News-Redaktion / 20.11.2019 / 06:00 / Foto: Auswärtiges Amt / 0 / Seite ausdrucken

Deutscher UN-Botschafter Kandidat für Simon-Wiesenthal-Schandliste

Das amerikanische Simon Wiesenthal Center veröffentlicht jedes Jahr eine Liste der „10 schlimmsten antisemitischen/antiisraelischen Verunglimpfungen“. Der stellvertretende Direktor des Zentrums, Rabbiner Abraham Cooper, hat bestätigt, dass in diesem Jahr auch der gegenwärtige deutsche UN-Botschafter Christoph Heusgen als möglicher Kandidat für die Endauswahl in Betracht gezogen wird. „Wir schauen uns einige dutzend verschiedene Kandidaten an. Darunter sind schwere verbale Ausfälle von beiden Seiten des Atlantiks. Unter den Kandidaten ist auch der deutsche UN-Botschafter, weil er Aktionen der Hamas und Israels gleichgesetzt hat“, zitiert die israelische Zeitung „Jerusalem Post“ Cooper. Die endgültige Entscheidung solle Ende Dezember fallen.

Nachdem die Hamas im März dieses Jahres 130 Raketen auf Israel abgefeuert hatte, sagte Heusgen: „Zivilisten müssen ohne Angst vor palästinensischen Raketen oder israelischen Bulldozern leben können.“ Er setzte damit die Praxis des israelischen Militärs, nachträglich die Häuser von palästinensischen Attentätern abzureißen, mit den Aktionen der Hamas gleich, die von den USA, der EU und Deutschland als Terrororganisation eingestuft wird.

Heusgen ist seit Juli 2017 Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen. Davor war er der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Unter seiner Ägide hat Deutschland immer wieder antiisraelischen Resolutionen zugestimmt, zuletzt letzte Woche, als Deutschland bei sieben gegen Israel gerichteten Beschlüssen mit „ja“ stimmte und sich ein Mal enthielt.

Im November 2017 war Heusgen ins Visier des „Spiegels“ geraten. Nach Angaben des Nachrichtenmagazins hatte er in einer E-Mail an Maria Luiza Ribeiro Viotti, die Kabinettschefin des UN-Generalsekretärs António Guterres, um eine Stelle auf der Gehaltsstufe P5 (mindestens 107.459 Dollar brutto plus 56.000 Dollar netto New-York-Zuschlag) für seine Ehefrau in dessen Büro gebeten. Dabei habe er darauf hingewiesen, dass Deutschland einen großen Beitrag zur UN leiste. Als Stärken seiner Frau habe er „einen direkten Draht zum Kanzleramt und zum Büro des Außenministers (und zu Deutschlands künftigem Botschafter bei der UN)“ angegeben. Der „Spiegel“ wertete dieses Vorgehen, aus dem sich tatsächlich ein gut bezahlter Posten für Ina Heusgen in der Hauptabteilung Friedenssicherungseinsätze ergab, als eine Verletzung der Grenze des Anstands.

Foto: AA

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