News-Redaktion / 22.04.2019 / 08:29 / Foto: cartese / 0 / Seite ausdrucken

Die Morgenlage: Präsidenten und Putschisten

Die Zahl der Anschlagsopfer in Sri Lanka ist gestiegen, in Mali sind wieder Soldaten bei einem islamistischen Angriff getötet worden, der Politik-Neuling Wladimir Selenski ist mit klarer Mehrheit zum ukrainischen Präsidenten gewählt worden, im Sudan hat die Opposition die Gespräche mit dem Militär unterbrochen und Mexiko verzeichnet einen neuen Höchststand an Mordopfern.

Sri Lanka: Opferzahl steigt auf 290, weitere Bombe gefunden

Bei den acht Explosionen in Kirchen und Hotels am Ostersonntag sind nach neuesten Polizeiangaben mindestens 290 Menschen getötet worden, darunter auch mehr als 30 Ausländer aus mehreren Ländern, meldet die FAZ. Rund 550 Verletzte seien am Abend noch in Krankenhäusern behandelt worden. Am Sonntagabend sei in der Nähe des größten Flughafens der Insel, rund 30 Kilometer von Colombo entfernt, eine Rohrbombe gefunden und entschärft worden, wie ein Sprecher der Luftwaffe mitgeteilt habe. Bei Festnahmen von Verdächtigen seien außerdem drei Polizisten getötet worden. Obwohl von bislang 13 Festnahmen berichtet wird, gibt es noch keine offiziellen Angaben zu den Tatmotiven. Die Regierung habe lediglich erklärt, sie prüfe mögliche internationale Verbindungen zu einer örtlichen Gruppe militanter Extremisten. Nach Aussagen von Premierminister Ranil Wickremesinghe stammten die Festgenommenen offenbar alle aus Sri Lanka. Er wolle aber im Ausland um Unterstützung bitten, um herauszufinden, ob die Angreifer Verbindungen zum internationalen Terrorismus hätten. Darauf, welche Art Extremisten in Verdacht stehen, gibt es allenfalls indirekte Hinweise. Wiederholt wurde gemeldet, dass Sri Lankas Geheimdienst Hinweise auf einen möglichen Anschlag vorgelegen hätten. Dabei sei konkret vor Selbstmordanschlägen der kaum bekannten radikalislamischen Gruppe NTJ auf Kirchen sowie auf die indische Botschaft in Colombo gewarnt worden. Die NTJ solle demnach auch hinter der Beschädigung buddhistischer Statuen in Sri Lanka im vergangenen Jahr stehen.

Zehn Soldaten bei islamistischem Angriff in Mali getötet

Mindestens zehn malische Soldaten sind bei einem Angriff mutmaßlicher Jihadisten im Zentrum des Landes getötet worden, meldet der Standard. Der Militärstützpunkt in der Stadt Guiré sei am frühen Sonntagmorgen überfallen worden, hätten Sicherheitskreise der Nachrichtenagentur AFP berichtet. Das malische Militär habe den Angriff via Twitter bestätigt und Verstärkung angekündigt.

Die Angreifer seien demnach auf Motorrädern und Pick-up-Trucks aus dem Wald von Wagadou gekommen. Der Wald gelte seit Jahren als Rückzugsort islamistischer Gruppierungen. Sie hätten einige Fahrzeuge verbrannt, andere mitgenommen.

Erst am Samstag war – wie hier auch gemeldet – bei einem Sprengstoff-Anschlag im Zentrum des Landes ein UNO-Blauhelmsoldat getötet und vier weitere verletzt worden.

Vier Tote bei Angriff auf Polizeizentrale in Saudi-Arabien

Saudi-arabische Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben ein Attentat abgewehrt und dabei vier Menschen getötet, meldet der Standard. Eine Terrorgruppe hätte versucht, die Polizeizentrale in der Stadt Zulfi (Al-Sulfi) im Zentrum des Landes zu stürmen, habe ein Sprecher der Staatssicherheit nach einer Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur SPA erklärt. Alle vier Angreifer seien demnach getötet worden.

Politik-Neuling Selenski wird neuer Präsident der Ukraine

Wladimir Selenski wird neuer Präsident der Ukraine, meldet der Standard. Der 41-Jährige habe Amtsinhaber Petro Poroschenko in der Stichwahl am Ende deutlich besiegt. Nach den „nationalen Exit polls“ habe Selenski 73,2 Prozent der Stimmen bekommen und Poroschenko nur 25,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung habe bei 62,83 Prozent gelegen.

Poroschenko habe am Abend getwittert, dass man „heute einen Kampf nicht gewonnen“, aber den Krieg deswegen nicht verloren habe.

Nordmazedonien-Wahl: Präsidentschaftskandidaten fast gleichauf

Die Präsidentschaftskandidaten des nordmazedonischen Regierungsbündnisses, Stevo Pendarovski, und der oppositionellen VMRO-DPMNE, Gordana Siljanovska Davkova, haben sich im ersten Durchgang der Präsidentenwahl gestern nahezu die gleiche Stimmenanzahl gesichert, meldet orf.at.

In der Stichwahl am 5. Mai würden Analysten in Skopje zufolge daher die Stimmen der albanischen Wähler, die für Blerim Reka gestimmt haben, den Sieger bestimmen. Nach der Auszählung von gut 97 Prozent der Stimmen habe Pendarovski mit 42,72 Prozent der Stimmen nur knapp vor Siljanovska Davkov mit 42,58 Prozent gestanden. Reka, Präsidentschaftskandidat von zwei kleinen albanischen Oppositionsparteien, habe 10,36 Prozent der Stimmen erhalten.

Die Wahlbeteiligung habe laut jüngsten Angaben bei knapp 42 Prozent gelegen, was die niedrigste Beteiligung im ersten Durchgang einer Präsidentenwahl in der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik gewesen sei. Sollte die Beteiligung am 5. Mai unter 40 Prozent liegen, müsste die Präsidentenwahl wiederholt werden.

Sudan: Opposition unterbricht Gespräche mit Militär

Die Opposition im Sudan will vorerst nicht weiter mit der Militärführung über die Bildung einer Übergangsregierung verhandeln und hat stattdessen zu neuen Massenprotesten aufgerufen, meldet orf.at. Demonstrationen und die Sitzblockade vor der Zentrale der Streitkräfte in der Hauptstadt Khartum würden fortgesetzt, bis alle Forderungen des Volkes erfüllt seien, habe ein Sprecher des Oppositionsbündnisses „Deklaration für Freiheit und Wandel“ erklärt.

Die Verhandlungen mit dem Militär seien unterbrochen worden, da die Generäle Vertreter des alten Regimes seien und die Macht nicht ernsthaft aufgeben wollten, hieß es weiter. Die Organisatoren der Massenproteste hätten für den Übergang bis zu Neuwahlen eine zivile Staatsführung gefordert. Das Militär hingegen wolle das Präsidentenamt und Schlüsselministerien wie Inneres und Verteidigung besetzen.

IS bekennt sich zu Angriff auf Ministerium in Kabul

Der Islamische Staat (IS) hat sich zu dem Anschlag auf das Kommunikationsministerium in der afghanischen Hauptstadt Kabul am Samstag bekannt, meldet nachrichten.at unter Berufung auf eine Mitteilung der IS-Nachrichtenagentur Amaq vom gestrigen Sonntag.

Bei dem Anschlag seien sieben Menschen getötet worden, darunter vier Zivilisten und drei Polizisten. Drei Angreifer wurden von den Sicherheitskräften getötet, ein weiterer hatte sich zu Beginn der Attacke mit einer Bombe vor dem Ministerium in die Luft gesprengt.

Afghanisches Gericht verlängert Amtszeit des Präsidenten

In Afghanistan hat der oberste Gerichtshof die Amtszeit von Präsident Ashraf Ghani bis zur verschobenen Wahl am 28. September verlängert, meldet orf.at. Der Gerichtshof könne die Herausforderungen für die Wahlkommission nachvollziehen, habe es dazu gestern geheißen. Die Wahl war ursprünglich für den 20. April vorgesehen, sei aber mehrfach verschoben worden. Ghanis Amtszeit würde offiziell am 22. Mai enden. Politiker der Opposition und Kandidaten für seine Nachfolge hätten ursprünglich eine Übergangsregierung bis zum neuen Wahltermin gefordert.

Neuer Höchststand bei Morden in Mexiko

In Mexiko hat die Zahl der Morde einen neuen Höchststand erreicht, meldet die Kleine Zeitung. In den ersten drei Monaten des Jahres seien knapp 8500 Menschen ermordet worden, wie die Behörden am Wochenende mitgeteilt hätten. Das wären 9,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im gesamten Jahr 2018 sei mit rund 33.500 Morden ein trauriger Höchststand seit Beginn der Statistik im Jahr 1997 erreicht worden.

Die neuen Zahlen widersprächen Angaben des mexikanischen Präsidenten Andres Manuel Lopez Obrador, wonach die Zahl der Morde seit seinem Amtsantritt im Dezember nicht angestiegen wäre.

Zwei Tote bei Angriff auf Ferienanlage in Nigeria

Bei einem Angriff auf eine Ferienanlage im Norden Nigerias sind zwei Menschen erschossen worden, unter ihnen eine Britin, meldet der Tagesanzeiger. Vier Menschen seien demnach bei der Attacke auf das Kajuru Castle Resort im Bundesstaat Kaduna zudem entführt worden.

Dies habe die örtliche Polizei am Sonntag mitgeteilt. Demnach hätte die Britin für die Hilfsorganisation Mercy Corps gearbeitet. Die Organisation habe den Tod ihrer Mitarbeiterin bestätigt. Bei dem zweiten Todesopfer könne es sich um den Partner der Britin handeln, habe ein Polizeisprecher gesagt.

Den Angaben zufolge hätten Bewaffnete das Kajuru Castle angegriffen. Kurz zuvor sei eine Gruppe von 13 Touristen aus Lagos angekommen. Bei den Verschleppten handele es sich laut Polizei um Einheimische.

Nordirland: Festgenommene nach Journalistenmord freigelassen

Nach dem Mord an der Journalistin Lyra McKee sind in Nordirland zwei festgenommene junge Männer wieder auf freien Fuß gesetzt worden, meldet orf.at. Anschuldigungen gegen sie seien nicht erhoben worden, habe die zuständige Polizei gestern Abend auf Twitter und Facebook mitgeteilt. Die 29-jährige McKee war – wie gemeldet – am Donnerstagabend bei gewaltsamen Ausschreitungen in der Stadt Derry/ Londonderry erschossen worden. Sie habe in einer Menschengruppe in der Nähe von Polizeifahrzeugen gestanden, als eine Kugel ihren Kopf traf.

Türkischer Oppositionsführer in Ankara angegriffen

Drei Wochen nach der Kommunalwahl in der Türkei ist der Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu auf der Beerdigung eines Soldaten von einem Mob angegriffen worden, meldet der Standard. Ein Mann habe Kilicdaroglu während des Gerangels in der Provinz Ankara mit der Faust ins Gesicht geschlagen, wie am Sonntag auf Bildern des Senders CNN Türk zu sehen gewesen sei.

Leibwächter hätten versucht, die aufgebrachte Menge zurückzudrängen und den Chef der größten Oppositionspartei CHP schließlich in ein Haus gebracht. Der genaue Hintergrund des Angriffs sei zunächst unklar geblieben. Das Gouverneursamt habe auf Twitter erklärt, der Vorfall werde untersucht.

Der Soldat und drei weitere Militärs waren am Samstag bei Gefechten mit der „Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK) nahe der irakischen Grenze ums Leben gekommen. Präsident und AKP-Chef Recep Tayyip Erdoğan habe der CHP und drei weiteren Oppositionsparteien vor der Kommunalwahl vom 31. März vorgeworfen, mit der PKK zusammenzuarbeiten und deren Anhänger „in die Gemeinden zu schleusen“. Die AKP hatte die Hauptstadt Ankara und die Metropole Istanbul jüngst bei der Kommunalwahl an die CHP verloren.

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