Von Jacques Offenburg.
Auf der Titanic betritt ein Heizer das Oberdeck und meldet der zum Dinner versammelten Luxusklasse, infolge der Kollision mit einem Eisberg dränge durch mehrere Lecks eine Unmenge an Wasser in den Maschinenraum ein. Das Schiff werde in absehbarer Zeit sinken. Es sei daher geboten, Notsignale abzufeuern und die Rettungsboote klarzumachen. Die Reaktionen, die er erntet, sind vielfältig:
Der Regierungssprecher teilt mit, die Kanzlerin halte derartige Untergangsszenarien für nicht hilfreich.
Der Sprecher von Correctiv versichert, es handele sich um bösartige Fake-News. Man wisse, dass es in diesen Breitengraden keine Eisberge gebe.
Die Antidiskriminierungsbeauftragte der Bundesregierung warnt vor zunehmender Hydrophobie.
Der Historiker ergänzt: Mit dem Hass auf Wasser fange es an, mit dem Ertränken von Menschen ende es.
Der DGB-Funktionär fordert, alle Wasserhasser aus der Gewerkschaft auszuschließen.
Die Evangelische Landesbischöfin betont, man dürfe niemanden ausgrenzen, auch nicht das Wasser.
Der Münchner Kardinal bedauert, dass er das viele Wasser nicht in Wein verwandeln kann.
Der Kapitän fordert die Passagiere auf, sich linksseitig nach Backbord zu begeben, damit das Schiff keine rechte Schlagseite bekomme.
Der CDU-Generalsekretär zeigt sich zuversichtlich: Die Aufnahmekapazität des Schiffes sei noch lange nicht erschöpft. Man schaffe das.
Der Vorsitzende des Zentralkomitees der Katholiken hält das Wasser für eine große Bereicherung. Andernorts wären die Menschen froh, hätten sie so viel Wasser um sich.
Der Innenminister droht, wem es auf der Titanic nicht mehr gefalle, der könne ja über Bord gehen.
Die Grünen-Abgeordnete gibt zu bedenken, man solle dankbar sein, dass es angesichts der Polkappenschmelze überhaupt noch Eisberge gebe.
Die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung erklärt den gerammten Eisberg zum eigentlichen Opfer.
Die Aktivistin von Seawatch ruft zu solidarischem Miteinander mit den ertrinkenden Flüchtlingen im Mittelmeer auf.
Der Antifant ruft zum „Absaufen gegen rechts" auf.
Der Sprecher von Fridays for Future zeigt sich erleichtert, dass der CO2-Ausstoß der Titanic (und etlicher Passagiere) bald beendet sein werde.
Titanic? Kein Grund zur Panik! Wir sind auf der Cinatit (oder so verkehrt rum).
Was sich hier liest wie eine böse Satire, ist bittere Wahrheit. Denn genauso werden die Nullen in unserer Aussitzerriege, genannt "Regierung", in der bevorstehenden schweren Rezession - hier treffend mit dem Auflaufen der Titanic auf einen Eisberg beschrieben - kopf- und ideenlos wie üblich reagieren. Es wird noch spannend werden in den kommenden Monaten, in denen die Risse in der Bordwand der deutschen Titanic immer sichtbarer werden. Bevor der Kahn endgültig in den eisigen Fluten versinkt, werden sich die "Großkopferten" aus den Altparteien als erste auf die wenigen Rettungsboote begeben und versuchen, trockenen Fußes an Land zu kommen. Also - rette sich, wer kann. Viel Zeit bleibt nicht mehr.
Die Kanzlerin schmeißt in einer ersten Übersprunghandlung sicherheitshalber die eigene deutsche NATIONAL-Flagge über Bord, um anschließend in Paris lieber die Franzosen bei ihrem französischen NATIONAL-Feiertag zu beehren. Dazu nutzt sie nicht die deutschen Flugbereitschaft ( die ist genauso angeschlagen wie die Titanic), sondern trampt gemeinsam mit Seibert in die französische Hauptstadt und zwar 'toute suite' oder 'Jennifer Rush' wie der Engländer sagt, denn die Zeit drängt, Macrons warten zum Defilee auf der Champsélysées! ....das ist Poesie, mon ami! Dort muß sie nicht zittern, der Stuhl ist ihr Retter, und tut sie es doch, dann ist es das Wetter. Es gibt keine Dürre, das Wetter ist prima, es gibt kein Verlaß, noch nicht mal aufs Klima.
Es steht leider zu befürchten, dass genau so die Reaktion unserer Politiker und Medienschaffenden wäre ...
Der Sonntag ist gerettet! Aber ernsthaft: wahrscheinlich würden genau solche Sprüche von den Phrasendreschern der verschiedenen Couleurs ausgesprochen. Das zeigt deutlich, die ideologisch völlig verdrehte Ist-Situation in diesem Land.
Die Ostdeutschen steigen in die Rettungsboote und legen ab. Die Linkspartei spricht von Republikflucht und will auf die Boote schießen lassen. Der neueste Verfassungsschutzpräsident klagt, dass Bürger und Landesteile sich nicht einfach unabhängig erklären dürfen und wir alle gemeinsam untergehen sollten. Hans Georg Maaßen sitzt im Boot & zeigt ihm einen Vogel.
Köstlich! Fehlt noch Richard David Precht, der den Eisberg als gesellschaftliches Konstrukt definiert.