Die Taliban in Afghanistan haben wieder etliche Menschen getötet, dennoch möchte die Regierung jetzt gern mit ihnen verhandeln. In Hongkong ging die Polizei wieder gegen regierungskritische Demonstranten vor, Indien schickt 10.000 zusätzliche Soldaten nach Kaschmir, Boris Johnson will vor dem Brexit keine Neuwahlen, in Russland sind mehr als tausend Demonstranten festgenommen worden, in einem Schwimmbad herrscht jetzt Ausweispflicht und Greta ruft zum Generalstreik auf.
14 Tote bei Taliban-Angriffen in Afghanistan
Islamistische Taliban-Kämpfer haben in Afghanistan bei Überfällen auf Kontrollposten mindestens zehn Polizisten getötet, meldet orf.at. Mindestens neun weitere seien bei den Angriffen in der zentralafghanischen Provinz Diakonie verwundet worden, hätten zwei Provinzratsmitglieder gestern mitgeteilt. Der Distrikt Hedschra, in dem die Angriffe stattfanden, stehe zwar unter Kontrolle der afghanischen Regierung, doch die Taliban kämen aus der benachbarten südlichen Provinz Helmand und griffen gelegentlich an, hätten die Ratsmitglieder mitgeteilt.
Die Aufständischen erklärten sich auch verantwortlich für einen Selbstmordanschlag mit vier Toten in der südöstlichen Provinz Gasni. 20 Menschen seien durch die Explosion einer Autobombe im Bezirk Ab Band verletzt worden, hätten Mitglieder des Provinzrates erklärt. Der Attentäter habe es Angaben zufolge auf ein Regierungsgebäude abgesehen, das völlig zerstört worden sei.
Die Gewalt in Afghanistan dauere ungeachtet laufender Gespräche zur politischen Befriedung des langjährigen Konflikts an. Seit Juli des Vorjahres führten die USA direkte Gespräche mit hochrangigen Vertretern der Taliban. Dabei gehe es vor allem um Truppenabzüge sowie um die Forderung der USA nach Garantien, dass von Afghanistan aus keine Terroranschläge mehr geplant würden. Einen Waffenstillstand lehnten die Taliban weiterhin ab, weil sie davon ausgingen, dass militärische Gewinne ihre Verhandlungsposition noch stärken könnten.
Afghanische Regierung will direkt mit Taliban sprechen
Die afghanische Regierung will schon bald direkte Friedensverhandlungen mit den radikalislamischen Taliban führen, meldet welt.de. Die Gespräche sollen in den nächsten zwei Wochen beginnen, habe ein Regierungsmitglied in einem Video mitgeteilt. Eine Bestätigung seitens der islamistischen Extremisten hätte es allerdings zunächst nicht gegeben. Während der vergangenen Monate hatten die Taliban direkte Gespräche mit der Regierung in Kabul stets abgelehnt, weil sie sie als Marionette des Westens betrachteten. Die erste Gesprächsrunde solle in einer europäischen Hauptstadt stattfinden, heißt es.
Neue Gewalt in Hongkong
In Hongkong ist es abermals zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen, meldet faz.net. Die Beamten hätten gestern Tränengas und Pfefferspray eingesetzt, nachdem Tausende Menschen trotz eines zuvor verhängten Verbots zunächst friedlich durch den Stadtteil Yuen Long gezogen seien. Sie hätten aufgespannte Regenschirme getragen – das Symbol der Hongkonger Demokratiebewegung.
Hongkongs Regierung habe den Einsatz in einer Mitteilung damit begründet, dass sich einige Protestler mit Stangen und selbst gebauten Schutzschilden ausgerüstet hätten. Es seien auch Barrikaden errichtet worden. In den Straßen sei es zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen, von denen etliche Helme und Masken getragen hätten.
Die Protestler hatten den Ort gewählt, weil am Bahnhof des abgelegenen Bezirks vergangenes Wochenende regierungskritische Demonstranten von Schlägern in weißen T-Shirts mit Eisenstangen und Stöcken angegriffen worden waren. 45 Menschen seien dabei zum Teil schwer verletzt worden. Die Demonstranten hätten bezahlte Banden aus der Umgebung von Yuen Long für die Angriffe verantwortlich gemacht und der Polizei vorgeworfen, sie nicht beschützt zu haben.
Um das offizielle Demonstrationsverbot zu umgehen, hätten die Protestler ihren Marsch am Samstag stattdessen einen „Einkaufs-Ausflug“, eine gemeinsamen „Pokémon-Jagd“ oder einen „Gedenkmarsch“ für den ehemaligen chinesischen Premierminister Li Peng, der vergangene Woche gestorben war, genannt. Li Peng gilt als einer der Hauptverantwortlichen für die blutige Niederschlagung der Proteste am Platz des Himmlischen Friedens in Peking am 4. Juni 1989. Auch bei der Hongkonger Demokratiebewegung sei er deshalb verhasst.
Indien schickt weitere 10.000 Soldaten nach Kaschmir
Indiens Regierung will weitere 10.000 Soldaten für Einsätze gegen Aufständische in den von ihr kontrollierten Teil der Unruheregion Kaschmir entsenden meldet derstandard.at. Diese Entscheidung sei nach einem Besuch des nationalen Sicherheitsberaters Ajit Doval in dem vorwiegend muslimisch geprägten Kaschmirtal im indischen Teilstaat Jammu und Kaschmir gefallen, habe der TV-Sender NDTV berichtet. Dort komme es immer wieder zu Gewalt zwischen Sicherheitskräften und muslimischen Separatisten, die eine Abspaltung vom mehrheitlich hinduistischen Indien wollten.
Mitte Juli hätte der Chef des Terrornetzwerkes Al-Kaida, Ayman al-Zawahiri, militante Islamisten im indischen Teil von Kaschmir zu Anschlägen aufgerufen. Indien habe dort nach inoffiziellen Schätzungen bereits zwischen 300.000 und 500.000 Sicherheitskräfte – darunter Polizisten, Soldaten und Paramilitärs – stationiert. Die zusätzlichen Soldaten sollten NDTV zufolge von verschiedenen Gegenden Indiens nun in das Kaschmirtal nahe der Großstadt Srinagar verlegt werden. Indien wirft Pakistan vor, islamistische Kämpfer im indischen Teil Kaschmirs zu unterstützen.
Johnson schließt Neuwahlen vor Brexit aus
Der neue britische Premierminister Boris Johnson hat Spekulationen über vorgezogene Neuwahlen vor dem angestrebten EU-Austritt seines Landes zurückgewiesen, meldet kleinezeitung.at. Bei einem Besuch in Birmingham habe er am Freitag "völlig" ausgeschlossen, dass es auf seine Initiative hin vor dem Brexit Neuwahlen geben werde.
"Die Briten haben 2015, 2016, 2017 gewählt", habe Johnson mit Blick auf die beiden Parlamentswahlen (2015 und 2017) und das EU-Referendum (2016) gesagt. "Sie wollen keine neue Wahlveranstaltung, sie wollen kein Referendum, sie wollen keine Parlamentswahlen." Die Menschen würden vielmehr fordern, dass die Politik "ihren Auftrag" zu einem Brexit am 31. Oktober erfülle.
Johnson habe von der EU ultimativ den Verzicht auf die Vereinbarungen zur Gestaltung der Grenze zwischen Irland und dem britischen Nordirland gefordert. Andernfalls würde es keinen geregelten Brexit geben, habe er am Samstag in Manchester gesagt. Das Vereinigte Königreich sei zwar bereit, auf die EU zuzugehen. "Aber wir können dies nicht machen, solange der anti-demokratische Backstop - der Backstop, der unser Land, das Vereinigte Königreich spalten soll - bestehen bleibt."
Ein No-Deal-Brexit könne nach Einschätzung des irischen Premierministers Leo Varadkar letztlich zu einer Wiedervereinigung Irlands und Nordirlands führen. Wenn Großbritannien ohne Abkommen aus der EU austrete, würde in Nordirland die Zahl der Menschen steigen, die die Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich "in Frage stellen", habe Varadkar irischen Medienberichten zufolge am Freitag bei einem Besuch in der irischen Grafschaft Donegal gesagt.
Nordkorea gibt russisches Fischerboot frei
In Nordkorea haben die Behörden ein russisches Schiff freigegeben, das sie vor elf Tagen festgesetzt hatten, meldet der Deutschlandfunk. An Bord des Fischerboots hätten sich 15 russische und zwei südkoreanische Besatzungsmitglieder befunden. Nordkorea habe ihnen vorgeworfen, unbefugt in die Hoheitsgewässer des Landes eingefahren zu sein. Russland hätte dies bestritten. Inzwischen habe das Schiff einen südkoreanischen Hafen erreicht. Der Zwischenfall sei zu einer Belastung der russisch-nordkoreanischen Gespräche über Fischfangquoten geworden.
Mehr als tausend Festnahmen bei Demonstration in Moskau
In Moskau sind bei einer Demonstration gegen den Ausschluss von Oppositionellen bei der Regionalwahl in sechs Wochen Hunderte Demonstranten festgenommen worden, meldet derstandard.at. Rund um das Rathaus im Zentrum der russischen Hauptstadt sei am Samstag zu sehen gewesen, wie Polizisten Menschen abführten und in Polizeibusse zerrten.
Dem Bürgerrechtsportal OWD-Info zufolge sollen mehr als 1.000 Demonstranten in Polizeigewahrsam genommen worden sein. Viele von ihnen wären von Orten außerhalb Moskaus zu der nicht genehmigten Kundgebung gekommen. Den Behörden zufolge seien insgesamt rund 3.500 Teilnehmer gezählt worden.
Die Polizei hätte zuvor in einem an die Moskauer und Touristen gerichteten Aufruf davor gewarnt, an der Demonstration teilzunehmen. Die Beamten würden "alle Maßnahmen" ergreifen.
Neuer Vorstoß gegen Clan-Kriminalität in NRW
Erneut sind Polizei, Zoll und Ordnungsamt in NRW gegen Clan-Kriminalität vorgegangen, meldet bild.de. Am Freitagabend hätten sie in Ratingen zwei Wettbüros durchsucht, zwei Gaststätten und eine Shisha-Bar. 75 Personen seien kontrolliert worden, habe die Polizei mitgeteilt.
Insgesamt hätte die Polizei acht Strafverfahren eingeleitet, 19 Ordnungswidrigkeiten würden angezeigt. Die durchsuchten Lokale seien nach Polizeiangaben schon länger im Visier der Ordnungshüter. Es lägen Erkenntnisse vor, dass sie als Treffpunkte und Rückzugsorte von Mitgliedern krimineller Gruppen dienten.
Schwimmbad führt nach Randale von Nordafrikanern Ausweispflicht ein
Nachdem das Rheinbad in Düsseldorf am Freitag zum wiederholten Male wegen randalierender nordafrikanischer Gäste geräumt werden musste, zieht das Schwimmbad nun Konsequenzen, meldet faz.net. Ab heute führe das Düsseldorfer Rheinbad eine Ausweispflicht für Besucher ein, habe eine Sprecherin der Stadt gestern mitgeteilt. Am Freitagabend hatte die Polizei das Freibad wegen aggressiver Besucher nordafrikanischer Herkunft auf Wunsch der städtischen Bädergesellschaft zum wiederholten Male räumen müssen. Jetzt kommt man zwar ohne Papiere über die deutsche Grenze, aber nicht mehr ins Freibad.
Greta ruft zum Generalstreik auf
Droht am 27. September in Schweden der Zusammenbruch des öffentlichen Lebens? Wenn es nach Greta Thunberg geht, sollte das der Fall sein, meldet merkur.de. Denn die 16-Jährige habe zum Generalstreik aufgerufen. „An alle Erwachsenen in Schweden: Streikt am 27. September.“, heißt es in einem Offenen Brief, den Greta an schwedische Medien geschickt hat. Weiter wird aus dem Schreiben zitiert: „Schule und Beruf machen zusammen die Basis der Gesellschaft aus und wenn beide streiken, dann hält die Gesellschaft inne. Die Jugend hat bereits nach Veränderung gefragt, nun verlangt die Klimakrise, dass die Erwachsenen dasselbe tun.“ Kann man sich verweigern, wenn es die Klimakrise verlangt?
Die Aussichten, dass Thunbergs Aufruf zu einem Erfolg werde, hielten Experten trotz der Konjunktur der „Klimarettung“ allerdings für gering. Mats Erikson, Sprecher des Gewerkschaftsverbands LO, habe gegenüber dem Magazin ETC erklärt: „Wir werden nicht zum Streik aufrufen. Wir verwenden die Waffe Streik nicht, wenn es um allgemeine politische Fragen geht, so wichtig sie auch sein mögen.“
Ähnliche Streik-Bestrebungen gebe es auch für Deutschland. Der deutsche Ableger der Fridays-For-Future Bewegung wolle am 20. September „alle Generationen“ zu einem Klimastreik bewegen. Der Tag solle Auftakt für eine Aktionswoche werden, die bis zum von Greta Thunberg angepeilten Streikdatum des 27. September reicht.
Weltgrößtes Klavier in Lettland enthüllt
In einem Konzerthaus in der lettischen Hafenstadt Ventspils (Windau) hat der deutsch-lettische Klavierbauer David Klavins ein sechs Meter hohes Piano installiert, welches das weltweit größte Instrument seiner Art sein soll, meldet kleinezeitung.at. Zwar hätten die Prüfer vom Guinness-Buch der Rekorde das Klavier noch nicht vermessen, doch Klavins habe mit seinem neuen Modell 470i den eigenen Rekord gebrochen.
1987 hätte er das Model 370 gebaut, das lange als eines der weltweit größten Pianos galt. Später habe der in Deutschland geborene Klavierbauer das Konzertpiano 450i hergestellt. Das nun vorgestellte Nachfolgemodell 470i sei mit seinen bis zu 4,70 Meter langen Klaviersaiten sogar noch ein Stück höher.
Das an der Wand des neuen Konzerthauses in Ventspils montierte Klavier biete mit seinem blauen Stahlrahmen einen imposanten Anblick. Der Pianist müsse eine steile Treppe hinaufsteigen, um dann auf einer Art Balkon mehrere Meter über den Köpfen der Zuhörer Platz zu nehmen.
Beitragsbild: cartese Flickr CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons
