Die Debatte um die Gefährlichkeit dieselbetriebener Autos ist noch nicht vorbei, es drohen Fahrverbote und Sanktionen, da taucht schon die nächste Gefahr am Horizont der Volksgesundheit auf – die Avocado.
Bis vor kurzem war es so, dass sie „gut“ ankam und sich „prächtig“ verkaufte, weil die „Superfrucht“ angeblich „vor Herzinfarkt und Krebs schützen“ sollte. Alles Unfug, enthüllte das „plus-minus“-Magazin der ARD in seiner letzten Ausgabe vorvergangenen Mittwoch.
Die aus tropischen und subtropischen Regionen stammende Frucht werde „noch unreif geerntet kommt dann zu uns, in immer größeren Maßen, dank einer ausgeklügelten Marketingstrategie“, also wie alle Produkte, die in jedem Supermarkt angeboten werden, vom Überraschungsei bis zu Shampoos, die sexuell stimulierend wirken.
Allerdings, der Avocado-Boom habe Folgen, „von denen die meisten Verbraucher nichts ahnen“. Ein „Marketingexperte“ sagt, die Produzenten von Avocados hätten sich „zusammengetan“, um den Konsumenten einzureden, die Avocado sei nicht nur „gesund“, sondern auch „sexy“. So habe sich der Konsum von Avocados allein in Deutschland seit 2008 vervierfacht.
Die „weltweit steigende Nachfrage“ sorge dafür, „dass mit der Avocado viel Geld verdient werden kann“, und „so werden immer mehr Plantagen angepflanzt“, was den Wasserverbrauch in die Höhe treibt. Für ein Kilo Avocado brauche man fünfmal so viel Wasser wie für ein Kilo Tomaten.
Deswegen würden in den Anbaugebieten die Brunnen austrocknen. Hinzu kommt, dass beim Anbau der Avocados „gefährliche Pestizide“ zum Einsatz kämen, die „wahrscheinlich krebserregend für die Menschen“ wären.
Um das herauszufinden, lässt die Redaktion Avocados aus sechs großen Supermarktketten in einem Labor auf Pestizide testen. Das Ergebnis: In vier Proben konnten Pestizide nachgewiesen werden. Aber – sie „sitzen nur an der Schale, das Fruchtfleisch ist okay“. Deshalb sollten Avocados „vor dem Verzehr gewaschen und gut abgetrocknet“ werden.
Das ist schon alles. So gesehen unterscheiden sich die aus Südamerika eingeführten Avocados nicht von den in Spanien produzierten Tomaten. Das Resümee der Redaktion: „Avocados sollten keine Massenware sein, denn sie sind längst nicht so super, wie viele ihrer Liebhaber glauben.“ Deutsche, esst deutsche Avocados!
Dieser Beitrag erschien zuerst in der Schweizer Weltwoche.

++Das Resümee der Redaktion: „Avocados sollten keine Massenware sein, denn sie sind längst nicht so super, wie viele ihrer Liebhaber glauben.“++ Man kann das auch noch anders lesen: Avocados sind nichts für die Plebs, sondern sollten der weltoffenen Elite vorbehalten sein, also denen, die verantwortungsbewußt damit umgehen und das Zeug nicht hirnlos in sich hineinstopfen. So etwa, wie es selbstverständlich in Ordnung ist, wenn Grünen-Anhänger den Rekord bei Flugreisen halten, während sie im Inland dem Arbeiter, der sich früh um sechs in den Berufsverkehr zwängt, den günstigen Diesel wegnehmen. Oder wenn der süddeutsche Beobachter Prantl keine Asylanten in seiner Wohnung beherbergen kann, aber kein Problem damit hat, die Gesellschaft mit den Billionenkosten millionenfacher illegaler Immigration zu belasten. Der edle Rotwein schmeckt erst dann richtig gut, wenn die "deplorables" Wasser trinken müssen, und dafür heißt es predigen, predigen und nochmals predigen!
Ist denen in der Sendung nicht auch gleich in den Sinn gekommen, dass der Konsum von Avocados auch voll Nazi sein kann, wenn die Frucht auch mal in brauner Schale daher kommt?! Ist doch sonst auch ein narürlicher Reflex bei der ARD, wenn es darum geht den Deutschen etwas madig zu machen.
Wenn mich das Internet recht informiert, haben Acocados pro 100 g zehnmal soviel Kalorien wie Tomaten. Also machen 100 g Avocado genauso satt wie 1 kg Tomaten. Selbst wenn Avocados fünfmal soviel Wasser brachen wie Tomaten; pro Kalorie (Nährwert) brauchen Avocados nur halb soviel Wasser wie Tomaten. So gesehen sind Avocados sogar ökologisch besser als Tomaten. Aber ich esse trotzdem lieber Tomaten. Und jetzt mache ich mir deutschen Spargel mit deutschen Kartoffeln.
Kam im Plus-Minus-Bericht auch ein Nahost-Experte der ARD zu Wort? Denn schließlich ist Israel der größte Avocado-Exporteur in die EU. Bewässert wird wahrscheinlich mit Wasser, welches man aus palästinensischen Brunnen abpumpt (zumindest aus denen, die man bisher nicht vergiftet hat). Ist vielleicht ein investigativer Job für die Faktenfinder der Tagesschau. Der andere Big-Avocado-Player in Europa ist Spanien, dazu sollte vielleicht Herr Asselborn etwas sagen, Luxemburgs Allzweckwaffe im Kampf um europäische Werte. Können Avocados eigentlich Tumore entwickeln?
Ob die Milch müde Männer munter machen soll oder eine exotische Frucht, ist mir egal, solange die Behauptungen lediglich von der branchenüblichen Werbung aufgestellt werden. Viel schlimmer ist es, wenn die Regierung exotische Früchtchen mit imaginären Eigenschaften anpreist wie ehrlich, fleißig und gebildet.
Ich trage mich schon länger mit dem Gedanken für zwei große Buchprojekte. Das erste wird heißen: "Wasser richtig kochen". Das andere: "Türen schließen, von außen und innen". Ich denke, da liege ich voll im Beratungs und Aufklär-Trend. Natürlich alles korrekt und bionatürlich.
Ist der "Marketingexperte" derselbe , der Elfenbein von Elefanten-Stoßzähnen für potenzfördernd hält ?