Seit Erfindung der Dampfmaschine wissen wir, dass Muskelkraft durch Feuer ersetzt werden kann, dass sich Hitze durch entsprechende Vorrichtungen in mechanische Arbeit verwandeln lässt. Als Energiequellen dienen uns Kohle, Gas oder Holz – das sind quasi die „Brennelemente“ für unsere konventionellen Kraftwerke.
Sie alle nutzten die chemische Reaktion mit dem Sauerstoff der Luft. Dabei arrangieren sich die Elektronen der beteiligten Atome – etwa des Kohlenstoffs – mit denen des Sauerstoffs in einer neuen Anordnung, die niedrigere Energie hat. Dieser Fall auf eine niedrigere Energiestufe wird dann in Form von Hitze abgegeben – stellen wir uns etwa eine Treppenstufe von 20 Zentimetern vor.
Vor knapp hundert Jahren entdeckte man dann, dass auch die winzigen Kerne der ohnehin schon winzigen Atome aus noch winzigeren Teilchen bestehen, aus unvorstellbar kleinen Legosteinchen – den „Nukleonen“. Die gibt es in zwei Ausführungen: „Protonen“ und „Neutronen“, und auch sie können sich in der einen oder anderen Form zusammenballen, die dann auf unterschiedlichen Energiestufen liegen. Die entsprechenden Treppenstufen haben dann allerdings keine 20 cm, sondern 200 Kilometer!
Das nukleare Zeitalter
Eine Anhäufung von Nukleonen kann sich aufspalten, so wie ein dicker Wassertropfen sich in zwei kleinere teilen kann. Das passiert etwa mit dem Kern aus 93 Protonen und 142 Neutronen, wenn man ihn mit einem einzelnen Neutron beschießt. Dann spaltet er sich in zwei kleinere auf, wobei das Millionenfache der Energie frei wird, wie in dem zuvor beschriebenen Spiel der Elektronen bei der Verbrennung. Dieser Kern kommt im natürlichen Element Uran vor, wenn auch in geringem Prozentsatz.
Bei seiner Spaltung werden also zwei kleinere Kerne, aber auch ein paar einzelne Neutronen verschleudert, die dann andere Kerne zur Spaltung anregen. Voilà – das ergibt eine Kettenreaktion, bei der sehr viel Energie frei wird. Wenn das ungezügelt geschieht, dann haben wir eine Bombe. Für die Nutzung als Energiequelle muss man sich also überlegen, wie man diese Kernspaltung zügeln kann. Das gelang den Ingenieuren und Physikern, und sie entwickelten die Kernreaktoren. (Bei der Kernfusion ist das bisher nicht gelungen).
In den Kernreaktoren hängt das Uran in der Form von „Brennelementen“, die ihre Energie in kontrollierter Form abgeben. (Es ist übrigens kein natürliches Uran, man muss den Anteil der spaltbaren Kerne erst künstlich „anreichern“).
Geometrisch angeordnet
Der Brennstoff wird als pulverisiertes Uranoxid UO2 in dünne Röhrchen von ca. 10 Millimeter Durchmesser gefüllt, etwa so dick wie ein Filzschreiber, aber deutlich länger: 4 bis 5 Meter. Das sind die „Brennstäbe“ (Fuel Rods). Ein paar hundert davon werden dann sauber geometrisch angeordnet, etwa in einem 17 x 17 Quadrat, mit entsprechender Armierung und Abstandshaltern; in russischen Reaktoren werden sie auch als Sechsecke angeordnet. Das Ganze wiegt dann vielleicht 700 Kilogramm und nennt sich „Brennelement“ (Fuel Asssembly).
In einem typischen Reaktor hängen ein-, zweihundert Brennelemente, also zigtausend Brennstäbe, die dort vier bis fünf Jahre ihre Arbeit tun. Hier ein Tipp für Selfie-Fanatiker: Wenn Sie ein Bild von sich neben einem Brennelement machen möchten, dann tun Sie das, bevor es im Reaktor war. Sie können sich beruhigt daneben stellen. Wenn es nach getaner Arbeit aus dem Reaktor kommt, würden Sie das keine Sekunde überleben. Die bei der Kernspaltung entstandenen Produkte sind so radioaktiv, dass das Ding erst einmal für viele Jahre in tiefes Wasser, im „Abklingbecken“, versenkt werden muss.
Die Brennelemente mit ihren unzähligen Röhrchen unterliegen also mörderischen Bedingungen und dürfen während ihres jahrelangen Einsatzes auf keinen Fall brechen oder in anderer Form versagen. Das würde zwar keine Gefahr für die Allgemeinheit verursachen, aber erhebliche Kosten für den Betreiber. Die Brennstäbe müssen daher mit extremer Sorgfalt gefertigt und gnadenlosen Qualitätskontrollen unterzogen werden. Es gibt nur wenige solcher Hersteller.
Russisch und sechseckig
Einer von ihnen ist die deutsche Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) in Lingen, die heute zu 100 Prozent der französischen Framatome gehört. Die Firma ist seit Jahrzehnten in dieser Branche tätig, sie hat den Atomausstieg überlebt und früher natürlich auch deutsche AKWs beliefert. Und sie kann auch Brennelemente für russische „V VER“ Reaktoren mit ihrer eigenwilligen sechseckigen Geometrie herstellen.
Soll Deutschland jetzt etwa Russland mit Brennelementen versorgen? Natürlich nicht, aber es gibt eine Reihe osteuropäischer Länder, wie die Slowakei, Ungarn, Tschechien, Bulgarien und Finnland, die seit Jahren solche russischen V VER Kernkraftwerke betreiben, und die aus politischen Gründen ihre Brennelemente heute nicht mehr bei Putin einkaufen möchten. Und die bekommen ihre Brennelemente jetzt ausgerechnet vom atomfeindlichen Deutschland geliefert.
Was für eine Ironie der Geschichte.
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Beitragsbild: NRC, Public Domain, Link

„Pecunia non olet“
Wenn die Gen X, Y und Z ausgestorben sein werden, wird auch hier wieder die Vernunft einkehren.
Was für eine Ironie der Geschichte. Soll wohl heißen „Iranie“. Egal, so sieht man, die Deutschen können immerhin Brennelemente. Oder warum, warum machen das die Tschechen etc. nicht selber? Der verständige junge Mann stukadiert heute Kerntechnik – und wird alsbald ein gemachter Mann sein. Ein weites Feld.
Die KI sagt weiterhin:
>>Weil in Lingen keine abgebrannten Brennelemente verarbeitet werden, entsteht dort auch kein hochradioaktiver Atommüll.
Es gibt in Lingen zwar ein separates Zwischenlager, dieses gehört aber zum alten, abgeschalteten deutschen Kernkraftwerk Emsland von RWE und hat mit der Fabrik von Framatome nichts zu tun.
Das einzige Abfallprodukt der Fabrik in Lingen sind schwach radioaktive Uranreste und Produktionsrückstände.
Umweltschützer kritisieren allerdings, dass Framatome versucht, diese schwach radioaktiven Uranreste zur Verarbeitung nach Russland in Rosatom-Werke zu exportieren, was den Kreislauf mit Putin erneut schließt.<<
Ja, da entstehen ungeheure Probleme. Inzwischen verstehe ich sogar, warum das KKW „Emsland“ nicht angeschaltet werden sollte. Wegen vollverklemmten Polit-Gutmenschen ohne jede Bildung.
Was für Leute heute auch als Umweltschützer bezeichnet werden … sagar ganz heiße kalte Krieger aus dem Paralleluniversum. Und vermutlich sogar Vollidioten? Mal bei Putin nachfragen, wenn der zwischen Lachanfällen und zuckendem Fuß doch eine hurze Antwort geben kann.
Da lobe ich mir die Österreicher, bei denen war zur Zeit meiner Kindheit das unberechtigten Führen eines Titels noch ein Kapitalverbrechen. Später haben ich dieses spezifische Thema nicht weiter verfolgt. Vielleicht haben sie ja noch die Guillotine? Das wäre dann auch eine Lösung. Technisch gesehen, nicht völkerrechtlich.
Ganz interessant ist es ja, was genau mit den Brennelementen weiter geschieht, wenn sie nach etwa 5 Jahren „abgebrannt“ sind. Sie werden zuerst in Abklingbecken unter Wasser aufbewahrt, in der Regel auf dem Gelände des KKW, weil ein Transport in diesem Zustand weder rechtlich noch technisch möglich ist. Dann werden sie nach vielen Jahren im Abklingbecken in spezielle Behälter gefüllt (Castor?) und in nationale Zwischenlager gestellt. Jedes Land hat da eigene Regeln. Und hier teilt sich die Zukunft. Früher wurden die Brennstäbe aus den osteuropäischen KKW nach längerer Zwischenlagerung wieder nach Russland/in die Sowjetunion transportiert, wo sie am Fuße das Urals in der Anlage Majak „wiederaufbereitet“ wurden, was auch immer das genau bedeutete. Das ist aus rechtlichen, politischen, moralischen und saktionellen Gründen nicht möglich. Und wegen der Geister und den brennenden Lettern an der Wand erst recht nicht. Bitte haben Sie Verständnis!
Eine Aufbereitung in La Hague/Frankreich scheidet aus, weil die nur viereckige Brennelemente verarbeiten können, keine sechseckigen. Falls die zukünftige Wiederaufbereitung das Argument für die Verlagerung der simulierten Zuständigkeit nach Frankreich war, ist das komplett schief gegangen.
Die Verlagerung nach Frankreich war und ist ein Hütchenspiel, das weder am Standort der Maschinen noch an den rechtlichen und finanziellen Verhältnissen etwas geändert hat. Die Maschinen sind aus Russland, die Lizenzen gehören Rosatom, die auch finanziell verbunden sind. Alles andere sind Simulationen. Und wenn mich mein Gefühl nicht täuscht, werden auch die russischen Spezialisten an den Maschinen arbeiten. Wie man das lösen wird, ob sie die Deutsche Staatsbürgerschaft bekommen, oder in fensterlosen Containern schlafen müssen oder ganz in Granithöhlen, wie damals die 48 Personen im Untergrund des Brockens?
Die Energie wird wie bei Brocken und Wurmberg von den Beiden-Deutschen geliefert. Es geht alles seinen sozialistischen Gang! Gurrraaaah!
Hier die fehlenden Informationen von der KI:
>>1. Lizenz und Maschinen stammen von Rosatom
Es handelt sich keineswegs um eine rein „deutsche“ oder „französische“ Produktion. Um die sechseckigen Brennelemente für die osteuropäischen Reaktoren (Typ VVER) zu bauen, nutzt die Betreiberfirma ANF originäre russische Technologie und Lizenzen von Rosatom bzw. dessen Tochterfirma TVEL. Es wurden dafür spezielle Lizenzmaschinen angeschafft und in Lingen aufgebaut.
2. Das Joint Venture und die „Strohmänner“
Ursprünglich sollte für dieses Geschäft ein Gemeinschaftsunternehmen in DE gegründet werden. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurde dieses Vorhaben aus politischen Gründen nach Frankreich verlagert, wo Framatome und TVEL ein Joint Venture betreiben. Die Produktion in Lingen erfolgt im Auftrag dieses Konsortiums. Das weicht den Begriff der „Unabhängigkeit von Putin“ massiv auf, da Rosatom vertraglich und finanziell im Boot sitzt.
3. Ausschluss russischer Techniker (Sicherheitsauflagen)
Früher: Tatsächlich waren in der Vergangenheit russische Atomexperten vor Ort in Lingen, um das deutsche Personal an den neuen Maschinen zu schulen.
Heute (Auflagen der Genehmigung): In der frisch erteilten atomrechtlichen Genehmigung des Niedersächsischen Umweltministeriums wurde aufgrund von Spionage- und Sabotageängsten ein striktes Betretungsverbot für russische Mitarbeiter von Rosatom und TVEL verhängt.
Die Maschinen und die Software müssen extern geprüft und komplett vom restlichen IT-Netzwerk getrennt werden. Die Arbeit, die eigentlich von russischen Experten begleitet werden sollte, muss nun ausschließlich von westeuropäischem Personal durchgeführt werden.<<
Besonders interessant: Seit dem Ukrainekrieg wurde das Vorhaben aus politischen Gründen von Deutschland nach Frankreich verlagert. Vermutlich, weil die Franzosen nicht so hohe moralische Maßstäbe haben?
Wer es weiß, bitte melden. Wieso muss man so eine teure VERLAGERUNG aus Moral zwischen EU-Ländern machen?
@Franz Klar : >>Und dann heißt es immer, „Deutschland“ kann nix.<<
## Richtig! Was Deutschland überhaupt nicht kann, ist die Wahrnehmung hoheitlicher Rechte. Man könnte fast meinen, die Staatlichkeit ist nicht durch Dokumente belegt. Am Ende macht Wladimir doch die besseren Deals und wir blasen die Backen auf.
@Michael Scheffler : >>Kann mir jemand sagen, ob man das so einfach ohne Lizenz machen darf?<<
## Was? Wer? Wo? Wann? Wozu?
Die 100% Töchter von Rosatom HABEN die nötigen Lizenzen. Was ihnen eigentlich fehlt, ist die nuklearrechtliche Zulassung, auf deutschem Hoheitsgebiet mit gefährlichen Stoffen zu arbeiten. Das dürfen selbst Deutsche nicht, die hier geboren wurden und noch nie in Russland waren, einfach so machen. Das ist das Problem. Aber das wird leider immer wieder übersehen, vor allem von den Echsperten. Alles nur Blendgranaten.