Henryk M. Broder / 11.09.2011 / 13:27 / 0 / Seite ausdrucken

Deutschland und 9/11 - Ein Abgrund aus Infamie und Schadenfreude

9/11 aus der Ferne erlebt zu haben und dabei sachlich und unbeteiligt geblieben zu sein, ist eine Leistung, die man nicht genug preisen kann, sozusagen ein Ruhmesblatt der deutschen Kulturgeschichte.

Das Interview mit Willemsen war kein Ausreißer sondern Programm. Einen Tag später, am 9. 9., wurde an gleicher Stelle der norwegische “Friedensforscher und Friedenskämpfer” Johan Galtung vernommen, der 1987 mit dem Alternativen Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde und seitdem als Kapazität auf seinem Gebiet gilt.

Tatsächlich ist Galtung ein Autist, der jeden Bezug zur Realität verloren hat. Gleich nach 9/11 rief er zu einem “friedlichen Dialog der Kulturen” auf. Dass dieser Ruf ungehört verhallte, lag natürlich nicht an den Terroristen.

“Man hat keinen Versuch gemacht, die andere Seite zu verstehen… Man hat nur sich selbst als Opfer betrachtet, man hat nicht versucht zu verstehen, was haben wir gemacht, das vielleicht eine Wirkung gehabt hat.” http://www.welt.de/politik/specials/911/article13597726/Ein-Abgrund-aus-Infamie-und-Schadenfreude.html

Das meint der Leser:
Es sterben so viel Menschen, jeden Tag. Auf der ganzen Welt? Was macht diese 3000 so besonders? zumal die USA den Hass gegen sie geschürt und nie ernstgenommen haben. Und die ganzen Heuchler, die hier vor dem TV gesessen haben und meinten: ich war schockiert und konnte nicht schlafen blablabla! warum könnt ihr nicht schlafen weil halb Afrika im Bürgerkrieg liegt? Ich sags euch: weil euch bewusst wird das euch kein Geld der Welt davor schützt ausradiert zu werden. Amerika hat es sich zuzuschreiben. Es war ein, zu verurteilender, Terrorakt, aber schlimmer als das alltägliche Geschehen auf der Welt ist es kein bischen!

Vielleicht ist Herr Broder deswegen so aufgebracht über 9/11, weil bei den Anschlagsopfern es mehrheitlich (nachgewiesen) um Juden handelte.
Die 3k Tote durch einen Terroranschlag sind nicht höher zu bewerten als tausende Zivil-Tote durch Nato-Luftangriffe in Afgahnistan/Irak. Aber das ist dem Broder wurst. Für ihn scheint es keine unschuldigen Opfer dort geben zu können.
Eine polemische Frage: Litt eine damals 7-Jährige NewYorkerin über den Tod ihrer Mutter bei 9/11 mehr, als eine 7-Jährige Irakerin die ihre Mutter bei einer Nato-Bombadierung verloren hat?
Aber ich verstehe schon, die Irakerin gehört nicht zum “ausgewählten Volk” und daher ist ihr leid nachrangig, richtig ?

Broder ist besorgt um die mangelnde Würdigung von 3000 toten Zivilisten in NY. Da will man ihm gar nicht widersprechen.  Aber was ist mit den 1200 durch Phosphorbomben “Israels” getöteten Zivilisten in Gaza? Da habe ich von Broder bis heute keinerlei besorgte Äußerung vernommen. Und genau DARUM ist Broder nichts anderes als ein doppelzüngiger Schwätzer - unglaubwürdig von A bis Z. Und genau deshalb kann man ihn auch nicht ernst nehmen.

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