Walter Schmidt / 23.12.2006 / 09:54 / 0 / Seite ausdrucken

Deutsche Juden gegen den “Judenknacks”

Es ist schon eine Generation her, dass der Berliner Kommunarde, Revoluzzer und Weltverbesserer Dieter Kunzelmann die Deutschen aufgerufen hat, ihren “Judenknacks” loszuwerden. Jetzt , endlich, tun es die Juden selbst.

Eigentlich beginnt das neue jüdische Jahr im allgemeinen mit dem
Neujahrsfest Rosch Ha Schana im Herbst des zu Ende gehenden bürgerlichen
Jahres. Nicht so für die “jüdischen Erstunterzeichner” der sog. “Berliner
Erklärung”, “Schalom 5767”, die pünktlich zum
ersten Advent, also zum Beginn der Weihnachtszeit, erschienen ist, in der
alle Jahre wieder die Gerechtigkeitslücke zwischen Israelis und
Palästinensern beklagt wird und zahlreiche Stimmen, gerade in Deutschland, die
Schikanen der Israelis gegenüber den zu Heiligabend erwarteten
Besuchern der Geburtskirche in Bethlehem an den Pranger stellen.

Bislang hat die o.g. Petition an die Adresse der Bundesregierung mehr
als 3.000 gojische Unterzeichner gefunden, die ganz offenbar der Meinung
sind, daß “gerade sie als Deutsche”, die aus der Geschichte gelernt
haben, dazu befugt seien, für eine gerechte Lösung der Nahostfrage im
Interesse des unterdrückten palästinensischen Volkes zu sorgen.
Schließlich steht, wie die jüngsten Auseinandersetzungen der vergangenen
Woche zwischen Fatah und Hamas in Gaza eindeutig beweisen, allein der
“kleine Satan” Israel einer gerechten Lösung der Nahostfrage mit
friedlichen Mitteln im Wege, stammen doch die von den testosterongesteuerten
palästinensischen Jugendlichen in Anschlag gebrachten Handfeuerwaffen
aus mehr oder weniger undurchsichtigen Kanälen und hat die Hamas
jedenfalls bislang die in Anspruch genommenen Gelder der EU geradezu
vorbildlich nahezu ausschließlich in Infrastrukturprojekte, ABM-Maßnahmen und
Suppenküchen für die notleidende eigene Bevölkerung investiert.

Eben weil dem so ist, sollten nach Meinung der jüdischen
Erstunterzeichner von “Schalom 5767” “gerade wir als Deutsche” uns im
Nahost-Konflikt mehr oder weniger eindeutig auf die Seite der unterdrückten
Palästinenser stellen und den “kleinen Satan” Israel mit Nachdruck in die
Schranken von 1967 verweisen.

Dabei sollten wir als erstes unseren “Judenknacks” loswerden und den
nach 1945 hierzulande weit verbreiteten Philosemitismus über Bord
werfen, der uns letztlich daran hindert, die israelische Regierung
nachdrücklich in dem dringend gebotenen Maße zu kritisieren.

Ähnlich wie schon die Polen müssen die Israelis endlich einsehen,
daß die Vertreibung eines anderen Volkes, hier der Deutschen, dort der
Palästinenser, letztlich nichts als ein schreiendes Unrecht darstellt
und besser heute als morgen die Rückkehr von mittlerweile mehr als drei
Millionen palästinensischen Flüchtlingen in ihre Heimat ermöglichen.

Und last but not least muß endlich der lang ersehnte unabhängige
Palästinenserstaat entstehen, damit Abbas und Hanije endlich die hohe
Schule ihrer Staatskunst, die sie bislang schon in Gaza so erfolgreich unter Beweis
gestellt haben, endlich auch im Westjordanland sowie in Ost-Jerusalem zum
wohle des palästinensischen Volkes unter Beweis stellen können.

In einem Interview mit dem “Neuen Deutschland” vom 21.12.2006 sagte
einer der Initiatoren der Petition, Rolf Verleger, wörtlich:

“Man findet es normal, Mauern auf fremdem Gebiet zu errichten, der
palästinensischen Regierung das ihr zustehende Gebiet vorzuenthalten,
Aktivisten umzubringen.”

“Jeder sieht, daß die israelische Politik im Westjordanland im
Widerspruch zu internationalen Rechtsnormen steht. Jeder weiß auch, daß der
ungelöste Nahost-Konflikt die wichtigste Quelle des internationalen
Terrors ist.”

“Wie reagieren Menschen unter unerträglichen Umständen in einem
großen Ghetto, wenn sie an den eigentlichen Verursacher dieser Umstände
nicht herankommen?”

Im Klartext:

Nachdem das “ND” schon von jeher nichts aber auch gar nichts mit dem
Bau von Mauern jedweder Art am Hut hatte und sich schon immer konsequent
für den freien Verkehr von Menschen, Waren und Dienstleistungen über alle Grenzen,
gerade in Deutschland, eingesetzt hat, kritisiert es jetzt mittels der
authentischen “anderen jüdischen Stimme” von Rolf Verleger den Bau jener
“Schandmauer” in Palästina, welche den freien Verkehr von Waffen und
Selbstmordattentätern nachhaltig behindert.

UJnd nachdem die palästinensischen Jugendlichen
bereits in der vergangenen Woche in einer Form von “Ejaculatio praecox”
ihre gesamte Silvestermunition in den Straßen von Gaza-Stadt verballert
haben, brauchen sie jetzt natürlich pünktlich zum Jahreswechsel
2006/2007 neues, frisches Geld aus EU-Mitteln für ihre Silvesterparty.

Nicht die Hamas, welche maßgeblich vom Iran unterstützt wird,
fördert nach Meinung von Rolf Verleger u.a. den internationalen Terrorismus,
sondern die Besatzungspolitik des “kleinen Satans” Israel ist das “Grundübel” und
die Quelle der Aktivitäten von Dschihad, Hamas, Hizbollah und Al Qaida.

Und schließlich haben die Israelis als einstige Opfer der Nazis ihre
Lektion aus Auschwitz offenbar nicht gelernt, sperren sie doch heute die
Palästinenser in genau die gleichen Ghettos, denen sie selbst einst
entkommen sind.

Vielleicht sollten Rolf Verleger und seine Freunde schon mal
vorsorglich ihre Mitgliedschaft in der Fatah oder der Hamas beantragen und zum
Islam konvertieren, um ihrer gerechten Sache zusätzlichen Nachdruck zu
verleihen.

Aber natürlich hat die Stimme von Rolf Verleger und seinen Freunden
sicher mehr Gewicht in der deutschen Öffentlichkeit, wenn sie ihre
“israelkritischen Positionen” im Namen jener “Kinder Israels” zum Ausdruck
bringen, die vom Zentralrat der Juden in Deutschland und ihrer
Vorsitzenden Charlotte Knobloch mindestens ebenso stark gegängelt werden wie
das palästinensische Volk durch den “kleinen Satan” im Nahen Osten.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Walter Schmidt / 30.09.2010 / 12:43 / 0

Leipzig erwacht

Die Stadt Leipzig und insbesondere ihre zahlreichen Gutmenschen sowie die hiesige “Antifa” befinden sich in heller Aufregung. Am Samstag, 16.10.2010, wollen nicht nur wie bisher…/ mehr

Walter Schmidt / 14.08.2010 / 13:14 / 0

German Google Angst

Ein Thema beherrscht z. Zt. nahezu alle Medien in Deutschland: “Google Street View.” Bis zum Jahresende soll dieser Dienst nun auch hierzulande im Internet abrufbar…/ mehr

Walter Schmidt / 18.07.2010 / 19:14 / 0

Ausgeolt

Mit Ole von Beust tritt der sechste CDU-Landesfürst in Folge ab. Seit Wochen schon war von Amtsmüdigkeit die Rede. Jetzt nutzte der Hamburger Bürgermeister die…/ mehr

Walter Schmidt / 05.07.2010 / 11:19 / 0

“Nur eine tote Richterin ist eine gute Richterin”

So oder ähnlich kommt es einem vor, wenn man die zahlreichen Nachrufe auf die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig liest, die sich stets für eine konsequente…/ mehr

Walter Schmidt / 21.03.2010 / 15:25 / 0

Fragen nicht erwünscht!

Anläßlich der Buchmesse zu Leipzig wurde im Stasi-Museum in der “Runden Ecke” u.a. das Buch von Sven-Felix Kellerhoff “Die Stasi und der Westen: Der Kurras-Komplex”…/ mehr

Walter Schmidt / 03.02.2010 / 22:43 / 0

“Neue Solidarische Moderne” oder die Renaissance des “demokratischen Sozialismus”

“Arbeit ist scheiße!” (APPD), “Umverteilung von Reichtum ist viel, viel besser!” (Andrea Ypsilanti) So oder ähnlich könnte man jenen Gründungsaufruf des “Instituts für Solidarische Moderne”…/ mehr

Walter Schmidt / 23.12.2009 / 11:52 / 0

Klima IMs im Einsatz

Noch vor gar nicht allzu langer Zeit schien es ein quasi ehernes Naturgesetz zu geben, demzufolge der Sohn eines KZ-Aufsehers mit schöner Regelmäßigkeit zum Öko…/ mehr

Walter Schmidt / 08.12.2009 / 23:44 / 0

Wir retten das Klima! Mach mit!

Heute Vormittag betrat während einer meiner Schulstunden einer unserer Hausmeister plötzlich und unangemeldet das Klassenzimmer, um die anwesenden Schüler sowie mich als Lehrer zu befragen,…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com