Mein ökonomisches und politisches Denken wurde von Friedrich August von Hayek und Karl Popper beeinflusst. Die beiden österreichischen Gelehrten hatten in den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts in Großbritannien Zuflucht gefunden und veröffentlichten dort die beiden Werke, die sie weltberühmt machten:
- Hayek übte in Der Weg zur Knechtschaft aus erkenntnistheoretischer Sicht grundsätzliche und vernichtende Kritik am planwirtschaftlichen Denken. Sein Buch hatte u.a. großen Einfluss auf die Reformagenda von Margaret Thatcher.
- Popper zeigte in Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, wie der Versuch, historische Gesetze zu finden und aus ihnen handlungsleitende Vorgaben für die gesellschaftliche Entwicklung abzuleiten, fast zwingend in totalitäre Verirrungen führt. Das haben u.a. die blutigen Spuren des Nationalsozialismus und des Marxismus-Leninismus gezeigt.
Bei beiden Denkern war eine sehr kritische Einstellung zum marxistischen Philosophie- und Lehrgebäude schlüssig begründet. Sie wurden deshalb seit den Sechziger Jahren zu einem beliebten Feindbild marxistisch orientierter Philosophen und Ökonomen. In der deutschen Debatte kam dies exemplarisch im sog. „Positivismusstreit“ zwischen den kritischen Rationalisten Karl Popper und Theodor Adorno, dem Haupt der „Frankfurter Schule“, zum Ausdruck.
Adornos Schüler Jürgen Habermas hat jedoch 1973 mit seinem Buch Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus eine Analyse vorgelegt, die ein halbes Jahrhundert später für das heutige Deutschland von beklemmender Aktualität ist. Wir beobachten nämlich aktuell ein gleichzeitiges Auftreten der von ihm beschriebenen vier Krisentypen.
- Eine ökonomische Krise: Die Produktion in Deutschland ist zu teuer, Kapital wandert ab. Die Verwertungsbedingungen in Deutschland stimmen nicht mehr. Eine groß angelegte Deindustrialisierung von Deutschland scheint eingeleitet.
- Eine Rationalitätskrise: Die politischen Strukturen von der Europäischen Union bis zu den Kommunen, die Gesetzgebung der Parlamente und die vollziehende Verwaltung sind mit einer hinreichend effizienten Problemlösung auf vielen Gebieten überfordert. Das zeigt sich bei Migration und Klimawandel gleichermaßen.
- Eine Legitimitätskrise: Die Fehlentwicklungen führen zu einer Erosion des Vertrauens der Bevölkerung in die politischen Institutionen. Deshalb erstarken die linken und rechten Ränder des Parteienspektrums – nicht nur in Deutschland, sondern gegenwärtig auch in Großbritannien und Frankreich.
- Eine Motivationskrise: In weiten Teilen der Bevölkerung nimmt die Leistungsbereitschaft ab. Fragen der Selbstverwirklichung jenseits von Leistung und Arbeit drängen nach vorn. Die Loyalität zu internalisierten Werten jenseits des eigenen Vorteils sinkt. Ein Indiz dafür ist der immer weiter um sich greifende Verzicht auf familiäre Bindung mit der Folge weiter sinkender Geburtenzahlen.
Die fünfzig Jahre alte Krisenanalyse von Jürgen Habermas verliert übrigens nichts von ihrer Überzeugungskraft, wenn man ganz auf das ihr umgehängte marxistische Mäntelchen verzichtet. Es gibt nämlich keine historische Gesetzmäßigkeit, deren Beachtung uns zweifelsfrei den Weg in die Zukunft weist: Welchen Halt hat der Mensch, wenn er die Gewissheit eines religiösen Glaubens verloren hat, wie wohl die meisten Menschen der westlichen Gegenwart? Welchen Sinn ergibt sein Leben, wenn er es als Monade ohne familiäre Bindungen verbringt? Und welchen Sinn ergibt für die Mehrheit der Menschen, die ja nicht zu den Geistesriesen zählen, noch die Arbeit, wenn sie durch Maschinen viel besser erledigt werden kann? Bis vor wenigen Jahren mussten Berliner Taxifahrer eine schwierige Prüfung für die Zulassung bewältigen, um die nötige Ortskenntnis zu belegen. Heute hält mir ein des Deutschen kaum mächtiger Fahrer sein Handy hin, damit ich dort die Adresse unmittelbar nennen kann. Er braucht für sein Gewerbe keine Ortskenntnisse mehr, und in einem Jahrzehnt werde ich in einem fahrerlosen Robotaxi sitzen, dann braucht es keine Taxifahrer mehr. Wo die Demokratie aber dann stehen wird, das weiß ich nicht. Vielleicht ergeben sich neue Lösungen im wildwüchsigen kapitalistischen Wettbewerb.

Vielen Dank! Herr Sarrazin, mir ist Ihr Hinweis auf ältere, vorgeblich bessere Zeiten zu betulich. Ich halte solches eigentlich für gelogen. Denn: In Deutschland gab es die Demokratie seit 1945 noch nicht. Das ist offensichtlich nur nicht so aufgefallen. Und Sie geben vor, dass es Ihnen auch weiter nicht auffällt. Herr Sarrazin, die ganze himmelschreiende Misere, der gesamte Staatsterror der letzten Jahre, das ganze korrupte und antidemokratische Agieren dieser Parteiapparate, lassen sich auf genau eines zurückführen: Darauf, dass es kein demokratisches Mehrheitswahlrecht gibt. Stattdessen ein antidemokratisches Verhältniswahlrecht. Der Souverän lässt die Hälfte seiner Repräsentanten, dem Art. 38,1 GG zuwider, durch Parteien wählen! Sie werden schon sehen: Die Briten werden ihr Sozenregime hinwegfegen, es wird nicht mehr lange dauern und auch die Franzosen werden das Macronregime austreiben. Bei Deutschland geht es mit dem Kartell schnurstracks in die Hölle. Die, die können, werden wieder emigrieren müssen.
Bei allem Respekt für Thilo Sarrazin, aber verabschieden wir uns doch ob seines Alters. Da kann man noch lange intellektuell kramen, um in 2025 die heutige tatsächliche Lage in Sachen Überbevölkerung zu sehen. Habeck als Führer plant seine Wiedergeburt wie auch Bärbock in New York, das wird Showtime für alle TIKTOK Hasen. Klein Reininek ist gerade als Führerin einer tätowierten Masse ganz vorne dabei. Die Mutti zeigt ihre tattoos wie Merkel ihre verschrobenen Hausanzüge. Auf gehts, was macht eigentlich Transe Ganserer oder Olivia Johnes? Was wäre der deutsche Bundestag ohne Travestie im Namen CO2 ?
Berlin Demo am Sonnabend> „From the River to the Sea, Allahu etcetera“. Das darf hier keinen Platz haben. Man sollte ernst nehmen, was aus den USA kommt. Nur Freunde ueben Kritik. Alles andere sind Schleimer, die heutzutage stark gefoerdert werden, wobei man munter vor die Hunde geht.
Deutschlands 4 PolyTick-Maschen, die bespielt werde, …in der Kurzfassung – für Schlichtgeister und solche, die sich dazu aufschwingen! Inhaltlich dabei trotzdem absolut korrekt:
Bunt/Klima/Pandemie/FriedensKrieg
„Wir wollen, dass Europa europäisch bleibt“: Die knallharten Europa-Aussagen der Nationalen Sicherheitsstrategie der USA ist im deutschen Wortlaut nach zu lesen Das sollte jeder Deutsche lesen u. wenn möglich kapieren. Über das neue Strategiepapier der USA wird auch hierzulande geredet, debattiert u. gestritten – vor allem über den Teil, der Europa betrifft. Die Beschlüsse der Trump-Regierung haben es nämlich in sich: Sie benennen ohne Blatt vor dem Mund die Probleme Europas und kritisieren die EU. Zeigen die Fehler der Altparteien Politik gnadenlos auf. Ich glaube, dass Gott Donald J.Trump benutzt. Dank sei Gott!
M.G.
PS. bei mir bleibt der Fernseher heute aus. Ich habe an Merz keine einzige Frage mehr.
Passender Kommentar im Schweizer „Blick“ vom 6.12.25 dazu: „Deutschland, das abschreckende Beispiel“ Deutschland zerlegt sich.
Dem dabei scheint’s vorgezeichnetem, „faustischen Schicksal“ könnten die Deutschen vielleicht entgehen, wenn sie Ihren „Pakt mit Mephistopheles“ -also der radikalen Blockpartei- aufkündigen … zukünftig also AfD wählten um damit doch noch der Verdammnis zu entgehen … was aber nicht geschehen wird. Dies würde ja „umdenken“ voraussetzen: also bspw uA auch Hayek und Popper „hinter sich“ zu lassen, wozu ja schon Sie selbst kaum bereit sein dürften … diese zwei Denker, welche ja zwar die Nachkriegszeit im für uns zweifelsohne positiven Sinne beeinflusst hatten, aber deren liberalistische Denkungsart teils in immer offensichtlicherem Maße mit der heutigen Realität kollidiert … die also Erkenntnisse hervorbrachten, die -mM- längst zugunsten aktuellerer Modelle ad acta gelegt hätten werden sollen …
Genau wie manch sozialdemokratischer Wähler wohl erst noch erkennen muss, dass ihre Partei eben nichts mehr -also absolut gar nichts mehr- mit jener Helmut Schmidts zu tun hat … wie auch dem gemeinen Christdemokraten noch verborgen scheint, dass man eigentlich annehmen muss, dass es sich beim aktuellen Kanzler da gar nicht um einen Seelenverwandten Ludwig Erhards handelt … umdenken ist eben schwer, aber gelingt es dem Wähler nicht, wird er nicht nur in zunehmendem Maße aus der Realität herausfallen -und wohl an sich selbst verzweifeln- … er wird auch das ganze Land dabei immer weiter ins Unglück stürzen …
Goethes Faust übrigens … der entging ja auch nur deswegen dem ewigen Höllenfeuer, weil er ja letztendlich stets nach Gutem strebte … hätte also -mE mit hoher Wahrscheinlichkeit im Interesse seiner Heimat die AfD gewählt- … so wurde ihm schließlich doch noch die Göttliche Gnade zuteil.
Ps. Wobei ich als -mAn- logisch denkender -und damit eher dem Pessimismus zuneigender- Mensch auch das AfD wählen bereits für zu spät halte … wobei die Logik natürlich immerhin beinhaltet, dass ich da schlicht falsch liege … glaub‚ ich aber nicht.