News-Redaktion / 29.09.2019 / 09:10 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage: Attentäter und Arbeitsplätze

Todesopfer islamistischer Angriffe werden aus Afghanistan, Nigeria und Ägypten gemeldet, in Israel konnte ein Attentäter verhaftet werden, in Hongkong gab es wieder Ausschreitungen bei Protesten, in Moskau will die Opposition heute demonstrieren, in Deutschland werden die Elektromobilitäts-Pläne 125000 Jobs kosten und Horst Seehofer wünscht sich geschlechtergemischte Cheerleading-Teams.

Mehrere Tote bei Präsidentenwahl in Afghanistan

In Afghanistan haben mehrere Anschläge die Präsidentschaftswahl überschattet, meldet merkur.de. Laut offiziellen Angaben seien dabei mindestens fünf Menschen getötet und Dutzende Personen verletzt worden. Beobachter hätten vor der Wahl mit einer niedrigen Beteiligung gerechnet. Doch Anschlagsdrohungen und Berichte über einen möglichen Wahlbetrug hielten die Bevölkerung mancherorts offenbar nicht davon ab, zur Wahl zu gehen. Es hätten sich lange Schlangen gebildet, was dazu geführt habe, dass die Öffnungszeiten der Wahllokale um zwei Stunden verlängert worden seien. Allerdings kann ohnehin nur in den Teilen des Landes überhaupt gewählt werden, die unter Kontrolle der Regierung stehen. Nach Berichten unabhängiger afghanischer Wahlbeobachter hätten vielerorts Wähler wegen mangelhafter Wählerlisten ihre Stimme nicht abgeben können.

Neun Tote bei islamistischen Angriffen in Nigeria

Im unruhigen Nordosten Nigerias haben Islamisten bei Angriffen insgesamt neun Menschen getötet, meldet kleinezeitung.at. Kämpfer der Miliz Islamischer Staat Provinz Westafrika (Iswap) hätten am Freitagabend Sicherheitskräfte aus Nigeria und dem Tschad in der Stadt Gajiram angegriffen, habe der örtliche Behörden-Vertreter Shettima Maina gestern der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt. Bei anschließenden Kämpfen wären ein Polizist, ein Jäger und sechs Zivilisten getötet worden. Die Islamisten hätten die Stadt laut Maina von Geländewagen aus mit Maschinengewehren angegriffen. Örtliche Jäger hätten die Sicherheitskräfte bei der Abwehr der Jihadisten unterstützt.

In einer weiteren Attacke am Freitagabend hätten mutmaßliche Kämpfer der Miliz Boko Haram einen Militärposten in der Nähe der Grenze zu Kamerun angegriffen, habe es in einer Mitteilung des Militärs geheißen. Dabei wäre ein Soldat getötet worden.

Drei Soldaten bei islamistischem Angriff in Ägypten getötet

Islamisten haben bei einem Angriff auf einen Militärstützpunkt im Nordsinai in Ägypten drei Soldaten und einen Zivilisten getötet, meldet buerstaedter-zeitung.de. Vier Soldaten wären bei der Attacke verletzt worden, habe es aus Sicherheitskreisen geheißen. Der Islamische Staat, dessen ägyptischer Ableger im Nordsinai aktiv sei, habe sich zu dem Angriff bekannt. Ein Geschoss aus dem Sinai sei zudem in einem israelischen Grenzort eingeschlagen. Verletzt worden sei niemand.

Attentäter in Israel festgenommen

Israelische Sicherheitskräfte haben die Attentäter eines tödlichen Bombenanschlags im Westjordanland festgenommen, meldet juedische-allgemeine.de. Bei dem Anschlag im August sei eine 17-jährige Israelin ermordet worden. Die drei Männer seien Mitglieder der militanten Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), habe der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet am Samstag mitgeteilt. Sie sollen alle aus dem Raum Ramallah nördlich von Jerusalem stammen. Bei dem Bombenanschlag im besetzten Westjordanland seien auch der 46 Jahre alte Vater und der 19 Jahre alte Bruder der Jugendlichen schwer verletzt worden. Der Angriff ereignete sich laut Armee an einer Quelle nahe der Siedlung Dolev nordwestlich von Ramallah.

Huthis wollen Tausende Soldaten festgenommen haben

Die Huthi-Rebellen haben im Jemen eigenen Angaben zufolge Hunderte Soldaten bei einer großangelegten Offensive gefangen genommen, meldet orf.at. Bei dem Einsatz im Südwesten des Bürgerkriegslandes an der Grenze zu Saudi-Arabien hätten sie auch viele Waffen und Hunderte bewaffnete Armeefahrzeuge in ihren Besitz gebracht, habe der Huthi-Militärsprecher Jahia Sari gestern laut einem Bericht des Rebellen-nahen Fernsehsenders Al-Masirah erklärt. Laut dem Sprecher sollen durch den Angriff drei Militäreinheiten „gefallen“ sein. Unter den Gefangenen sollen sich zahlreiche Offiziere und Soldaten der saudischen Armee befinden. Unabhängig bestätigen ließen sich die Angaben der Rebellen allerdings nicht. Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis, das im Jemen gegen die Huthis kämpft, habe sich zunächst nicht geäußert.

Ausschreitungen bei neuen Protesten in Hongkong

Nach einer friedlichen Kundgebung von Zehntausenden zum fünften Jahrestag der „Regenschirm-Bewegung“ in Hongkong ist es am Samstag erneut zu Zwischenfällen mit radikalen Aktivisten gekommen, meldet kleinezeitung.at. Die Polizei sei nahe dem Parlamentsgebäude mit Wasserwerfern und Pfefferspray gegen Demonstranten vorgegangen, die Brandsätze geworfen haben sollen. Zur gleichen Zeit habe es im Tamar Park eine friedliche Kundgebung gegeben, die an den Beginn der Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungsregion im September 2014 erinnert habe. Die „Regenschirmbewegung“ erhielt ihren Namen von den Schirmen, die die Demonstranten damals gegen das Pfefferspray der Polizei einsetzten. Aus Anlass des Jahrestages habe der Anführer der Bewegung, Joshua Wong, erklärt, im November bei den Lokalwahlen antreten zu wollen.

Opposition ruft zu neuen Protesten in Moskau auf

Die russische Opposition setzt ihre Proteste in Moskau fort, meldet welt.de. Sie erwarte heute Tausende Teilnehmer zu einer genehmigten Demonstration. Dabei wollten die Organisatoren die Behörden auffordern, die bei den Protesten im Sommer festgenommenen Demonstranten freizulassen. Zu der Kundgebung in der Nähe des Stadtzentrums werde auch der Kremlkritiker Alexej Nawalny erwartet. Bei Protesten im Juli und August für freie und faire Kommunalwahlen sowie gegen Polizeigewalt gab es Tausende Festnahmen. Die meisten seien wieder freigekommen, mehrere aber zu Haft im Straflager verurteilt worden.

Zusammenstöße bei „Gelbwesten“-Protesten in Frankreich

In Frankreich hat es erneut Zusammenstöße zwischen Anhängern der „Gelbwesten“-Bewegung und Sicherheitskräften gegeben, meldet orf.at. Am Rande einer Kundgebung von etwa tausend Demonstranten im südwestfranzösischen Toulouse habe die Polizei gestern Tränengas und Wasserwerfer gegen Aktivisten eingesetzt, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichtet hätten. Die Sicherheitskräfte seien nach Angaben der Präfektur von Demonstrationsteilnehmern mit Gegenständen beworfen und beschimpft worden. Fünf Menschen seien demnach festgenommen worden. Im südfranzösischen Montpellier seien bei Zusammenstößen mit Anhängern der „Gelbwesten“ vier Sicherheitskräfte verletzt worden, habe die Polizei mitgeteilt. Demonstriert worden sei auch in anderen französischen Städten, darunter Paris und Bordeaux.

Neue EU-kritische Partei in Tschechien gegründet

Eine neue politische Bewegung namens Trikolore ist am Samstag in Tschechien gegründet worden, meldet kleinezeitung.at. Zum Chef hätten die Delegierten des Gründungsparteitages in Brünn (Brno) den Parlamentsabgeordneten Vaclav Klaus gewählt, den Sohn des namensgleichen, ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten. Der 50-jährige Vaclav Klaus junior habe die Gründung einer neuen, EU-kritischen Bewegung bereits im Frühjahr angekündigt, nachdem er aus der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS) ausgeschlossen worden war. Wie sein Vater habe Klaus junior scharfe Kritik an er EU geübt. Das Europaparlament habe er „Panoptikum der Bizarrheit, des Herdenverhaltens, der Dummheit und der Heuchelei“ genannt. Lob habe es hingegen für den britischen EU-Abgeordneten und Brexit-Vorreiter Nigel Farage gegeben.

Elektromobilität kostet bis 2030 fast 125.000 Jobs

Der Umstieg auf die Elektromobilität wird schon bis 2030 nach Einschätzung von Experten deutlich mehr als 100.000 Arbeitsplätze kosten, meldet welt.de. Die Ankündigung von Continental, dass in den kommenden zehn Jahren bis zu 7000 Jobs in Deutschland bei dem Zulieferer wegfallen oder verlagert würden, sei demnach nur der Anfang eines massiven Einbruchs der Beschäftigung in der deutschen Automobilindustrie. Nach Berechnungen des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen, die Welt am Sonntag vorlägen, würden bei Autobauern und Zulieferern insgesamt fast 234.000 Stellen in Produktion und Entwicklung von Technik für Verbrennungsmotoren überflüssig. Im Gegenzug würden jedoch nur rund 109.000 neue Arbeitsplätze in der Entwicklung und Produktion von Teilen für Elektroantriebe neu entstehen.

Firmen des Bundes zahlen überwiegend keine Tariflöhne

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linke-Bundestagsfraktion hervor, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet, meldet dernewsticker.de. Von 37 Firmen, an denen die Bundesministerien die unmittelbare Mehrheit hielten, seien der Auskunft des Bundesfinanzministeriums zufolge nur 18 tarifgebunden. Die Auswertung zeige, dass die Bundesministerien sich bei ihren Firmenbeteiligungen bislang nicht an ein zentrales arbeitsmarktpolitisches Ziel der Bundesregierung hielten. Welche Beteiligungsunternehmen des Bundes keinen Tariflohn zahlten, gehe aus der Antwort nicht hervor.

Seehofer schlägt Schaffung von gemischten Cheerleading-Teams vor

Nach der Abschaffung der Cheerleader beim Basketballclub Alba Berlin schlägt Bundessportminister Horst Seehofer (CSU) die Schaffung von gemischten Tänzergruppen als moderne Lösung vor, meldet dernewsticker.de. „Wenn die Besetzung nur mit Frauen als nicht mehr zeitgemäß empfunden wird, könnten wir das verändern. Gemischte Cheerleading-Teams verstehen es durchaus zu begeistern. Das würde auch viel stärker unsere Gesellschaft und die Zusammensetzung der Fans abbilden“, habe Seehofer zu „Bild am Sonntag“ gesagt. Eine generelle Abschaffung der weiblichen Cheerleader-Gruppen auch bei anderen Vereinen lehne Seehofer ab: „Cheerleading ist ein Sport mit langer und internationaler Tradition. Die Vereine müssen jeweils selbst entscheiden.“ Frauenministerin Franziska Giffey (SPD) habe die Entscheidung Albas nicht bewerten wollen: „Ob Alba seine Cheerleader abschafft oder nicht, das ist eine Entscheidung des Klubs.“

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