News-Redaktion / 10.08.2019 / 08:35 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage: Bruch und Blei

Im Tschad gab es zahlreiche Tote bei Kämpfen zwischen arabischen Viehzüchtern und sesshaften Bauern, Nordkorea feuert wieder mit Raketen, im Jemen-Krieg gibt es Risse in der Saudi-Allianz, Russland meldet nun fünf Tote und Radioaktivität nach Explosion auf Militär-Testgelände, die deutschen Exporte sinken, eine geplante Metro-Übernahme scheitert und in Berlin versucht sich ein Mädchen in einen Knabenchor einzuklagen.

Dutzende Tote bei ethnischen Auseinandersetzungen im Tschad

In der Republik Tschad im Zentrum Afrikas sind in dieser Woche dutzende Menschen bei ethnischen Auseinandersetzungen getötet worden, meldet kleinezeitung.at. Präsident Idriss Déby Itno habe am Freitag vor Journalisten in der Hauptstadt N'Djamena von mindestens 37 Toten gesprochen. In einem Krankenhaus wäre die Zahl der Toten mit 44 angegeben worden.

Die aktuellen Auseinandersetzungen hätten sich seit Montag in der östlichen Provinz Ouaddai entwickelt. Dabei stünden sich arabische Viehzüchter und sesshafte Landwirte gegenüber. Die Besitzer von Schusswaffen schreckten nicht vor ihrem Einsatz zurück, wenn die Polizei eingreife, habe Déby beklagt. "Wir müssen gegen diejenigen einschreiten, die Waffen tragen und Menschen umbringen." Im vergangenen Monat hatte Déby, der schon fast drei Jahrzehnte im Amt sei, vorgeschlagen, wieder Militärgerichte einzusetzen, um der Gewalt zu begegnen. In der Provinz Sila wurden laut Déby seit Anfang des Jahres bei ähnlichen Konflikten mehr als 40 Menschen getötet.

Nordkorea feuerte offenbar erneut Raketen ab

Nordkorea hat offenbar erneut Raketen getestet - nur Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump Verständnis für Machthaber Kim Jong-un geäußert hatte, meldet kleinezeitung.at. Nach Angaben des südkoreanischen Generalstabs seien am Samstag nahe der Stadt Hamhung an der Ostküste Nordkoreas zwei mutmaßliche Raketen abgefeuert worden. Die Geschosse seien dann ins Japanische Meer gestürzt. Es sei bereits der fünfte nordkoreanische Raketentest in zwei Wochen gewesen. Zuletzt habe Pjöngjang am Dienstag zwei mutmaßliche Kurzstreckenraketen abgefeuert - nur einen Tag nach Beginn von gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkoreas.

UNO-Resolutionen verbieten Nordkorea jeglichen Test ballistischer Raketen. US-Präsident Trump habe dennoch mehrfach erklärt, dass er die nordkoreanischen Raketentests nicht als Hindernis für neue Atomverhandlungen mit Pjöngjang betrachten würde.

Gestern habe Trump zudem Verständnis für Kims Kritik an den Militärmanövern im Süden geäußert. Kim habe ihm einen "sehr schönen" und "sehr positiven" Brief geschrieben, hätte der US-Präsident gesagt. Kim habe demnach geschrieben, dass er "nicht erfreut" sei über die Militärübungen.

Bruch der Saudi-Allianz im Jemen-Krieg?

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate gehören beide der Militärkoalition an, die 2015 gegründet wurde, um die zaiditischen Huthi-Rebellen im Jemen zu bekämpfen, die noch immer weite Teile im Norden des Landes kontrollieren und vom Iran unterstützt werden.

Doch je länger der Krieg andauert, desto deutlicher würden sich die Risse in der Anti-Huthi-Allianz, meldet nzz.ch. So seien in der Hafenstadt Aden erneut Kämpfe zwischen Anhängern der prosaudischen Regierung von Präsident Abedrabbu Mansur Hadi und den Anhängern der sogenannten südlichen Bewegung (al-Hirak al-Janubi) ausgebrochen. Seit der Machtübernahme der Huthi im Norden sei Aden zum Sitz der Hadi-Regierung und zur provisorischen Hauptstadt geworden. Doch die Separatisten von Hirak, die in Aden den Ton angäben, würden eigene Ziele verfolgen. Sie wollten die Unabhängigkeit für den südlichen Landesteil und hätten die Allianz mit den Regierungstruppen stets nur als Zweckbündnis gesehen, um die Huthi aus dem Süden zu vertreiben.

Wie Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten, haben sich die beiden Kräfte bereits seit Mittwoch in der Nähe des Präsidentenpalastes und der jemenitischen Zentralbank Gefechte geliefert. Diese Kämpfe würden auch für erhebliches Konfliktpotenzial innerhalb der Militärkoalition sorgen: Während für Saudi-Arabien die Einheit des Nachbarlandes nicht verhandelbar sei, sollen die Emirate mit einem geteilten Jemen gut leben können, weshalb die Strategen des kleinen Golfstaates die Hirak als Partner entdeckt haben, um sich in der Region selbst als Seemacht etablieren zu können. Truppen und Söldner im Dienste Abu Dhabis würden fast alle wichtigen Häfen, bis auf Hudeida, kontrollieren, um die Seewege durch den Golf von Aden und das Bab al-Madab zu sichern.

Indien lockert Ausgangssperre in Kaschmir

Nach der umstrittenen Aberkennung der Autonomie-Regelung der indischen Kaschmir-Region hat die Regierung die verhängte Ausgangssperre zeitweise gelockert, meldet kleinezeitung.at. Die Menschen in der Stadt Srinagar und umliegenden Gebieten hätten gestern ihre Häuser verlassen dürfen, um am regulären Freitagsgebet in Moscheen in ihrer Nachbarschaft teilzunehmen, habe die Polizei mitgeteilt.

Nach Angaben des indischen Außenministeriums soll es am Freitag zu keinen Protesten gekommen sein. "Wir sehen eine Art Ruhe und Normalität", habe ein Sprecher mitgeteilt. Sollte die Situation ruhig bleiben, würden gegebenenfalls weitere Maßnahmen aufgehoben, habe ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur erklärt. Lokale Medien hätten allerdings von kleinen Gruppen berichtet, die Sicherheitskräfte mit Steinen beworfen hätten.

Auch die seit Sonntag gesperrten Internet- und Telefonverbindungen würden in der Himalaya-Region zumindest teilweise wieder funktionieren. Mehrere Supermärkte, Apotheken und andere Läden seien ebenfalls wieder geöffnet, habe es von der Polizei geheißen.

Fünf Tote bei Explosion auf Militär-Testgelände in Russland

Bei einer Explosion auf einem militärischen Übungsgelände im Nordosten Russlands sind einem Medienbericht zufolge fünf Menschen ums Leben gekommen, meldet zeit.de. Zudem solle es mehrere Verletzte gegeben haben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass gemeldet hätte, handele es sich bei den Opfern um Mitarbeiter des russischen Verteidigungsministeriums und der Atomaufsichtsbehörde Rosatom.

Zu der Explosion sei es demnach beim Test eines neuartigen Triebwerks auf dem Übungsgelände in der Region Archangelsk am Weißen Meer gekommen. Der Vorfall hätte sich dem Bericht zufolge bereits am Donnerstag ereignete – allerdings sei da noch von deutlich weniger Opfern die Rede gewesen.

Bei dem Test sei offenbar auch Radioaktivität freigesetzt worden. Eine Sprecherin der in der Region liegenden Stadt Sewerodwinsk habe in einer Stellungnahme erklärt, am Donnerstagmorgen wäre erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Diese Stellungnahme sei aber inzwischen wieder gelöscht worden. Amerikanische Experten würden vermuten, dass es beim Test eines neuartigen Marschflugkörpers mit Atomantrieb zu der Explosion gekommen sei.

Moskau wirft USA Unterstützung von Protesten vor

Die russische Regierung hat wegen des Vorwurfs der Unterstützung von Oppositionsprotesten einen Vertreter der US-Botschaft in Moskau einbestellt, meldet orf.at. Die von der Botschaft veröffentlichten Angaben zur Demonstration am vergangenen Samstag seien als „Aufruf zur Teilnahme“ zu werten, habe das russische Außenministerium heute mitgeteilt. Die US-Botschaft hätte im Internet vor den Protesten gewarnt und aus diesem Anlass den genauen Zeitpunkt und Lageplan der Kundgebung bekanntgegeben.

Die Veröffentlichung einer Karte mit den genauen Standortangaben der Demonstration wäre ein „Versuch der Einmischung“ in innere Angelegenheiten des Landes gewesen, habe es vom russischen Außenministerium geheißen.

In Moskau hatten in den vergangenen Wochen Tausende Menschen an nicht genehmigten Demonstrationen für freie Kommunalwahlen teilgenommen. Bei den vergangenen zwei Kundgebungen seien rund 2.400 Personen festgenommen worden. Polizeikräfte wären mit Schlagstöcken auf die Demonstranten losgegangen. Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen wegen „Massenunruhen“ eingeleitet.

Hongkonger wollen erneut demonstrieren

Hongkongs Protestbewegung will heute wieder auf die Straße gehen, meldet kleinezeitung.at. Geplant seien Protestmärsche und Kundgebungen. Auch am Flughafen, wo sich bereits am Freitag Hunderte Demonstranten versammelt hätten, solle wieder protestiert werden.

Großer Stromausfall in Großbritannien

In London und Südosten Großbritanniens ist am Freitag großflächig der Strom ausgefallen. Betroffen davon waren Züge, Flughäfen, Tausende Haushalte und sogar ein Krankenhaus, meldet bild.de.

Grund für die Panne seien nach Angaben des Netzbetreibers National Grid zwei fehlerhafte Stromgeneratoren gewesen. Die Probleme wären inzwischen behoben worden, habe das Unternehmen am Abend mitgeteilt.

Im ostenglischen Ipswich sei sogar in einem Krankenhaus vorübergehend der Strom ausgefallen. Die Mitarbeiter hätten während des 20 Minuten dauernden Ausfalls jedoch dafür gesorgt, dass keiner der Patienten in Gefahr geraten sei, hätte eine Sprecherin des Ipswich Hospital der Deutsche Presse-Agentur versichert.

Am Flughafen in Newcastle sollen laut einem Bericht zwischenzeitlich die Lichter ausgegangen sein. Newcastle Airport habe bestätigt, von dem Vorfall betroffen zu sein, jedoch per Twitter versichert, dass der Flughafen sei „zu 100 Prozent einsatzfähig“ sei. Die beiden größten Airports des Landes, London Heathrow und London Gatwick, seien den Berichten zufolge nicht betroffen gewesen. Größere Auswirkungen habe der Stromausfall für Zugreisende gehabt. An vielen Bahnhöfen hätte Chaos geherrscht.

Auch Privathaushalte seien nicht verschont geblieben. Der regionale Netzbetreiber Northern Power Grid hätte mitgeteilt, dass 110 000 Menschen im Nordosten Englands vorübergehend vom Stromausfall betroffen gewesen seien.

Bundespolizei beklagt schlechte Videoüberwachung auf Bahnhöfen

Die Bundespolizei beklagt in einem vertraulichen Lagebild, dass der Ausbau der Kameraüberwachung an Bahnhöfen nur schleppend vorankomme, meldet dernewsticker.de. Das berichte der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. In dem 30-seitigen Papier sei die Rede von einem "Stillstand bei der weiteren Ausstattung von Bahnhöfen mit moderner Videotechnik". Die Zahl der Delikte, die mithilfe der Kameras hätten aufgeklärt werden können, wäre im vergangenen Jahr sogar zurückgegangen, von 1943 auf 1815 - bei gut 500.000 registrierten Straftaten auf Bahnanlagen insgesamt.

Sorgen bereite der Behörde die Zunahme von angezeigten Fällen sexueller Belästigung und anzüglicher Beleidigungen. Auffällig wäre der hohe Ausländeranteil unter den Tatverdächtigen bei Sexualdelikten an Bahnhöfen und in Zügen: 44 Prozent Nicht-EU-Ausländer, 15 Prozent EU-Bürger, 41 Prozent Deutsche. Opfer wären meist alleinreisende Frauen unter 35 Jahren.

Vor allem in Nahverkehrszügen würden die erfassten Zahlen hochschnellen; Anzeigen wegen schwerer Delikte wie Vergewaltigung seien allerdings leicht zurückgegangen. Bezogen auf alle Straftaten rund um die Bahn wäre etwa jeder zweite mutmaßliche Täter Ausländer. Diesen "überproportionalen Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger" nenne die Bundespolizei "beachtenswert".

Millionen Fahrzeuge weltweit von Blei-Skandal bei Continental betroffen

Eine neue Affäre erschüttert die Auto-Industrie. Nach BamS-Informationen hat der Zulieferer-Riese Continental Bauteile ausgeliefert, bei denen der Grenzwert für den Bleigehalt überschritten ist, meldet bild.de. Demnach seien fast alle Autohersteller weltweit betroffen.

Auf Anfrage habe der Konzern keine Angaben über die Anzahl der betroffenen Fahrzeuge machen können. Nach BamS-Informationen solle es sich aber um mehrere Millionen Autos handeln, die nach 2013 produziert worden seien.

Bei dem umstrittenen Bauteil gehe es um Kondensatoren, die Continental bei einem chinesischen Zulieferer bestellt hätte. Auf Anfrage habe ein Konzernsprecher gesagt: „Das hätte uns nicht passieren dürfen. Es war unser Fehler. Wir haben die gesetzlichen Anforderungen übersehen.“

Die Affäre werde bereits seit mehreren Wochen vom niedersächsischen Umweltministerium untersucht. Ministerium und Continental hätten sich gestern am späten Nachmittag auf einen Maßnahmenkatalog geeinigt. Demnach wolle der Zulieferer künftig bei allen Bauteilen weniger Blei einsetzen. Noch sei aber nicht geklärt, ob die betroffenen Fahrzeuge zurückgerufen werden müssten.

Deutsche Exporte sinken deutlich

Die deutsche Wirtschaft hat im Juni 2019 deutlich weniger Waren exportiert als im Juni 2018, meldet zeit.de. Der Wert der Ausfuhren hätte 106,1 Milliarden Euro betragen und sei damit um acht Prozent gesunken, wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt habe. Besonders stark seien die Exporte in Länder außerhalb der EU zurückgegangen. Sie seien um 10,7 Prozent auf einen Umfang von 42,6 Milliarden Euro gesunken. Auch die Einfuhren hätten deutlich abgenommen. So seien im Juni Waren im Wert von 89,3 Milliarden Euro importiert worden, das sei ein Minus von 4,4 Prozent, verglichen mit dem gleichen Monat des Vorjahres.

"Wenn wir mit einer schwachen Null – und somit mit dem schlechtesten Ergebnis seit der Finanzkrise – aus dem Jahr gehen würden, wäre das angesichts der konflikt- und krisenbeladenen Weltwirtschaft schon ein Erfolg", wird DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier dazu zitiert.

Kretinsky scheitert mit Übernahmeangebot für Metro

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky ist mit seinem freiwilligen Übernahmeangebot für den Handelskonzern Metro gescheitert, meldet diepresse.com. Insgesamt seien 41,7 Prozent der Aktien angeboten worden, hätte das Bieterkonsortium EPGC am Freitagabend nach Börsenschluss mitgeteilt. Damit habe Kretinsky die vorgesehene Mindestannahmeschwelle von 67,5 Prozent verfehlt. Die Metro-Aktie habe nachbörslich geringfügig an Wert verloren. Offenbar sei das Scheitern des Deals am Markt schon erwartet worden.

Kretinsky und sein slowakischer Partner Patrik Tkac hätten Metro für rund 5,8 Milliarden Euro übernehmen wollen. Dabei habe EPGC für die Stammaktien 16,00 Euro und für die Vorzugsaktien 13,80 Euro geboten. Aufsichtsrat und Vorstand hätten das Angebot als zu niedrig zurückgewiesen und den Aktionären empfohlen, diese nicht anzunehmen. Auch die Großaktionäre Schmitt-Ruthenbeck und Beisheim hätten sich gegen das Angebot gestellt.

Chinesische Schüler für Amazon ausgebeutet?

Der chinesische Auftragsfertiger Foxconn ist erneut in der Kritik: Um die Liefervorgaben für Amazons Alexa-Lautsprecher erfüllen zu können, hätten Hunderte Schüler bei Foxconn unerlaubterweise Überstunden und Nachtarbeit leisten müssen, meldet orf.at unter Berufung auf einen Bericht des „Guardian“. Die Schüler seien direkt über die Schulen rekrutiert worden, inklusive Lehrer als Aufpasser.

In Chinas Fabriken dürften Schüler ab dem Alter von 16 regulär arbeiten. Überstunden und Nachtarbeit seien per Gesetz allerdings verboten und dagegen hätte Foxconn laut Unterlagen des Herstellers und Berichten von Betroffenen in seiner Fabrik in Hengyang verstoßen, habe der „Guardian“ unter Berufung auf Angaben der NGO China Labor Watch berichtet.

Foxconn sei dabei gezielt vorgegangen: Der Auftragsfertiger, der schon mehrfach wegen schlechter Arbeitsbedingungen und Selbstmorden von Arbeitern in der Kritik gestanden habe, hätte sich direkt an Schulen und Technikkollegs gewandt, um Schüler als „Praktikanten“ anzuwerben. Die Schulen hätten für jeden zur Verfügung gestellten Schüler rund 63 Euro pro Monat bekommen, zudem hätten die eigenen Lehrer darüber gewacht, dass diese an den Fertigungsstraßen auch arbeiteten.

Mehr Angriffe auf JVA-Mitarbeiter in Berlin

Die Zahl der Gefangenen in Berliner Justizvollzugsanstalten ist 2018 leicht gesunken, Angriffe auf Mitarbeiter haben dagegen zugenommen, meldet rbb24.de. Insofern seien sich Senatsverwaltung und Gewerkschaften noch einig, doch was den Umfang angeht, offenbar nicht. Nach den Zahlen, die die Senatsverwaltung für Justiz rbb|24 auf Anfrage mitgeteilt hätte, sei zwischen 2017 und 2018 ein Anstieg von 30 auf 46 Fälle festgestellt worden. 

Festgestellt würden in dieser Kategorie nur Taten, die als vorsätzliche, vollendete Körperverletzung gewertet würden. Vergehen wie Bedrohungen und Beleidigungen würden hier nicht erfasst. "Diese Vergehen, auch unter der Strafbarkeitsgrenze, werden bei den Gefangenen notiert, in diesen Fällen gibt es Disziplinarmaßnahmen. Insgesamt ist der Umgang zwischen Gefangenen und Bediensteten in der Regel höflich", habe der Sprecher der Justizverwaltung, Sebastian Brux, erklärt.

Thomas Goiny, der Berliner Landesvorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands (BSBD), habe die Aussagekraft dieser Statistik angezweifelt. Vieles werde im Gefängnis unter der Hand geregelt, es gebe zahlreiche Übergriffe, die nicht registriert würden, auch unter den Insassen, habe der Gewerkschafter am Freitag gegenüber rbb|24 gesagt.

"Bei vielen Vorfällen, die eigentlich gemeldet werden müssten, sagen die Verantwortlichen: 'Kein Interesse, gibt nur Unruhe, macht nur Ärger.' Kollegen haben resigniert und erzählen mir immer wieder: 'Wenn ich das jetzt anzeige, passiert sowieso nichts.' Wenn sie dann Disziplinarmaßnahmen gegen Gefangene erst Wochen oder Monate später durchsetzen können – was soll das dann bringen?", wird Goiny von dem Sender zitiert.

Mädchen will sich in Knabenchor klagen

Ein neun Jahre altes Mädchen (oder doch eher deren Eltern?) will sich in den bisher nur mit Jungen besetzten Staats- und Domchor zu Berlin einklagen, meldet stern.de. Das Kind habe nach Angaben des Verwaltungsgerichts zunächst im Kinderchor der Komischen Oper Berlin und später in der Domsingschule in Frankfurt am Main gesungen. Im November hätte die Mutter dann um Aufnahme ihrer Tochter in den Staats- und Domchor gebeten. Über den Fall solle am kommenden Freitag verhandelt werden. Die Klägerin argumentiere, dass sie die Zugangsbeschränkung auf Jungen unzulässig diskriminiere.

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