Gunnar Heinsohn / 16.12.2019 / 12:00 / Foto: Dirk Maxeiner / 54 / Seite ausdrucken

Deutsche Firmen brauchen gute Leute aus Ostasien

Alternde Nationen können ihr Wirtschaftswachstum halten, solange sie nur immer höhere Summen in Patente, Algorithmen und Roboter stecken. Dieser Zuversicht Daron Acemoglus vom Bostoner MIT widerspricht allerdings das Team um Nicole Maestas von der benachbarten Harvard-Universität. US-Regionen, in denen der Anteil der Über-60-Jährigen um 10 Prozent steigt, senken ungeachtet aller Investitionen ihr Wachstum um 5,5 Prozent. In Deutschland – so die Bundesbank – soll bis 2025 das jährliche Potenzialwachstums sogar von 1,25 auf nur noch 0,75 Prozent fallen, weil im Segment der Alten zwischen 60 und 74 Jahren 3 Millionen hinzukommen, aus der besonders aktiven Kohorte zwischen 45 und 54 aber 3,5 Millionen Rüstige ausscheiden (siehe hier, Seite 42).

Wer hat recht? Vergleicht man zwei Unternehmen mit ähnlicher Alters- und Lohnstruktur, liegt – so Janice Eberly und Nicolas Crouzet von der Northwestern Universität – dasjenige vorne, das auf mehr intangible assets (immaterieller Vermögensgegenstand, Anm. d. Red.) zugreifen kann. Solche Firmen verfügen also über mehr Patente und Algorithmen. Vor allem jedoch dominieren sie bei „guten Leuten“. Die lassen sich nicht einfach definieren. In jedem Fall können sie mehr, als hier und heute von ihnen verlangt wird. Deshalb wenden sie unerwartete innovative Angriffe der Konkurrenz in eigene Vorteile. Sie können das Neue also verstehen und beim Übernehmen auch gleich noch verbessern. 

Warum sorgen nun nicht alle Firmen dafür, dass sie ebenso viele gute Leute haben wie die Konkurrenz? Weil die allerwichtigste Ressource knapp ist und selbst mit steigendem Geldeinsatz nicht produziert werden kann. Es geht um mathematische Kompetenzen. Sie sind die Mutter aller intangible assets. Doch sie nehmen nicht im Gleichschritt mit steigenden Kinderzahlen zu. Selbst bei frühester und teuerster staatlicher Erziehung bleiben die erhofften Resultate aus. Man kann weder von der Krippenerzieherin noch von der Kindergärtnerin lernen, ein Ass in Mathematik zu sein. Reichlich Geld für Mathepädagogen kann also hier in Nullertrag enden, während an anderer Stelle die Begabungen ohne Sonderkosten heranwachsen.

Nicht einmal die mit allem Recht ebenfalls geforderte emotionale Intelligenz profitiert von der Frühkollektivierung. So bietet die kanadische Provinz Québec seit 1997 vom ersten bis zum fünften Lebensjahr ein generöses Angebot für mittlerweile 300.000 Kinder. Es wird stetig wissenschaftlich begleitet und verbessert. Gleichwohl leiden die Absolventen später „an einem schlechteren Gesundheitszustand, niedrigerer Lebenszufriedenheit und höherer Kriminalitätsanfälligkeit“ (siehe hier).

Global schrumpfender Kompetenz-Pool

Was überhaupt durch Erziehung erreichbar ist, hat – in Norwegen besonders genau ermittelt – seinen Gipfel schon gegen Ende der 1990er Jahre überschritten. Der sogenannte Flynn-Effekt – Intelligenzzunahme durch bessere Ernährung und medizinische Versorgung sowie Schulgeldfreiheit und mehr Zuwendungszeit aufgrund geringerer Kinderzahlen – ist einem Rückgang des IQ gewichen.

Will eine Nation, die heute noch zur Weltspitze gehört, aber an ungenügendem Nachwuchs leidet, auch morgen noch dabei sein, muss sie sich Zugang zum global schrumpfenden Kompetenz-Pool sichern. Da Ostasien beim Top-Asset Mathematik ohne viel eigenes Zutun uneinholbar vorne liegt, muss man also dort rekrutieren.

Man kann sich nicht darauf verlassen, dass höhere Löhne die Talente schon nach sich ziehen. So hat sich etwa in Amerika – gemäß TechRepublic – zwischen 2015 und 2018 die Nachfrage nach Spezialisten für künstliche Intelligenz verdoppelt. Zwei Fünftel der Offerten bleiben trotz Jahresgehältern um 120.000 Dollar mindesten zwei Monate lang unbesetzt. Nach reiner ökonomischer Lehre müssten solche Anreize die Investitionen in Humankapital so lange steigern, bis der Bedarf gedeckt ist.

In Ostasien Könner abwerben

Das aber gelingt nicht. Im Gegenteil, bei PISA 2018 schneiden die immer kostspieliger erzogenen deutschen Kinder mit 500 Punkten (20. Platz) schlechter ab als je zuvor. Die amerikanischen Altersgenossen trifft es auf Rang 33 noch härter. Ihre 478 Punkte kontrastieren mit 569, 558 beziehungsweise 551 Punkten für die Chinesen aus Singapur, Macao beziehungsweise Hongkong. Die Fünfzehnjährigen aus dem Mutterland erreichen sogar 591 Punkte, bilden aber eine Selektion aus Eliteregionen mit lediglich 190 Millionen Menschen der Gesamtbevölkerung Chinas von 1,43 Milliarden (siehe hier).

Eine Kompetenzversorgung für die Zukunft bedeutet immer eine signifikante Überqualifikation in der Gegenwart. Sie wird heute nicht abgerufen, ist aber Voraussetzung für den Aufbau der Firmen von morgen. Die zu erwartende Verfügbarkeit dieser Kompetenz ermittelt man am leichtesten durch die mathematische Schülerolympiade TIMSS für Zehn- und Vierzehnjährige. Die letzten Ergebnisse liegen für 2015 vor. Damals erreichten von 1.000 zehnjährigen Ostasiaten – Chinesen, Koreanern und Japanern – 320 bis 500 die höchste mathematische Leistungsstufe. In Deutschland sind es 53, in Frankreich 25 (siehe hier, S. 115). In absoluten Zahlen bedeutet das pro Jahrgang fast 5 Millionen Talente in China, 360.000 in Japan und 45.000 in Deutschland. Letztere muss man allerdings verrechnen mit den 50.000 Hochqualifizierten von jährlich 180.000 altdeutschen Auswanderern, die nicht in die Heimat zurückkehren.

Ostasiens Ausnahmeergebnisse erklären, warum seine Nationen wie Korken nach oben kommen, sobald Eigentum – zum Besichern von Geld sowie als Pfand zur Besicherung von Kredit – zur Kompetenz hinzutritt. Im 19. Jahrhundert startet Japan, in den 1950ern folgen Südkorea und Taiwan, in den 1980ern China. Mit einem Durchschnittsalter von 36 Jahren stürmt der Riese bei innovativen Unicorns (ab eine Milliarde Dollar Börsenpreis) zwischen 2013 und 2018 von null auf 35 Prozent. Amerika lag damals noch knapp davor, weil über 50 Prozent seiner Tech Companies von Ausländern – auch von Chinesen – stammen (siehe hier). 2019 jedoch hat China mit 206 gegen 203 Unicorns die USA überholt.

Wer in Zukunft also gegen Ostasiaten bestehen will, muss in Ostasien Könner abwerben. Das haben die Anglo-Staaten früher verstanden als die Deutschen, die auf Jünglinge aus Afrika und dem arabischen Raum rechnen. Auch deshalb liegen die Anglos bei ihren chinesischen Bevölkerungsanteilen um die Faktoren 6 (USA), 16 (Neuseeland), 20 (Kanada) und 22 (Australien) höher als die Bundesrepublik (siehe hier).

Von Chinesen übernommen oder wenigstens ausspioniert

Selbst Japan beherbergt sechsmal so viele Chinesen und Koreaner wie Deutschland. Dagegen akzeptierte Tokio 2017 nur 20 Asylanten. Man weiß sehr wohl, dass ein Durchschnittsalter von 47 Jahren – Deutschland hat sich mit Migrantenhilfe auf 44 Jahre verjüngt – kompensiert werden muss. Da Fremde, die das eigene Niveau erreichen oder sogar steigern, aber kaum zu haben sind, steckt man die vorhandene Kompetenz in ausgewählte Zukunftstechnologien. Man setzt auf Branchen, in denen man zumindest von den kompetenzarmen Europäern nicht überholt werden kann.

So kommen bei den besonders streng gesiebten Patentanmeldungen nach dem Patent Cooperation Treaty (PCT) 2018 fast 50.000 Erfindungen aus Japan, aber nur knapp 20.000 aus Deutschland. Bei zwei Dritteln der japanischen Bevölkerung (83 zu 126 Millionen) hätten die Deutschen für einen Gleichstand aber 33.000 Anmeldungen benötigt. Was die Patentmenge signalisiert, bestätigen auch die Unternehmen. Zu den fünfzig patentstärksten Einzelfirmen des Jahres 2018 gehören sechzehn japanische, aber nur fünf deutsche, die fürs Gleichziehen mit Japan jedoch zwei Drittel davon beziehungsweise zehn bis elf benötigen würden.

Fast drei Viertel der installierten Industrieroboter stammen schon 2016 von japanischen Anbietern, die zunehmend allerdings in China produzieren. Die hochgebildeten eigenen Rentner lassen sich damit zwar nicht ersetzen. Doch niemand hofft auf gering Beschulte aus aller Welt als Alternative. Augsburgs Roboterfirma KUKA – mit weniger als sechs Prozent des globalen Bestandes – versteht das. Sie kann endlich aufholen, weil sie seit 2016 in chinesischer Hand ist, also auf einen enormen Kompetenz-Pool zugreifen kann. Zum Schrecken der Firmenangehörigen wollte Berlin damals die Übernahme verhindern, um deutsches Knowhow zu schützen. Im Betrieb hingegen weiß man, dass Personal für das Wuchern mit diesem kostbaren Pfund vor Ort nicht mehr nachwächst. Sie verstehen, dass nur überlebt, wer von Chinesen übernommen oder wenigstens ausspioniert wird. Die erste Option wirkt da ungleich attraktiver.

Von neuem in einer Bildungsreform

Wer eigene Talente hält, Leistungsabfall meidet und fremde Könner gewinnt, bleibt im Rennen. Fremde Herkünfte und Religionen werden dann nachrangig. So hat Singapur – bei nur 83 Kindern auf 100 Frauenleben – mit 45 Prozent Migranten sowie 14 Prozent Muslimen (Deutschland: 6 Prozent) nicht nur die klügsten Einwohner der Welt (IQ 105 gegen 99 in Deutschland), sondern auch die gescheitesten Zuwanderer (IQ 106 gegen 92) (siehe hier, S. 19 und 21; s.a. H. Rindermann, Cognitive Capitalism, Cambridge University Press, 2018).

Gleichwohl ruht sich der Stadtstaat nicht aus. Er steckt von neuem in einer Bildungsreform, weil er die ähnlich gescheiten Volkschinesen im Nacken hat, die mengenmäßig 240-mal stärker sind. Unterricht in Roboter- und Computerbau soll den Tagesablauf für die Kinder lockerer machen. Dabei liegt die Landesjugend beim kooperativen Problemlösen global ohnehin auf Platz eins. Das Team der nicht einmal sechs Millionen Einwohner holt – gegen China – im Juli 2018 Gold beim International Young Physicists' Tournament (IYPT).

Der Berliner Politik mangelt es also nicht an Vorbildern. Sie beharrt auch mit Recht darauf, dass Einwanderung kein Problem sein muss, sondern die Lösung liefern kann. Wird sie – und das bald – mit Kompetenz kombiniert, könnte die jetzt grassierende Hoffnungslosigkeit schwinden.

 

Gunnar Heinsohn (*1943) ist Autor von „Wettkampf um die Klugen: Kompetenz, Bildung und die Wohlfahrt der Nationen“ (Zürich 2019).

Foto: Dirk Maxeiner

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F. Jung / 16.12.2019

Schöne Grüße aus (Ost)-Asien, wo man sich unter den Gebildeten ganz verschämt an die Stirne fasst ob dessen, was da in Deutschland derzeit bezüglich Ausländern und deren Integration abgeht.  Der Hochgebildete IQ-Asiate findet es sehr befremdlich, wenn die Deutschen einige Millionen von Menschen reinholen, die weder intellektuell noch kulturell zur deutschen Gesellschaft passen. Insofern überlegen sie es sich wohl, ob sie in einem solchen Umfeld tätig werden wollen. Gruß aus der Mongolei.

HaJo Wolf / 16.12.2019

Einwanderung braucht Deutschland NICHT. Weder von Messer-Kultur-Bereicherern, noch von geschenkten Menschen. Und ein “Fachkräftemangel” (der nicht existiert!) wird dadurch erst recht nicht ausgeglichen. Was wir (wieder) brauchen, ist ideologiefreie, von unsinnigen Gutmenschengesetzen befreite Forschung, Förderung der Intelligenz, nicht der Dummheit, und es muss verhindert werden, dass immer mehr Intelligenz abwandert (weil die Arbeit kaum möglich ist, weil die Lebensumstände dank schleichender DIktatur und galoppierender Übernahme durch Minderheiten immer miserabler werden, weil alles, was früher normal war, plötzloch rääächts ist…). Deutschland ist KEIN Einwanderungsland und kann auch keines werfden, das hat schon Altkanzler Schmidt erkannt: “Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen. … Weder aus Frankreich, noch aus England, noch aus Deutschland dürfen Sie Einwanderungsländer machen. Das ertragen diese Gesellschaften nicht… Aus Deutschland ein Einwandererland zu machen, ist absurd…” (FR 12. 09. 1992 !!). Was wir brauchen, ist ein konsequentes Verbot der linksgrünen Staatsfeinde, der ideologisch vernagelten Klimahopser, der AKW-Gegner und Energiewendebefürworter. Wir brauchen eine demokratisch legitimierte Regierung der Vernunft, keine DDR-geschulte FDJ-Sekretöse und ihre a****kriechenden Vasallen. Wieder einmal beweist sich nämlich, dass Appeasement keinen Wrfolg hat, sondern in die Niederlage und Zerstörung führt.

Dr. Gerhard Giesemann / 16.12.2019

Prinzipiell soll jede/r hier willkommen sein, der/die uns nicht bedroht. Leute mit Koran als Betriebsanleitung sind ausgeschlossen, weil im Quran/Koran /Kotau zwei Dutzend Tötungsbefehle Allahs gegen UNS zu finden sind; jeder gute Moslem weiß das und richtet (sich) danach, wenn die Gelegenheit günstig ist. (Gucksdu “Koransuren.com”, Lies! Zum Beispiel die Sura 8:17 - muss ich die hier nochmal zitieren? Gucksdu selber, Inshallah). @Matthias Zahn: Stimmt alles, was Sie sagen, ich war fast 30 Jahre im Patentwesen tätig, hauptsächlich in der Europäischen Patent Organisation, EPO (hat nichts mit der EU zu tun; so ist die Schweiz Gründungsmitglied, die Türkei ist Vertragsstaat seit 2000, mit gleichen Rechten und Pflichten wie die Gründungsmitglieder und alle weiteren. Insgesamt 36, glaube ich, muss selber noch mal nachgucken, website weiter unten. Der Weg über den PCT ist sehr beliebt, weil der den Anmeldern mehr Zeit gibt auf ihrem Weg zum Patent. Die WIPO (World Intellectual/Industrial Property Organisation mit Sitz in Genf prüft selbst keine Patent-Anmeldungen, das machten wir, oder das USPTO, das JPO, das DPMA (die Deutschen) und Andere. Rangfolge bei den Anmeldungen weltweit: USA, Japan, Deutschland, mit großem Abstand dann Frankreich, gucksdu “epo.org” China wird aufholen, bisher ist das noch nicht viel. Moslem: Vergiss es. Gut zu sehen bei der Türkei: So gut wie Null. Lateinamerika: Auch nix. Russland: Nix. Afrika: Ogottogott. Bisschen AUS/NZ, recht wenig. Die Musik spielt bei UNS, im Westen und Japan, nirgends sonst. Wir sollten uns nicht die Butter vom Brot nehmen lassen von den Hyperfertilen. Verkaufen an die, ja, die Kundschaft im Haus: Nein.

H.Störk / 16.12.2019

Jetzt nehmen wir mal an, irgendwo in Asien, vielleicht in Laos, Kambodia oder Vietnam, gibt es eine migrationswillige Fachkraft, die sich nicht so sehr mit Drogen und Messern, sondern tatsächlich mit Mathe und Programmierung auskennt. Und zwar so gut, daß diese Fachkraft bedenkenlos ein Arbeitsvisum für die USA oder Australien bekommen könnte. Warum zur Hölle sollte dieser Mensch sich für Deutschland entscheiden? Was haben wir zu bieten, das diesen Menschen interessiert? Überdurchschnittliche “soziale Absicherung”? Interessiert vielleicht die Drogen- und Messer-Fachkraft, aber doch nicht denjenigen, der jederzeit überall auf der Welt eine Stelle finden kann. Eine besonders gnädige und milde Justiz, die nur noch Bewährungsstrafen verhängt? Solange man nicht vorhat, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, völlig irrelevant - vielleicht zieht es unsere Fachkraft doch eher nach Singapur, in den dortigen Parks wird man beim Spazierengehen nicht von Drogendealern belästigt. Ein extra strenges deutsches Waffengesetz? Als ob die Leute, die tatsächlich ständig Butterfly-Messer mitführen, jemals kontrolliert würden. Eine Sprache, die sogar für Holländer schwer zu erlernen ist? Dann lieber English lernen, das hilft überall weiter, von Kanada über Israel bis Neuseeland. Also, wenn man von Kambodia weg will, und rechnen kann, warum sollte man ausgerechnet nach Deutschland wollen?

Gereon Stupp / 16.12.2019

Ein hochqualifizierter Asiat, der nach Deutschland kommt, um hier zu leben, zu arbeiten und Steuern zu zahlen, muß ausgesprochen blöde sein. Das ist schon ein gewisser Widerspruch zur eingangs gemachten Voraussetzung. Nun kann es sich im Einzelfall um Inselbegabungen handeln, und auch kluge Menschen machen gelegentlich Fehler. Wenn wir diesen armen Teufel dann aber nicht am Schreibtisch festketten, wird er schneller das Weite suchen, als der durchschnittliche deutsche Schüler bis drei zählen kann. Resultat: das wird nichts werden. Habe schon sinnvollere Vorschläge von Ihnen gehört, Herr Heinsohn. Aber gut, jeder hat ‘mal einen schlechten Tag. :-)

Rolf Lindner / 16.12.2019

Die gegenwärtige Fachkräfteanwerbeinitiative der Bundesregierung ist die Offenbarung der Unfähigkeit derer, von denen wir uns bzw. sich die meisten seit Jahrzehnten regieren lassen. Es ist Offenbarung des Totalversagens hinsichtlich Einwanderungs-, Migrations-, Bildungs- und Familienpolitik. Prinzipiell begrüße ich die Einwanderung von möglichst vielen Ostasiaten mit ihrer Kultur, ihrer Intelligenz und ihren auf das Diesseits gerichteten Religionen, solange die Regierung unter anzuwerbende Ostasiaten nicht Uiguren versteht, was mich jedoch nicht wundern würde. Ich kann mich noch sehr gut an das dümmliche Rassismusgeschrei der Roten aller Schattierungen erinnern, als ein Bonmot von Jürgen Rüttgers auf “Kinder statt Inder” verkürzt wurde. Die politische Realität hat sich jedoch genau in die andere Richtung entwickelt. Ich habe ein Bild von einem Kinderchor aus dem zentralen Berlin. Von ca. 30 Kindern sehen vielleicht zehn wie zukünftige Leistungserbringer aus. Die anderen werden viele Kinder zeugen und die Hand aufhalten. Darin sind sie fachlich ganz besonders gut gerüstet.

Andreas Rochow / 16.12.2019

So sehr diese demographischen und psychometrischen Betrachtungen immer wieder beeindrucken, erzeugt die Herangehensweise bei mir jedes Mal Irritation und Entsetzen. Die Schlussfolgerung nämlich, sich ein Beispiel nehmen zu sollen an den Praktiken eindeutig diktatorischer Regime mit extremen sozialen Disproportionen und einem verachtenswerten Begriff von menschlicher Autonomie und politischer Freiheit, ist erschreckend kurzsichtig! Kennen unsere politischen Eliten in ihrer “grassierenden Hoffnungslosigkeit” (G. Heinsohn) allen Ernstes zum neokolonialistischen Braindrain, zur großangelegten unterwürfigsten Kooperation mit kommunistischen Menschenschindern und einem nicht demokratisch beschlossenen widerwärtigen multiethnischen und multikulturellem Großexperiment wirklich keine Alternative? Anders herum gefragt: Gibt es in Analogie zum Potsdam Institut für Klimafolgenforschung kein politisch unabhängiges aber gleichwohl hochsubventioniertes Institut für Politikfolgenforschung in unserem kleinen, schrumpfenden Land, das sich intensiv mit den Ursachen der demographischen Krise und dem Absinken von Intelligenz, Skills, Expertise und demokratischer Kultur in Merkel-D beschäftigt?

Martin Lederer / 16.12.2019

Möglicherweise ist es ein “Lösung”, die den Abstieg etwas langsamer macht. Langfristig ist es keine Lösung. Man kann nicht die Leute, die man in wichtigen Positionen braucht dauerhaft aus dem Ausland holen. Diese Erfahrung machten auch schon die Römer mit ihren germanischen Hilfstruppen.

Michael Müller / 16.12.2019

Herr Heinssohn, ihr Technokraten macht immer den gleichen Fehler: vorwärts, vorwärts, vorwärts. Niemals die Fehler analysieren und ausbügeln. Immer nur ausbeuten und abreissen und draufsatteln statt aufbauen. Je mehr Ausländer ins Land kommen desto schlimmer wird das alles. Wir brauchen nicht mehr Einwanderer sondern massive Remigration und Ausweisung. Dann bekommen wir wieder ein Umfeld, in dem Kompetenz und Wettbewerb überhaupt gedeihen können. Weil unsere Energie nicht mehr für Verteilungskämpfe in einer asozialen Gesellschaft draufgeht, weil wir als Deutsche eine gemeinsames Fundament haben, das eine hohe ökonomische Effizienz ermöglicht. Das ist das jahrhundertealte Erfolgsrezept der Deutschen. Nicht der monokausale Wettbewerb von Humankapitaleinheiten, die keine Loyalität zum Land haben. Auch die USA und GB werden das irgendwann verstehen. Ein Land ist kein Markt, zum Henker.

Rudhart M. H. / 16.12.2019

Nein und nochmals nein, Herr Heinsohn! Wir brauchen keine Hilfe von außen, die kommt sowieso nicht, weil das Umfeld hier nicht stimmt. Was wir brauchen , und zwar zackig, ist eine Abkehr von Bildungsexperimenten von selbst in IQ-unterprivilegierten Politikern , wie Kultusministern und Universitätsprofs. , die noch nie, nie ,niemals je einen Betrieb von innen gesehen haben , nicht wissen wer und wie eigentlich Mehrwert produziert . Was wir brauchen ist der alte und effiziente Frontalunterricht , mit Faktenkenntnis und zeitlicher Effizienz, zumindest für die Leute , die einen höheren Bildungsweg einschlagen wollen. Der Rest kann gern weiter seinen Namen tanzen lernen, keine Hausaufgaben wegen vermeintlichen Überforderungen mehr machen müssen und auch sonst irgendwie 10 oder 12 oder noch mehr Jahre in irgendwelchen Verwahranstalten zubringen. Dieser Rest wird ja eh’ nicht gebraucht. Der kann dann mal 1 Jahr nach USA oder sonstwo fahren und sich die Eier schaukeln, denn wenn er zurück sein wird , hat der verbliebene Rest der Klasse ja so gut wie nix in der Zwischenzeit gemacht, so daß ein nahtloser Fortgang im alten Klassenverband ja gewährleistet ist. Vielleicht hüpft man dann gemeinsam mit den Leerer*Innen noch ein bißchen fürs Klima - und gut ! Solange eine Parteichefin gröbste Unwissenheit öffentlich darbieten kann, und solange weder in ihrer Parteispitze , noch in den Medien , noch beim Wähler darauf reagiert wird, da scheint mir der Kippunkt in der Bildung schonn längst überschritten zu sein. Der Durchschnittsbürger in D mit seiner Nannimentalität , insbesonders wenn es um Bildung und Erzehung geht, hat doch längst die Weichen auf Abstieg übers Mittelmaß in die Bedeutungslosigkeit programmiert. Hilfe von außen rettet doch da gar nix mehr ! Der letzte Moment für ein REE , klar zur Wende, ist jetzt ... und selbst dann wird es dauern, bis wieder Fahrt aufgenommen werden kann !

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