Uwe Knop, Gastautor / 01.01.2020 / 14:00 / Foto: Frantisek Dostal / 11 / Seite ausdrucken

Diäten und Detox – das sind keine guten Vorsätze!

Auch wenn zu Jahresbeginn auf dem Zettel-der-guten-Vorsätze häufig "Abspecken & Entgiften" steht - fallen Sie nicht auf Diäten & Detox rein! Denn inzwischen sollte es eigentlich jede(r) wissen: Detox ist die reine Abzocke. Mehr muss dazu nicht gesagt werden. Und Diäten machen nicht schlank, sondern langfristig dicker. Denn Abspeckkuren führen dazu, dass unser Körper seinen Energiehaushalt auf Sparflamme schaltet und sich nach der Diät die verlorenen Kilos wieder zurückholt – plus Sicherheitszuschlag, um gegen die kommende „Hungersnot“ gewappnet zu sein. Das ist der bekannte JoJo-Effekt. Diese Erkenntnisse sind längst kein konspiratives Geheimwissen mehr, sondern wissenschaftlicher Konsens, der immer wieder in der Öffentlichkeit betont wird.

So hatte Ende 2012 eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bestätigt, was die Wissenschaft weiß, die Diätindustrie aber gerne verschweigt: 73 Prozent der diäterprobten Frauen waren nur ein Jahr nach der Diät entweder schwerer oder genauso schwer wie vor der Hungerkur. Diese repräsentative Frauenbefragung stützt die Erkenntnis zahlreicher internationaler und deutscher Wissenschaftler. Beispielsweise konstatieren die beiden Schweizer Ernährungswissenschaftler Dulloo und Montani der Universität Fribourg in der Süddeutschen Zeitung im November 2016: „Nach spätestens einem Jahr hat man ein bis zwei Drittel des ursprünglich verlorenen Gewichts wieder auf den Rippen, nach fünf Jahren den Rest." Ein Drittel der Menschen, die abnehmen wollen, treffe es besonders schwer: Sie wiegen hinterher sogar mehr als zu Beginn ihrer Diät.

Dem entspricht die Feststellung des ehemaligen Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), Professor Helmut Heseker: „Wir wissen, dass 80 bis 90 Prozent aller Gewichtsreduktionsprogramme keinen Erfolg bringen.“ Ganz im Gegenteil: „Oft sind die Teilnehmer am Ende sogar schwerer als vorher“, erklärte Heseker bereits Anfang 2012 der Welt. Und Professor Andreas Pfeiffer von der Charité Berlin und dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) bekräftigte diese Erkenntnis 2013 im Focus: „90 Prozent nehmen nach Ende der Diät wieder zu.“

Noch weitaus krassere Ergebnisse lieferte eine große Übersichtsstudie Mitte 2015 im American Journal of Public Health: Die Forscher analysierten die Daten von 77.000 fettleibigen Frauen und 100.000 adipösen Männern, die mittels diverser Abnehmprogramme Gewicht reduzieren wollten. Ein paar Jahre nach der Diät sah die Erfolgsbilanz mehr als dürftig aus: Nur 0,8 Prozent der Frauen erreichten Normalgewicht; bei den Männern lag die Quote gar unter einem halben Prozent (0,47 Prozent). Auch diese Autoren schlussfolgern, dass gängige Abnehmeprogramme und Diäten unwirksam sind.

Der "perfekte Stoffwechselsturm"

Interessant sind in diesem Kontext die Klarstellungen von Forschern in einem „Scientific Statement“ aus 2017 im Fachmagazin „Endocrine Reviews“ zur Entwicklung von Fettleibigkeit: „Durch Diäten reduziertes Körpergewicht – niedriger als das biologisch verteidigte Level – führt zu verstärktem Hungergefühl und erzeugt den ´perfekten Stoffwechselsturm`, damit der Körper sein biologische Wunschgewicht zurückgewinnen kann … dies sollte sowohl von Patienten als auch Ärzten als körperlich normale Reaktion auf Diäten erwartet werden.“

Ergo: Ob 5:2, 6:1, 4.5:3.5, Schlank im Schlaf, Steinzeitdiät, Low-Carb, No-Carb oder wie auch immer sie alle heißen – für alle Trends gilt das Gleiche: Keine Diät macht langfristig schlank, weil kaum jemand die reduzierte Kost lebenslang durchhält. Nach der Diät wird wieder normal gegessen und das Urgewicht kommt zurück. Doch dabei werden die Ex-Diätler nicht nur wieder schwerer, sondern meistens auch fetter – denn während der Diät baut der Körper auch Muskelmasse ab, bei der JoJo-Kilo-Rückholaktion hingegen wird meist nur Fett eingelagert. Dabei ist es einer 2014er-Studie im Fachmagazin Lancet zufolge egal, ob man in 36 Wochen langsam abgenommen oder in 12 Turbo-Wochen die gleiche Anzahl Kilos abgespeckt hat: das Gros der Kilos kommt bei allen Ex-Diätlern mit „fettem Sicherheitsaufschlag“ zurück, wie kurz danach eine Übersichtsarbeit der University of Montreal zeigen konnte, die Atkins, South Beach, Weight Watchers und weitere kommerzielle Diäten verglich: Der überschaubare Gewichtsverlust im Diätjahr war vergleichbar, aber nach zwei Jahren wogen die Studienteilnehmer entweder genauso viel wie vorher oder waren sogar schwerer. Ende 2014 komplettierte eine weitere Übersichtsstudie im medizinischen Fachmedium Circulation diese Erkenntnisse: Egal ob kohlenhydratarm, wenig Fett oder Eiweiß - Diäten helfen Dicken nicht beim langfristigen Abnehmen.

Fakt ist: Alle Diäten wirken über ein und dasselbe Prinzip: die negative Energiebilanz, also weniger Kalorien aufzunehmen als zu verbrauchen. Das zwingt den Körper an die Reserven, damit er seinen Stoffwechsel aufrechterhalten kann. Zahlreiche Wissenschaftler betonen immer wieder, dass die Art der Diät völlig egal ist. Und genau das hatte Mitte 2014 die Deutsche Adipositas-Gesellschaft in ihren Leitlinien nochmals klar gestellt: „Bei einer Diät spielt die Zusammensetzung aus Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß kaum eine Rolle, entscheidend ist nur die Gesamtkalorienzahl.“ Mit welcher Methode der Energiemangel zustande komme, sei unerheblich. Zu einem vergleichbaren Fazit kam kurz danach eine der bis dato größten Analysen, publiziert im weltweit renommierten Medizinjournal JAMA: Die Auswertung von etwa 50 Studien ergab keinen Unterschied zwischen unterschiedlichen Diätformen.

Die negative Energiebilanz ist also das Geheimnis jeder noch so geheimnisvollen Diät. Das bedeutet im Umkehrschluss: Die pseudowissenschaftlichen Stories rund um die jeweiligen Trenddiäten sind nicht mehr als verkaufsfördernde Fantasien findiger Verkaufsgenies. „5 Tage schlemmen, 2 Tage fasten“, „Abends keine Kohlenhydrate“, „Vegan essen“, „HCG-Hormone spritzen“, „Gen- und Bluttests machen“ – egal was abnehmwilligen Frauen (fast 90 Prozent der Diätler sind weiblich) aufgetischt wird: Jedes Jahr aufs Neue wird mit der neuen Trenddiät mit den Hoffnungen vieler enttäuschter Frauen gespielt, die schon x-Diäten ausprobiert haben - stets erfolglos.

Versagen als Geschäftsmodell

Um es noch einmal klar zu sagen: Es gibt keine Diät, die dauerhaft schlank macht. Und das ist nachvollziehbar, denn sonst gäbe es nicht alle Jahre wieder einen neuen Diät-Hype. Das wiederum freut die Diätindustrie, übrigens der einzige Wirtschaftszweig, der Milliarden umsetzt, weil seine Produkte nicht wirken; weil sie nicht halten, was sie versprechen. Aber genau mit diesem paradoxen Geschäftsmodell erhält sich die Abspeckbranche ihre – im doppelten Sinne – wachsende Zielgruppe. „Würde das Produkt funktionieren, es wäre damit kein Geschäft zu machen“, offenbarte der ehemalige Finanzdirektor von Weight Watchers in der BBC-Dokumentation „Die Schlankmacher“ von 2014. In diesem sehenswerten TV-Zweiteiler werden auch andere Diät-Anbieter interviewt, die dabei freimütig einräumen: Natürlich funktioniere das nicht so leicht mit dem Abnehmen – aber das sei ja gerade das Tolle – aus ihrer Sicht.

Die Ursache dafür liegt übrigens in unserem Erbgut: Forschungen deuten darauf hin, dass unser Körpergewicht zwischen 70 und 80 Prozent von unseren Genen bestimmt wird. Dementsprechend gaben US-Forscher des Columbia University Medical Center in New York im Februar 2015 in einer Lancet-Studie bekannt: Adipositas (Fettleibigkeit) ist nicht mit diätetischer Kalorienreduktion zu behandeln, denn die Biologie des Körpers holt sich anschließend ihr natürliches Gewicht zurück.

So haben Ende 2017 Forscher der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technik in ihrer Publikation im American Journal of Physiology, Endocrinology and Metabolism erneut bestätigt: Ein zentraler Regulator des Jo-Jo-Effekts ist, dass der Körper nach erfolgreicher Zwangsgewichtsreduktion verstärkt das Hungerhormon „Ghrelin“ ausschüttet. Die Hungergefühle der Probanden waren sowohl nach einem als auch noch zwei Jahre nach der Diät deutlich stärker als zu Beginn. Fazit der Forscher: Wer signifikant Gewicht verliert, muss sich über Jahre hinweg auf verstärkte Hungergefühlen einstellen. Und das höchst wahrscheinlich so lange, bis sich das Ergbut (die Gene) das „Urgewicht seines Körpers“ wieder zurückgeholt hat.

Dem entspricht Prof. Matthias Blüher, Leiter der Adipositas-Ambulanz für Erwachsene, Leipziger Universitätsmedizin und Präsident der Deutschen Adipositas Gesellschaft, der auf die Frage „Sind Übergewichtige und adipöse Menschen selbst schuld an ihrem Übergewicht?“ im August 2018 klarstellt: „Nein, das stimmt nicht. Wir wissen heute zum Beispiel, dass genetische Faktoren eine ganz große Rolle bei der Ausprägung von Übergewicht und Adipositas spielen. Auch hormonelle Aspekte und unser gesellschaftliches Umfeld bedingen die Entstehung von Übergewicht. All diese Faktoren kann der Einzelne nicht aktiv beeinflussen.“ Dem entspricht auch folgendes Statement von Prof. Martin Wabitsch, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Uniklinikum Ulm, auf dem gemeinsamen Kongress der medizinischen Fachgesellschaften für Adipositas (DAG) und Diabetes (DDG) im Jahr 2018: Der Hang zu hohem Körpergewicht sei genetisch angelegt. Übergewicht sei keine Charakterschwäche, sondern werde durch kaum kontrollierbare physiologische Prozesse im Gehirn gefördert (Ärzte-Zeitung).

Der Körper verteidigt sein Höchstgewicht vehement

Des Weiteren stellte Blüher im Januar 2019 in einem Interview mit der Freien Presse klar: „Zudem versucht unser Körper, sein erreichtes Höchstgewicht zu erhalten. Er verteidigt es vehement … Das heißt für den Körper, seinen Grundumsatz und Energieverbrauch soweit herunterzufahren, dass er sein Gewicht auch mit der wenigen Nahrung verteidigen kann … Leider muss man sagen, dass Abnehmkonzepte, die nur darauf basieren, weniger zu essen und sich mehr zu bewegen, langfristig versagt haben, weil der Körper sein Ausgangsgewicht wieder verteidigt. Manche meiner Patienten halten Diät und nehmen dabei zu. Diese Gewichtszunahme ist wissenschaftlich noch nicht verstanden. Wir können es nicht erklären. Wie der Körper die aufgenommenen Kalorien ausschöpft und den Grundumsatz reguliert, kann der Mensch nicht bewusst steuern.“

Diäten sind eine Frauenfalle, die gleich mehrfach zuschlägt: Sie machen das Gros Frauen nicht schlanker, sondern langfristig dicker, so dass sie in einen Teufelskreis geraten und immer wieder neue Diäten ausprobieren. Dabei verlieren die Diätler viel Geld für Bücher, Spezialkost, Abnehmpulver, Kursgebühren und mehr. Und das ist noch nicht alles…

Diäten gelten als „Einstiegsdroge“ in Fettsucht und Essstörungen. Warum ist das so? Ein erster Grund ist, dass viele Frauen aufgrund des JoJo-Effekts immer dicker werden. Und der permanente Kampf gegen die eigenen Körpergefühle und Essgelüste kann zu Essstörungen führen. Verstärkt wird diese Negativspirale durch das Gefühl des Versagens – man hat den Kampf gegen den eigenen Körper verloren, man muss eine schwere Niederlage verkraften. Und das muss man nicht nur sich selbst, sondern auch noch vor der Familie, den Freunden und den Arbeitskollegen öffentlich eingestehen. All das macht keine Freude, sondern schürt tiefsitzenden Frust, der chronisch werden kann.

Paradoxerweise scheint auch ein Abnehmerfolg negative Folgen zu haben, so lauten zumindest die Ergebnisse einer Studie des University College of London aus dem Jahr 2014: Dicke, die erfolgreich abgespeckt habe, leiden vermehrt unter depressiven Störungen. Hier würde sich die neueste Diät-Erfindung der Universität zu Lübeck aus August 2014 anbieten, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: die elektrische Stimulation des Gehirns durch den Schädel (transkraniell) „reduziert Appetit und Nahrungsaufnahme ganz ohne Diät – und diese nicht-invasive Methode wird bereits begleitend zur Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt.“

Summa summarum darf die Empfehlung nur lauten: Finger weg von Diäten! Ein diätfreies Leben könnte nicht nur gut für die seelische und körperliche Gesundheit sein, es festigt auch die sexuellen und sozialen Beziehungen – zumindest, wenn man neueren Forschungen glauben mag … aber das ist ein anderes Thema, über das Sie im Buch „Dein Körpernavigator“ bei Interesse gerne mehr erfahren - genauso wie zu "Intuitiven Essen & biologischen Wohlfühlgewicht", denn diese "Kulinarische Kombi" ist wesentlich empfehlens- und erstrebenswerter.

Jetzt erstmal: Genussvollen Start in die Neo-Goldenen-20er-Jahre!

Uwe Knop ist Ernährungswissenschaftler, Publizist und Buchautor. Im Juli 2019 erschien sein jüngstes Buch „Dein Körpernavigator“ zum besten Essen aller Zeiten“.

Foto: Frantisek Dostal CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

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Karlheinz Patek / 01.01.2020

Ich kann diesen Artikel als Ganzes zusammenhängend nicht lesen, da sträubt sich einfach alles. Es gehen nur einzelne Bruchstücke. Dass ich nicht lache, die Gene sind schuld. Vielleicht aber doch die Haarfarbe oder evtl. die Schuhgrösse. Linkshänder sind gefährdeter? Oder, ....was weiss ich.. Wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue, alles angefressen, gedankenlos, über Jahrzehnte. Natürlich greift keine Diät, wie auch bitte, jede Diät hat ein Ende und dann beginnt das Gleiche von vorn. “Manche Patienten halten Diät und nehmen trotzdem zu”.  Woher kommen dann die Pfunde, Energie aus dem Nichts, oder? Manche glauben sie können sich schlank hungern, ohne sich zu bewegen. Natürlich nehmen sie zu wenn sie sich kaum bewegen, so wenig könne sie fast nicht essen. Was manche auch unter “bewegen” verstehen, die glauben wenn sie mit dem Hund 20 Minuten Gassi gehen, dann sind sie Triathlet. Da gerade aktuell, zwischen Weihnachten und Sylvester hat noch keiner zugenommen, nur zwischen Sylvester und Weihnachten. Unschuldig sind nur Kinder, die von den Eltern gemästet wurden, die dann natürlich ein Leben lang einen fast aussichtslosen Kampf führen, oder aufgeben. Alles nur eine Frage des Inputs und des Outputs, langfristig natürlich, nicht kurzfristig. So einfach ist das.

Hans Reinhardt / 01.01.2020

Man kann mittlerweile Bücherregale kilometerweit mit Ratgebern und Studien über das Abnehmen füllen. Das Niveau dieser Veröffentlichungen reicht von hochwissenschaftlich bis dummdreist. Dabei ist Abnehmen ganz einfach, wenn man sich an drei Tatsachen hält: 1. Es gibt kein Perpetuum Mobile, das trifft auch auf den menschlichen Körper zu. 2. Wer dauerhaft weniger Energie zu sich nimmt als er verbraucht, nimmt ab. 3. Wer dann nach Erreichen seines Zielgewichtes auf eine ausgeglichene Energiebilanz achtet, der hält dieses. Das ist alles, mehr gibt es nicht. Wie sich die Nahrung zusammensetzt, wann man was isst, ob gesund oder ungesund, für das Körpergewicht spielt das alles keine Rolle. Das Einzige was man dann noch braucht, ist Willenskraft. Und die ein Leben lang, genauso wie trockene Alkoholiker oder cleane Drogenabhängige. Und neu ist das alles auch nicht, ich habe das schon während meines Studiums in den 80er Jahren gelernt.

Gabriele H. Schulze / 01.01.2020

Dann muß sich doch aber in Bezug auf das vorprogrammierte Gewicht genetisch etwas geändert haben? So viele dicke junge Leute gab es in den sechziger und siebziger und auch noch achtziger Jahren nicht.

Detlef Dechant / 01.01.2020

Diäten bringen wirklich nichts. Jeder Mensch hat seinen idividuellen Stoffwechsel und damit bevorzugt der Körper auch eine bestimmte Ernährung. Dazu sollten die Essgewohnheiten (Zeitpunkt, Geschwindigkeit, Menge) an den Zuckerhaushalt angepasst werden. Bewährt haben dich 3 Mahlzeiten am Tag mit 4 - 5 Stunden Abstand. Mit einer zusätzlichen Vermeidung von zu vielen “Sättigungsbeilagen” habe ich mein Gewicht bis zum “Wohlfühlgewicht” reduziert, benötige trotz Diabetes 2 keine Medikamente und halte problemlos trotz genussvollen Essens, wo auch Schokolade, Kuchen, Alkohol und anderes irgendwo ihren Platz haben, mein Gewicht.

Susanne Weis / 01.01.2020

Dass das Körpergewicht genetisch festgelegt sei, also, das Übergewicht all der übergewichtigen Menschen genetisch bedingt sei, ist doch völliger Quatsch! Es ist statistisch nachweisbar, dass die Menschen im Durchschnitt immer dicker und schwerer werden, sobald sich in einer Gesellschaft die westliche, moderne Ernährung und Lebensweise (wenig Bewegung) durchgesetzt hat. Es ist statistisch nachweisbar, dass die Deutschen vor 30 Jahren im Durchschnitt einen geringeren BMI hatten als heute, und vor 50 und 60 Jahren einen noch viel niedrigeren. Sicher sind verschiedene Körper-, Stoffwechsel- und Energieverwertungstypen genetisch festgelegt. Aus einem eher stämmigen, kräftigen Typen wird sicher nie eine Bohnenstange werden. Jedoch wird auch der stämmige Typ nicht mit “Übergewichts-Genen” geboren, sondern auch dieser Typ würde bei “artgerechter” Ernährung und Lebensweise dauerhaft ein Normalgewicht haben. Dass Diäten keinen dauerhaften Erfolg bringen, ist auch schon lange bekannt. Und auch, dass die einmal angelegten Fettzellen nie mehr verschwinden, sondern bestenfalls leer bleiben können, sich entsprechend schneller wieder füllen können, als wenn es sie gar nicht gäbe, habe ich bereits vor 35 Jahren in meiner medizinischen Ausbildung gelernt. Natürlich müssen Menschen, die abnehmen wollen, an ihr Hungergefühl ran. An der Auseinandersetzung mit diesem Gefühl führt kein Weg vorbei. Man kann sein Hungergefühl so konditionieren, dass es wieder “normal” funktioniert, d. h. nur dann anspringt, wenn physiologisch Energiebedarf besteht. Das ist in der ersten Zeit sehr unangenehm, fast schmerzhaft, aber es wird deutlich besser und irgendwann hat mein keinen Hunger mehr, wenn man physiologisch gar keine Kalorien braucht. Da aber die angelegten überschüssigen Fettzellen, wenn auch leer, für immer vorhanden bleiben, besteht, wie beim trocknen Alkoholiker, lebenslange Rückfallgefahr.

Barbara U. Bäcker / 01.01.2020

Ich bin schon über 18 Jahre schlank. Natürlich ist eine Ernährungsumstellung notwendig und mehr Bewegung ist angesagt, aber das macht die ganze Sache doch nicht unnötig. Außerdem muss ich Ihnen sagen, dass sehr viele sehr dicke Leute durchaus zu Depressionen neigen. Viele hassen sich wegen Ihres Gewichts. Außerdem waren die Männer in der letzten Studie, die ich angeschaut habe, im Durchschnitt deutlicher dicker als die Frauen.

Sabine Schönfelder / 01.01.2020

Genetik hin, Diät her! Entscheidend ist immer der Wille, gepaart mit Disziplin, die den Willen umsetzt. Dieses Duo ist für JEDES Ziel notwendig. Es ist schlau, Disziplin semantisch in LUST umzudeuten, wie es zum Beispiel folgender Satz verdeutlicht: Nichts schmeckt so gut, wie schlank zu sein. ( Kate Moss) Ansonsten ist Abnehmen ein einfaches Rechenexempel. Wenig essen und viel Bewegung führt IMMER zum Erfolg. Andersherum klappt genauso gut, wenn man zulegen will, -  oder auch nicht!

Wilfried Cremer / 01.01.2020

Die dicksten Menschen sind die Mexikaner. Wegen der Sombreros. Damit sich das Beschatten lohnt. Wer sich zu schwer fühlt, sollte also kleine Hüte tragen.

Bernhard Freiling / 01.01.2020

Kleiner Nachtrag noch zu meinem Beitrag von vorhin: Der bezieht sich ausschliesslich auf Übergewicht. Auf Untergewicht ist keine meiner Ausführungen zutreffend. Dessen Ursachen können nämlich wirklich derart komplex sein, daß noch nicht mal ich ;-) einfache Antworten habe.

Bernhard Freiling / 01.01.2020

Ach ja, das ist ja Alles so komplex und einfache Antworten gibt es nicht. Hmmm - doch!  Zumindest meiner Meinung nach. Wer seinem Körper mehr Energie (Kalorien) zuführt als der verbraucht - der wird dick. Und wenn er es lange genug macht, wird er fett. Und wenn er es darüber hinaus tut, wird er von seinem eigenen Körpergewicht irgendwann erdrückt werden.+++ Gibt es eine Abhilfe, jenseits von Diätplänen und guten Vorsätzen? Natürlich! Auf die denkbar einfachste Weise: Den Verbrauch an Energie mit dessen Zufuhr ins Gleichgewicht bringen. So einfach ist das. Das kann fast Jeder - wenn er nur will. Dabei sage ich nicht, daß das völlig anstrengungslos geht. Aber: Ist ständige Anstrengung nicht Teil unseres Lebens? Wer z.B. beruflich erfolgreich sein will, muß besser sein als Wettbewerber. Was tun? Mehr lernen um mehr zu wissen und zu können als Andere. Warum sollte dieses “Anstrengungsprinzip”, das uns überall umgibt, ausgerechnet auf unseren Körper nicht zutreffen? Viele müssen sich darum nicht kümmern Weil: Deren Energiezufuhr und der entsprechende Verbrauch stellt sich ganz von selbst ein. Die Glücklichen! Viele Andere haben dieses Glück nicht. Die müssen wählen. Körperliche Betätigung vermeiden, hiesse: sich permanent dem “fdH-Diktat” unterwerfen. Das fdH-Diktat vermeiden, hiesse: sich permanent dem “Betätigungs-Diktat” zu unterwerfen. Bleibt nicht unterm Strich die Anstrengung zum Ausgleich der Energiebilanz gleich? M.E. ist da nichts, oder zumindest nur sehr wenig,  genetisch eingetütet. M.E. kann kein Gen aus Nichts Fett produzieren. Auch unsere Gene können die Physik nicht überlisten. Damit bestreite ich nicht das Vorhandensein von Erkrankungen, die Einfluß auf den Stoffwechsel haben. Im aller überwiegenden Fall dürfte jedoch der erste und entscheidende Schritt zum “Normalgewicht” die Einsicht sein, selbst für sein Körpergewicht die Verantwortung zu tragen. Wenn Sie es sich nicht verkneifen mögen, können Sie mich jetzt (aber bitte nur verbal) kreuzigen ;-)

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