Gestern, Donnerstag, 21. November 2019, nachmittags, 14:17 Uhr. Deutschland hat in diesem Moment einen Elektroenergiebedarf von 73,4 Gigawatt (GW).
Davon werden bereitgestellt (aus fossilen/nuklearen Quellen*):
• 10,84% aus Kernenergie durch Nutzung von 83,58% der installierten Leistung
• 43,94% aus Kohle durch Nutzung von 71,79% der installierten Leistung
• 14,44% aus Erdgas durch Nutzung von 36,06% der installierten Leistung
• 1,7% aus Öl durch Nutzung von 28,98% der installierten Leistung
Der Rest verteilt sich auf regenerative Quellen* (sog. „erneuerbare Energien") und Speicherkraftwerke (Pumpspeicher*):
• 6,65% aus Windenergie durch Nutzung von 8,15% der installierten Leistung
• 5,3% aus Photovoltaik durch Nutzung von 8,24% der installierten Leistung
• 7,57% aus Biomasse durch Nutzung von 71,72% der installierten Leistung
• 2,36% aus Wasserkraft durch Nutzung von 36,08% der installierten Leistung
• 2,22% aus Pumpspeichern durch Nutzung von 16,96% der installierten Leistung
Insgesamt sind das 95,02%. Der Rest verteilt sich auf Importe (3,65 GW).
So, und nun stellen wir uns dieselbe Bedarfssituation mal 10 Jahre später vor. (Es handelt sich hierbei noch nicht um den Extremfall einer sog. „Dunkelflaute“, bei der Wind und Photovoltaik Null Kilowattstunden erzeugen.) Alle „Atomkraftwerke“ wurden abgeschaltet. Ebenso die bösen „dreckigen" Kohle- und Ölkraftwerke. Strom aus fossilen Quellen gibt es nur noch aus Erdgas. Deutschland hat in diesem Moment einen Elektroenergiebedarf von 73,4 GW.
Von den sog. „Erneuerbaren" haben die Haupterzeuger Wind und Photovoltaik zwar eine installierte Leistung von 107 GW, erbringen aber auf Grund ihrer Volatilität zu diesem Zeitpunkt nur 8,77 GW Leistung. Der Rest muss also von den nicht volatilen Erzeugern Biomasse (installierte Leistung 7,74 GW), Erdgas (installierte Leistung 29,4 GW), Wasserkraft (installierte Leistung 4,8 GW) und Pumpspeicher (installierte Leistung 9,6 GW), bereitgestellt werden. Von diesen vier letztgenannten erfüllen letzten Endes nur Erdgas und Wasserkraft die Anforderungen, die zur Versorgungssicherheit „24 x 7 x 365“ beitragen. Wenn Pumpspeicher leergelaufen sind, erzeugen sie keine einzige Kilowattstunde mehr. Dasselbe gilt für Faulgas-Reaktoren („Biogas-Anlagen“ genannt).
Rechnen wir das also mal schnell durch. Wasserkraft, Erdgas, Biomasse und Pumpspeicher (vorausgesetzt, letztere sind auch gefüllt!) erbringen zusammen unter Volllast 51,54 GW Leistung. Zusammen mit den Zappelstromerzeugern Windkraft und Photovoltaik und den Stromimporten: 4,88 GW + 3,89 GW + 51,54 GW + 3,65 GW = 63,96 GW.
Benötigt werden in unserem Beispiel allerdings 73,4 GW. Es fehlen also in diesem Moment 9,44 GW Kraftwerksleistung. Das entspricht in etwa der Kapazität sämtlicher Kernkraftwerke (9,52 GW), die 2019 in Deutschland noch in Betrieb waren. Da in unserem Rechenbeispiel keine weitere Netzausregelungsreserve mehr zur Verfügung steht, könnte ein Blackout hier nur noch mit großräumigen Lastabwürfen** verhindert werden.
Bingo! ... Willkommen in Zappendusterdeutschland !!!
*) Quelle: https://www.electricitymap.org
**) „Lastabwürfe“ sind regionale Stromabschaltungen.

Viele interessante, teilweise echt lustige, manchmal zum nachdenken anregende, aber immer sachliche Kommentare, die hier zu lesen sind. Dennoch interessiert mich nur eine, völlig simple, Frage brennend. Wissen oder begreifen die vielen Ökofanatiker WIRKLICH NICHT, dass Sonne und Wind in unseren Breiten recht ZUFÄLLIG zur Verfügung stehende Energie-Quellen sind, oder stellen die sich nur so dämlich, weil sonst niemand mehr mit ihnen spielt?
Das ist doch Blödsinn. Die Kobolde speichern den Strom im Netz. Die bauen dann auch schon fleißig Teslas in Brandenburg. Und ich gehe jetzt zum Ablachen in den Keller.
Ich bunkere schon Kerzen und Streichhölzer.
In 10 Jahren wird soviel Industrie abgewandert sein, dass wir bequem mit den 63,96 GW auskommen.
Es ist sehr schade, dass Merkel in 10 Jahren (vermutlich) nicht mehr Kanzlerin sein wird. Andere müssen dann die Suppe auslöffeln, die sie uns eingebrockt hat. Grüne und Rote aller Schattierungen kommen dafür nicht in Frage, denn sie sind zu unbedarft, um das Problem überhaupt zu erfassen, und deshalb nicht schuldfähig. Bleiben die Staatsmedien, aber die werden schon einen Sündenbock finden. Bin gespannt, wie das ausgeht.
Am 20.11. und 4:00 Uhr war die Situation noch schlimmer. Nachzusehen auf "Agora Energiewende, Agorameter". Hier kann sich jeder fortlaufend über die sogenannte "Energiewende" und ihre tatsächlichen Ergebnisse informieren. Wenn er möchte. Die meisten möchten NICHT und glauben stattdessen lieber den Unfug, den die Medien, allen voran die öffentlich-rechtlichen, die Grünen und die Bundesregierung von sich geben. DAS ist das eigentliche Problem. Vollgas, bis es knallt!
"[...] könnte ein Blackout hier nur noch mit großräumigen Lastabwürfen** verhindert werden." Das stimmt so nicht. Die Modelle der sog. "Energiewende" sehen vor, daß diese elektrische Leistung im Ausland bereitgestellt und der Strom importiert wird. Deutschland wird nach diesen Plänen strukturell abhängig von Stromimporten. Diese Herangehensweise ist im Sinne einer europäischen Netzintegration und Effizienzerhöhung der gesamten Stromerzeugung nicht von vornherein falsch, wird aber kaum europäisch koordiniert. Theoretisch kann sie funktionieren. Ob es auch unter Berücksichtigung der Nuklear- und Kohleausstiegsziele der Nachbarländer klappen kann, ist allerdings nicht getestet.