
Mir schwant, am Ende kommt bei dem derzeitigen europäischen Gemenge etwas raus, das sich am ehesten als “Deutsches Reich europäischer Nationen” bezeichnen lässt - und zwar exakt genauso dysfunktional und mit eingebauter Selbstzerstörung wie seine Vorgänger. Ob sich das unsere Zwangsvermischungsfetischisten wohl so gedacht haben? Vielleicht sollten wir der EU den Spitznamen “Reich” verpassen als kleinen Gegenpol gegen den überhebliche Kontinentalsprech “Europa” der Bürokraten. Neben der Tatsache, dass die Buchstabenkombo E-U in jeder mit geläufigen Sprache einen Krampf im Mund auslöst, Reich aber überall geht, scheint der Begriff “Reich” sich ja auch in allen Ländern des (Achtung ich probiers mal..) Reichs durchzusetzen, wenn man die Schlagzeilen der dortigen Tagespresse hinzuzieht. Könnte was werden…
Sehr geehrter HMB, guter Kommentar zur aktuellen (Nicht)debatte zur Zuwanderung aus Bulgarien und Rumänien. Habe mich auch schon gefragt, was die in Bukarest oder Sofia erworbenen Bildungsabschlüsse eigentlich wert sind. Die sog. Experten und deren Nachplapperer in Medien und Politik benutzen rein formale Kritierien, etwa abgeschlossene Berufsausbildung oder Hochschulabschluß. Zur Qualität dieser Abschlüsse wird nix gesagt. Harvard liegt immer noch in Cambridge/Massachussetts und Yale in New Haven/Connecticut. Also, wie gut sind eigentlich die bulgarischen und rumänischen Feld-, Wald- und Wiesenuniversitäten? Wann ist eigentlich zuletzt ein Nobelpreisträger aus BUL oder RUM gekommen? (Herta Müller aus Transylvanien nicht mitgerechnet). Vielleicht kann man als Anhaltspunkt - mit allem Vorbehalt - die Ergebnisse von PISA 2012 nehmen: BUL und RUM liegen durchschnittlich 70 bis 80 Punkte hinter D. Ich glaube das sind drei Schuljahre. Tatsächlich hat selbst die Türkei besser abgeschnitten! Übrigens hat Polen ähnlich gute bzw. leicht bessere Ergebnisse erzielt wie/als Deutschland. MfG Jörg Böttger
Hier ein kleiner Hinweis aus der Welt vom 31.12.2013 , “Regierung lehnt schärfere Regeln wegen Armutszuwanderung ab”: 4. Welche Leistungen beziehen Rumänen und Bulgaren? Im Jahr 2012 waren rund 119.000 Bulgaren und 205.000 Rumänen im Ausländerzentralregister gemeldet. Von diesen 324.000 Menschen beziehen laut Bundesagentur für Arbeit 37.862 Personen Hartz-IV-Leistungen. Darunter sind auch sogenannte Aufstocker (circa 2100 Selbstständige und 8000 Erwerbstätige) Dies sind ca. 11,68 %
Natürlich gibt es Armutsmigration, für diese Erkenntnis benötigt man weder Politiker noch Statistiker. Es reicht aus, wenn man weiß, daß es ungleiche Lebensverhältnisse gibt und staatliche Grenzen in “gelobten Ländern” keine großen Hindernisse mehr darstellen. Zumindest, wenn nicht noch ein Meer dazwischen liegt. Die einen sagen, daß vor allem “gut qualifizierte Fachkräfte”(Ärzte, Ingenieure) aus Osteuropa nach Deutschland kommen, und dies für das “Zuwanderungsland” eine gute Sache ist. Was dies für das “Wegwanderungsland” bedeutet, und ob sich daraus nicht automatisch ein grober Fehler im eigenen Bildungssystem heraus impliziert - darüber schweigt man sich aus. Neben “gut qualifizierten Fachkräften” aus dem Ärzte- oder Ingenieurswesen, gibt es aber auch “gut qualifizierte Fachkräfte” aus dem Bereich Diebesbanden oder Menschenhandel. “Gut qualifiziert” kann sehr viel bedeuten. Vermutlich hält sich auch ein “Horst Seehofer” für “gut qualifiziert”. Im neusten CSU-“Strategiepapier” wird (mal wieder) mit der Förderung von Internet-“Start-ups” gedroht, und am Stammtischpult wird die Herkunft von Menschen mit Charaktereigenschaften verbunden. Die “Laptop- und Lederhosenpolitik” des verstorbenen “Alpen-Maos” wird endgültig auf die Spitze getrieben. Wobei es Seehofer vermutlich mehr auf die vielköpfigen “Lederhosen” abgesehen hat, denn daß Sarrazineskes Halbwissen eine grosse Resonanz in der Bevölkerung findet, daß haben die Verkaufszahlen von “Deutschland schafft sich ab” deutlich gezeigt. Auch dieses Werk ist im übrigen ein Beleg dafür, daß man mit Statistik alles(und dadurch eben nichts) beweisen kann. Das Leugnen von Armutsmigration, die tatsächlich eine physikalische Tatsache darstellt, bringt nichts. Im Rahmen von politischer Aufklärung der Bevölkerung sollte klar gestellt werden, daß dies angesichts ungleicher Lebensverhältnisse ein unumgänglicher Mechanismus ist, aus dem sich Probleme erwachsen. Und zwar für alle(!) beteiligten Länder. Eine politische Erweiterung ist nun mal etwas anderes als eine Ausdehnung der Handelsbeziehungen. Das Leugnen von Reichstumsmigration ergibt aber genau so wenig Sinn. Es war der olle Marx, der das Kapital als “scheues Reh” bezeichnete, ohne damals zu ahnen, in welcher Form sich dieses putzige Tierchen über die Gatter schwingt, um ein neues Domizil in der Schweiz, Österreich oder den Bahamas zu finden. Dies ist keine physikalische, sondern eine digitale Tatsache. Mit ebenfalls schwerwiegend Auswirkungen. Und Deutschland steht mitten im “Stromfeld” dieser beiden Migrationsbewegungen. Wie das zu lösen ist ? Muss ich mal “Mutti” fragen.
Wer die Debatte nicht nur mit einem, sondern mit zwei Ohren verfolgt, sagt sich: Abgesehen von Ihrer AfD-Wahlhilfe (Gibt es bei der AfD eigentlich eine Altersgrenze für Politiker?), kommen Sie zum Schluss (ungewollt;-)) zum Punkt. Wir Deutschen haben von Rumänien nicht nur durch Produktlieferungen profitiert, Bsp. Nearshoring. Gerade in der aktuellen europäischen Datenschutz-Debatte, war und ist es einfach, preiswert und sogar compliant, Rechenzentren in Rumänien zu betreiben und dort IT-Fachleute einzustellen. Die Rumänen sind als Arbeitskräfte hoch willkommen; sie sprechen nämlich u.a. ziemlich gut deutsch (Siebenbürgen). Da sind Sozialleistungen für ein paar Menschen, die btw an Voraussetzungen geknüpft sind, volkswirtschaftlich Peanuts ;-)
Joshua Horn war englischer Arzt und Maoist. Er arbeitete Jahre in China. In einer Biographie bemerkte er nebenbei (60iger Jahre), dass die britischen Ärzte in die USA und die indischen nach GB wollten, jeder dem Fluss des Geldes nach. Hände ringend suche Deutschland nach Pflegekräften in der ganzen Welt! Gesucht werden weniger Pflegekräfte denn Pflegekulis. Ein Pfleger kann seine Familie kaum noch ernähren. Nordkoreanerinnen bedürfen nur einer Tasse Reis pro Tag, oder?
Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.