“ gerufen und Schäden in der Kirche angerichtet, heiße es in Medienberichten. Einige der festgenommenen Täter seien Mitglieder der regierenden Indischen Volkspartei – BJP. In Indien komme es aktuell vermehrt zu religiösen Spannungen.
Macron hält an Rentenreform fest
Der französische Präsident Emmanuel Macron hält trotz der wochenlangen Streiks an der geplanten Rentenreform fest, meldet tagesspiegel.de. In seiner traditionellen Neujahrsansprache im französischen Fernsehen habe er gesagt, er hoffe auf einen schnellen Kompromiss mit den Gewerkschaften ohne von den Grundzügen der Reform abzuweichen. „Die Überarbeitung des Rentensystems wird zu Ende gebracht, weil es ein Projekt für soziale Gerechtigkeit und für den Fortschritt ist“, wird Macron zitiert.
Lübeck verordnet Verwaltung „gendersensible Sprache“
Die Stadtverwaltung der Hansestadt soll die deutschen Sprache ab heute nur noch in ideologisch veränderter Form benutzen. Mit einem Leitfaden für „gendersensible Sprache“ will Lübeck künftig so formulieren, dass „sich alle Geschlechter angesprochen fühlen“, meldet bild.de. Das heiße: Formulierungen wie „freiwillige Helfer“, „man muss beachten“ und „Unterstützung durch Kollegen“ sollen verschwinden. Stattdessen solle etwa „freiwillige Hilfe“, „es muss darauf geachtet werden“ und „kollegiale Unterstützung“ schreiben. So wolle man alle Menschen ansprechen – auch jene, „die sich nicht als Frau oder Mann beschreiben“.
Folgerichtig sollten Mitarbeiter der Stadt beim Schriftverkehr mit Unbekannten künftig zuerst das Geschlecht der jeweiligen Person ermitteln. Die Empfehlung zur Ansprache unbekannter Personen lautet: „Guten Tag Vorname Name, wie darf ich Sie in Zukunft ansprechen?“
„Rollenklischees“ und „Stereotypen“ hätten aus der Sprache zu verschwinden. Lübeck sage Redewendungen wie „Not am Mann“ oder „Milchmädchenrechnung“ den Kampf an.
Mit der Herausgabe des Gender-Leitfadens folge Lübeck dem Beispiel der Stadt Hannover, die Anfang des Jahres eine verbindliche Sprachregelung erlassen hatte. In der „geschlechterneutralen“ Kommunikation der beiden Städte gebe es jedoch einen zentralen Unterschied: Während Hannover auf den Gender-Stern setzt, um alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten zu berücksichtigen, bevorzugt Lübeck den Gender-Doppelpunkt.
Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) habe die Einführung des Gender-Leitfadens unter anderem mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Oktober 2017 begründet, demzufolge auch jene Menschen nicht diskriminiert werden dürften, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen lassen. Darüber, dass es diesbezüglich in Lübeck wegen des Gebrauchs der deutschen Sprache nach den gängigen Sprachregeln tatsächlich Probleme gegeben hätte, wurde an dieser Stelle nichts berichtet.
AKW Philippsburg 2 abgeschaltet
Das Atomkraftwerk Philippsburg 2 ist am Silvesterabend vom Netz gegangen, meldet tagesspiegel.de. Der Abschaltvorgang sei wie geplant und ohne Besonderheiten verlaufen, habe der Energiekonzern EnBW am Dienstagabend mitgeteilt. Damit treibe der Versorger den beschleunigten Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie voran. Der Meiler sei gegen 18.55 Uhr abgeschaltet und vom Netz genommen worden.
Die Deutschen trinken weniger Bier
Im Jahr 2019 sank der Bierabsatz bis Ende November um 2,5 Prozent auf 85,2 Millionen Hektoliter, wie aus den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, meldet faz.net. Damit sei rein rechnerisch eine Großbrauerei verschwunden. Branchenvertreter und Branchenkenner rechneten trotz eines soliden Weihnachtsgeschäftes für das Gesamtjahr 2019 mit einem bundesweiten Absatzminus von etwa 2 Prozent beim alkoholhaltigen Bier. „Auch wenn sich das Geschäft im Dezember noch positiv entwickelt hat, wird am Jahresende beim Bierabsatz wohl ein Minus von etwa zwei Prozent stehen bleiben“, habe der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele, der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Wie in ganz Europa gehe auch in Deutschland der Bierkonsum seit Jahren zurück, insbesondere aus demografischen Gründen.
Beitragsbild: cartese Flickr CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons
