Fundstück / 20.05.2013 / 10:52 / 0 / Seite ausdrucken

Deutsche Universitäten: Hort wissenschaftlicher Exzellenz

Aus einer Pressemitteilung der Universität Bonn:

Märkte untergraben die Moral

In Umfragen sprechen sich die meisten Menschen gegen Kinderarbeit, Ausbeutung und tierquälerische Fleischproduktion aus. Zugleich ignorieren sie aber ihre eigenen moralischen Ansprüche, wenn sie als Kunden nach den billigsten Produkten suchen. Marktkräfte führen dazu, dass moralische Werte an Bedeutung verlieren. Das haben Ökonomen der Universitäten Bonn und Bamberg nun in Experimenten gezeigt. Die Ergebnisse werden in der aktuellen Ausgabe des renommierten Fachjournals „Science“ vorgestellt.

Die Ökonomen Prof. Dr. Armin Falk von der Universität Bonn und Prof. Dr. Nora Szech von der Universität Bamberg haben nun in einem Experiment nachgewiesen, dass moralische Ansprüche bei wirtschaftlich relevanten Entscheidungen eine weitaus größere Rolle spielen, wenn sie allein verantwortet werden. In einem Markt mit vielen Akteuren tendieren Probanden hingegen dazu, ethische Bedenken links liegen zu lassen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Akteure im Marktgeschehen gegen ihre eigenen moralischen Standards verstoßen“, sagt Prof. Falk. Das kollektive Handeln führe tendenziell dazu, dass die Teilnehmer gegenüber ihren ethischen Ansprüchen Abstriche machen. In verschiedenen Experimenten wurden mehrere hundert Probanden vor die moralische Entscheidung gestellt, auf einen bestimmten in Aussicht gestellten Geldbetrag zu verzichten und damit das Leben einer Maus zu retten - oder aber stattdessen das Geld zu nehmen und die Maus zu opfern. „Die Wirkung von Märkten und anderen Entscheidungsinstitutionen auf unser moralisches Handeln verdient besonderes Augenmerk. Wir als Ökonomen müssen uns dieser Frage stellen“, erläutert Prof. Szech.

„Wir haben untersucht, ob Menschen bereit sind, einem Dritten Schaden zuzufügen und damit unmoralisch zu handeln“, sagt Prof. Falk. Bei den Tieren handelte es sich um sogenannte „überzählige Mäuse“ in ausländischen Laboren. Diese Mäuse werden für die Forschung nicht mehr gebraucht und wären alle eingeschläfert worden. Durch das Experiment wurde also keine zusätzliche Maus getötet, im Gegenteil: Durch die Studie wurden viele hundert Mäuse gerettet, die sonst getötet worden wären. Entschied sich eine Testperson dafür eine Maus zu retten, wurde die Maus von den Leitern der Studie gekauft. Die geretteten Mäuse sind gesund und leben nun unter bestmöglichen Laborbedingungen und medizinischer Versorgung weiter… Hier weiterlesen

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