In den letzten Wochen konnte man vielerorts Meldungen lesen, dass die Deutschen im Zuge der Corona-Krise beim alltäglichen Einkauf häufiger mit der Karte und seltener mit Bargeld zahlen als zuvor. Insbesondere die kontaktlosen Zahlungen ohne PIN-Eingabe oder Unterschrift sollen zugenommen haben, wozu auch beigetragen hätte, dass das Limit für jede Transaktion von 25 auf 50 Euro heraufgesetzt wurde. Manche Kommentatoren wollten darin eine Abstimmung mit den Händen sehen, mit der man einer Abschaffung des Bargelds näher rücke. Doch in einer anderen Nachricht lässt sich wiederum ein gegenteiliges Abstimmungsergebnis hinsichtlich des Bargelds erkennen:
Die Menschen in Deutschland sind zu Beginn der Corona-Krise einer Studie zufolge ins Bargeld geflüchtet, meldet welt.de. Die Krise scheine demnach dazu zu führen, dass die Menschen noch mehr Bargeld unter das Kopfkissen legten, habe die Direktbank ING Deutschland erklärt.
Der Umlauf von Scheinen und Münzen im Euroraum sei im März um fast 100 Milliarden Euro oder acht Prozent angestiegen, wie aus einer Analyse der Beratungsfirma Barkow Consulting im Auftrag der Bank hervorgehe. Verglichen mit der Entwicklung in den Vormonaten Januar und Februar lasse sich ein „Corona-Sondereffekt“ von etwa 30 Milliarden Euro ausweisen. Davon würden etwa 20 Prozent beziehungsweise sechs Milliarden Euro auf Privathaushalte in Deutschland entfallen.
Auch die Bundesbank hätte zu Beginn der Krise zunächst einen Anstieg der Nachfrage nach Scheinen und Münzen festgestellt. Anschließend wären die Volumina aber wieder deutlich zurückgegangen. Der Analyse zufolge hätten die Menschen in Deutschland schon Ende 2019 auf insgesamt 253 Milliarden Euro Bargeld gesessen. Das seien 32 Milliarden oder 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Durchschnittlich entspräche das mehr als 3.000 Euro in bar für jeden Bundesbürger.
Der Boom von Scheinen und Münzen habe den Daten zufolge mit der Niedrigzinsphase im Euroraum eingesetzt. Seit Ende 2013 hätten sich die Bargeldbestände in Deutschland demnach mehr als verdoppelt.
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