News-Redaktion / 02.08.2019 / 08:40 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage: Geschosse und Gutachten

Viele Tote gab es bei Kämpfen mit Islamisten in Nigeria und bei Anschlägen im Jemen, außerdem starben vier Menschen bei einem Angriff auf Demonstranten im Sudan. Nordkorea feuerte eine Kurzstreckenrakete ab, Italiens Innenminister wirft Deutschland „Erpressung“ vor und die Tests am BER konnten im zweiten Anlauf gestern beginnen.

Mehr als 70 Tote bei Kämpfen mit Islamisten im Nordosten Nigerias

Unter den Opfern seien mindestens 25 Soldaten und 47 Islamisten, hieß es am Donnerstag aus Militärkreisen, meldet nau.ch. Angehörige der IS-nahen Miliz Islamischer Staat Provinz Westafrika (Iswap) hätten den Angriff auf eine Stellung am Tschad-See für sich reklamiert.

Mehreren Militärquellen zufolge sei der Angriff der Iswap-Kämpfer auf die Stellung am Ufer des Sees nahe der Stadt Baga zurückgeschlagen worden. Auf der Flucht wären die Islamisten auf Spezialkräfte der Armee gestoßen, die aus der Regionalhauptstadt Maiduguri geschickt worden waren. Dabei seien zahlreiche Kämpfer getötet worden.

Die Islamistengruppe habe erklärt, 15 Soldaten getötet zu haben, ohne Todesopfer innerhalb der eigenen Reihen. Auch hätte es einen weiteren Angriff auf die Militärbasis Benisheik gegeben, bei dem weitere 25 Soldaten der nigerianischen Armee getötet worden seien. Ob ein zweiter Angriff stattgefunden habe, konnte die Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht verifizieren. Iswap-Kämpfer hätten ihre Aktivitäten in den Bundesstaaten Borno und Yobe zuletzt ausgeweitet und mehrere Kontrollposten und Stützpunkte attackiert.

60 Tote bei Anschlägen im Jemen

Bei zwei Anschlägen in der jemenitischen Hauptstadt Aden sind am Donnerstag mindestens 60 Menschen getötet worden, meldet derstandard.at unter Berufung auf Menschenrechtsminister Mohammed Askar.

Bei einem Anschlag auf ein Militärlager, den die schiitischen Huthi-Rebellen für sich beanspruchen, seien mindestens 35 Soldaten und Sicherheitsleute getötet worden, habe die dpa am Donnerstag berichtet. Der Anschlag hätte sich in einem Camp in Aden ereignet, während dort eine Militärparade stattgefunden hätte.

Parallel dazu sei es am Donnerstag zu einem zweiten Anschlag in Aden gekommen. Nahe einer Polizeistation sei dabei Sicherheitskreisen zufolge eine Autobombe explodiert.

Vier Tote bei Protesten im Sudan

Wenige Stunden vor der geplanten Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den regierenden Generälen im Sudan und der Protestbewegung sind in der Stadt Omdurman vier Menschen erschossen worden, meldet orf.at. Oppositionsnahe Ärzte hätten heute mitgeteilt, dass die Demonstranten von Scharfschützen getötet worden seien.

Angriff auf israelische Soldaten

An der Grenze zum Gazastreifen sind beim Angriff eines Palästinensers in der Nacht zum Donnerstag drei israelische Soldaten verletzt worden, meldet sueddeutsche.de. Der Angreifer, ein Hamas-Mitglied, sei getötet worden. Israel gehe davon aus, dass die Attacke nicht mit der Hamas abgesprochen worden sei, habe ein Armeesprecher erklärt. Der Bruder des Angreifers soll vor 14 Monaten bei Angriffen auf die Grenze von israelischen Soldaten erschossen worden sein.

Nordkorea feuert unbekannte Kurzstrecken-Projektile ab

Nordkorea hat am Freitag früh (Ortszeit) nach südkoreanischen Angaben erneut zwei Kurzstreckenraketen von seiner Ostküste abgefeuert, meldet kleinezeitung.at. Dies sei bereits der dritte Raketentest innerhalb weniger Tage gewesen, sei aus dem südkoreanischen Generalstab in Seoul verlautet, wie die Agentur Yonhap berichtet hätte. Bereits in der Vorwoche habe Nordkorea Raketen abgefeuert. Die Führung in Pjöngjang hätte dies als Reaktion auf Militärübungen Südkoreas dargestellt. Zwei weitere Raketen am Mittwoch seien von Pjöngjang als Test eines neuen Raketenstartsystems dargestellt worden, das nach Angaben der Staatsagentur KCNA eine Schlüsselrolle für militärische Bodenoperationen einnehmen solle. UNO-Resolutionen verbieten Nordkorea – das mehrfach Atomwaffen getestet hat – die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite.

Salvini wirft Deutschland „Erpressung“ vor

Italiens Innenminister Matteo Salvini hat Deutschland „Erpressung“ bei der Verteilung von Migranten vorgeworfen, meldet tagesspiegel.de. „Von der deutschen Regierung sind miserable Signale gekommen“, habe er dem Sender Sky TG24 gesagt. In einer E-Mail hätte die Bundesregierung Italien vorgeschlagen, dass Deutschland 30 Migranten von dem italienischen Küstenwachenschiff „Gregoretti“ übernehme, wenn im Gegenzug die 40 Migranten auf dem deutschen Hilfsschiff „Alan Kurdi“ in Italien aussteigen dürften.

Die „Alan Kurdi“ der Regensburger Organisation Sea-Eye hätte die Migranten diese Woche vor Libyen an Bord genommen und Kurs auf die italienische Insel Lampedusa genommen. Salvini hatte dem Schiff die Einfahrt bereits verboten.

Täter vom Frankfurter Hauptbahnhof wird psychiatrisch begutachtet

Ein Experte soll den mutmaßlichen Täter vom Frankfurter Hauptbahnhof psychiatrisch begutachten, meldet tagesspiegel.de. Es sei ein Sachverständiger beauftragt worden, der mit dem Mann aus Eritrea entsprechende Gespräche führe, habe die Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Donnerstag erklärt.

Der Eritreer steht bekanntlich unter dringendem Verdacht, am Montag eine ihm unbekannte Frau und ihren Sohn vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben. Die 40 Jahre alte Mutter konnte sich retten, ihr Sohn wurde vom Zug überrollt und getötet. Ein Frankfurter Bürger habe unterdessen eine Online-Spendenaktion für die Familie des Opfers gestartet. Bislang seien 25.000 Euro eingesammelt worden.

Mehrsprachige Fahndung nach Angriff auf OB Gummer

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal legt bei der Fahndung nach dem Täter nach, der den Hockenheimer Oberbürgermeister Dieter Gummer angegriffen und schwer verletzt hat, meldet fnweb.de. Weil der Tatverdächtige Zeugenangaben zufolge ein „nordafrikanisch-arabisches Erscheinungsbild“ habe, sei die Auslobung der Belohnung in Höhe von 5000 Euro nun auch auf Arabisch, Englisch, Paschtu und Französisch veröffentlicht worden.

Syrer tötet Mann mit Schwert

Mit einem Schwert soll ein Mann mitten auf einer Straße in Stuttgart einen anderen Mann getötet haben. Der mutmaßliche Täter, ein 28-jähriger Syrer, wohnte offenbar bis vor kurzem bei dem Opfer, einem 36-jährigen Deutschen, meldet t-online.de . Dies hätten die Ermittler am Donnerstag mitgeteilt. Vor kurzem wäre der 28-Jährige allerdings ausgezogen. Vor dem Angriff hätten die beiden Männer Streit gehabt. Ein Polizeisprecher habe die Tat als „außergewöhnlich und entsetzlich“ bezeichnet.

Nach seiner Verhaftung werde der mutmaßliche Täter vernommen. „Beim Motiv suchen wir derzeit im persönlichen Verhältnis zwischen dem Opfer und dem mutmaßlichen Täter“, habe Johannes Freiherr von Gillhausen, Sprecher der Stuttgarter Polizei, zu t-online.de gesagt. „Einen religiösen oder politischen Hintergrund halten wir für sehr unwahrscheinlich. Dafür gibt es keine Anhaltspunkte“, heißt es weiter

Der Syrer sei nach derzeitigen Erkenntnissen seit 2015 in Deutschland und habe einen gültigen Aufenthaltsstatus, sagte der Sprecher und wäre der Polizei bereits bekannt gewesen.

Tests am BER begannen im zweiten Anlauf

Am künftigen Berliner Flughafen in Schönefeld laufen jetzt tatsächlich die so genannten Wirk- und Prinzip-Prüfungen der technischen Brandschutzsysteme, deren Ergebnis entscheidend für die geplante Eröffnung des BER im Oktober 2020 ist, meldet tagesspiegel.de. „Die operativen Testläufe haben am Donnerstag begonnen“, habe Hannes Stefan Hönemann, Sprecher der Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes (FBB) bestätigt. Wie berichtet, hätten diese Systemtests des TÜV Rheinland bereits am Mittwoch beginnen sollen, was an fehlenden Unterlagen gescheitert sei. Das Problem habe ausgeräumt werden können.

Für die Techniktests veranschlage Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup zwei Monate, und einen weiteren Monat für nötige Dokumentationen, die zusammen mit dem TÜV-Zertifikat für die Anlagen bei den Baubehörden eingereicht werden müssten. Für die Abgabe der Baufertigstellungsanzeige habe Lütke Daldrup den Oktober 2019 angekündigt, nun werde das wohl nicht vor November 2019 der Fall sein. Um die Eröffnung im Oktober 2020 zu halten, dürfe es bei den TÜV-Prüfungen keine größeren bösen Überraschungen mehr geben, wie es in der Geschichte des havarierten Milliardenprojekts bislang eigentlich immer der Fall gewesen sei. Der Zeitplan bleibe extrem angespannt. Parallel zu den Techniktests müssten im Terminal noch einige tausend Mängel an Sicherheitskabeln abgestellt werden.

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